Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln

MCVL @, Dienstag, 17. Juni 2025, 20:22 (vor 448 Tagen)
bearbeitet von MCVL, Dienstag, 17. Juni 2025, 20:51

Liebe Weise-Freunde,

morgen ist es soweit, es geht für mich zum ersten Mal ins Staatsarchiv für Niederbayern, welches sich im schönen Landshut befindet.

Morgen wird es dann zunächst mit der Sichtung der entsprechenden Findbücher losgehen, mein Wunsch ist es, alle Akten der Regierung von Niederbayern - Kammer des Innern zu Kirchen- und Orgelbau der auf meiner Arbeitsliste enthaltenen Ortschaften einzusehen und dadurch noch offene Baujahre und fragwürdige Zuschreibungen möglichst vollständig zu klären.

Zweites Vorhaben dort ist die Suche nach den Akten der 1928/30 vom Landesamt für Denkmalpflege angegangenen und durch die Regierungen und Bezirksämter organisierten bayernweiten Orgelerhebung. Dazu müssen aber erst einmal die in Frage kommenden Findbücher gesichtet werden und nach und nach dann in Frage kommende Akten bestellt und ausgewertet werden.
Von den Unterlagen zu dieser Orgelerhebung verspreche ich mir eine Reihe neuer Erkenntnisse.

Ziel ist weiterhin, ein möglichst vollständiges und zuverlässiges Werkverzeichnis zu erhalten. Selbst habe ich jedenfalls ein gutes Gefühl, was die zu erwartenden Ergebnisse in Landshut betrifft. Es wird jedenfalls spannend.

Mit folgender Arbeitsliste im Gepäck werde ich die Sache dann angehen und zeitnah hier wieder über den aktuellen Stand berichten:


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Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln

Große Pfeife @, Dienstag, 17. Juni 2025, 20:47 (vor 448 Tagen) @ MCVL

Du bist mega! Ich find das super, dass Du Dich da so durchbeisst.
Wirklich!!

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln

ThoFi, Dienstag, 17. Juni 2025, 21:38 (vor 448 Tagen) @ MCVL

Oh je... bei dem schönen Wetter im schönen Landshut im .... Staatsarchiv.
Ich erinnere mich noch an die Zeiten von Archivar/unterer Denkmalschützer Bleibrunner (nicht Zinnbrunner), der für die Orgeln zuständig war. Ist aber schon über 40 Jahre her...
Die Mostschenke an der Bergstraße ist leider auch schon lange Vergangenheit...

Thomas

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln

MCVL @, Dienstag, 17. Juni 2025, 21:54 (vor 448 Tagen) @ ThoFi

Das schöne Wetter verfolgt mich seit Beginn der Weise-Geschichte. Egal ob es in Würzburg, in Bamberg, in Regensburg war: jedesmal war an diesen Tagen das weitaus schönste Wetter in der jeweiligen Woche...

Drück mir die Daumen, daß es am Samstag schön, aber nicht zu heiß wird (wegen der Stimmhaltung). Da geht es zu einer meiner allerliebsten Lieblingsorgeln : -)

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln

hintersatz ⌂ @, Dienstag, 17. Juni 2025, 22:56 (vor 448 Tagen) @ MCVL

Da geht es zu einer meiner allerliebsten Lieblingsorgeln : -)
Asche über Dich, Bruder Roman aus Todtmoos g
hat mich für übermorgen zum Frohleichnams

Gottesdienst geladen. Fahr ich dann mal g
Hin.

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln

MCVL @, Dienstag, 17. Juni 2025, 23:03 (vor 448 Tagen) @ hintersatz
bearbeitet von MCVL, Dienstag, 17. Juni 2025, 23:08

Da geht es zu einer meiner allerliebsten Lieblingsorgeln : -)

Todtmoos wäre mir zu weit. Bin heute zufällig schon an der Kirche vorbeigefahren, von Zell aus nach Haslach durch das schöne Rottal.
Immer wieder herrlich anzusehen, wie die Kirche über dem westlichen Talrand thront, mit ihren beiden Zwiebeltürmen und dem Anstrich in lebendigen Gelbtönen...

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Erste Ergebnisse

MCVL @, Mittwoch, 18. Juni 2025, 20:31 (vor 447 Tagen) @ Große Pfeife
bearbeitet von MCVL, Donnerstag, 19. Juni 2025, 23:19

Du bist mega! Ich find das super, dass Du Dich da so durchbeisst.
Wirklich!!

Sowas zu lesen tut gut nach einem langen und vor alllem heißen Tag in Landshut. An- und Abreise sind aber wenigstens völlig glatt gelaufen.

Wo beginnen wir?

Zuerst habe ich die Findbücher der 22 bis in die 1930er Jahre hinein existierenden Bezirksämter hinsichtlich Kirchen- und Orgelbauakten durchgesehen. Dank des äußerst freundlichen und zuvorkommenden Personals lief das wirklich perfekt ab und zur Sicherheit habe ich mir die Bücher auch mehrmals durchgesehen, um ja nichts zu übersehen.

Die Akten sind heute nach einem anderen Ordnungsschema verzeichnet und abgelegt, als nach demjenigen, wie sie in den 1970er und 1980er Jahren von Georg Brenninger benutzt worden sind. Die alten Registraturnummern aus "Brenningers Zeit" sind aber noch mit angegeben und es wurde dadurch auch klar, daß Brenninger manches offenbar nicht kannte oder nicht gefunden hat. Für manche Bezirksämter sind so gut wie keine separaten Orgelakten vorhanden, sondern sie sind in den Akten zu Kirchenbaulichkeit mit enthalten, beispielsweise ist so ein Fall das Bezirksamt Kelheim. Daher hat Brenninger dort auch relativ wenig daraus zitiert, da er offenbar nur Akten ausgewertet hat, die im Titel den Begriff "Orgel" erwähnen, ein Fall, der mir auch bei anderen Autoren schon begegnet ist.

Was habe ich gefunden? Zu 15 der 22 Bezirksämter sind Akten über die bayernweite Orgelerhebung von 1929/30 erhalten. Dies sind:

- Bogen
- Deggendorf
- Dingolfing
- Eggenfelden
- Griesbach
- Kelheim
- Kötzting
- Landau/Isar
- Landshut
- Mainburg
- Mallersdorf
- Pfarrkirchen
- Regen
- Rottenburg/Laaber
- Wegscheid

Für folgende Bezirksämter fehlen diese Akten, es ist auch sonst kein verdächtiger Bestand darunter, in welchem sie enthalten sein könnten:

- Grafenau
- Passau
- Straubing
- Viechtach
- Vilsbiburg
- Vilshofen
- Wolfstein

Man sieht: für etliche Bezirksämter, die im Bistum Passau liegen, sind die Akten leider nicht mehr vorhanden. Ich hatte mir ja dadurch eine Art Kompensation der in Passau nur noch bruchstückhaft erhaltenen Meldebögen von 1944 erhofft.

Auch einige spezielle Akten zu Orgelbauten habe ich mir herausgeschrieben. Es ist mir aber gleich aufgefallen, daß bei einigen Akten die Laufzeit nicht unerheblich von den bislang bekannten Baujahren abweicht. Beispiel Neurandsberg: dort ist bislang das Baujahr 1900 im Umlauf, der Orgelakt trägt aber die Laufzeit 1903-1904, Ganacker setzt erst ab 1914 (!?!) ein.
Im Findbuch des Bezirksamts Deggendorf haben bei mir nach "Entdeckung" zweier Aktenfaszikel sofort alle Alarmglocken begonnen zu klingeln "Orgelneubau in Otzing 1901-1902" und "Orgelumbau Otzing 1913-1920". Weiteres dazu unten.

Dann habe ich das Findbuch 168/1 "Regierung für Niederbayern - Kammer des Innern" sorgfältigst durchgearbeitet und zu nahezu allen Weise betreffenden Ortschaften die erhofften Kirchenbauakten gefunden. Die niederbayerischen Akten sind nicht so konsequent geordnet wie diejenigen der Regierung von Schwaben und Neuburg in Augsburg, deshalb war dabei auch große Aufmerksamkeit erforderlich und erst beim dritten Durchgang hatte ich so gut wie alle Ortschaften zusammen.
Was ich gar nicht bedacht habe: der westliche Teil der Hallertau mit Orten wie Wolnzach und Geisenfeld gehörte nicht zu Niederbayern, sondern zum oberbayerischen Bezirksamt Pfaffenhofen an der Ilm, so daß diese Akten im Staatsarchiv München liegen. Soll ich mir das wirklich auch noch antun? Ich denke schon...

Nachdem ich nun die Findbücher durchgesehen hatte, bestellte ich mir noch probehalber mehrere Faszikel: die Akten zur Orgelerhebung 1929/30 für Deggendorf und Eggenfelden und die Orgelakten zu Otzing.
Schon als der Archivar zu mir mit den Akten kam, meinte er, "da werden sie teilweise enttäuscht sein". Die Orgelerhebungsakten Deggendorf und Eggenfelden waren hauchdünn, sie erhielten nur das Schreiben des Landesamts für Denkmalpflege bzw. des Kultusministeriums an die Bezirksämter und die Anleitung, wie die Orgelerhebung durchzuführen ist bzw. die Fragebogen auszufüllen sind... Also für die beiden interessanten Amtsbezirke Deggendorf und Eggenfelden Fehlanzeige in dieser Hinsicht.

In Otzing wurde, wie es in der Maerz-Monographie und in der ODB angegeben ist, tatsächlich 1902 eine neue Orgel von Maerz errichtet. Und meine Vermutung aus diesem Thread https://www.pfeifenorgelforum.net/forum/index.php?id=103416 bestätigte sich: schon 1913 begannen die Planungen zum Umbau des Werks in eine Transmissionsorgel. Die Akten konnte man abfotografieren (alles an Akten, die eine Laufzeit älter als 100 Jahre haben, kann in den bayerischen Staatsarchiven selbst abfotografiert werden), ich muß die Digitalisate aber erst genau auswerten um die Hintergründe dazu erfahren. Jedenfalls sind beide Angaben richtig: der Maerz-Neubau und der Umbau durch Weise 1914.

So, nächsten Mittwoch geht es dann in Landshut mit der Auswertung der Akten richtig zur Sache, worauf ich mich schon sehr freue. Nur etwas kühler könnte es dann sein.
Soweit für heute.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln (mit OT)

MCVL @, Montag, 23. Juni 2025, 12:32 (vor 442 Tagen) @ MCVL

Das schöne Wetter verfolgt mich seit Beginn der Weise-Geschichte. Egal ob es in Würzburg, in Bamberg, in Regensburg war: jedesmal war an diesen Tagen das weitaus schönste Wetter in der jeweiligen Woche...

Am Mittwoch bin ich wieder in Landshut und es sind schon wieder Temperaturen über 30° C angekündigt. Das verfolgt mich offenbar...

Drück mir die Daumen, daß es am Samstag schön, aber nicht zu heiß wird (wegen der Stimmhaltung). Da geht es zu einer meiner allerliebsten Lieblingsorgeln : -)

Auch am Samstag war es entsprechend heiß und die Zungen, vor allem die Dus Clarinet 8' und die Bombard 16' waren in suboptimalem Zustand und teilweise nahezu unspielbar...

Trotzdem ein gelungener Tag, es geht einem immer wieder das Herz auf, diese Orgel zu erleben...


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Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil Ia

MCVL @, Mittwoch, 25. Juni 2025, 20:45 (vor 440 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Donnerstag, 26. Juni 2025, 10:18

Liebe Weise-Freunde,

nach dem ersten Besuch im Staatsarchiv Landshut, den ich überwiegend mit der Auswertung von Findbüchern verbrachte, stand heute der erste Tag dort an, an welchem es an die Akten selbst gegangen ist.

Der Aufwand lohnt sich und es werden voraussichtlich noch zwei weitere Besuche meinerseits in Landshut notwenig sein, um das gesteckte Ziel zu erreichen.

Heute nun ging es zunächst an die Akten, welche die Orgelerfassung 1929/30 betreffen. Das Ergebnis war aber ernüchternd. Anders, als ich es von den schwäbischen Bezirksämtern kenne, wurde von der Regierung von Niederbayern den dortigen Bezirksämtern bereits vervielfältigte (wie nennt sich diese Technik? Sie ist mir noch aus der Grundschule bekannt, es werden beschriebene Matrizen und eine unangenehm riechende Flüssigkeit verwendet) Fragebogen überlassen, die diese an die Pfarrämter mit entsprechenden Begleitschreiben weitersandten. Daher haben sich die Antworten der Pfarrämter nicht wie in Schwaben in den Bezirksamtsakten erhalten, sondern diese wurden gleich an das Kultusministerium in München weitergeleitet.

Aber, fragmentarisch sind die Fragebogen für die Bezirksämter Dingolfing und Mallersdorf und - weshalb auch immer - vollständig für Rottenburg an der Laaber und Wegscheid erhalten.

Diese Dispositionen möchte ich nun als erstes vorstellen. Bislang unbekannte Orgeln haben sich darunter leider nicht aufgefunden.

Adlhausen (BA Rottenburg/Laaber)

erbaut 1925 mit pneumatischer Traktur
pneumatischer Umbau der Vorgängerorgel (unbekannter Erbauer)

I. Manual
1) Principal 8'
2) Flöte 8'
3) Gamba 8'
4) Octav 4'
5) Mixtur 2 2/3'

II. Manual
6) Gedeckt 8'
7) Salicional 8'
8) Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)

Pedal
9) Subbaß 16'
Zartbaß 16' (Abschwächung)


Gottsdorf (BA Wegscheid)

erbaut 1904 mit pneumatischer Traktur
im Januar 1930 von den sieben Registern nur drei spielbar. Orgel soll nach Ostern 1930 durch Weise mit neuen Prospektpfeifen versehen und generalüberholt werden

Manual C-f3
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Gamba 8'
4) Salicional 8'
5) Traversflöte 4'
6) Mixtur 2 2/3'

Pedal C-d1
7) Subbaß 16'

Superoktavkoppel
Pedalkoppel


Hauzenberg (BA Wegscheid)

erbaut 1903 mit pneumatischer Traktur

I. Manual
1) Bourdon 16'
2) Principal 8'
3) Tibia 8'
4) Gedeckt 8'
5) Gamba 8'
6) Octav 4'
7) Mixtur 2 2/3' 4fach

II. Manual
8) Geigenprincipal 8'
9) Liebl. Gedeckt 8'
10) Salicional 8'
11) Vox coelestis 8'
12) Traversflöte 4'

Pedal
13) Subbaß 16'
14) Violon 8'


Kläham (BA Rottenburg/Laaber)

erbaut 1920 mit pneumatischer Traktur

Manual C-f3
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Gamba 8'
4) Salicional 8'
5) Octav 4'

Pedal C-d1
6) Subbaß 16'

Pedalkoppel


Koppenwall (BA Rottenburg/Laaber)

erbaut 1923 mit pneumatischer Traktur
vorhandenes Gehäuse wiederverwendet

Manual
1) Gedeckt 8'
2) Salicional 8'

Pedal
3) Subbaß 16'

Oberoktavkoppel
Pedalkoppel


Langquaid (BA Rottenburg/Laaber)

erbaut 1920 mit pneumatischer Traktur
ältere Teile wiederverwendet

I. Manual
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Gamba 8'
4) Octav 4'
5) Mixtur 2 2/3'

II. Manual
6) Bourdon 8'
7) Salicional 8'
8) Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)

Pedal
9) Subbaß 16'

