Stimmung alter Orgeln
Hallo,
kann mir jemand erklären, warum es bei alten Orgeln so verschiedene Grundstimmungen in der Tonhöhe gibt, mal einen Halbton zu tief, mal einen Halbton zu hoch, ich habe absolutes Gehör und es ist für mich fast unmöglich an diesen Orgeln zu spielen.
(Habe auf elektronischem Instrument gelernt und bin gerade auf Entdeckungsreise durch die Welt der historischen Orgeln mit eben dieser schwierigen Erfahrung.
Ilka
Stimmung alter Orgeln
Und die Füße sind bekanntlich überall unterschiedlich lang ;-)
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Kann mir bitte mal jemand den Sinn von transponiert notierten Instrumenten in einer Partitur erklären...
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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...
... für Gott
Stimmung alter Orgeln
Danke,
sehr aufschlussreich,
bin eigentlich Holzbläser,
das wusste ich nicht (schlecht im Studium aufgepasst)
Stimmung alter Orgeln
Danke,
sehr aufschlussreich,
bin eigentlich Holzbläser,
das wusste ich nicht (schlecht im Studium aufgepasst)
HAbe auch absolutes Gehör. Ich lernte im Studium durch die transponierenden Instrumente in den Partituren und durch C-Schlüssel, mich von zumindest von der Kombination Notenbild=Frequenz zu lösen. Beim Greifen, also Tastenspiel, gilt: Je besser geübt, festo leichter. Wenn aber das Gehör dazu diente, Griffe zu finden, die nicht motorisch sicher gespeichert waren, dann flog ich raus.
Die Erfahrung, in HH Jakobi (7/8 Ton über normal) zu improvisieren, war interessant. Ich musste "erstmals" so spielen, wie Relativhörer - Griffmuster abrufen, oder rechnend vorhören. Die Ergebnisse waren für mich überraschend, aber insgesamt brauchbar.
Also, einfach dranbleiben!
Stimmung alter Orgeln
Hallo, kann mir jemand erklären, warum es bei alten Orgeln so verschiedene Grundstimmungen in der Tonhöhe gibt, mal einen Halbton zu tief, mal einen Halbton zu hoch,
Vor den Orgeln gab es in den Klöstern den jeweiligen Chorton, der der geographischen Lage und den sanglichen Fähigkeiten der Choralschola angepasst war. Es ist also nix zu tief oder zu hoch, sondern an den Gegebenheiten orientiert. Der Begriff des Absoluten Gehörs stammt vermutlich aus einer Zeit, die bemüht war, allgemein verbindliche Regelung für die Tonhöhe zu finden, heute würde man so etwas eher als mangelnde Anpassungsfähig an die Gegebenheiten definieren. Wenn ich jetzt (im Urlaub) wirklich nur Musik mache, entwickle ich so ein aG ebenfalls, das stört mich dann aber nicht. Drin Post ist ein vehementer Keulenschlag gegen die Ausbildung an digitalen Instrumenten.
Findet hintersatz
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Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi
Stimmung alter Orgeln
Danke,
sehr aufschlussreich,
bin eigentlich Holzbläser,
das wusste ich nicht (schlecht im Studium aufgepasst)
Auch meine ehemalige Musiklehrerin (Pianistin) hat ein absolutes Gehör
Was mich (als Mathematiker und Autisten) sehr interessieren würde:
Wie präzise ist Dein Gehör?
Kannst Du zB einen ViertelTon erkennen (50ct reine Septime) oder sogar einen ZehntelTon (20ct reine Terz)?
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was genau bedeutet denn
"bin eigentlich Holzbläser"
werden nicht auch viele Holzblasinstrumente transponiert notiert?
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... für Gott
Stimmung alter Orgeln
was genau bedeutet denn
"bin eigentlich Holzbläser"werden nicht auch viele Holzblasinstrumente transponiert notiert?
Klarinetten (B, A, Es ...), Englischhorn (F), Piccolo (Unteroktave).
Kein Vergleich z. B. mit den Hörnern.
Beim Blech kommt das, soweit ich weiß, aus dem Zunftwesen bzw. hat sozialhistorische Gründe. Die Zeit der sinfonisch besetzten Partituren überschneidet sich mit der, in der Trompeter und Hornisten eine sehr spezifische, eingeschränkte musikalische Ausbildung hatten und die Stimmung ihrer Instrumente ins Orchester mitbrachten.
