"I hob's a grod probiert!"

Florian-L @, Sonntag, 29. Juni 2025, 21:30 (vor 434 Tagen)

Hans Höglauer hat als Autodidakt die Orgel in der Filialkirche St. Ulrich in Ainring erbaut, siehe ab Minute 32:50:

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyMldPMDA1NDIyQTA

Gruß, Florian

"I hob's a grod probiert!"

Orlos @, Sonntag, 29. Juni 2025, 22:06 (vor 434 Tagen) @ Florian-L

Die Blaskapelle ist erstaunlich gut.
Über die Orgel schweigen wir.

"I hob's a grod probiert!"

Florian-L @, Sonntag, 29. Juni 2025, 22:21 (vor 434 Tagen) @ Orlos

Über die Orgel schweigen wir.

Für ein autodidaktisches Erstlingswerk durchaus beachtlich, finde ich.

"I hob's a grod probiert!"

MCVL @, Sonntag, 29. Juni 2025, 22:46 (vor 434 Tagen) @ Florian-L
bearbeitet von MCVL, Sonntag, 29. Juni 2025, 23:57

Über die Orgel schweigen wir.

Für ein autodidaktisches Erstlingswerk durchaus beachtlich, finde ich.

Finde ich auch. Wäre mal einen eigenen Thread wert, solche autodidaktisch erbauten Orgeln
(ich meine jetzt nicht welche, die in Privathaushalten stehen, sondern in Kirchen).

Bei mir in der Nähe gibt es einen solchen Fall, eine Orgel, die von einem Eisenbahnbeamten um 1900 aus reinem Interesse und Begeisterung erbaut wurde und die heute noch im Einsatz ist.

"I hob's a grod probiert!"

elias.orgel, Sonntag, 29. Juni 2025, 23:36 (vor 434 Tagen) @ MCVL

Über die Orgel schweigen wir.

Für ein autodidaktisches Erstlingswerk durchaus beachtlich, finde ich.


Finde ich auch. Wäre mal einen eigenen Thread wert, solche autodidaktisch erbauten Orgeln
(ich meine jetzt nich welche, die in Privathaushalten stehen, sondern in Kirchen).

Bei mir in der Nähe gibt es einen solchen Fall, eine Orgel, die von einem Eisenbahnbeamten um 1900 aus reinem Interesse und Begeisterung erbaut wurde und die heute noch im Einsatz ist.

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vielleicht könnte mann zwischen Schweigen und Jubeln
ein paar Fakten nennen?

was genau ist denn damit gemeint, dass er die Orgel "gebaut" hat?

ich könnte mir vorstellen, dass die Pfeifen nicht selbst gefertigt und wahrscheinlich auch nicht intoniert wurden...

ist die Traktur mechanisch oder elektrisch?
hat er die Windladen selbst gemacht oder gebraucht gekauft

ich habe schon ein paar mal gedacht, dass man doch aus zwei drei billigen Instrumenten bei Ladach bestimmt einen Brüll- und Säuselkasten zusammen fuckeln könnte - mit genug Enthusiasmus
oder was auch immer...

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

"I hob's a grod probiert!"

MCVL @, Sonntag, 29. Juni 2025, 23:54 (vor 434 Tagen) @ elias.orgel

Anzeige-Blatt für das westliche Algäu (Weiler) - Montag 23. November 1896

Itzlings, 21. Nov. Am Vorabende des Cäcilienfestes wurde in hiesiger Kapelle ein in Hinblick auf Erbauer und Bauart merkwürdiges Orgelwerk seinem Zwecke übergeben. Der Erbauer desselben ist der durch seine technischen Kenntnisse und Fertigkeiten auch in weiteren Kreisen bekannte Wechselwärter Herr Anton Ochsenreiter zu Hergatz. Im Laufe von sieben Jahren wurde es mit großem Aufwand von Talent, Fleiß und Geldopfer fertiggestellt, vor kurzem durch die Ortseinwohner Itzlings für die dortige Kapelle angekauft und heute zur Freude aller Andächtigen erstmals beim Gottesdienste verwendet. Eine Eigentümlichkeit der Orgel besteht darin, daß durch ein Sperrventil die Orgel abgestellt und ein mit der Orgel verbundenes Harmonium in Gebrauch genommen werden kann. Außer durch diese Einrichtung weist das schöne Werk in fünf klingenden Registern den angenehmsten Wechsel an Tonschattierung auf. "Das Werk lobt den Meister", der in diesem alle Achtung verdienenden Kunstwerke in erster Linie zur Ehre Gottes, aber auch zugleich seinem Können ein schönes, dauerndes Denkmal sich gesetzt hat.

"I hob's a grod probiert!"