II-I
I-P
II-P
Sub II-I
Super II-I

Automatisches Pianopedal


Mallersdorf, Kloster Exerzitienhaus (BA Mallersdorf)

erbaut 1927 mit pneumatischer Traktur

I. Manual
1) Bourdon 16'
2) Principal 8'
3) Flauto dolce 8'
4) Gamba 8'
5) Octav 4'

II. Manual
6) Hornprincipal 8'
7) Gedeckt 8'
8) Quintatön 8'
9) Aeoline 8'
10) Vox coelestis 8'
11) Traversflöte 4'
12) Harmonia aetherea 2 2/3'
13) Oboe 8'

Pedal
14) Subbaß 16'
15) Liebl. Posaune 16'

II-I
I-P
II-P
Sub II-I
Super II-I

Registerschweller (als Walze)
1 freie Combination
7 Druckknöpfe


Oberergoldsbach (BA Rottenburg/Laaber)

erbaut 1926 (Weihe November) mit pneumatischer Traktur
Teile der Vorgängerorgel von Nikolaus Heinssen/Regensburg 1840 wiederverwendet

Manual
1) Gedeckt 8'
2) Gamba 8'
3) Salicional 8'
4) Octav 4'

Pedal
5) Subbaß 16' (ab c0 Transmission Gedeckt 8')

Pedalkoppel


Rainertshausen (BA Rottenburg/Laaber)

erbaut 1920 mit pneumatischer Traktur

I. Manual C-g3 "weiß"
1) Principal 8'
2) Flûte harmonique 8'
3) Dolce 8'
4) Octav 4'

II. Manual C-g3 "rosa"
5) Quintatön 16'
6) Gedeckt 8'
7) Gamba 8'
8) Salicional 8'
9) Vox coelestis 8'
10) Flöte 4'
11) Mixtur 2 2/3'

Pedal C-f1 "gelb"
12) Subbaß 16'
Zartbaß (Abschwächung)
13) Violoncello 8'

II-I
I-P
II-P
Sub II-I
Super II
Super II-I

Registerschweller
Mf, F, Ff
Automatisches Pianopedal


Reisbach, Pfarrkirche (BA Dingolfing)

erbaut 1907 (Weihe 10. November) mit pneumatischer Traktur

I. Manual
1) Bourdon 16'
2) Principal 8'
3) Gedeckt 8'
4) Gamba 8'
5) Octav 4'
6) Mixtur 2 2/3' 4fach
Clarinette 8' (Sammelzug)

I. Manual
7) Liebl. Gedeckt 8'
8) Salicional 8'
9) Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)
10) Traversflöte 4'

Pedal
11) Subbaß 16'
12 Violon 8'

II-I
I-P
II-P
Sub I
Sub II-I
Super I
Super II
Super II-I
Super Pedal


Reisbach, Klosterkirche St. Salvator (BA Dingolfing)

erbaut 1905 mit pneumatischer Traktur

I. Manual
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Traversflöte 4'
4) Mixtur 2 2/3'

II. Manual
5) Salicional 8'
6) Vox coelestis 8'

Pedal
7) Subbaß 16'

II-I
I-P
II-P
Sub II-I
Super I
Super Pedal

Mezzoforte
Tutti


Sandsbach (BA Rottenburg/Laaber)

erbaut 1925 mit pneumatischer Traktur

Manual
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Gamba 8'
4) Salicional 8'
5) Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)
6) Octav 4'
7) Mixtur 2 2/3'

Pedal
8) Subbaß 16'


Wildenranna (BA Wegscheid)

erbaut 1908 mit pneumatischer Traktur

I. Manual
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Gamba 8'
4) Traversflöte 4'
5) Mixtur 2 2/3'
Clarinette (Sammelzug)

II. Manual
6) Salicional 8'
7) Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)
8) Dolcissimo 4'

Pedal
9) Subbaß 16'

Manual Coppel
Pedal Coppel I
Pedal Coppel II
Sub Oct Coppel I
Sub Oct Coppel I zu II
Sub Oct Coppel II zu I
Super Oct Coppel II
Super Oct Coppel I zu II
Super Oct Coppel II zu I
Pedal Oct Coppel


Das Werk in Wildenranna dürfte hinsichtlich der Ausstattung mit Koppeln für eine Orgel dieser Größe im süddeutschen Raum nahezu einzigartig dastehen.

Man sieht, was es bedeutet hätte, wenn die Fragebogen tatsächlich noch für alle Bezirksämter erhalten gewesen wären. Aber man kann nicht alles haben. Ich sehe noch eine minimale Chance, sie eventuell auffinden zu können.


Nun aber zu den Akten der Regierung von Niederbayern - Kammer des Innern. Wie schon mehrmals erwähnt, erhoffte ich mir, aus diesen nähere Umstände zum Bau der einzelnen Orgeln wie Zeitpunkt der Fertigstellung u.a. zu erfahren. Und ich wurde nicht enttäuscht. Von den etwa 65 zur Durchsicht geplanten Regierungsakten habe ich heute zwölf durchgearbeitet und möchte die Ergebnisse in alphabetischer Reihenfolge präsentieren. Anders als die Kirchenbauakten der Regierung von Schwaben und Neuburg im Staatsarchiv Augsburg, welche konsequent alphabetisch geordnet sind, sind die niederbayerischen Regierungsakten kunterbunt gemischt und ich bestelle sie anhand ihrer Nummerierung aufsteigend.

= Fortsetzung in Teil Ib =

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil Ib

MCVL @, Mittwoch, 25. Juni 2025, 20:48 (vor 440 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Donnerstag, 26. Juni 2025, 10:21

Frichlkofen

Kostenvoranschlag zum Orgelneubau durch Weise vom Frühjahr 1917; angeschlagen sind 2300 Mk. Die Kirchenverwaltung Frichlkofen fasst den Beschluß zum Neubau und zur Auftragsvergabe an Weise am 6. Mai, nachdem sich Revident Peter Griesbacher wohlwollend über das Projekt geäußert hatte. Genehmigung durch die Regierung in Landshut am 3. August 1917, die Orgel ist gegen Ende des Jahres 1917 fertiggestellt.

Kirchberg bei Eggenfelden

bislang Zuschreibung an Ignaz Weise mit Baujahr 1890

Fehlzuschreibung, Neubau durch die Orgelbauanstalt F.B.Maerz für 1600 Mk. am 20. Februar 1897 durch die Regierung in Landshut genehmigt (bestätigt auch durch die Angaben in der Maerz-Monographie von Hammermayer).

Loh bei Stephansposching

In den Regierungsakten konnten keine Unterlagen über die angeblich um 1925 erbaute Orgel aufgefunden werden.

Mariakirchen

Kostenvoranschlag zum Neubau von der "Orgelbauanstalt Ignaz Weise - Plattling" vom 14. Oktober 1904 mit Nachtrag vom März 1905. Kosten 4200 Mk unter Verwendung des vorhandenen Gehäuses.
Genehmigung des Orgelneubaus durch die Regierung in Landshut am 28. Mai 1905. Fertigstellung der Orgel im Dezember 1905; am 27. Dezember sendet das Bezirksamt Eggenfelden den "Befundsbericht" an die Regierung.

Mietraching

Die Orgel wird von Reinhard Weise ohne Baujahr auf dem von ihm zusammengestellten Werkverzeichnis aufgeführt. Sie ist erhalten und war hier schon einmal Thema. Die Kirche wurde 1926 erbaut und somit kann die Orgel auch frühestens in diesem Jahr erbaut worden sein. Durch das späte Baujahr der Kirche und andere Umstände bin ich mittlerweile dazu geneigt, die Orgel tatsächlich Weise zuzuschreiben, ich werde mich aber noch an das Pfarramt wenden.

In den Regierungsakten konnte ich kein Schriftgut zu diesem Orgelbau ermitteln.

Neurandsberg

bislang Zuschreibung an Ignaz Weise mit Baujahr 1900

Die Zuschreibung an Weise hat sich als falsch erwiesen. Die Kirchenverwaltung fasste am 1. Juni 1902 den Beschluß zum Orgelneubau und die Auftragserteilung an die Firma Adam Ehrlich aus Straubing für 2396 Mk.
Ende 1903 war die Orgel noch nicht geliefert. Ehrlich gab an, die Orgel aufgrund von "Geschäftsschwierigkeiten" nicht fertigstellen zu können. Daraufhin wurde das Instrument durch Hechenberger/Passau vollendet und im Juni 1904 konnte das Bezirksamt Bogen die Fertigstellung der Orgel an die Regierung nach Landshut melden.

Obertrennbach

Kostenvoranschlag Weise vom 6. September 1909, Orgelneubau mit neugotischem Gehäuse für 2500 Mk. Die Regierung in Landshut genehmigt das Projekt am 12. Januar 1910. Am 22. Juli 1910 Abnahmeprüfung der fertiggestellten Orgel durch Revident Peter Griesbacher/Osterhofen.

Oberviehbach

Der Kostenvoranschlag von Weise zum Bau einer Transmissionsorgel stammt vom 25. Oktober 1913. Nachdem die Kirchenverwaltung den Auftrag an Weise vergeben hat, sendet das Bezirksamt Dingolfing die Akten am 28. Februar 1914 an die Regierung in Landshut. Genehmigung des Orgelneubaus durch die Regierung am 9. April 1914. Nach Fertigstellung der Orgel und erfolgter Abnahmeprüfung kann das Bezirksamt Dingolfing den "Befundsbericht" am 22. Januar 1915 nach Landshut einsenden.

Rettenbach bei Deggendorf

Zu diesem angeblich 1915 durchgeführten Orgelneubau konnte ich in den Regierungsakten keinen Schriftverkehr auffinden.

Schwarzach bei Bogen

Eingangs des Jahres 1910 legt Weise einen Kostenvoranschlag zum Neubau einer Transmissionsorgel im vorhandenen Gehäuse über 4600 Mk vor, die bis 1. Juni 1910 fertiggestellt werden soll. Das Bezirksamt Bogen berichtet am 15. Februar an die Regierung in Landshut folgendes über das Projekt: Die Disposition des Werkes ist die gleiche wie die der neuen Orgel zu Stallwang. Wenn diese auch von den Sachverständigen gelobt wird, so möchte doch das Bedenken nicht unterdrückt werden, daß diese Disposition infolge Überwiegens der streichenden Stimmen und bei den vorgesehenen Oktavkoppeln (auch wieder die Pedaloktavkoppel!) zu greller Wirkung neigt; eine 8'-Flöte für die Manuale wäre zum Ausgleich zu wünschen..
Die Regierung leitet die Akten an Präparandenlehrer Salisko in Landshut weiter, dieser äußert sich am 28. Juni dazu und empfiehlt dringend die Erweiterung der Disposition durch die Flöte 8':die Preise der Orgel sind so reichlich bemessen, daß die Flöte 8' ohne Preisänderung gemacht werden kann. Daraufhin genehmigt die Regierung in Landshut den Orgelneubau am 6. Juli 1910.
Derweil war die Orgel aber schon in Schwarzach montiert und fertiggestellt und am 30. Juli 1910 durch Joseph Renner/Regensburg der Abnahmeprüfung unterzogen werden, wie das Bezirksamt Bogen nachträglich am 27. September nach Landshut berichtete. Die Orgel besaß folgende Disposition:

I. & II. Manual
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Quintatön 8'
4) Gamba 8'
5) Salicional 8'
6) Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)
Oboe 8' (Sammelzug)
Clarinette 8' (Sammelzug)
7) Traversflöte 4'
8) Mixtur 2 2/3' (nur auf I. spielbar)

Pedal
9) Subbaß 16'
10) Violon 8'

II-I
I-P
II-P
Super I
Super II-I
Super Pedal

Simbach bei Landau

Leider fand sich in den Regierungsakten kein Hinweis auf den angeblich 1919 durchgeführten Orgelneubau.

Thurmannsbang

Kostenvoranschlag Weise zum Orgelneubau über 3800 Mk. Am 15. Januar 1905 fasst die Kirchenverwaltung den Beschluß zur Auftragsvergabe an Weise. Die Regierung in Landshut verlangt zunächst, den Orgelbau solange zurückzustellen, bis die Kirchengemeinde eine Schuld über 10 706 Mk. zurückbezahlt hat. Am 17. Juni 1905 genehmigt die Regierung den Neubau nach längeren Verhandlungen nun doch. Fertigstellung Dezember 1905; das Bezirksamt Grafenau sendet den "Befundsbericht" am 15. Dezember an die Regierung. Mit Erlaß der Regierung vom 24. Dezember 1905 kann die Kirchenverwaltung die Restsumme an Weise auszahlen und weist darauf hin, daß die im Abnahmegutachten aufgeführten "geringfügigen" Mängel "gelegentlich" behoben werden.


Nun noch Auszüge aus einem interessanten Akt des Bezirksamts Griesbach, der sich mit der Prüfung von Orgeln beschäftigt und aus dem wir einiges darüber erfahren, welche Erfahrungen man vor Ort mit den Erzeugnissen der Firma Weise gemacht hatte.

Kirchberg bei Bad Birnbach 1902

Bericht des Volksschullehrers von Kirchberg über die Weise-Orgel vom 3. Juni 1910:

Bericht über den Zustand
der von I. Weise in Passau (nun in Plattling) im Jahre 1902 in der Pfarrkirche zu Kirchberg neuaufgestellten Orgel.
I. Das Werk umfaßt 7 klingende Register und 3 Koppelzüge. Sämtliche klingenden Register sind vorzüglich intoniert und sprechen bei leichtester Spielart präzise an.
II. Das Holzpfeifenwerk verursacht keinerlei Rasselgeräusch, ein Zeichen, daß das zur Fabrikation der Holzpfeifen verwendete Material vorzüglich ist.
III. Das Zinnpfeifenwerk ist völlig intakt, das Pfeifenzinn rein.
IV. Das Pedal ist gefedert und hat leichte geräuschlose Spielart.
V. Das Gebläse (Magazinbalg) ist solide gearbeitet, in das Gehäuse einmontiert und liefert auch dem Pleno überreichen Wind.
VI. Das ganze Werk ist mit Pneumatik ausgestattet und von vortrefflicher Güte.

Schreiben des Pfarramts Kirchberg an das Bezirksamt Griesbach vom 4. Juni 1910:

Revision der Orgeln betr.
In rubr. Betr. wird berichtet, daß hiesige von Hrn. Ignaz Weise 1902 aufgestellte Orgel heuer zum erstenmal einer kleineren Reparatur unterworfen werden mußte. Es mußte bei einigen Pfeifen die Belederung erneuert werden, da sie durch Mäuse (nach Angabe des die Reparatur besorgenden Gesellen) beschädigt waren & eine Pfeife, welche nicht mehr luftdicht war, mußte genagelt werden. Dabei stellte sich auch die Notwendigkeit heraus, daß die Orgel vom Staube gründlich gereinigt & vollständig durchgestimmt werden muß. Auch müssen die Pfeifen von Seite der bis jetzt offenen Rückseite durch Anbringung eines Draht- oder Lattengitters vor unbefugtem Eingriff geschützt werden.
K. Kirchenverwaltung Kirchberg


Berg bei Ruhstorf 1906

Bericht des Organisten Georg Sterr vom 24. Mai 1910:

Der Unterfertigte kann bestätigen, daß die in der Pfarrkirche zu Berg im Jahre 1906 aufgestellte Orgel sich im allgemeinen gut bewährt hat. Nur gegen Feuchtigkeit ist sie sehr empfindlich. Die Kirche ist sehr trocken; aber bei starker Überfüllung an hohen Festtagen üben die aufsteigenden Dunstmassen häufig eine störende Wirkung auf die Orgel aus. Gewöhnlich versagen dan die Koppelungen. Gegenwärtig äußert sich dieser Mißstand in sehr lästiger Weise um so mehr, als auch einige Tasten des Obermanuals nicht ansprechen.