Transposition hat wie Schlüsselung manchmal das Ziel, die notierten Töne innerhalb der jeweils ersten Hilfslinie zu halten.
Seit Jahrzehnten werden neue Orchesterpartituren in C notiert, die Profis sind darauf eingerichtet, das Material kann über Software gegebenenfalls transponiert ausgegeben werden.
Stimmung alter Orgeln
was genau bedeutet denn
"bin eigentlich Holzbläser"werden nicht auch viele Holzblasinstrumente transponiert notiert?
Klarinetten (B, A, Es ...), Englischhorn (F), Piccolo (Unteroktave).
Kein Vergleich z. B. mit den Hörnern.Beim Blech kommt das, soweit ich weiß, aus dem Zunftwesen bzw. hat sozialhistorische Gründe. Die Zeit der sinfonisch besetzten Partituren überschneidet sich mit der, in der Trompeter und Hornisten eine sehr spezifische, eingeschränkte musikalische Ausbildung hatten und die Stimmung ihrer Instrumente ins Orchester mitbrachten.
Transposition hat wie Schlüsselung manchmal das Ziel, die notierten Töne innerhalb der jeweils ersten Hilfslinie zu halten.
Seit Jahrzehnten werden neue Orchesterpartituren in C notiert, die Profis sind darauf eingerichtet, das Material kann über Software gegebenenfalls transponiert ausgegeben werden.
Ein anderer Zweck: Wozu soll ein Naturtoninstrument mit seinem relativ beschränkten Vorrat derart komplizierte Notationen nutzen? Solange man unter sich bleibt - Feldtrompeter, Königsfanfaren, Jagdhörner - braucht man das doch alles nicht ;-)
Und die meiste Zeit waren die Blechbläser separat, da wurde ja auch Wert drauf gelegt.
Umgekehrt liest heute ein gut ausgebildeter Trompeter jede beliebige Transposition, weil er auch manchmal während des Stücks wechselt - einer hatte mal in Petr Ebens "Okna/Fenster" für die letzte Seite von B auf C gewechselt, weil am Ende des Konzerts die Höhe doch schon etwas verschlissen war.
Stimmung alter Orgeln
Ein anderer Zweck: Wozu soll ein Naturtoninstrument mit seinem relativ beschränkten Vorrat derart komplizierte Notationen nutzen? Solange man unter sich bleibt - Feldtrompeter, Königsfanfaren, Jagdhörner - braucht man das doch alles nicht ;-)
ich fürchte ich verliere den Faden bzw habe keine Ahnung was hier gemeint ist...
natürlich weiß ich, dass Verschiedene Instrumente als BasisTon nicht C haben und daher zB Blockflöten in C D F und was weiß ich nicht klingen - aber im Prinzip alle "gleich" gegriffen werden
ich transponiere schon seit Jahren für "meine" F-Blockflöten Gruppe die Noten damit jeder der möchte eine F-BlFl spielen kann ohne im Kopf umdenken zu müssen...
ich weiß, hier gibt es ganz tolle Menschen die können das alles und erwarten offenbar, dass alle anderen es genauso machen müssen wie sie (Bias ;-)
aber
ist es in einer Partitur wirklich nötig und sinnvoll (!!!) jedes Instrument in seiner eigenen Tonart und evtl auch noch historischen Schlüssel anzugeben...
vielleicht weil ich Kirchenmusik nicht studieret habe
aber mir fällt es unglaublich schwer diese ganzen BratschenSchlüssel zu lesen und ich erkenne den Sinn auch nicht...
(ich weiß tatsächlich auch nicht wie Mann ein Mammut häutet und ausnimmt ;-(
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Stimmung alter Orgeln
ist es in einer Partitur wirklich nötig und sinnvoll (!!!) jedes Instrument in seiner eigenen Tonart und evtl auch noch historischen Schlüssel anzugeben...
Wenn die Klarinettisten aus einer Klarinettenstimme in B spielen, ist es schon sinnvoll, wenn der Dirigent dieselben Noten vor sich hat. Sonst sagt er vielleicht: "In Takt 7 das B bitte kürzer" - der Ton, den er meint, ist aber für die Klarinettisten ein C.
aber mir fällt es unglaublich schwer diese ganzen BratschenSchlüssel zu lesen und ich erkenne den Sinn auch nicht...