Uli Skriwan @, Zwischen Inn und Salzach, Sonntag, 29. Juni 2025, 23:56 (vor 434 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von Uli Skriwan, Montag, 30. Juni 2025, 06:32

In der Pfarrkirche Asten bei Tittmoning (also keine 50km nördlich von Ainring) bin ich letztes Jahr auch einer "Autodidaktischen" begegnet, die dort als Zweitinstrument im Chorraum steht. Ich erinnere mich zwar nicht mehr genau an die Geschichte zur Truhenorgel, die mir der Kirchenmusiker damals erzählt hat. Aber die aus Pfeifenabschnitten "designten" Schleiergitter finde ich (zumindest in der Fernwirkung) interessant:
[image].

"I hob's a grod probiert!"

Florian-L @, Montag, 30. Juni 2025, 00:01 (vor 434 Tagen) @ elias.orgel

ist die Traktur mechanisch oder elektrisch?

Die Registertraktur ist elektrisch, die Spieltraktur wohl mechanisch. Hier ein Audiobeitrag (zur Orgel ab Minnute 6:50):

https://www.deutschlandfunk.de/ulrichshoegl-kirche-und-orgel-dlf-c4699849-100.html

"I hob's a grod probiert!"

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 30. Juni 2025, 00:07 (vor 434 Tagen) @ Florian-L

Über die Orgel schweigen wir.

Für ein autodidaktisches Erstlingswerk durchaus beachtlich, finde ich.

Die Prospektpfeien haben nicht eingesetzte, sondern vorgesetzte Labien - originell!

(Möglicher Kommentar: "Es worn jo scho wöiche drin in die Pfeiffn, oba i hob ma docht, so schauds scheana aus mit'n Goid, und Oabeid mochds a ned vüül mea")

"I hob's a grod probiert!"

Florian-L @, Montag, 30. Juni 2025, 09:04 (vor 434 Tagen) @ MCVL

Wäre mal einen eigenen Thread wert, solche autodidaktisch erbauten Orgeln
(ich meine jetzt nicht welche, die in Privathaushalten stehen, sondern in Kirchen).

Chororgel in Groß St. Florian, erbaut 2005 von Edmund Resch, gelernter Geigenbaumeister.

"I hob's a grod probiert!"

elias.orgel, Montag, 30. Juni 2025, 09:30 (vor 434 Tagen) @ Florian-L
bearbeitet von elias.orgel, Montag, 30. Juni 2025, 12:04

Die Registertraktur ist elektrisch, die Spieltraktur wohl mechanisch. Hier ein Audiobeitrag (zur Orgel ab Minnute 6:50):

https://www.deutschlandfunk.de/ulrichshoegl-kirche-und-orgel-dlf-c4699849-100.html


Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat der Herr nicht nur die Pfeifen (Holz und Zinn), sondern auch die Klaviaturen (ein Manual und ein Pedal) sowie die gesamte Mechanik, Elektrik und alles andere komplett selbst erstellt...

Ich käme da eher auf die Idee mich ehrfürchtig zu verneigen.!!!

Aber das darf natürlich jeder für sich selbst entscheiden...

-
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pS
Ich käme allerdings auch auf die Idee mich ehrfurchtsvoll zu verneigen, wenn der Herr lediglich eine gebrauchte Orgel "umgearbeitet und nur" das Gehäuse neu erstellt hätte.!!!

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"I hob's a grod probiert!"

elias.orgel, Montag, 30. Juni 2025, 09:41 (vor 434 Tagen) @ Uli Skriwan

In der Pfarrkirche Asten bei Tittmoning (also keine 50km nördlich von Ainring) bin ich letztes Jahr auch einer "Autodidaktischen" begegnet, die dort als Zweitinstrument im Chorraum steht. Ich erinnere mich zwar nicht mehr genau an die Geschichte zur Truhenorgel, die mir der Kirchenmusiker damals erzählt hat. Aber die aus Pfeifenabschnitten "designten" Schleiergitter finde ich (zumindest in der Fernwirkung) interessant:
[image].


Interessant finde ich die Tatsache, dass mich die einfachen Rechteckrahmen aus Holz überhaupt nicht an "Pfeifenabschnitte" erinnern, selbst wenn das als Assoziation beabsichtigt sein sollte, kann ich mir kaum vorstellen, dass diese wirklich abgeschnittene Pfeifen sind...
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich gleiches schon öfter bei Orgeln gesehen habe...
Genauso wie eine Emporenbrüstung / Balkongeländer aus verschweißten Metallringen (verschiedener Größen)

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Oberhausen - "Er hot's a grod probiert!"

jrbecker @, Montag, 30. Juni 2025, 14:20 (vor 434 Tagen) @ MCVL

Über die Orgel schweigen wir.