Aigen am Inn 1909

Bericht des Organisten Joseph Reichenwallner vom 28. Mai 1910:

Die von Herrn Orgelbaumeister Ignaz Weise in Plattling in der Pfarrkirche Aigen a./Inn aufgestellte Orgel entspricht in Bau, Mechanik und Ton den gutachtlichen Ausführungen des Herrn Orgelrevidenten. Es wurde aber die Erfahrung gemacht, daß sie gegen Witterungseinflüsse sehr empfindlich ist.

Schreiben des Pfarramts Aigen an das Bezirksamt Griesbach vom 28. Mai 1910:

An das K. Bezirksamt Griesbach
mit einer gutachtlichen Aeußerung des Organisten in der Anlage unter Bestätigung seiner Angaben.
Insbesondere sei konstatiert, daß die Witterungseinflüsse trotz fleißiger Lüftung zumal nach dem Sonntagsgottesdienste sich bedeutend bemerkbar machten. Die vorhandenen Mängel sind erst in letzter Zeit durch den Orgelbaumeister Weise behoben worden.


So, das soll es für heute von meiner Seite aus gewesen sein, ich hoffe, damit niemanden allzusehr gelangweilt zu haben.
Die nächsten Tage bringe ich dann etwas über den "Fall Otzing" und kommende Woche gibt es dann nach meinem nächsten Besuch in Landshut wieder neue Dinge über die frühen Weise-Orgeln.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil Ib

Große Pfeife @, Mittwoch, 25. Juni 2025, 23:24 (vor 440 Tagen) @ MCVL

… bin überhaupt nicht gelangweilt, finde es sehr anregend auf Deiner Forschungsreise dabei sein zu dürfen! Freue mich den nächsten Bericht!!

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil Ia

Florian-L @, Donnerstag, 26. Juni 2025, 08:09 (vor 439 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von Florian-L, Donnerstag, 26. Juni 2025, 08:15

(wie nennt sich diese Technik? Sie ist mir noch aus der Grundschule bekannt, es werden beschriebene Matrizen und eine unangenehm riechende Flüssigkeit verwendet)

Matrizendrucker

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil Ib

elias.orgel, Donnerstag, 26. Juni 2025, 08:51 (vor 439 Tagen) @ MCVL

Ich hoffe mal, dass Du die Texte eingescannt und nicht komplett selbst "getippt" hast - doch alleine das Zusammenstellen und hier Präsentieren ist eine unglaubliche Arbeit...

Vielen Dank dafür

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil Ia

MCVL @, Donnerstag, 26. Juni 2025, 09:32 (vor 439 Tagen) @ Florian-L

(wie nennt sich diese Technik? Sie ist mir noch aus der Grundschule bekannt, es werden beschriebene Matrizen und eine unangenehm riechende Flüssigkeit verwendet)

Matrizendrucker

Danke!

Jedenfalls liegen den Bezirksamtsakten teilweise noch Stapel mit 10 bis 15 der Blanko-Fragebogen in der typischen Optik mit der leicht verschwommenen blauen Schrift bei.

Für die Orgelforschung schade, für die seinerzeit mit der Orgelerhebung beschäftigten Personen aber sicher eine Erleichterung, daß in Niederbayern pragmatischer vorgegangen wurde als in Schwaben.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil Ib

MCVL @, Donnerstag, 26. Juni 2025, 09:33 (vor 439 Tagen) @ elias.orgel
bearbeitet von MCVL, Donnerstag, 26. Juni 2025, 09:40

Ich hoffe mal, dass Du die Texte eingescannt und nicht komplett selbst "getippt" hast - doch alleine das Zusammenstellen und hier Präsentieren ist eine unglaubliche Arbeit...

Vielen Dank dafür

Danke!

Alles eingetippt, übernommen von den von mir in Landshut angefertigten Aufschrieben/Notizen bzw. den selbst angefertigten Digitalfotografien...

Wie Otzing zu seiner Transmissionsorgel kam

MCVL @, Donnerstag, 26. Juni 2025, 12:36 (vor 439 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Samstag, 28. Juni 2025, 22:27

In einem früheren Thread war schon einmal die Orgel in Otzing Thema und dazu wurden von mir folgende Ausführungen gemacht:

Das Hauptgehäuse erinnert mich an irgend einen anderen Entwurf von Maerz (es könnte eine Orgel sein, die wir in Pflege hatten, ich meine, irgendwo in Mittelschwaben um Krumbach/Thannhausen), daher halte ich die Theorie am plausibelsten, daß die Maerz-Orgel 1914 von Weise in ein Transmissionsinstrument umgebaut wurde, vielleicht mit neuen oder zusätzlichen Windladen und neuem Spieltisch, aber unter Verwendung von Gehäuse, Pfeifenwerk, Windversorgung.

Nach den Archivalien im Bistumsarchiv Regensburg war dort jedenfalls eine Weise-Orgel von 1914 vorhanden und auch die Disposition ist im Vergleich mit Wolnzach und Metten unzweifelhaft Weise.

Den Autoren der auf der ODB zitierten Literatur waren diese Unterlagen offenbar nicht bekannt. Interessant ist aber, daß Reinhard Weise auf seiner Liste die Orgel aufführt, unter Baujahr 1920. Auch das spricht für meine These.

Soweit die bisherige Ausgangssituation bzw. was über die Orgelgeschichte von Otzing an fragmentarischen Schnipseln bekannt war. Meine These über den Umbau der Maerz-Orgel hat sich nunmehr durch den Aktenfund im Staatsarchiv Landshut vollumfänglich bestätigt.

Anlass für den umfassenden Umbau der nur gut 10 Jahre alten Maerz-Orgel waren ständige technische Störungen, teilweise Totalausfälle in Spiel- und Registertraktur und der Spieltischfunktionen, die dazu führten, daß nach ständigen Reparaturen die Geduld der Verantwortlichen ein Ende hatte und eine dauerhafte Lösung angestrebt wurde. Dazu legte Ignaz Weise ein umfassendes Angebot vor und riet dazu, gleichzeitig mit der technischen Überarbeitung einen Umbau in eine Transmissionsorgel durchzuführen. Aus der Feder des Orgelrevidenten Peter Griesbacher hat sich dazu ein umfangreiches Gutachten erhalten:

Gutachten über J. Weises Disposition u. Kostenverechnung vom 12. Okt. 1912 für den Umbau der Kirchenorgel zu Otzing.

Auf Grund einer am Mittwoch, den 27. huj: vorgenommenen eingehenden Prüfung u. Besichtigung des 1901 von März in München aufgestellten Werkes, wird konstatiert, daß trotz wiederholter kostspieliger Reparaturen, die in den letzten Jahren sich als notwendig herausstellten, heute wieder eine Unmenge störender Defekte vorliegen, die den Gebrauch des in Material u. Ausstattung, wie Disposition u. Stimmencharakteristik vorzüglichen Werkes beeinträchtigen, wenn nicht ganz ausschließen.
Ein störendes Nebengeräusch, das offenbar von undichten Ledermembranen herrührt, bringt schon das Innere des Spieltisches mit sich. Brummig zischend durchfährt es alle Register u. übertönt die schwachen darunter in der Mittellage.
Von den Registern lösen gerade die nötigsten teils bestimmter, teils undefinierbarer Töne u. Geräusche aus: so z. B. das Gedeckt eine Anzahl von Baß= u. Diskanttöne, darunter cis', c'' u. F, Bourdon ein scharfes E, Gamba ein paar Baßtöne, Octav 4' einen Principal(!)=Ton im Prospekt.
Salicional versagt vollständig. Von den Druckknöpfen ist nur das Piano zu gebrauchen. Die übrigen rufen ein Chaos von unwillkommenen Tönen auf den Plan. Dazu eine Unmenge von akzidentellen Störungen, die sich momentan einstellen um ebenso plötzlich wieder zu verschwinden. Ein ganz eigenartiger Zufall hat eine veritable Translation geschaffen: Fugara 4' ist auf Manuale I u. II spielbar.
All diese Erscheinungen bestätigen die traurige Tatsache eines innern organischen Zerfalls, der auf die Wahl eines wohl soliden aber unzweckmäßigen Materials zurückzuführen ist.
Das ursprünglich so schöne und gediegene Werk befindet sich infolgedessen in einem Zustande, der z. Z. ein Gebrauch fast direkt ausschließt. Anderseits verspricht eine partielle Reparatur nach den Erfahrungen der letzten Jahre keinen dauernden Erfolg. Nur gründliche Remedur durch vollständigen Ersatz der Membranen kann helfen. Wenn nun, da die Notwendigkeit eines vollständigen Abbruches gegeben erscheint, die Gelegenheit benützt werden soll um die Orgel auf die heutige Höhe der Technik zu führen durch Durchführung der Oktavkoppel durch Einführung neuer Register und Kombinationen wie durch Einführung der Zwillingslade u. Vermehrung der Hilfsregister so muß das vom idealen Standpunkt aus aufs wärmste begrüßt werden. Der Vorteil deb diese Ergänzungsarbeiten gegenüber den unbedingt gebotenen Reparaturen bieten, wiegt die Mehrkosten (3650 M - 1805 M) 10fach auf. Letztere werden überdies noch durch den Materialwert der erübrigten Bestandteile gemindert, für die Weise die Summe von 650 M. bietet, so daß die Mehrkosten sich noch auf 1800 M belaufen. Die Kirchenverwaltung Otzing möge sich dieselben ja nicht gereuen lassen. Der Erfolg wird sie zweifellos rechtfertigen. Es steht bei der bereits vorhandenen Grundlage, dem gediegenen Pfeifenwerk etc eine prächtige Orgel in Aussicht. Weises Verbesserungsplan verdient die wärmste Empfehlung. Eine Erinnerung besteht nach keiner Seite, zumal der Akkordvertrag eine Garantiesumme von 1650 M festlegt, die bis zur Orgelprüfung reserviert bleiben sollen. Das Pedal weist ohnehin die vorschriftsmäßige Anlage auf.

Regensburg, den 29. November 1912
P. Griesbacher
Kanonikus

Soweit also die Feststellungen des Orgelrevidenten. Mehrmals habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, was eigentlich die Ursachen für das nahezu völlige Versagen der Maerz-Orgel schon nach kurzer Zeit gewesen sein können. Hat Maerz hier evtl. ein reinpneumatisches Windladensystem angewendet, in welchem er nur wenig Erfahrung besaß? Ich kenne einige Maerz-Orgeln dieser Zeit, an denen ich selbst gearbeitet habe, mir sind aber durch die Kenntnis der dort angewandten Bauweise die in Otzing aufgetretenen Fehler kaum erklärlich. Vielleicht hat ja jemand eine Idee dazu. Äußerst merkwürdig mutet an, daß Fugara ungewollt auf beiden Manualen spielbar wurde. Oder hat Griesbacher die ganze Angelegenheit unscharf geschildert?

Jedenfalls wandte sich die Kirchenverwaltung Otzing daraufhin mit nachfolgendem Schreiben am 16. Februar 1913 an das Bezirksamt Deggendorf:

Aus dem Reste der Rechnungserübrigungen der Pfarrkirchenstiftung Otzing pro 1911 [...] soll im Frühjahr 1913 nach der von Orgelbaumeister Ignaz Weise in Plattling vorgelegten Disposition und Kostenberechnung die Orgel der Pfarrkirche Otzing repariert beziehungsweise umgebaut und ergänzt werden. Über die Kostenberechnung zu 3650,- M und die Disposition ist derselben beigeschrieben ein Gutachten des Orgelrevidenten Herrn Hämel von Straubing; ebenso liegt bei ein Gutachten über den derzeitigen Stand der Orgel und die Notwendigkeit der Reparatur an derselben sowie über den von p Weise in Vorschlag gebrachten Umbau der Orgel, abgegeben vom staatlichen Orgelrevidenten Herrn Canonikus Peter Griesbacher von Regensburg. Ebenso liegt noch bei eine diesen Orgelumbau betreffenden Vertragsentwurf.

Die Genehmigung der Arbeiten durch die Regierung von Niederbayern verzögerte sich bis in den Oktober 1914. Am 25. Oktober schließlich gelangte folgendes Schreiben von Landshut aus an das Bezirksamt Deggendorf: Der Umbau der Orgel für die Pfarrkirche Otzing nach der Disposition und dem Kostenanschlag der Orgelbaufirma Weise in Plattling vom 12. Oktober 1912 wird vorbehaltlich der staatsaufsichtlichen Würdigung der Kostendeckung durch das K. Bezirksamt genehmigt. Im Einverständnis mit der oberhirtlichen Stelle wird es für wünschenswert erachtet, dass auch die im Kostenanschlag unter "Bemerkungen" empfohlenen Ergänzungs= und Ausbauarbeiten am Orgelwerk im Anschlage zu 1805 M ausgeführt werden. Das Schlussgutachten eines Orgelrevidenten ist nach Umbau der Orgel vorzulegen.

Die Ausführung verzögerte sich aus unbekannten Gründen und erst am 13. Mai 1915 konnte Orgelrevident Peter Griesbacher das Abnahmegutachten abfassen. Die ausgeführte Disposition wich in einzelnen Punkten von der ursprünglich vorgesehenen ab, was von Griesbacher aber ohne daran Anstand zu nehmen akzeptiert wurde.
Wiederum etwas verzögert wurde durch den Otzinger Pfarrer am 30. März 1916 die Fertigstellung der Arbeiten an das Bezirksamt Deggendorf gemeldet und mit der Anmerkung versehen: Besonders erlaube ich mir auf den außerordentlich günstigen Befundsbericht aufmerksam zu machen.

Nunmehr stand in Otzing eine Orgel mit folgender Disposition zur Verfügung, welche schließlich 1989 einer neuen Weise-Orgel weichen mußte, zu welcher das schöne Gehäuse von Maerz 1901 wiederverwendet wurde:

Manual I. & II.
1) Bourdon 16'
2) Principal 8'
3) Tibia 8'
4) Gedeckt 8'
5) Quintatön 8'
6) Gamba 8'
7) Salicional 8'
8) Aeoline 8'
9) Dolce 8'
10) Octav 4'
11) Traversflöte 4'
12) Quintflöte 2 2/3'
13) Piccolo 2'
14) Terzflöte 1 3/5'
15) Trompete 8'

Pedal
16) Subbaß 16'
17) Violon 16'
18) Octavbaß 8'
19) Cello 8'
20) Posaune 16'

(Quelle: Staatsarchiv Landshut - Bestand 164/2 Bezirksamt Deggendorf Nr. 4340 Die Orgel in der Pfarrkirche Otzing 1913-1920)

Frühe Weise-Orgel - noch ein paar Gedanken und Ansätze

MCVL @, Mittwoch, 02. Juli 2025, 22:21 (vor 433 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Donnerstag, 03. Juli 2025, 00:09

Vor dem nächsten anstehenden Besuch in Landshut am morgigen Donnerstag habe ich mir heute nochmal die Statistiken/Handbücher des Bistums Passau durchgesehen, welche ab 1914 in unregelmäßigen Abständen erschienen sind. Mir sind dabei etwa 20-25 Orgeln aufgefallen, welche zwischen etwa 1895 und 1925 erbaut wurden, zu denen aber in der mir nunmehr fast ins Gedächtnis eingebrannten Literatur zur Orgelgeschichte Niederbayerns und in der Orgeldatenbank Bayern keine Hinweise auf die Erbauer zu finden sind. Orgeln wie beispielsweise Garham 1901 und andere sind natürlich höchst verdächtig. Morgen möchte ich mir nach der Auswertung der bestellten Akten nochmals die Findbücher der Regierung von Niederbayern - Kammer des Innern zu diesen fraglichen Orgeln durchsehen.