Es gibt eigentlich nur einen Bratschenschlüssel, und für die Bratsche ist er sicherlich sinnvoll, sonst hat man entweder haufenweise Hilfslinien oder haufenweise Schlüsselwechsel.
Zu mir kam einmal ein Orgelschüler, der wollte den Sinn des Bassschlüssels nicht erkennen. Er war halt bis dahin nur Violinschlüssel gewohnt, und es fiel ihm "unglaublich schwer, diese ganzen Bassschlüssel zu lesen".
Stimmung alter Orgeln
ist es in einer Partitur wirklich nötig und sinnvoll (!!!) jedes Instrument in seiner eigenen Tonart und evtl auch noch historischen Schlüssel anzugeben...
Wenn die Klarinettisten aus einer Klarinettenstimme in B spielen, ist es schon sinnvoll, wenn der Dirigent dieselben Noten vor sich hat. Sonst sagt er vielleicht: "In Takt 7 das B bitte kürzer" - der Ton, den er meint, ist aber für die Klarinettisten ein C.
Es ist ja auch vollkommen undenkbar zB einfach "der dritte Ton" zu sagen...
NEIN - nur so werden sie richtig gemischt!!!
Das war schon immer so...
wo kämen wir denn da hin...
Ich mußte das auch lernen...
Früher hätte es das nicht gegeben...
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aber mir fällt es unglaublich schwer diese ganzen BratschenSchlüssel zu lesen und ich erkenne den Sinn auch nicht...
Es gibt eigentlich nur einen Bratschenschlüssel, und für die Bratsche ist er sicherlich sinnvoll, sonst hat man entweder haufenweise Hilfslinien oder haufenweise Schlüsselwechsel.
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DER BRATSCHENSCHLÜSSEL ist ein C-Schlüssel mit DEM c' auf der mittleren Linie
Welche Vorteile dieser gegenüber einem G-Schlüssel (mit DEM g' auf der zweiten Linie von unten) hat insbesondere wenn man diesen
Wie in vielen Notenbüchern zB für Tenors (die ja generell geistig etwas eingeschränkt sein sollen) zu sehen
Mit einer kleinen 8 unten verwendet
Erschließt sich mir trotzdem nicht...
(das c' ist somit einen Ton tiefer notiert als im G-Schlüssel & 8 - wieviele Hilfslinien sind das?)
Ich freue mich immer wenn Hedwig etwas besser kann - verzichte aber dankbar auf mögliche Ergänzungen...
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Zu mir kam einmal ein Orgelschüler, der wollte den Sinn des Bassschlüssels nicht erkennen. Er war halt bis dahin nur Violinschlüssel gewohnt, und es fiel ihm "unglaublich schwer, diese ganzen Bassschlüssel zu lesen."
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Genau das ist es
- warum jemandem eine Alternative anbieten,
wenn man so etwas intelligentes wie
"friss oder stirb"
zu bieten hat...
Ein besseres Beispiel hätte ich nicht bringen können - Dankeschön!
Es gibt einen sehr Widerstandsfähigen Bias der einen Glauben lässt alles was man selbst kann...
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Stimmung alter Orgeln
Ist doch alles nicht so schlümm. :-)
Mit hinein spielt die Geschichte der Partitur als Konstrukt aus ausgeschriebenen Einzelstimmen, das zunächst eher selten Komponisten niedergelegt wurde, sondern eher von jemandem, der ein Stück studieren, später auch von Leuten, die es dirigieren wollten. Die Priorität lag also bei den Einzelstimmen. Manchmal wurden die wahrscheinlich auch zusätzlich zu einer fertigen Partitur eigens spartiert, wenn zum Beispiel gerade die Stadtpfeiferei oder das Trompeten-Pauken-Ensemble zur Verfügung stand. Noch Mozart hat es so gehalten, als unverhofft die Stadlers für eine Aufführung der g-Moll-Sinfonie auftauchten.
Aber wie gesagt, eigentlich ist das in der Komponierpraxis inzwischen überwunden. Andere Schlüssel sind meiner Erfahrung nach Gewohnheits- und Übungssache. Zu Beginn meines Studiums habe ich häufig als Bratscher gemuggt, bis ich das geliehene Instrument zurückgeben musste. Damals habe ich Sinfonien und Passionen mitgespielt, heute würde ich mich sehr tapsig anstellen -- bin einfach aus der Übung. Ich erinnere mich aber gut, dass Hilfslinien über dem System immer Stress bedeuteten, selbst wenn sie spieltechnisch kein Problem darstellten. Das Bratschergemüt hatte Ruh' bis zur ersten Hilfslinie, und so ist der Schlüssel ja auch konzipiert.