Für ein autodidaktisches Erstlingswerk durchaus beachtlich, finde ich.


Finde ich auch. Wäre mal einen eigenen Thread wert, solche autodidaktisch erbauten Orgeln
(ich meine jetzt nicht welche, die in Privathaushalten stehen, sondern in Kirchen).


Da fiel mir spontan die Chororgel der Herz-Jesu-Kirche Oberhausen ein, die ich 2017 gespielt und fotografiert habe.

[image]

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Beim schnellen Googeln, ob es vielleicht andere Fotos davon online gibt, fand ich dies hier...

Traurig!

"I hob's a grod probiert!"

hardy @, Montag, 30. Juni 2025, 14:52 (vor 434 Tagen) @ Florian-L

Das Gehäuse gefällt mir.

"I hob's a grod probiert!"

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 30. Juni 2025, 15:18 (vor 434 Tagen) @ Uli Skriwan

Einige werden die recht guten Truhenorgeln von Michael Braun kennen, eine ist Chororgel im Dom zu Güstrow:
http://www.guestrower-kantorei.de/orgeln_dom03.html

Das Mecklenburgische Orgelinventar spricht:

Michael BRAUN, Eisbergen
Volksschullehrer in Eisbergen (Porta Westfalica), baut als Autodidakt seit dem 12. Lebensjahr Orgeln.
(Truhenorgeln in Güstrow-Dom, Wismar-Georgen)


Siehe auch LG Michaelis, es gibt sicher noch andere.
https://www.sankt-michaelis.de/musik/orgeln

Ich telefonierte mal mit ihm wegen eines möglichen Instruments, aber er sagte, er musste die Weerkstatt/Garage verkleinern, und deshalb gibt es keinen offenen 8' mehr...

"I hob's a grod probiert!"

floetenkaiser, Montag, 30. Juni 2025, 16:06 (vor 434 Tagen) @ Florian-L

Ich habe vor ungefähr zehn Jahren dort eine Hochzeit gespielt, mit einem kleinen Chor. Ich hatte irgendeine französische Toccata in den Fingern und versuchte, das Stück dort zum Auszug zum Besten zu geben. Tja, hätte ich mal ein paar Chopin-Etüden mehr geübt. Unglaublich schwergängige Traktur. Am Tag danach konnte ich nicht spielen. Aua!

Oberhausen - "Er hot's a grod probiert!"

elias.orgel, Dienstag, 01. Juli 2025, 13:59 (vor 433 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von elias.orgel, Dienstag, 01. Juli 2025, 15:13

Beim schnellen Googeln, ob es vielleicht andere Fotos davon online gibt, fand ich dies hier...

Traurig!

Das ist wirklich zum Heulen - aber fast nichts im Vergleich zu Instrumenten die mit völliger Absicht "verschrottet" werden...

Mich irritieren die "offenen" Stimmkrücken der Zungenpfeifen, vorne...
Ich hätte Sorge, dass jemand unabsichtlich dagegen stößt oder hängen bleibt...

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... für Gott

Oberhausen - "Er hot's a grod probiert!"

Dorforganist, Dienstag, 01. Juli 2025, 15:50 (vor 433 Tagen) @ elias.orgel

Mich irritieren die "offenen" Stimmkrücken der Zungenpfeifen, vorne...
Ich hätte Sorge, dass jemand unabsichtlich dagegen stößt oder hängen bleibt...

Ging mir genau so - ich hatte richtig Kribbeln in den Kniekehlen, als ich mir vorstellte, daß man da mal schnell mit einem Knie 10 Töne versauen kann...

Oberhausen - "Er hot's a grod probiert!"

jrbecker @, Mittwoch, 02. Juli 2025, 08:01 (vor 432 Tagen) @ Dorforganist

Mich irritieren die "offenen" Stimmkrücken der Zungenpfeifen, vorne...
Ich hätte Sorge, dass jemand unabsichtlich dagegen stößt oder hängen bleibt...


Ging mir genau so - ich hatte richtig Kribbeln in den Kniekehlen, als ich mir vorstellte, daß man da mal schnell mit einem Knie 10 Töne versauen kann...

Dafür gibt/gab (ich weiß ja nicht, ob er die Orgel wieder hergerichtet hat, wünsche es mir aber...) es eine einfache Lösung: Im Ruhezustand (oder auch beim Spielen, wenn man wusste, das Regal nicht zu benötigen) konnten die Pfeifen mit einem maßgeschreinerten Kasten, der einghängt wurde, abdecken. Wer sich daran die Knie schlug, hatte eher ein kaputtes Knie ... ;-)

Dieser Kasten ist übrigens auf dem Zeitungsfoto zu erkennen - das Instrument ist ja hinterspielig, das ist also nich die Manualabdeckung, die man da erkennt...

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