Ich frage mich nach dem lehrreichen Beispiel Neurandsberg, ob die zeitlich völlig aus dem Rahmen fallende Orgel für Mangolding 1889 überhaupt von Weise stammte oder ob dies auch nur eine Falschangabe in den Regensburger Orgelmeldebogen von 1944 darstellt, womöglich ebenfalls eine Verwechslung mit Hechenberger.
Ebenso scheint der angeblich 1892 von Weise ausgeführte Orgelneubau in Erlbach bei Altötting auf einer Fehlinterpretation der vorliegenden Literatur zu beruhen. Viel eher scheint dort Weise 1916 einen pneumatischen Unbau und eine Erweiterung einer einmanualigen mechanischen Kegelladenorgel von 1892 vorgenommen zu haben, deren Autorschaft nicht bekannt ist und die ebenso gut von einem der anderen "üblichen Verdächtigen" wie Hackl, Hechenberger oder Edenhofer stammen kann. Dem werde ich nach Abschluss der Forschungen in Landshut dann noch im Staatsarchiv München nachgehen, ebenso wie einigen noch unscharf datierten Orgeln im Amtsbezirk Pfaffenhofen/Ilm und im Berchtesgadener Land.

Momentan bin ich sehr im Zweifel, ob Ignaz Weise vor dem mit Sicherheit nachweisbaren Orgelbau für Tacherting 1897 überhaupt einen Neubau ausgeführt hat.

Soweit meine Gedanken zum frühen Werk von Weise und es stellt sich hier wieder aufs Neue heraus: wer sich bei solchen Dingen auf die Literatur verlässt, wird böse Überraschungen erleben.

Morgen oder am Freitag gibt es dann den nächsten Report aus Landshut, endlich mal bei voraussichtlich etwas kühlerer Witterung.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil IIa

MCVL @, Donnerstag, 03. Juli 2025, 20:56 (vor 432 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Donnerstag, 03. Juli 2025, 23:57

Liebe Weise-Freunde,

weiter geht es auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln für Niederbayern. Anders als erhofft, war es heute wieder ein heißer und langer, aber auch an Ergebnissen reicher Tag.

Zunächst habe ich noch die Findbücher der Regierung für Niederbayern hinsichtlich den in den Bistumshandbüchern Passau anonym aufgeführten und evtl. Weise zuzuschreibenden Orgeln durchgesehen und habe zu folgenden Orten Akten dazu aufgefunden, die ich dann bei meinem nächsten Besuch in Landshut zu durcharbeiten beginnen werde:

Aufhausen bei Landau 1898
Aunkirchen 1905
Buchhofen 1909
Dorfbach 1921
Eppenschlag 1892
Finsterau 1912
Galgweis 1905
Garham 1901
Haus im Wald 1890
Herzogsreut 1892
Julbach 1899
Kellberg 1939
Kreuzberg 1922
Kumreut 1908
Lalling 1910
Ludwigsthal 1896
Neßlbach 1923
Sandbach 1895
Schönbrunn am Lusen 1931
Spiegelau 1917
Triftern 1928
Unterdietfurt 1910
Walburgskirchen 1894

Keine Akten konnte ich auffinden zu:

Arbing 1919
Engertsham 1895
Kellberg 1939
Tiefenbach 1932

Zu diesen Orten werde ich aber noch in den Findbüchern der Bezirksämter nachsehen, ob sich dort nicht doch noch Aktenmaterial findet.

Wenn sich nur ein, zwei, drei Weise-Orgeln darunter finden, hat sich die Angelegenheit meiner Meinung nach schon gelohnt. Aber ich gehe davon aus, daß sich darunter auch viel bislang nicht identifiziertes von Hechenberger, Hiendl, Edenhofer usw usw. befindet.

Heute habe ich auch Nachricht vom Pfarrtamt Mietraching bekommen, die Angelegenheit scheint interessanter zu sein, als vermutet... Dazu an anderer Stelle mehr.

Nun aber die erste Hälfte der Ergebnisse, die ich heute aus den Regierungsakten heraus ermitteln konnte. Die zweite Hälfte reiche ich morgen als Teil IIb nach.


Adldorf

Zu dem angeblich 1915 ausgeführten Orgelneubau konnte ich in den Akten der Regierung von Niederbayern kein Schriftgut ermitteln.


Anzenkirchen

Hier haben wir es tatsächlich einmal mit einer falschen Zuschreibung zu tun, die sich jahrzehntelang durch die Literatur zieht und es auch in die Orgeldatenbank Bayern geschafft hat.

Die Orgel wurde für 3000 Mk. von der "Orgelfabrik Ludwig Edenhofer" aus Deggendorf erbaut. Genehmigung durch die Regierung von Niederbayern am 20. Dezember 1905. Die Orgel war im Mai 1906 fertiggesellt. Ludwig Edenhofer richtete am 15. Juni 1906 folgendes Schreiben an die Regierung in Landshut:

Am 22. Mai lf. J. stellte ich in der Expositurkirche Anzenkirchen kgl. Bezirksamts Pfarrkirchen eine neue Orgel fertig, wo an dem Nachmittage gleichen Tages durch Herrn kgl. Seminarlehrer H. Bill von Pfarrkirchen fragl. Instrument geprüft, und ganz dem Vertrage entsprechend befunden wurde.
Da ich zu sehr billigen Preise liefern mußte, veranlaßt durch Beiziehung der Concurrenz, erlaube ich mir an eine hohe kgl. Regierung von Niederbaiern die ergebene Bitte zu stellen, zur Auszahlung meines restierenden Guthabens im Betrage von M 1500 an gnädigster Stelle Genehmigung hierzu erteilen zu wollen.

Die Regierung wies die Kirchenverwaltung am 20. Juni an, die restliche Bausumme an Edenhofer auszubezahlen: Zur Beseitigung der nach dem Berichte des Orgelrevidenten Hans Bill von Pfarrkirchen vom 24. V. l. J. bestehenden, in dem beschränkten Chorraum begründeten Mängel ist die Kirchenverwaltung Anzenkirchen zu veranlassen, alsbald die entsprechenden Schutzvorrichtungen für das Gebläse u. die Baßpfeifen nach dem Gutachten eines Sachverständigen anzubringen.


Bayerbach

Kostenvoranschlag Weise zum Orgelneubau vom 15. November 1917. Wegen den Kriegsereignissen verzögert sich das Projekt zunächst. Das Bezirksamt Griesbach sendet am 22. Oktober 1918 die Unterlagen zum geplanten Neubau an die Regierung von Niederbayern ein. Deren Referat IVa verlangt eine Skizze für das Orgelgehäuse von Weise, welche aber schon seit Mai 1918 vorlag, wie das Bezirksamt am 6. November nach Landshut antwortet. Genehmigung des Orgelbaus am 22. Januar 1919 nach der Disposition und Kostenberechnung von Weise.


Berg bei Ruhstorf

Für eine neue Orgel berechnet Ignaz Weise 2500 Mk. Die Akten über den geplanten Neubau werden am 19. Mai 1905 vom Bezirksamt Griesbach an die Regierung von Niederbayern übersendet. Genehmigung des Orgelneubaus nach den Plänen und Preisen von Weise am 26. Juli 1905. Über die Fertigstellung der Orgel wird in den Akten nichts mitgeteilt.


Denkhof

In Denkhof wurde 1912 eine nahezu neue Kirche errichtet, die Kirchenverwaltung befindet sich dadurch in einer angespannten finanziellen Situation und das Bischöfliche Ordinariat Passau regt an, die Orgelanschaffung vorerst noch zu unterlassen.
Nichtsdestotrotz fasst die Kirchenverwaltung am 25. Mai 1913 den Beschluß, die Orgel durch Weise erbauen zu lassen. Die Regierung in Landshut genehmigt den Orgelneubau am 4. Juli 1913. Am 4. Dezember 1913 kann das Bezirksamt Passau das Abnahmegutachten an die Regierung einsenden.


Dornach

Zu diesem angeblich 1915 durchgeführten Orgelbau sind in den Regierungsakten keine Unterlagen auffindbar.


Kirchberg bei Birnbach

Die Akten zum geplanten Orgelneubau schickt das Bezirksamt Griesbach am 22. September 1902 zusammen mit der niederkuratelbehördlichen Genehmigung an die Regierung nach Landshut. Fachlich stimmen die zuständigen Referate in Landshut dem Projekt ohne Änderungen zu, allerdings muß die Kirchenverwaltung einen Schuldentilgungsplan hinsichtlich der Finanzierung der neuen Orgel vorlegen. Nachdem die Art und Weise der Finanzierung der Orgel geklärt ist, genehmigt die Regierung von Niederbayern den Neubau am 26. November 1902.
Das Abnahmegutachten von Benefiziat Peter Griesbacher/Osterhofen stammt vom 19. Dezember 1902, wird aber erst am 4. März 1903 nach Landshut eingesendet.


Kirchdorf am Inn

Genehmigung des Orgelneubaus durch die Regierung von Niederbayern am 27. November 1913 nach Maßgabe des vorgelegten Planes u. Kostenvoranschlages. Zur Finanzierung soll im Pfarrsprengel Kirchdorf eine Hauskollekte durchgeführt werden. Die Orgel dürfte 1914 fertiggestellt worden sein.


Kirn

Den Beschluß zum Orgelneubau fasst die Kirchenverwaltung Kirn am 9. Juni 1912. Von der Orgelbauanstalt Weise werden die Kosten dazu auf 3950 Mk. berechnet. Die Unterlagen zum Orgelneubau werden vom Bezirksamt Pfarrkirchen am 13. Juni 1912 der Regierung von Niederbayern vorgelegt. Da in Kirn ein historisches Orgelgehäuse vorhanden ist, wird dem "Generalkonservatorium der Kunstdenkmale und Altertümer" in München eine Fotografie der bestehenden Situation vorgelegt. Diese Behörde berichtet am 3. Juli 1912 nach Landshut: Nach Ausweis der beim Akt liegenden Photographie der alten Orgel läßt sich sagen, da0 die Beibehaltung des alten Gehäuses bezw. die Wiederverwendung und Adaptierung des alten Gehäuses erwünscht wäre.
Genehmigung des Orgelneubaus durch die Regierung in Landshut am 16. August 1912. Nach Fertigstellung der Orgel im Herbst 1912 wird festgestellt, daß das vorhandene Gehäuse trotz der Entschließung der Regierung nicht beibehalten wurde. Die Kirchenverwaltung Kirn wird daraufhin ernstlich gerügt.


Obersüßbach

Kostenberechnung von Weise für eine Transmissionsorgel vom 25. Februar 1914. Der Orgelneubau wird am 14. April 1914 durch die Regierung von Niederbayern genehmigt. Am 3. September 1914 kann das Bezirksamt Mainburg das sehr günstig lautende Abnahmegutachten über die fertiggestellte Orgel in Landshut vorlegen.


Osterwaal

In den Akten der Regierung von Niederbayern konnte ich keinen Schriftverkehr zu diesem Orgelbau auffinden, allerdings geht aus den Akten hervor, daß im Jahr 1913 eine umfassende Kirchenrenovierung mit Anschaffung neuer Altäre etc. stattgefunden hat und daher kann die Orgel auch aller Wahrscheinlichkeit nach auf 1913 datiert werden.


Postmünster

Beschluß zum Orgelneubau für 4400 Mk. und Auftragsvergabe an Weise wird von der Kirchenverwaltung Postmünster am 24. Februar 1907 gefasst. Das Konvolut mit Aktenstücken und Plänen zum Orgelbau in der Pfarrkirche Postmünster sendet das Bezirksamt Pfarrkirchen am 16. April 1907 an die Regierung von Niederbayern. Der Prospektentwurf wird vom Referat IVa anstandslos akzeptiert und für das ganze Orgelbauvorhaben wird von der Regierung von am 15. August 1907 die Genehmigung erteilt. Das Ende des Jahres 1907 von Orgelrevident Peter Griesbacher abgefasste Abnahmegutachten wird vom Bezirksamt Pfarrkirchen am 17. Januar 1908 der Regierung übersendet. Diese genehmigt die Auszahlung der noch ausstehenden Summe an Weise am 15. Februar 1908.


Schönburg bei Pocking

Den Beschluß zum Orgelneubau fasst die Kirchenverwaltung Schönburg am 26. September bzw. 28. Oktober 1906. Grundlage dafür bildet die Disposition und Kostenberechnung der Firma Weise über 4800 Mk. Erst am 29. Januar 1907 legt das Bezirksamt Griesbach die Akten zum Orgelneubau nebst einem wohlwollenden Begleitschreiben und Niederkuratelgenehmigung der Regierung von Niederbayern vor. Der Neubau wird von der Regierung von Niederbayern nach erfolgter Rücksprache mit dem Bischöflichen Ordinariat Passaum am 17. März 1907 genehmigt. Der Befundsbericht von Orgelrevident Peter Griesbacher stammt vom 3. Mai 1907 und wird am 6. Mai der Regierung vorgelegt.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil IIa

ThoFi, Donnerstag, 03. Juli 2025, 21:10 (vor 432 Tagen) @ MCVL

Kleine Korrektur: der Ort heißt "Herzogsreut" (mit s). Da hat mein Vater immer wieder mal Urlaub gemacht...
Thomas

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil IIa

MCVL @, Donnerstag, 03. Juli 2025, 21:30 (vor 432 Tagen) @ ThoFi

Kleine Korrektur: der Ort heißt "Herzogsreut" (mit s). Da hat mein Vater immer wieder mal Urlaub gemacht...
Thomas

Habe es so eben korrigiert.

Mietraching

MCVL @, Donnerstag, 03. Juli 2025, 21:43 (vor 432 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Donnerstag, 03. Juli 2025, 21:50

Mietraching

Die Orgel wird von Reinhard Weise ohne Baujahr auf dem von ihm zusammengestellten Werkverzeichnis aufgeführt. Sie ist erhalten und war hier schon einmal Thema. Die Kirche wurde 1926 erbaut und somit kann die Orgel auch frühestens in diesem Jahr erbaut worden sein. Durch das späte Baujahr der Kirche und andere Umstände bin ich mittlerweile dazu geneigt, die Orgel tatsächlich Weise zuzuschreiben, ich werde mich aber noch an das Pfarramt wenden.

In den Regierungsakten konnte ich kein Schriftgut zu diesem Orgelbau ermitteln.


Heute hat mir das Pfarramt geantwortet. Am Spieltisch oder der Orgel ist leider nirgendwo ein Firmenschild angebracht.

Nach Aussage und Erinnerung des Organisten handelt es sich hier um eine Gebrauchtorgel oder zumindest um eine aus gebrauchten Teilen zusammengebaute Orgel, welche aus Würzburg stammen soll.
Irgendwie passt das alles mit Weise und den Jahren um 1935 zusammen. Ich habe gebeten, nachzuschauen, ob sich im Pfarrbüro nicht doch noch Unterlagen zu der Orgel finden.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil IIb

MCVL @, Freitag, 04. Juli 2025, 16:06 (vor 431 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Samstag, 05. Juli 2025, 00:34

Ettling

Leider waren zu diesem angeblich 1910 ausgeführten Orgelneubau keine Akten in den Beständen der Regierung von Niederbayern aufzufinden. Das Baujahr geht aus den Statistiken/Handbüchern des Bistums Passau hervor. Da diese Angaben mittlerweile als absolut zuverlässig angesehen werden müssen, darf 1910 als Baujahr als gesichert angenommen werden.