Die Tenornotation in Chorpartituren mit Violinschlüssel und kleiner 8 drunter halte ich für einen Kompromiss zwischen Generalbasspraxis (SAT rechts, Bass links) und der Notwendigkeit, die Stimme lesbar unterzubringen. Diese Praxis hat auch zu den für die meisten Männer unsingbaren Tenor-Tessituren im klassischen Repertoire geführt. Der rechte Daumen hat's gern bequem, da muss der Kehlkopf eben leiden.
Stimmung alter Orgeln
Hallo,
ich möchte mich mal hier anschließen. Was mich von der Physik her interessiert, wie definiert sich das "absolute Gehör" eines Menschen? Wir hatten im Studium auch einen Komillitonen, der das absolute Gehör hatte und sagte, er höre genau, ob das "a" z.B. ein "a" ist oder schon ein "gis".
Dann hört dieser Mensch aber genau genommen keine Töne, sondern Frequenzen.Denn der Ton a'' kann
je nach Festlegung des Kammertones sehr verschiedene Frequenzen annehmen. Der Absoluthörer würde das a'' nur erkennen, wenn es 880 Hz hat, hätte also heute bei jeder sinfonischen Musik Probleme, denn kaum ein Orcheser spielt mehr Stimmton 880 Hz, die sind doch alle schon bei 890 Hz oder noch höher.
Weitere interessante Frage: Wenn ein Absoluthörer also einen Ton einer bestimmten Frequenz zuordnet (und dieser Ton eben nur dann stimmt, wenn er diese Frequenz hat), ordnen dann alle Absoluthörer den gleichen Ton der gleichen Frequenz zu? Also wenn 20 Absoluthörer den Ton a' hören, erkennen dann alle diesen Ton als richtig, wenn er 440 Hz hat? Oder hört ein Mensch auch dann absolut, wenn er diesen Ton einer anderen Frequenz (z.B 445 Hz) zuordnet?
MfG
Claus
Stimmung alter Orgeln
Natürlich hört jemand, der über ein absolutes Gehör verfügt, Frequenzen, diese sind im Gehirn mit den "normalen" Tönen verknüpft. Ein wenig Spielraum gibt es da schon, mit 445 Hz hat er kein Problem, bei 451 Hz (so hoch ist unsere Orgel gerade, das Orchester, das am Sonntag mitspielte, fand es unangenehm!) wird es unklar.
Das Problem ist die feste Zuordnung von Frequenz zu Tonnamen. Ich hatte eine Mitschülerin, die "verrückt" wurde, wenn wir im Unterricht Aufnahmen hörten, die im tiefen Kammerton aufgenommen wurden, also ein Halbton zu tief. Wir bekamen die Noten ausgeteilt, sie hörte jedoch immer einen "falschen" Ton und konnte das nicht mit dem gelesenen Notentext in Übereinstimmung bringen. Demgegenüber haben wir kein einziges Mal festgestellt, dass es ihr irgendeinen Vorteil verschafft hätte, über ein absolutes Gehör zu verfügen. Vielleicht beim Fach Gehörbildung oder Vomblattsingen.
Ich spiele die gesamte Barockmusik auf meinen Cembali auf 415 Hz, habe in Kiedrich aber eine Orgel, die einen Halbton über 440 Hz steht. Wenn ich mit Bläsern zusammenspiele, sind diese immer sehr verärgert, denn aus F-Dur wird für sie Fis-Dur! Bei mitteltöniger Stimmung kann ich leider nicht auf E-Dur ausweichen. Ich glaube, das absolute Gehör würde mein musikalisches Leben eher schwieriger machen.
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.. ganz gut erklärt, ja bei mir gibt einen gewissen Spielraum im Frequenzbereich , aber wenn zB der Kantor 1Ton zu tief anstimmt fängt man an im Kopf jede Note vor dem Singen zu transponieren, bei einer Stimme wie im Gesang kein Problem, aber ich bin zB über BWV 538 gestolpert, da kann ich nicht mehr transponieren und es fühlt sich so an, als würde man völlig orientierungslos mechanisch spielen,
Das absolute Gehör hat ganz sicher Vorteile aber eben auch viele Nachteile
Stimmung alter Orgeln
Danke, das war sehr aufschlussreich für mich, aber wahrscheinlich werde ich doch in Zukunft vorher die Stimmhõhe der Orgel erfragen,
und man muss in solchem Fall einfache Sachen spielen
Stimmung alter Orgeln
.. ganz gut erklärt, ja bei mir gibt einen gewissen Spielraum im Frequenzbereich , aber wenn zB der Kantor 1Ton zu tief anstimmt fängt man an im Kopf jede Note vor dem Singen zu transponieren, bei einer Stimme wie im Gesang kein Problem, aber ich bin zB über BWV 538 gestolpert, da kann ich nicht mehr transponieren und es fühlt sich so an, als würde man völlig orientierungslos mechanisch spielen,
Das absolute Gehör hat ganz sicher Vorteile aber eben auch viele Nachteile
ein interessantes Experiment :
https://youtu.be/Stroc9UtN-Y?si=oisDXOPDede97XuY
mich würde immer noch sehr interessieren wie Du einen Ton mit zB
441 / 445 / 453 Hz (4 / 20 / 50 ct)
wahrnimmst und ob es da auch sowas wie Tagesform gibt
gehe ich recht in der Annahme, dass Du 1. Solo Flötistin bist ;-)
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Stimmung alter Orgeln
auf deine Frage: ich weiß es nicht, irgend wann kippt die Wahrnehmung auf den nächsten Ton, aber wann weiß ich nicht, wenn man lang genug in der falschen Stimmung bleibt, gewöhnt man sich u.U dran und man hört dann plötzlich wieder absolut,
,ja, bin Flötistin und spiele Orgel als Hobby
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... wenn man lang genug in der falschen Stimmung bleibt, gewöhnt man sich u.U dran und man hört dann plötzlich wieder absolut
ja, das Gehirn ist unglaublich flexibel (zumindest bei manchen Menschen ;-)
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Es ist ja auch vollkommen undenkbar zB einfach "der dritte Ton" zu sagen...
Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu verständigen, man kann auch sagen: "das klingende G ist immer zu tief", dann müssen halt die Klarinettisten umrechnen. Für den Dirigenten ist es halt von Vorteil, wenn er sich ohne Umwege verständlich machen kann.
Genau das ist es
- warum jemandem eine Alternative anbieten,
wenn man so etwas intelligentes wie
"friss oder stirb"
zu bieten hat...
Ich habe schon Orgelschüler unterrichtet, die weder Violin- noch Bassschlüssel lesen konnten. Im erwähnten Fall wäre die Alternative für den Orgelschüler gewesen, sich seine Orgelnoten auf Violinschlüssel umzuschreiben.
Stimmung alter Orgeln
.. ganz gut erklärt, ja bei mir gibt einen gewissen Spielraum im Frequenzbereich , aber wenn zB der Kantor 1Ton zu tief anstimmt fängt man an im Kopf jede Note vor dem Singen zu transponieren, bei einer Stimme wie im Gesang kein Problem, aber ich bin zB über BWV 538 gestolpert, da kann ich nicht mehr transponieren und es fühlt sich so an, als würde man völlig orientierungslos mechanisch spielen,
Das absolute Gehör hat ganz sicher Vorteile aber eben auch viele Nachteile
Kann ich so nicht bestätigen. Ich kenne die hier erwähnten Nachteile, aber nur aus dem Studium, als eben erstmals in meinem Leben Chorsingen schwerer Werke /BAch-Motetten) in 415 Hz und transponierende Instrumente in Partiturspiel auftauchten. Es dauerte ein paar Jahre wenig, aber dann legte sich das. Ich spiele heute problemlos auch 415er-Instrumente oder singe in dieser Stimmung, ebenso 460. Und alles dazwischen und daneben.
Vor 14 Tagen Chorprobentag mit ca. 180 Leuten, der Chorleiter steht abseits des Klaviers. Spricht zur einer Sängerin in der Nähe des Instruments: Kannst Du mal ein G spielen? Sofort ertönen drei Gs aus dem über die ganze Kirche verteilten Chor. Ich war ein wenig erleichtert, dass wir alle dasselbe gesungen hatten.
Und ja, es ist eine Gedächtnisleistung. Die Position des Resonanzmaximums in der Schnecke wird mit einem Begriff (Tonbuchstaben) verknäpft. Diese Verknüpfungsmöglichkeit fehlt Relativhörer:innen, sie können nur die Abstände der Maxima ermessen (und nach einem Lernprozess auch benennen).