Gerabach

Der Orgelneubau führte zu Diskussionen hinsichtlich der Aufstellung. Es war vorgesehen, die Orgel teilweise in den Dachboden hineinragen zu lassen, was aber vom Generalkonservatorium in München zunächst abgelehnt wurde, da hierdurch die wertvolle Kassettendecke teilweise zerstört werden musste. Über diese Angelegenheit und das Aussehen der Vorgängerorgel schrieb das Generalkonservatorium: Die Orgel hat ein ganz schmuckes Gehäuse u. wird Ende des 18. Jahrhunderts in die Orgelemporenbrüstung eingefügt worden sein. [...] So gut die alten Orgelbauer eine kleine Orgel machen konnten, wird es wohl auch einem zeitgenössischen Orgelbaumeister mit den modernen Mitteln gelingen, ein der Größe der Kirche entsprechendes Orgelwerk zum Stande zu bringen. Jedenfalls einigte man sich schlußendlich darauf, die Orgel möglichst tief in die Südwestecke der Empore zu stellen, damit an der wertvollen Decke nur möglichst geringe Eingriffe nötig werden.
Nachdem die Aufstellungsfrage geklärt war, sandte das Bezirksamt Mallersdorf die Akten über den geplanten Neubau am 25. Februar 1911 an die Regierung nach Landshut, welche den Neubau umgehend genehmigte. Allerdings teilte die Firma Weise im Oktober 1911 mit, daß sie wegen Arbeitsüberhäufung nicht im Stande sei, die Orgel vor Februar 1912 zu liefern. Erst im März 1912 begann man dann tatsächlich mit Aufstellung der Orgel in Gerabach. Das Abnahmegutachten konnte das Bezirksamt Mallersdorf am 22. Mai 1912 an die Regierung übersenden.

(Das Alter des Brüstungsgehäuses wurde vom Generalkonservatorium übrigens falsch eingeschätzt. Es stammte von einer Ehrlich-Orgel aus dem Jahr 1853 und besaß einen einfachen Rundbogenprospekt, abgebildet in: Brenninger, Georg, Zur Orgelgeschichte des ehemaligen Landkreises Mallersdorf, in: Jahresbericht des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung Jg. 103/2001, S. 330 - Meiner Einschätzung nach verhält es sich nach einem Vergleich dieser Fotografie und einem Foto auf Wikipedia so, daß Weise den Brüstungsprospekt für seine Orgel in umgeänderter Form nunmehr auf der Empore stehend wieder verwendet hat, allerdings wurde das Mittelfeld mit den überhöhten Außenfeldern nunmehr in einen durchgehenden geraden Abschluß gebracht)


Grafenwiesen

Reinhard Weise listet einen Orgelneubau auf seinem Werkverzeichnis ohne Baujahr auf. Die Kirche wurde 1924 fertiggestellt. Weder in den Orgelmeldebogen von 1944 im Bistumsarchiv Regensburg noch in den Regierungsakten im Staatsarchiv Landshut konnte ich dazu irgendwelche Angaben finden. Daher sind nähere Angaben zu diesem Instrument nicht möglich. Womöglich wurde es aber auch erst in den Jahren nach dem II. Weltkrieg erbaut.


Kammern

Zu dieser angeblich 1916 erbauten Orgel konnte ich in den Akten der Regierung von Niederbayern keinerlei Schriftverkehr auffinden. Die Datierung scheint aber nach den Statistiken/Handbüchern des Bistums Passau zuverlässig zu sein.


Kröhstorf

Für den Neubau einer kleinen Orgel in die Nebenkirche Kröhstorf arbeitet die Orgelbau-Anstalt Ignaz Weise aus Passau am 1. Juni 1901 Planskizze, Disposition und Kostenberechnung aus. Die Gesamtkosten betragen 1600 Mk., 50 Mk. sollen bis Ablauf der Garantiezeit von der Kirchenverwaltung einbehalten werden. Die Kirchenverwaltung beschließt den Neubau am 7. Juni 1901. Einsendung der Orgelbauakten an die Regierung von Niederbayern und Niederkuratelgenehmigung durch das Bezirksamt Landau am 31. Oktober 1901. Das Regierungsreferat IVa beurteilt Weises Prospektskizze als der übrigen Einrichtung der Kirche entsprechend. Genehmigung durch die Regierung in Landshut am 30. November 1901.
Abnahmeprüfung der neuen Orgel am 23. Januar 1902 durch Orgelrevident Lehrer Vogl [: -D] aus Osterhofen.


Neuhofen

Die Kirchenverwaltung Neuhofen beschließt den Bau einer neuen Orgel für 2800 Mk. mit sieben klingenden Registern am 3. Juni 1906 nach Disposition und Berechnung der Orgelbau-Anstalt Ignaz Weise in Plattling. Die Regierung von Niederbayern genehmigt den Orgelbau am 23. Juni 1906, wobei die Bezahlung in drei Raten zu 1000, 1000 und 800 Mk. erfolgen soll. Die Orgel ist im Spätherbst 1906 fertiggestellt; das Bezirksamt Pfarrkirchen sendet den Befundsbericht am 24. November 1906 an die Regierung nach Landshut. Bis zur Ablauf der Garantiezeit soll eine Caution einbehalten werden.


Niederhausen

Kostenvoranschlag von Ignaz Weise zum Orgelneubau vom 27. Mai 1904 über 4000 M. Den Beschluß zum Orgelneubau fasst die Kirchenverwaltung Niederhausen am 12. Februar 1905 nach Plänen und Kostenvoranschlägen des Orgelbaumeisters Weise in Plattling. Das Bezirksamt Landau sendet die Akten am 15. Februar an die Regierung von Niederbayern ein. Das dortige Referat IVa urteilt über den Prospektentwurf von Weise: Ebenso ist die Zeichnung zum Gehäuse der neuen Orgel vom bautechnischen Standpunkt nicht zu beanstanden.. Die Regierung genehmigt den Orgelneubau am
16. März 1905; die Bezahlung der Orgel soll in drei Raten erfolgen, wobei die Schlußrate von 2000 Mk. erst nach erfolgreicher Prüfung zur Auszahlung gelangen soll.
Abnahmeprüfung der Orgel am 15. Mai 1905 durch Orgelrevident Benefiziat Peter Griesbach aus Osterhofen.


Pocking

Kostenvoranschlag von Weise zum Neubau einer größeren Transmissionsorgel über 5950 Mk. Die Unterlagen zum Orgelneubau wurden am 27. September 1911 vom Bezirksamt Griesbach an die Regierung nach Landshut eingesendet. Da in Pocking ein historisches Gehäuse des 18. Jahrhunderts vorhanden war, wurde wiederum das Generalkonservatorium für die Kunstdenkmale und Altertümer in München eingeschaltet. Von dort aus wurde den Verantwortlichen nahegelegt, das Gehäuse, evtl. auch entsprechend abgeändert für den Orgelneubau wieder zu verwenden oder es allenfalls behutsam abzubauen und einzulagern, damit es im Bedarfsfall an eine daran interessierte Kirchengemeinde abgegeben werden könnte.
Die Genehmigung zum Neubau erteilte die Regierung von Niederbayern am 23. November 1911. Die Orgel konnte allerdings erst im Spätherbst 1912 geliefert werden und das Abnahmegutachten wurde vom Bezirksamt Griesbach am 3. Dezember 1912 der Regierung vorgelegt. Weise lieferte ein neues Gehäuse in neugotischen Formen, stilistisch an den aus dem späten 19. Jahrhundert stammenden Altären der Kirche orientiert.


Wallersdorf

Zu diesem angeblich 1915 ausgeführten Orgelbauwesen konnte ich ebenfalls kein Schriftgut in den Akten der Regierung von Niederbayern auffinden. Da sich die Angaben der Baujahre in den Statistiken/Handbüchern des Bistums Passau bislang mit jenen in den Orgelbauakten decken, darf das Jahr 1915 als gesichert angenommen werden.


Wallkofen

Zu der in den Orgelmeldebogen für das Bistum Regensburg auf 1919 datierten Orgel sind in den Akten der Regierung für Niederbayern keine Unterlagen auffindbar. Im Vergleich mit anderen Angaben auf den Regensburger Orgelmeldebogen scheint das Baujahr durchaus wahrscheinlich.


Wannersdorf

Auch zu diesem angeblich 1915 ausgeführten Orgelbau konnte ich keinen Schriftverkehr ermitteln. Ich habe hier nach nochmaliger Auswertung der Statistiken/Handbücher des Bistums Passau größte Zweifel, ob in Wannersdorf 1915 überhaupt ein Orgelneubau stattgefunden hat (Handbuch Passau 1934: keine Orgel) oder ob es sich hier nicht um die spätere Aufstellung einer gebrauchten Orgel, nämlich der 1915 erbauten und wohl später umgebauten Transmissionsorgel aus der für den Filialort Wannersdorf zuständigen Pfarrkirche Adlhausen handelt. Von meiner Seite aus wurde der Eintrag im Werkverzeichnis Weise gestrichen.


Weng

Beschluß der Kirchenverwaltung Weng zum Neubau einer Transmissionsorgel am 1. März 1912 nach einem Kostenvoranschlag von Weise über 2500 Mk. Das alte Orgelgehäuse wird vom Generalkonservatorium in München als ohne künstlerischen und historischen Wert eingeschätzt und deshalb kann das neue Gehäuse nach einem Entwurf von Weise ausgeführt werden. Die Regierung von Niederbayern genehmigt den Orgelneubau am 1. Mai 1912.
Nach Fertigstellung der Orgel kann das Bezirksamt Landshut am 14. Oktober 1912 das Abnahmegutachten an die Regierung übersenden.


Wörth an der Isar

Disposition und Kostenberechnung der Orgelbauanstalt Weise für eine Transmissionsorgel über 2550 Mk stammen vom 5. Februar 1913. Das alte Orgelgehäuse soll für die neue Orgel wieder verwendet und zu diesem Zwecke gereinigt werden. Seine neuen Teile sollen einen der bisherigen Farbe des Gehäuses ähnlichen Anstrich erhalten. Finanziert werden soll der Orgelneubau durch die vom "Orgelbauverein Wörth" angesammelten Mittel. Die Kirchenverwaltung Wörth beschließt den Neubau am 9. April 1913.
Genehmigung durch die Regierung von Niederbayern am 25. April 1913; Fertigstellung im Herbst 1913.
Sämtliche noch brauchbaren Teile wurden 1937 in eine neue Weise-Orgel integriert, deren Prospektentwurf von dem Münchner Architekt Michael Simon stammte.


Damit wären wir für diese Woche durch, mein nächster Besuch in Landshut steht kommenden Mittwoch an und dürfte wiederum durchaus lohnend sein, was die Ausbeute anbelangt.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil IIb

fluteceleste @, Freitag, 04. Juli 2025, 16:48 (vor 431 Tagen) @ MCVL

Besten Dank für die hervorragende Recherche - wie immer spannend zu lesen!

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil IIIa

MCVL @, Mittwoch, 09. Juli 2025, 20:49 (vor 426 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Mittwoch, 09. Juli 2025, 22:27

Liebe Weise-Freunde,

wieder einen Tag in der "historischen Hauptstadt Bayerns" hinter mich gebracht mit neuen Erkenntnissen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Zuerst will ich mit einem Teil der in den Statistiken/Handbüchern des Bistums Passau anonym überlieferten Orgeln beginnen, wobei ich von folgenden heute die Akten durchgesehen habe:

Aufhausen bei Landau 1898
Aunkirchen 1905
Dorfbach 1921
Eppenschlag 1892
Haus im Wald 1890
Julbach 1899
Lalling 1910
Ludwigsthal 1896
Neßlbach 1923
Sandbach 1895
Spiegelau 1917
Triftern 1928
Walburgskirchen 1894

Zunächst die gute Nachricht: darunter waren zwei bisher unbekannte Weise-Orgeln, die nun eindeutig der Plattlinger Werkstatt zugewiesen werden konnten. Diese stelle ich aber weiter unten in alphabetischer Reihenfolge mit den bereits bekannten Orgel vor.

Keine Akten ermitteln konnte ich zu:

Aunkirchen 1905
Dorfbach 1921
Eppenschlag 1892
Julbach 1899
Sandbach 1895
Spiegelau 1917
Triftern 1928

Zu folgenden Orgeln konnte ich Akten auffinden, leider ohne Nennung des Erbauers:

Aufhausen - erbaut 1898 für 3600 Mk.
Haus im Wald - erbaut 1894 für 3300 Mk.

Erbauer konnte ich zu folgenden Orgeln ermitteln:

Ludwigsthal - 1896 Hechenberger
Walburgskirchen - 1894 "Orgelbauanstalt Müller & Hackl - Rosenheim" 2550 Mk.


Nun in alphabetischer Reihenfolge zu den heute über Weise-Orgeln aufgefundenen Informationen.


Bayerisch Eisenstein

Kostenvoranschlag von Ignaz Weise zum Bau einer größeren Transmissionsorgel vom September 1912 über 7150 Mk. Die Kirchenverwaltung Bayerisch Eisenstein beschließt den Neubau und die Auftragsvergabe an Weise am 13. Oktober 1912; die Finanzierung geschieht durch freiwillige Gaben aus der Bevölkerung. Die Akten werden vom Bezirksamt Regen am 16. November 1912 nach Landshut übersendet, wo die Regierung dem Orgelneubau am 6. Dezember 1912 die Genehmigung erteilt. Fertigstellung der Orgel im Frühsommer 1913.


Emmersdorf

Keine Akten konnte ich in der Überlieferung der Regierung von Niederbayern zu diesem Orgelbau auffinden, dessen Datierung 1918 aber durch die Angaben in den Statistiken/Handbüchern des Bistums Passau als gesichert angesehen werden kann.


Ganacker

Zu diesem hier schon diskutierten Orgelneubau konnte ich weder in den Akten der Regierung von Niederbayern noch in denen des Bezirksamts Dingolfing Schriftverkehr ermitteln. Aus den Bezirksamtsakten geht hervor, daß 1910 in der Kirche umfangreiche Maler- und Stukkaturarbeiten stattfanden, so darf das von Georg Brenninger genannte Jahr 1910 auch als das zutreffende für den Bau der Weise-Orgel angenommen werden.


Geltolfing

Das Bezirksamt Straubing berichtet am 21. November 1910 an die Regierung von Niederbayern: Die Anschaffung einer neuen Orgel für die Pfarrkirche Geltolfing unter Beibehaltung des alten Gehäuses der bisherigen Orgel nach Maßgabe der Kostenberechnung des Orgelbauers Ignaz Weise in Plattling vom 2. Oktober 1910 mit einem Kostenaufwand von 4600 M aus Erübrigungen der Kirchenstiftung Geltolfing wolle oberkuratorisch geneigtest genehmigt werden.
Genehmigung der Regierung erfolgt am 23. Dezember 1910. Ähnlich anderen Fällen in den Jahren 1911/12 kommt es bei Weise zu Verzögerungen, die eine Aufstellung der Orgel erst Eingangs des Jahres 1912 möglich machen: Der Orgelbaumeister Weise in Plattling hat wiederholt erklärt, daß ihm die Aufstellung der Orgel unmöglich gewesen sei, weil er in Folge der abnormen Trockenheit des Jahres 1911 mit der Reparatur schadhafter Orgeln viel zu sehr in Anspruch genommen war.
Die Montagearbeiten in Geltolfing beginnen Mitte Januar 1912, den Befundsbericht über die fertiggestellte Orgel sendet das Bezirksamt Straubing am 17. Februar 1912 nach Landshut.