Und nein, wir hören nicht genau 440 Hz, schon gar nicht immer, und empfinden keine speziellen Schmerzen, wenn Chöre fallen oder unsauber gesungen wird. Wir sind keine Stimmgeräte. Und können auch falsch programmiert werden (tragischer Fall einer Schulkollegin, ihr häusliches Klavier war 1 HT zu tief, sie lernte die Notennamen sozusagen in 415er-Stimmung und hatte große Arbeit, das zu ändern bzw. muss immer noch mal dazurechnen....
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Bei meiner Orgellehrerin lag das absolute Gehör einen Halbton tiefer (a'=415 Hz) und sie war gewohnt, alles in Gedanken zu transponieren. Da in ihrer Famile verschiedene Mitglieder dasselbe absolute Gehör hatten, könnte ich mir vorstellen, dass die Fixierung auf eine früher übliche tiefere Stimmung mit Vererbung zu tun hat.
Schwierigkeiten bereiteten ihr a capella-Chorkonzerte, wenn der Chor im Verlauf des Stückes die Tonhöhe nicht halten konnte.
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Schwierigkeiten bereiteten ihr a capella-Chorkonzerte, wenn der Chor im Verlauf des Stückes die Tonhöhe nicht halten konnte.
Naja, damit habe ich auch ein Problem, obwohl ich kein absolutes Gehör habe ;-)
Ich finde diesen Thread total interessant, weil ich mir schon oft die Frage gestellt habe, was "absolut" denn in diesem Zusammenhang wirklich bedeutet - und ich bin jetzt zu dem Ergebnis gekommen, daß "absolut" auch hier relativ ist: in erster Linie bedeutet es wohl die Fähigkeit, einem gehörten Ton ohne Hilfsmittel zuverlässig einen notierten Ton zuzuordnen. Dessen Höhe jedoch scheint kulturell beeinflußt zu sein.
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Schwierigkeiten bereiteten ihr A-cappella-Chorkonzerte, wenn der Chor im Verlauf des Stückes die Tonhöhe nicht halten konnte.
Ich habe kein aG, und das ist für mich eine quälende Wahrnehmung, besonders im Konzert. Wenn ich dann noch weiß -- z. B. bei Bruckners e-Moll-Messe --, dass gleich wieder die Bläser einsetzen müssen, fährt mir der Fluchtinstinkt ins Fahrgestell.
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Ich finde diesen Thread total interessant, weil ich mir schon oft die Frage gestellt habe, was "absolut" denn in diesem Zusammenhang wirklich bedeutet - und ich bin jetzt zu dem Ergebnis gekommen, daß "absolut" auch hier relativ ist: in erster Linie bedeutet es wohl die Fähigkeit, einem gehörten Ton ohne Hilfsmittel zuverlässig einen notierten Ton zuzuordnen. Dessen Höhe jedoch scheint kulturell beeinflußt zu sein.
Genau. Hörer:innen müssen die Zuweisung der Töne erlernen. Ich frage mich, wie mit der sicherlich auch dort vorhandenen Fähigkeiten in anderen Musikkulturen - arsbisch, indisch, asiatisch etc. - umgegangen wird.
Stimmung alter Orgeln
Ich finde diesen Thread total interessant, weil ich mir schon oft die Frage gestellt habe, was "absolut" denn in diesem Zusammenhang wirklich bedeutet - und ich bin jetzt zu dem Ergebnis gekommen, daß "absolut" auch hier relativ ist: in erster Linie bedeutet es wohl die Fähigkeit, einem gehörten Ton ohne Hilfsmittel zuverlässig einen notierten Ton zuzuordnen. Dessen Höhe jedoch scheint kulturell beeinflußt zu sein.
Genau. Hörer:innen müssen die Zuweisung der Töne erlernen. Ich frage mich, wie mit der sicherlich auch dort vorhandenen Fähigkeiten in anderen Musikkulturen - arsbisch, indisch, asiatisch etc. - umgegangen wird.
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Ich glaube, dass die grundsätzliche Fragestellung schon etwas wirklich außergewöhnlich ist...
Als biologische Wesen haben wir ein Nervensystem mit einem Gehirn und einem Darm (letzter wird oft als 2. Gehirn bezeichnet aber von vielen gerne "übersehen")
Die Hauptfunktion der beiden (!) ist es, die vielfältigen Sinnenseindrücke (von außen und innen) zu verarbeiten, zu interpretieren und daraus Aktionen abzuleiten (Angriff, Flucht, Totstellen, Fressen, Sex oder versuchen zu "begreifen" warum die Mitmenschen so handeln wie sie handelten, handeln, handeln könnten oder werden ...)
Für das Hören besteht in vielen Kulturen keine Notwendigkeit Tonhöhen exact zu erkennen...
Beim Sehen kommt es hingegen extrem stark darauf an verschiedene Frequenzen (Farben) "richtig" auseinander halten zu können...
(Ampel rot ≠ grün)
und der Test mit verschiedenen Farben und Worten zeigt sehr einfach, wieviel stärker die Farbwahrnehmung gegenüber der Worterkennung ausgeprägt ist...
(Noten gibt es für Kinder auch in bunt ;-)
ROT ... BLAU ... GELB ... GRÜN ... ORANGE ... LILA ... BRAUN ... OKTARIN
Die Anzahl von bis zu 6 Objekten erkennt unser Gehirn "automatisch" alles darüber hinaus müssen wir "zählen"
(von ein paar autistischen Savons abgesehen
... Rainman und die Streichhölzer)
Sollten einige Menschen also in der Lage sein Tonhöhen "absolut" zu erkennen UND gleichzeitig ohne Probleme in jeder beliebigen Tonart transportiert zu singen oder zu spielen, so ist das eine nahezu unglaubliche Leistung des Gehirns und vielleicht sogar für jeden mit genügend Training "erreichbar"
Trotzdem
Fände ich persönlich es ausgesprochen angenehm, wenn mir ein solcher Mensch NICHT erklärt wie einfach das doch alles ist...
Und auch noch erwartet, dass alle anderen das doch bitte auch lernen müssen...
Es gibt einen ganz wunderbaren Gedanken von Eckhard von Hirschhausen:
Es macht keinen Sinn einem Pinguin das Fliegen beibringen zu wollen
Warum sollen denn einige Menschen eine eigene Schrift (Braille) haben dürfen oder gar eine eigene Sprache (Gebärdensprache)
Sollen die gefällst meine Sprache lernen
Habe ich ja auch geschafft - so schwer kann das ja dann nicht sein...
Und wenn jemand offen und ehrlich zugibt, dass er sich mit etwas "unglaublich schwer" tut
Dann mache ich mich (dank meiner geistigen Überlegenheit), halt einfach über ihn lustig...
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Warum leckt sich ein Hund die Eier?
....... --- weil er es kann ---
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Fände ich persönlich es ausgesprochen angenehm, wenn mir ein solcher Mensch NICHT erklärt wie einfach das doch alles ist...
Und auch noch erwartet, dass alle anderen das doch bitte auch lernen müssen...
Es erklärt Dir doch niemand, wie einfach das alles doch ist.
Warum sollen denn einige Menschen eine eigene Schrift (Braille) haben dürfen oder gar eine eigene Sprache (Gebärdensprache)
Sollen die gefällst meine Sprache lernen
Habe ich ja auch geschafft - so schwer kann das ja dann nicht sein...
Erzähl doch keinen Blödsinn. Ich habe Orgelschüler unterrichtet, die ihre Noten nach Brailleschrift lernen. Mir ist egal, ob jemand seine Orgelnoten aus dem Bratschenschlüssel lernen will oder aus der norddeutschen Orgeltabulatur. Nur muss er sich dann halt die Mühe machen, sich diese Noten zu besorgen oder sich umzuschreiben. Dabei bin ich gern behilflich, aber die Mühe kann ich dem Schüler nicht abnehmen.
Und wenn jemand offen und ehrlich zugibt, dass er sich mit etwas "unglaublich schwer" tut
Sag mal offen und ehrlich: War es für Dich unglaublich schwer, Noten nach dem Violinschlüssel zu lernen? Und war es für Dich unglaublich schwer, Noten nach dem Bassschlüssel zu lernen?
Ich hatte nämlich auch mal einen Schüler, für den war das Notenlesen aus welchem Schlüssel auch immer unglaublich schwer. Dem habe ich dann eigene Übungsstücke geschrieben (möglichst viel musikalischer Effekt bei minimalem Leseaufwand), bis er in der Lage war, die gängige Orgelliteratur nach Noten zu spielen, ohne sie erst auswendig lernen zu müssen.