Heiligenberg

Für einen Orgelneubau in die Wallfahrtskirche Heiligenberg arbeitete Ignaz Weise einen Kostenvoranschlag über 4000 Mk. aus. Das Referat IVa der Regierung von Niederbayern hatte gegen den Entwurf des neuen Orgelgehäuses nichts einzuwenden, auch da das alte Gehäuse für die neue Orgel viel zu klein ist, auch nicht zum Stil der Kirche paßt. Die Regierung genehmigte den Neubau am 25. Juli 1910 unter dem Vorbehalt, daß das Gebläse so anzubringen ist, daß es dem Beschauer von der Kirche aus in keiner Weise sichtbar wird. Offenbar war geplant, die Balganlage seitlich der Orgel anzubringen. Die Lieferung der Orgel verzögerte sich; wie das Bezirksamt Eggenfelden berichtete, war die Montage nicht vor Ende Oktober 1910 zu erwarten. Die Aufstellung der Orgel verschob sich wegen Arbeitsüberlastung der Firma Weise sogar bis in den Frühsommer 1911. Erst am 3. Juli 1911 konnte das Bezirksamt Eggenfelden den Befundsbericht nach Landshut einsenden.


Hinterskirchen

Den Orgelneubau nach einer Disposition und Kostenberechnung von Ignaz Weise über 5270 Mk. beschließt die Kirchenverwaltung Hinterskirchen am 6. März 1911 Das entsprechende Aktenkonvolut sendet das Bezirksamt Vilsbiburg am 5. April 1911 an die Regierung nach Landshut ein und befürwortet gleichzeitig das Vorhaben. Genehmigung durch die Regierung am 14. Mai 1911. Den Befundsbericht über die neue Orgel kann das Bezirksamt Vilsbiburg am 1. Dezember 1911 der Regierung vorlegen.


Hutthurm

Leider ließen sich zu diesem laut den Statistiken/Handbüchern des Bistums Passau 1921 ausgeführten Neubau in den Akten der Regierung von Niederbayern keine Unterlagen auffinden. Das Baujahr dürfte aber durch die in dieser Hinsicht zuverlässigen Publikationen des Bischöflichen Ordinariats Passau gesichert sein.


Jägerndorf

Den Beschluß zum Orgelneubau und die Vergabe an die Firma Weise trifft die Kirchenverwaltung am 30. Mai 1929. Da das vorhandene Gehäuse wiederverwendet wird, hat auch das Landesamt für Denkmalpflege keine Einwände gegen das Vorhaben und die Regierung in Landshut genehmigt das Projekt am 2. Oktober 1929. Über das Datum der Fertigstellung geht aus den Akten nichts hervor.


Lalling

Nanu? Kennen wir das nicht? Genau, das ist der Ort, in welchem das interessante Gehäuse steht, welches in diesem Thread https://www.pfeifenorgelforum.net/forum/index.php?id=104285 Thema war. Und nun ist auch der bislang anonym überlieferte Orgelneubau von 1910 indentifiziert: es war tatsächlich eine bisher unbekannte Weise-Orgel. Und Franz hatte mit seiner Einschätzung vollkommen recht: es handelt sich bei dem Gehäuse, über das wir gerätselt haben, um eines von Adam Ehrlich aus dem Jahr 1851.

Der Kostenvoranschlag zum Bau einer neuen Orgel "mit Schwellkasten" stammt vom 24. Januar 1910. Weise will Teile der alten Orgel für 100 Mk. in Zahlung nehmen. Die Kirchenverwaltung beschließt den Neubau am 30. Januar 1910, welcher aus dem Erlös des Verkaufs des alten Schul- und Mesnerhaus bestritten werden soll. Nach dem üblichen Procedere genehmigt die Regierung von Niederbayern den Neubau am 24. Februar 1910. Während der Garantiezeit soll eine angemessene Kautionssumme einbehalten werden. Der Abbruch der zweiten Empore und die damit verbundene Einbuße an Sitzplätzen verursacht innerhalb der Kirchengemeinde Mißstimmung, weshalb sich das Pfarramt am 23. Juni 1910 in einem Schreiben an das Bischöfliche Ordinariat Passau rechtfertigt: Als im Oktober vor. Js. die Orgel in Lalling fast völlig den Dienst versagte, wurde die Anschaffung einer neuen durch die Kirchenverwaltung Lalling beschlossen, diese wollte nun eine zeitgemäße Orgel nach dem neuesten System, die neuen Orgeln beanspruchen aber bedeutend mehr Platz.
Das Bezirksamt Deggendorf kann den Befundsbericht zur nun fertiggestellten Orgel am 14. Oktober 1910 an die Regierung nach Landshut einsenden.


Neßlbach

Die zweite bislang unbekannte Weise-Orgel, die ich heute ermitteln konnte, entstand für Neßlbach im Amtsbezirk Deggendorf.

Zunächst war eine Auftragsvergabe an die Orgelbauanstalt Ludwig Edenhofer in Deggendorf geplant, von welcher Firma nach einem Kostenvoranschlag vom 7. Dezember 1921 eine neue Orgel für 31 800 Mk. geliefert werden sollte. Ein Gutachten über das Projekt war von Orgelrevident Hämel aus Straubing eingeholt worden. Das vorhandene Gehäuse von Hechenberger aus den 1860er Jahren sollte dabei wiederverwendet werden. Vom Bezirksamt Deggendorf aus wurden die Unterlagen am 23. Januar 1922 zur Genehmigung eingesendet. Obwohl die Regierung in Landshut dem Orgelneubau schon am 20. Februar 1922 die Zustimmung erteilte, wurde das Vorhaben wegen der starken Inflation zunächst nicht ausgeführt.
Am 14. Januar 1923 wandte sich die Kirchenverwaltung Neßlbach mit einem neuen Orgelbeschaffungsprojekt an das Bezirksamt Deggendorf. Michael Weise berechnete dafür 2 Millionen Mark, wollte aber 700 000 Mk. als Holzlieferung anrechnen. Dafür spendeten rund 20 Waldbesitzer der Gemeinde Neßlbach je einen Baum. Das Vorhaben wurde am 22. Februar durch die Regierung in Landshut genehmigt unter der Voraussetzung, daß am vorhandenen Hechenberger-Gehäuse keine Änderungen vorgenommen werden.


= Fortsetzung in Teil IIIb =

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil IIIb

MCVL @, Mittwoch, 09. Juli 2025, 20:49 (vor 426 Tagen) @ MCVL

Oberschneiding

Das Baujahr 1916, welches im Aufsatz von Georg Brenninger über die Orgeln des Landkreises Straubing-Bogen angegeben ist und welches auch Eingang in die Orgeldatenbank Bayern gefunden hat, muß erheblich nach oben korrigiert werden. Im Spätherbst 1916 war tatsächlich ein Orgelneubau für Oberschneiding geplant, der entsprechende Kostenvoranschlag war durch Orgelrevident Hämel aus Straubing auch für gut geheißen worden. Aus finanziellen Gründen rät das Bischöfliche Ordinariat Regensburg von einem Orgelneubau ab und auch die Regierung von Niederbayern verweigert dem Projekt die Genehmigung.
Erst 1923 wird das Vorhaben wieder aufgegriffen, wie das Bezirksamt Straubing am 17. März dieses Jahres nach Landshut berichtet. Die Orgelbauanstalt Weise hatte zuvor einen Kostenvoranschlag zu einem Orgelneubau ausgearbeitet, für welchen das vorhandene Gehäuse von Adam Ehrlich 1849 beibehalten werden soll. Die Regierung in Landshut genehmigt den Orgelneubau am 18. April 1923.


Preying

Zu diesem Orgelneubau waren keine Akten aufzufinden; das in den Statistiken/Handbüchern genannte Baujahr 1912 dürfte zutreffend sein, da nach den Regierungsakten in diesem Jahr umfassende Bauarbeiten an der Kirche in Preying stattfanden.


Taubenbach

Disposition und Kostenberechnung der Orgelbau-Anstalt Ignaz Weise über 2200 Mk. Die Niederkuratelgenehmigung für den Orgelneubau nach Taubenbach erteilte das Bezirksamt Pfarrkirchen am 19. März 1906 und sandte das Aktenmaterial am selben Tag zur Regierung nach Landshut. Genehmigung des Neubaus durch die Landshuter Regierung am 21. Mai 1906.


Wendelskirchen

Zu diesem laut den Orgelmeldebogen im Jahr 1917 entstandenen Neubau konnte ich keine Akten auffinden, die Datierung scheint aber im Vergleich mit anderen Angaben dieser Zeit zuverlässig zu sein.


Zeilarn

Leider konnte ich zu diesem bislang nur mit "um 1921" datierten Orgelbau keine Unterlagen in der Regierung von Niederbayern ermitteln.


Nächste Woche geht es dann noch ein letztes Mal nach Landshut; wie es dann noch mit den Restarbeiten am Weise-Werkverzeichnis weitergeht, berichte ich im Zusammenhang mit den dann noch vorzustellenden Ergebnissen aus den Akten der Regierung von Niederbayern.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil IVa

MCVL @, Dienstag, 15. Juli 2025, 20:37 (vor 420 Tagen) @ MCVL

Liebe Weise-Freunde,

heute war mein fünfter und abschließender Besuch im Staatsarchiv Landshut in Sachen früher Weise-Orgeln für Niederbayern, der wiederum interessante Dinge ans Tageslicht brachte.

Zunächst möchte ich mit der zweiten Hälfte der Orgeln beginnen, die in den Statistiken/Handbüchern des Bistums Passau anonym angegeben sind und nach deren Bauakten ich heute gesucht habe. Es betraf dieses Mal folgende Instrumente:

Buchhofen 1909
Engertsham 1895
Finsterau 1912
Galgweis 1905
Garham 1901
Herzogsreut 1892
Kreuzberg 1922
Kumreut 1908
Obergessenbach 1913
Schönbrunn am Lusen 1931
Tiefenbach 1932
Unterdietfurt 1910

Keine Akten konnte ich auffinden zu:

Engertsham
Herzogsreut
Kreuzberg
Obergessenbach
Schönbrunn am Lusen

Den Erbauer konnte ich identifizieren für:

Buchhofen - Hechenberger 1909 - 4371 Mk. (Fertigstellung September 1909 - OSV P. Griesbacher)
Garham - Hechenberger 1901
Kumreut - Hechenberger 1908 - 3671 Mk. (Fertigstellung Oktober 1908)
Tiefenbach - Becker & Hiendl 1932 - mit Teilen der Vorgängerorgel II/16 5000 Mk.
Unterdietfurt - "Hoforgelbaumeister Martin Hechenberger" 1910 - 4500 Mk.

Die nun neu nachgewiesenen Weise-Orgeln für Finsterau und Galgweis stelle ich in gewohnter Form alphabetisch vor.

Hier noch eine kleine Anmerkung meinerseits: es wäre wünschenswert, wenn sich in Zukunft einmal jemand mit der Werkstätte Hechenberger auseinandersetzen würde, die Unterlagen, die ich im Bistumsarchiv Regensburg und im Staatsarchiv Landshut gefunden habe, könnten schon einmal ein Fundament dafür bilden; das Wirken dieser Firma scheint alles andere als uninteressant gewesen zu sein. Beachtlich ist die Summe der Hechenberger-Orgeln, auf die ich gestoßen bin und die nirgendwo in der Literatur oder in der Orgeldatenbank Bayern erwähnt werden.

Nun aber in alphabetischer Reihenfolge zu den Weise-Funden.


Aigen am Inn

Beschluß der Kirchenverwaltung Aigen zum Neubau einer Orgel für 4500 Mk. und Auftragsvergabe an Weise vom 15. März 1908. Das Projekt gerät zunächst ins Stocken; das Bezirksamt Griesbach sendet die Akten über das Vorhaben erst am 30. November 1908 an die Regierung von Niederbayern. Genehmigung durch die Regierung am 14. Januar 1909. Die Orgel dürfte im Laufe des Jahres 1909 fertiggestellt worden sein.


Dommelstadl

Der Kostenvoranschlag von Ignaz Weise zu einer neuen Orgel für 3600 Mk. stammt vom 14. Mai 1912. Zusammen mit den Bauakten sendet das Bezirksamt Passau am 14. Februar ein empfehlendes Begleitschreiben an die Regierung von Niederbayern. Aufgebracht werden sollen die Baukosten durch Aufnahme eines Darlehens bei der Bayr. Hypothek- & Wechselbank, welches in Jahresraten von 1913 bis 1950 abbezahlt werden muß. Das Referat IVa der Regierung merkt an, daß gegen die Anschaffung einer neuen Orgel nach beiliegendem Plane keine Erinnerung besteht. Auch das Bischöfliche Ordinariat Passau steht dem Orgelneubau wohlwollend gegenüber: gegen den Vertrag zwischen der Kirchenverwaltung und Ignaz Weise besteht unserseits unter der Voraussetzung keine Erinnerung, daß gutes Material und völlig ausgetrocknetes Holz zur Verwendung kommen.
Die Genehmigung zum Neubau erteilt die Regierung in Landshut am 6. März 1913; das Bezirksamt Passau kann nach Fertigstellung der Orgel am 19. November 1913 das Gutachten des Orgelrevidenten nach Landshut einsenden.


Finsterau

In Finsterau wurde 1910/11 eine neue Kirche erbaut, für die die dortige Kirchenverwaltung am 15. März 1911 die Beschaffung einer Orgel beschließt. Das Gehäuse wird vom Architekten der Kirche, Johann Baptist Schott aus München, entworfen. Finanziert wird der Orgelneubau durch ein Legat des Privatiers Johann Krickl aus Finsterau. Die Regierung von Niederbayern genehmigt den Neubau nach der Disposition und Kostenberechnung des Orgelbaumeisters Ignaz Weise von Plattling zu dem Preis von 4000 M am 30. Juni 1911. Die Kirche wurde am 4. Juli 1912 konsekriert; zu diesem Zeitpunkt dürfte Weise auch seine neue Orgel fertiggestellt haben.


Galgweis

Bei dieser Orgel handelt es sich nicht um einen völligen Neubau, sondern um einen pneumatischen Umbau eines mechanischen Kegelladeninstruments der Werkstätte Franz Frosch/München aus dem Jahr 1881, welche sich 1905 in total ruinösem Zustand befand. Ignaz Weise berechnete für diese Arbeit 1750 Mk. Die Akten dazu sendet das Bezirksamt Vilshofen samt dem Schuldentilgungsplan der Kirchenverwaltung Galgweis am 19. Dezember 1905 an die Regierung von Niederbayern, welche den Orgelbau am 31. Dezember 1905 genehmigt. Die Fertigstellung der Orgel kann das Bezirksamt Vilshofen am 9. April 1906 nach Landshut melden.


Gottsdorf

Am 8. Januar 1904 konnte das Bezirksamt Wegscheid an die Regierung von Niederbayern u.a. folgendes berichten: Da die in der Pfarrkirche Gottsdorf vorhandene Orgel defekt ist und überhaupt dem Bedürfnisse dieser Kirche nicht entspricht, so hat die Kirchenverwaltung am 20. September vor. Js. die Anschaffung einer neuen Orgel nach dem mit Orgelbaumeister Ignaz Weise in Passau abgeschlossenen Vertrage um den Preis von 2600 M beschlossen.. Dazu schlägt Weise noch ca. 50 Mk. für den Transport der Orgel an. Die Finanzierung soll durch die Einnahmeüberschüsse der Kirchenstiftung erfolgen; die alte Orgel dem Kirchenbauverein Wildenranna auf dessen Ansuchen überlassen werden.
Das hinzugezogene Generalkonservatorium der Kunstdenkmale und Altertümer/München äußert sich am 17. April 1904 wie folgt zu dem Projekt: Die Orgel der Pfarrkirche Gottsdorf ist mit den Altären gleichzeitig 1737 beschafft worden. Das Werk ist ganz unbrauchbar, das Gehäuse mit brauner Oelfarbe und schlechter Goldbronze überstrichen. Bei Wiederverwendung für das neue Orgelwerk müsste das Gehäuse erweitert und in der Fassung restauriert werden, was besondere Kosten verursachen und den Aufbau zerstören würde. Wenn die Kirchenverwaltung Gottsdorf beschliesst, die alte Orgel dem Kirchenbauverein Wildenranna auf sein Gesuch vom 15. Juni 1903 für die Kapelle resp. Expositurkirche zu überlassen, so bleibt das immerhin künstlerisch ausgeführte Gehäuse erhalten und wir haben keine Veranlassung, gegen die Beschaffung einer neuen Orgel für Gottsdorf ein Bedenken zu erheben.
Die Regierung von Niederbayern genehmigt den Orgelneubau am 2. Mai 1904. Den Befundsbericht über die neue Orgel sendet das Bezirksamt Wegscheid am 10. August 1904 nach Landshut, worauf die Ausbezahlung der Restsumme an Weise erfolgen darf.


Grainet

Für einen Orgelneubau in die Pfarrkirche Grainet im Bayerischen Wald berechnet Ignaz Weise 4700 Mk., wie das Bezirksamt Wolfstein am 28. Oktober 1907 an die Regierung nach Landshut berichten kann und bittet gleichzeitig um die oberkuratelbehördliche Genehmigung. Das für Bausachen zuständige Referat IVa der Regierung merkt dazu an: Hinsichtlich Herstellung des Orgelgehäuses unter Verwendung von alten Teilen wäre das K. Generalkonservatorium zu hören, nachdem es sich hier, soweit dies aus den beiliegenden Photographien entnommen werden kann, um einen Einrichtungsgegenstand handelt, welcher kunsthistorischen Wert besitzt. Das angefragte Generalkonservatorium berichtet am 31. Dezember 1907 nach Landshut: Betreffs der Zeichnung des Orgelgehäuses schließen wir uns dem Gutachten des K. Kreisbaureferats an. Die Kirchenverwaltung oder der Orgelbaumeister sollen die Anfertigung einer geeigneteren Zeichnung einem Architekten übertragen. Die Genehmigung zum Orgelneubau erteilt die Regierung von Niederbayern am 31. Januar 1908; die Finanzierung erfolgt über eine Kreditaufnahme beim "Darlehenskassenverein Grainet".
Über die Fertigstellung der Orgel berichtet das Bezirksamt Wolfstein am 20. September 1908 nach Landshut: Die neue Orgel der Pfarrkirche Grainet, welche von der Firma I. Weise in Plattling aufgestellt worden ist, wurde von dem Orgelrevidenten Griesbacher bei der am 9. ds. Mts. vorgenommenen Probe als ein Präzisionswerk I. Ranges befunden. Ich befürworte daher die Erteilung der kuratelamtlichen Genehmigung zur Auszahlung der Restkostensumme an den Lieferanten, wozu die Regierung am 24. September 1908 auch prompt ihre Erlaubnis erteilt.


= Fortsetzung in Teil IVb =

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Teil IVb

MCVL @, Dienstag, 15. Juli 2025, 20:38 (vor 420 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Dienstag, 15. Juli 2025, 21:00

Großköllnbach

Weder in den Akten der Regierung von Niederbayern noch in denen des Bezirksamts Dingolfing konnte ich zu dieser Transmissionsorgel Schriftverkehr auffinden; ich habe das Baujahr "ca. 1910" von Georg Brenninger deshalb hier beibehalten. "Um 1900" wie in den Regensburger Orgelmeldebogen angegeben, scheint unwahrscheinlich.


Hauzenberg

Am 2. Juli 1903 berichtet das Bezirksamt Wegscheid an die Regierung nach Landshut: Die in der Pfarrkirche Hauzenberg vorhandene Orgel ist unbrauchbar und auch nicht mehr gut reparierbar, weshalb die Kirchenverwaltung unterm 5. vgn. Mts. beschlossen hat, durch den Orgelbaumeister Weise in Passau eine neue Orgel herstellen zu lassen, welche einen Kostenaufwand von 5200 M erfordert.. Die Regierung erteilt dem Vorhaben am 4. September 1903 die Genehmigung. Peter Griesbacher unterzieht die fertiggestellte Orgel der Abnahmeprüfung; sein Gutachten wird am 20. November 1903 vom Bezirksamt Wegscheid nach Landshut eingesendet. Die Regierung genehmigt am 5. Dezember 1903 die Auszahlung der Rest-Akkordsumme an Weise.


Obernzell, Marktkirche

Die Kirchenverwaltung Obernzell fasst den Beschluß zum Neubau einer größeren Transmissionsorgel für 4500 Mk. durch Weise am 26. Dezember 1909. Die Akten zu diesem Orgelbauvorhaben sendet das Bezirksamt Wegscheid am 18. Februar 1910 an die Regierung von Niederbayern ein. Das vorhandene Gehäuse soll für den Neubau beibehalten werden. Genehmigung durch die Landshuter Regierung am 14. März 1910. Die Fertigstellung der Orgel verzögert sich, wie in diesen Jahren bei Weise mehrfach der Fall, was das Bezirksamt Wegscheid am 6. April 1911 nach Landshut schreibt. Erst im Herbst 1911 ist die Orgel in Obernzell fertig aufgestellt, das Abnahmegutachten wird am 26. Oktober 1911 an die Regierung eingeschickt.


Radlkofen

Zu dieser bei Georg Brenninger "ca. 1930" datierten Orgel konnte ich keine Unterlagen in den Regierungsakten auffinden; die Datierung bleibt deshalb weiter bestehen.


Seyboldsdorf

1909/10 findet hier eine umfassende Innenrenovierung der Kirche incl. Aufstellung neuer Altäre und Kanzel unter Leitung des bekannten Architekten Joseph Elsner aus München statt, in deren Verlauf auch eine neue Orgel gebaut werden soll.
Die Regierung von Niederbayern schreibt am 14. Juli 1909 an das Bezirksamt Vilsbiburg: Das alte Gehäuse wird für die neue Orgel noch brauchbar sein, so daß mit dem Betrage von 3000 M wohl auszukommen ist. Die Verhandlungen mit einem tüchtigen Orgelbauer sind seinerzeit vorzulegen.
Den Beschluß zum Orgelneubau und der Auftragsvergabe an Weise fasst die Kirchenverwaltung am 23. Januar 1910 unter Beibehaltung u. Anpassung des bisherigen Gehäuses. Durch das Bischöfliche Ordinariat Regensburg wird dazu am 18. Februar 1910 noch angemerkt: In dem Vertrag mit Orgelbauer Weise vom 17. Januar 1910 dürfte bei § 6 Z. 3 den Worten "nach Abzug von Mk 300 für das alte Orgelwerk" noch beizufügen sein: nunmehr 870 M als dritte Rate. Daraufhin genehmigt die Regierung in Landshut den Neubau am 4. März 1910. Die Aufstellung der Orgel verzögert sich durch die Bauarbeiten und die große Arbeitsbelastung der Firma Weise bis in den Sommer 1911, so daß das Bezirksamt Vilsbiburg erst am 29. August 1911 das Gutachten über die nun fertiggestellte Transmissionsorgel an die Regierung einsenden kann.


Wallerdorf

Etwas entrüstet berichtet das Bezirksamt Vilshofen am 12. Juni 1902 an die Regierung nach Landshut, daß Expositus Putz in Wallerdorf ohne jegliche Genehmigung für die dortige neu erbaute Kirche den Bau einer Orgel in Auftrag gegeben hat. Durch das vehemente Eintreten des Bischöflichen Ordinariats Passau und der Regierung von Niederbayern wird das Vorhaben unverzüglich gestoppt und das Vorgehen des Expositus schärfstens mißbilligt. Mit Anfertigung der Teile für die Orgel wurde den Akten nach von Ignaz Weise im September 1902 begonnen. Am 13. Oktober 1902 schreibt die Regierung an das Bezirksamt Vilshofen: Was die weiters erfolgte Bestellung einer Orgel [...] betrifft, so sind hiezu - besonders bezüglich der Kostendeckung - die erforderlichen Beschlüsse der Kirchenverwaltung und der Kirchengemeinde zu veranlassen und nach niederkuratelamtlicher Würdigung mit den Verhandlungen wieder in Vorlage zu bringen. Die entsprechenden Akten wurden am 23. Dezember 1902 vom Bezirksamt an die Regierung übermittelt, welche die Genehmigung zum Neubau durch Weise für 4000 Mk. am 5. Februar 1903 nachträglich genehmigte.
Das Bezirksamt Vilshofen berichtete am 10. März 1903 über die neue Orgel nach Landshut: Die Prüfung der neuen Orgel in der Expositurkirche Wallerdorf fand am 25. v. Mts statt. Die Orgel konnte nur teilweise auf einem erhöhtem Podium aufgestellt werden, weil das Gehäuse ohnehin bis an die Decke reicht. Antwort der Regierung von Niederbayern vom 25. März 1903: Auf Grund des Befundsberichts des Orgelrevidenten Griesbacher d.d. Osterhofen, den 27. Febr. 1903 wird die Ausbezahlung des zurückbehaltenen Restbetrags von 1000 M an den Orgelbaumeister Ignatz Weise in Passau genehmigt.

Staatsarchiv Landshut

Bestand Rep. 164/2 (Bezirksamt Deggendorf)
- Nr. 4340 Die Orgel in der Pfarrkirche Otzing 1913-1920
Bestand Rep. 164/6 (Bezirksamt Griesbach)
- Nr. 1370 Prüfung neuer Orgelwerke 1910-1912
Bestand Rep. 164/9 (Bezirksamt Landau)
- Nr. 2444 Die Prüfung neuer Orgelwerke 1902-1930
Bestand Rep. 164/12 (Bezirksamt Mallersdorf)
- Nr. 2041 Orgelforschung im Bezirk 1929-1930
Bestand Rep. 164/16 (Bezirksamt Rottenburg/Laaber)
- Nr. 1076 Orgelforschung mit beantworteten Fragebogen aus dem Bezirk Rottenburg 1929
Bestand Rep. 164/21 (Bezirksamt Wegscheid)
- Nr. 1254 Orgelforschung - Sammelakt für den Bezirk Wegscheid 1929
Bestand Rep 168/1 (Regierung von Niederbayern - Kammer des Innern)
- Nr. 22040, 22048, 22069, 22074, 22108, 22125, 22161, 22167, 22168, 22171, 22180, 22211, 22216, 22217, 22231, 22238, 22245, 22338, 22348, 22442, 22444, 22469, 22471, 22498, 22540, 22571, 22588, 22589, 22594, 22612, 22624, 22713, 22745, 22827, 22888, 22933, 22941, 22943, 22946, 22952, 23606, 23627, 23641, 23644


Damit wäre meine Berichterstattung über die frühen Weise-Orgeln für Niederbayern aus dem Aktenmaterial des Staatsarchivs Landshut nun am Ende angelangt.
Nächstens geht es hier dann weiter auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln im Bistumsarchiv Passau und im Staatsarchiv Amberg.

Am Samstag wird noch ein Weise-Special zu einem der frühesten Neubauten folgen, zu welchem mir heute ein schon fast als spektakulär zu bezeichnender Aktenfund gelang: ein Kostenvoranschlag mit umfassendster Beschreibung der einzelnen Bestandteile und Hinweise zur frühen Weise-Pneumatik, dem originalen kolorierten Prospektentwurf, einem Zeugnis von Franz Borgias Maerz für Ignaz Weise, einem Gutachten von Franz Xaver Haberl und mehr. Seid gespannt!


Hier noch eine Impression von meinem heutigen Arbeitstag im Staatsarchiv Landshut; wer aufmerksam hinsieht, der wird erkennen, um welche Orgel es sich in dem Weise-Special am Samstag drehen wird.


[image]

Frühe Weise-Orgel - noch ein paar Gedanken und Ansätze

MCVL @, Mittwoch, 16. Juli 2025, 10:32 (vor 419 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Mittwoch, 16. Juli 2025, 15:57

Ich frage mich nach dem lehrreichen Beispiel Neurandsberg, ob die zeitlich völlig aus dem Rahmen fallende Orgel für Mangolding 1889 überhaupt von Weise stammte oder ob dies auch nur eine Falschangabe in den Regensburger Orgelmeldebogen von 1944 darstellt, womöglich ebenfalls eine Verwechslung mit Hechenberger.
Ebenso scheint der angeblich 1892 von Weise ausgeführte Orgelneubau in Erlbach bei Altötting auf einer Fehlinterpretation der vorliegenden Literatur zu beruhen. Viel eher scheint dort Weise 1916 einen pneumatischen Unbau und eine Erweiterung einer einmanualigen mechanischen Kegelladenorgel von 1892 vorgenommen zu haben, deren Autorschaft nicht bekannt ist und die ebenso gut von einem der anderen "üblichen Verdächtigen" wie Hackl, Hechenberger oder Edenhofer stammen kann. Dem werde ich nach Abschluss der Forschungen in Landshut dann noch im Staatsarchiv München nachgehen, ebenso wie einigen noch unscharf datierten Orgeln im Amtsbezirk Pfaffenhofen/Ilm und im Berchtesgadener Land.

Momentan bin ich sehr im Zweifel, ob Ignaz Weise vor dem mit Sicherheit nachweisbaren Orgelbau für Tacherting 1897 überhaupt einen Neubau ausgeführt hat.


Meine Ansicht hat sich durch das Aufarbeiten des Orgelakts "Pleinting" noch weiter bestätigt. In dem Empfehlungsschreiben von Franz Borgias Maerz ist erwähnt, daß Weise durch bereits gelieferte Werke seine Tüchtigkeit nicht nachzuweisen vermag. Ebenso ist nur ein einziges Zeugnis über einen bis dahin von Weise erstellten Orgelneubau den Akten beigefügt, nämlich über denjenigen für Tacherting 1897. Ebenso liegt den Akten ein Gutachten bzw. Zeugnis des Passauer Domkapellmeisters Clemens Bachstefel bei, welches folgenden Passus enthält: Betreffs der Person des Erbauers aber als einen Neuling im selbständigen Betriebe des Orgelbaues möchte derselbe bei aller Wertschätzung des in Aussicht genommenen Meisters zur Vorsicht raten und die Ausbezahlung und Abnahme des fertig gestellten Werkes von Seiten der Kirchengemeinde Pleinting erst von der gut und erfolgreich bestandenen Orgelprüfung abhängig gemacht wissen.

Alles das spricht meiner Meinung dafür, daß Tacherting und Pleinting die ersten Neubauten von Ignaz Weise darstellen.
Über Mangolding werde ich am Mittwoch aus den Akten der Regierung der Oberpfalz womöglich weiteres in Erfahrung bringen können; zu Erlach am Dienstag, falls sich in den "Pfarrakten" im Bistumsarchiv Passau dazu etwas findet.
Ebenso möchte ich einmal noch der Frage nachgehen, ob 1889 als das bisher bekannte Gründungsjahr der Werkstatt überhaupt den Tatsachen entspricht oder Ignaz Weise sich erst in den späten 1890er Jahren selbständig gemacht hat. Ebenso spricht die Angabe von Franz Borgias Maerz, daß Weise bei ihm 15 Jahre beschäftigt gewesen sein soll, für eine Firmengründung in den späten 1890er Jahren, vor allem wenn man das Geburtsjahr von Weise 1864 berücksichtigt (!).

Frühe Weise-Orgel - noch ein paar Gedanken und Ansätze

ThoFi, Mittwoch, 16. Juli 2025, 15:33 (vor 419 Tagen) @ MCVL

Also: wenn Ignaz Weise 1864 geboren,ging eine Lehre ab 14 Jahren los, also 1878.
Wenn Maerz "15 Jahre" schreibt, wären wir bei 1892/93 für eine
Selbständigkeit, also nicht 1889.

Frühe Weise-Orgel - noch ein paar Gedanken und Ansätze

MCVL @, Mittwoch, 16. Juli 2025, 15:48 (vor 419 Tagen) @ ThoFi
bearbeitet von MCVL, Mittwoch, 16. Juli 2025, 17:14

Also: wenn Ignaz Weise 1864 geboren,ging eine Lehre ab 14 Jahren los, also 1878.
Wenn Maerz "15 Jahre" schreibt, wären wir bei 1892/93 für eine
Selbständigkeit, also nicht 1889.

Genau so sehe ich das auch. Nach Maerz war er vielleicht noch zwei oder mehr Jahre bei Hechenberger beschäftigt und dann sieht das auch viel plausibler aus mit einer Firmengründung um 1896/97 herum. Ich werde mich jedenfalls noch bemühen, die Bauakten zu der Orgel von Tacherting aufzufinden, das lag im Amtsbezirk Laufen an der Salzach und somit müsste sich der Schriftverkehr nunmehr im Staatsarchiv München befinden.
Sollte es sich, wie ich es vermute, bei Mangolding und Erlach um Fehlzuschreibungen handeln, wird meine Theorie noch weiter untermauert.

Vielleicht frage ich auch noch im Stadtarchiv Passau an, ob dort Gewerbeakten oder vergleichbares Material vorliegt. Das ist aber zumindest im süddeutschen Raum immer schwierig, da Orgelbau in Bayern wie auch in Württemberg zur damaligen Zeit ein sogenanntes "liberales" Gewerbe darstellte, das nicht als Handwerksberuf lief.

P.S. ist schon jemanden aufgefallen, daß auf dem Briefkopf im Frontenhausen-Thread "gegr. 1899" zu lesen ist? Soll es auch 1897 gewesen sein; 1889 halte ich definitiv für falsch.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Amberg/Passau

MCVL @, Donnerstag, 17. Juli 2025, 20:36 (vor 418 Tagen) @ MCVL

Liebe Weise-Freunde,

heute wurden von mir die Vorbereitungen für die nächste Woche vorgesehenen Archivbesuche abgeschlossen und nun ist alles fix dafür, die Aktenbestellungen sind bestätigt, wobei ich an dieser Stelle schon dem äußerst zuvorkommenden Personal des Staatsarchivs Amberg danken möchte, die mir Auszüge aus nicht online zugänglichen Findbüchern zukommen ließen und mir dadurch eine zeitraubende Repertoriendurchsicht vor Ort ersparten.

Am Dienstag geht es zunächst ins Bistumsarchiv Passau, wo ich die (leider nicht vollständig) überlieferten Orgelmeldebogen von 1944 und mehrere Pfarrakten zu Ortschaften, von denen ich im Staatsarchiv Landshut keine Akten auffinden konnte, einsehen werde.

Mittwoch wird ein langer und arbeitsreicher Tag im Staatsarchiv Amberg werden; der Mittwoch wurde von mir aus dem Grund gewählt, da das Archiv an diesem Tag 10 Stunden für die Benutzer geöffnet ist. Vorbestellt und bestätigt sind folgende Akten zu Kirchen- und Orgelbauangelegenheiten (darunter auch die Fragebogen zur bayernweiten Orgelerhebung von 1929/30 für die Bezirksämter Parsberg und Sulzbach; angeblich sind die Fragebogen auch für die Bezirksämter Riedenburg und Stadtamhof erhalten):

Regierung der Oberpfalz - Kammer des Innern

Kirchenbauakten zu folgenden Ortschaften:

-1919 Kürn 1907-1938
-2401 Parsberg 1866-1983
-2677 Reichenbach am Regen 1905-1968
-5715 Dietkirchen 1817-1927
-6877 Kirchberg 1816-1927
-6961 Kohlberg 1909-1924
-7095 Lennesrieth 1921-1928
-7207 Mangolding 1882-1922
-7424 Miesbrunn 1854-1918
-8007 Plößberg 1913-1928
-8017 Pollanten 1855-1929
-8055 Püchersreuth 1873-1918
-8058 Pullenreuth 1837-1931
-8504 Roggenstein 1884-1913
-8754 Schönach 1827-1928
-8800 Schorndorf 1805-1931
-9001 Stadlern 1858-1927
-9037 Stamsried 1811-1929
-9057 Stein 1816-1927
-9117 Sünching 1862-1929
-9172 Sulzbach-Rosenberg St. Hedwig 1908-1913
-9452 Trasching 1851-1920
-9549 Ursulapoppenricht 1833-1918
-9703 Waffenbrunn 1922-1929
-9731 Waldeck 1861-1927
-9748 Waldershof 1850-1931
-9479 Waldershof 1808-1907
-9852 Walting 1909-1919
-9981 Wernersreuth 1875-1928
-10027 Wilchenreuth 1857-1931
-10947 Orgeln im Amtsbezirk Parsberg 1929-1930

Bezirksamt/Landratsamt Neustadt/Waldnaab
-2954 Neubau einer kath. Kirche in Wilchenreuth 1909-1941

Bezirksamt/Landratsamt Oberviechtach
-548 Pfarrkirche Oberviechtach 1902-1936
-559 Erweiterung der Pfarrkirche Oberviechtach 1903-1918
-623 Pfarrkirche in Weiding 1900-1936

Bezirksamt/Landratsamt Parsberg
-4292 Kirche in Parsberg 1926-1938

Bezirksamt/Landratsamt Roding
-1442 Restaurierung der inneren Einrichtung der Filialkirche in Reichenbach 1900-1938

Bezirksamt/Landratsamt Stadtamhof
-1626 Reparaturen an der Kirche und Kapelle in Kürn 1866-1929

Bezirksamt/Landratsamt Sulzbach-Rosenberg
-8629 Instandhaltung der Kirchenorgeln 1893-1929


Wenn die Ausbeute nur annähernd so umfangreich ausfällt wie diejenige in Landshut, lassen sich noch einige offene Fragen klären und Autorschaft bzw. Baujahre mehrerer unklarer Fälle verifizieren.
Leider konnte ich zu den in den 1920er Jahren erbauten Orgeln Ettmannsdorf und Walderbach kein passendes Aktenmaterial ausfindig machen.

Wann die jeweiligen Berichte dazu folgen werden, kann ich noch nicht abschätzen, ich hoffe aber, die neuen Erkenntnisse Ende der Woche dann aufgearbeitet zu haben.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Amberg/Passau

fluteceleste @, Donnerstag, 17. Juli 2025, 22:20 (vor 418 Tagen) @ MCVL

vielen Dank fürs update, bin wie immer gespannt auf die weiteren Erkenntnisse!

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Amberg/Passau

MCVL @, Donnerstag, 17. Juli 2025, 22:31 (vor 418 Tagen) @ fluteceleste

vielen Dank fürs update, bin wie immer gespannt auf die weiteren Erkenntnisse!

Wie immer gerne geschehen.

Momentan warte ich noch auf die Antwort des Staatsarchivs München, aber von dort kam eine kurze Mitteilung, daß es wegen Personalknappheit noch etwas dauern kann, bis meine Anfrage bearbeitet werden wird.

Aber da schließen wir uns hinter den Kulissen kurz : -)

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Amberg/Passau

Regermann @, Oberpfalz, Freitag, 18. Juli 2025, 09:37 (vor 417 Tagen) @ MCVL

Herzlichen Dank für das Weise-Engagement! Bin gespannt auf neue Erkenntnisse bezüglich der mittleren Oberpfalz! Dem Lob für das Personal des Staatsarchivs Amberg kann ich mich nur anschließen, ich war kürzlich dort wegen der 1925 gebauten Steinmeyer-Orgel op. 1389 (100 Jahre-Jubiläum, unverändert erhalten!) für die damalige Gefangenenanstalt.

--
freundliche Grüße, Regermann

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Amberg/Passau

MCVL @, Freitag, 18. Juli 2025, 10:24 (vor 417 Tagen) @ Regermann

Herzlichen Dank für das Weise-Engagement! Bin gespannt auf neue Erkenntnisse bezüglich der mittleren Oberpfalz! Dem Lob für das Personal des Staatsarchivs Amberg kann ich mich nur anschließen, ich war kürzlich dort wegen der 1925 gebauten Steinmeyer-Orgel op. 1389 (100 Jahre-Jubiläum, unverändert erhalten!) für die damalige Gefangenenanstalt.

Danke, ich bin selbst schon sehr gespannt, was sich alles herausfinden lassen wird. Ich habe versucht, für alle bis zum Beginn der Opuszählung um 1929 bislang unter Weises Namen im Umlauf befindlichen Orgeln für die Oberpfalz (abgesehen von den für Regensburg entstandenen Instrumenten, über die zuverlässige Informationen vorliegen) Aktenmaterial aufzufinden, wie gesagt ist es bis auf Ettmannsdorf und Walderbach auch gelungen. Bei Walderbach habe ich den Verdacht, daß die Orgel auf Staatskosten erbaut wurde und sich die Akten dazu vermutlich in den Beständen des zuständigen Rentamts (Roding oder Cham?) befinden.
Nun hoffe ich, daß sich möglichst viel aufschlußreiches Schriftgut in den Akten enthalten ist.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln Teil V

MCVL @, Dienstag, 22. Juli 2025, 19:05 (vor 413 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Dienstag, 22. Juli 2025, 19:49

Liebe Weise-Freunde,

heute besuchte ich das Bistumsarchiv in Passau und muss mich hier an erster Stelle bei dem sehr zuvorkommenden, freundlichen und kompetenten Personal bedanken, mit dem ich es heute zu tun hatte. Alle meine Wünsche wurden erfüllt und auch noch eine zukünftige Arbeit von mir dort im Archiv bereits ausgemacht... Dazu aber seinerzeit mehr, was ich mir da alles durchsehen darf : -)

Die Orgelmeldebogen von 1944 sind - wie mir schon angekündigt wurde - leider nur unvollständig überliefert; darunter fanden sich lediglich zwei Weise-Orgeln, deren Dispositionen aber bislang nirgendwo in der Literatur publiziert wurden und die ich im folgenden Bericht vorstellen werde. Eines der Instrumente scheint dabei eine recht bemerkenswerte Historie zu besitzen.

Dann habe ich einige der sogenannten "Pfarrakten" aus dem Bestand "Ordinariatsarchiv" durchgesehen, welche Kirchenbaulichkeit zu Ortschaften betreffen, zu welchen obskure Zuschreibungen an Weise im Umlauf sind bzw. zu denen ich im Staatsarchiv Landshut kein Aktenmaterial ermitteln konnte.


Vielleicht als erstes zu einem von mir bereits mehrfach erwähnten Ort: Erlbach bei Altötting. Nun denn, es hat sich alles so herausgestellt, wie ich es bereits vermutet hatte. Nach den Aktenfunden zu Pleinting war mir klar, daß die ominöse Zuschreibung des Neubaus in Erlbach von 1892 an Ignaz Weise in der Orgeldatenbank Bayern (ODB) sich als falsch herausstellen wird und genauso ist es. Die ODB ist für viele Dinge ein sehr nützliches Hilfsmittel, ein Werkzeug und es ist auch verdienstvoll, daß sich einstmals jemand diesem Projekt angenommen hat. Aber: hieraus Daten und Angaben in Orgeltopographien oder Orgelbauer-Monographien ohne Überprüfung zu übernehmen, das ist brandgefährlich, das ist fahrlässig und dann wird auch der Karren richtig an die Wand knallen.
Was war da nunmehr in Erlbach? Die Orgel von 1892 war tatsächlich von einem, den ich schon für diese Arbeit vermutet habe und zwar von Ludwig Edenhofer aus Deggendorf. Es war eine einmanualige mechanische Kegelladenorgel mit 10 Registern, die 3000 Mk kostete und deren Disposition und Kostenberechnung von keinem geringeren als "Hofkapellmeister" Josef Rheinberger revidiert wurde. Das Bischöfliche Ordinariat Passau erteilte seine Zustimmung zu diesem Orgelbau am 27. Oktober 1892. 1916 baute Ignaz Weise diese Orgel pneumatisch um und erweiterte sie um ein zweites Manual. Nicht ganz klar ist, ob das II. Manual ein eigenständiges Werk war oder ob es sich um einen Umbau in eine der berühmt-berüchtigten Transmissionsorgeln handelte. Dem werde ich aber noch nachgehen. Der in der ODB für diesen Umbau genannte Alois Wölfl aus Unterflossing kann unmöglich dafür in Frage gekommen sein, er war zu diesem Zeitpunkt ja noch ein Kind (!). Viel eher scheint es wahrscheinlich, daß die Orgel später von Wölfl nochmals umgebaut wurde.


Für Dorfbach fand ich in den Statistiken/Handbüchern für das Bistum Passau einen anonym überlieferten Orgelneubau von 1921, für den ich evtl. Weise als Erbauer in Betracht gezogen habe. Das konnte nun widerlegen; die Orgel stammte von "Orgelbau Josef Meier - Nibelungenstraße 18 - Passau", die Sachberatung lag bei Peter Griesbacher.


In den Orgelmeldebogen von 1944 fand ich die Disposition der Weise-Orgel für die Filialkirche zu Obernberg aus dem Jahr 1943. Diese Orgel soll nach dem Orgelmeldebogen unter Verwendung von Teilen einer ehemaligen Convent=Orgel des Klosters Weltenburg, welche später nach Gögging gelangte und 1864 in Obernberg durch Adam Ehrlich aus Straubing aufgestellt wurde, erbaut worden sein. Hier würde es sich sicher lohnen, vor Ort einmal nachzusehen, ob dieses Instrument noch existiert und es historische Bestände enthält. Die Disposition war folgende

Manual
1) Gedeckt 8'
2) Salicional 8'
3) Dolceflöte 4'
4) Piccolo 2'

nicht selbständiges Pedal
pneumatische Traktur


Für die Filialkirche in Schildthurn lieferte Michael Weise 1920 nach den Orgelmeldebogen von 1944 folgendes Werk

Manual
1) Principal 8'
2) Gedeckt 8'
3) Salicional 8'
4) Aeoline 8'
Vox coelestis 8' (Sammelzug)
5) Octavmixtur 4'

Pedal
6) Subbaß 16'

Ob.-Okt.-Koppel Manual
Unt.-Okt.-Koppel Manual
Pedalkoppel
Pleno


In der ODB findet sich bislang eine Zuschreibung an Weise für die alte Kirche in Unterneukirchen. Die Orgel soll vor 1919 entstanden sein, dazu war weder in den Statistiken/Handbüchern des Bistums Passau etwas zu finden, noch in der heute eingesehenen Kirchenbauakte. Dagegen ist in der Kirchenbauakte zu Unterneukirchen für 1892 ein Orgelneubau nachgewiesen, der aber sicherlich von der Zeit her nicht von Weise stammen kann. Unterneukirchen werde ich guten Gewissens aus dem Werkverzeichnis streichen.


Der Orgelneubau für Zeilarn kann nun in das Jahr 1921 datiert werden. Dort war ein angeblich altes und wurmstichiges Orgelwerk vorhanden, welches keiner Reparatur mehr wert war. Das Bischöfliche Ordinariat stimmte dem Entwurf zu einem Orgelneubau durch Michael Weise zu, der von Peter Griesbacher begutachtet worden war. Die Aufstellung der Orgel erfolgte wie erwähnt 1921.


Bistumsarchiv Passau
Bestand Ordinariatsarchiv
- Varia I, 14c: Erfassung der Orgelmetalle und Ablieferung (enthält u.a. Meldebogen für Orgeln) 1943-1945
- Pfarrakte Dorfbach II 5c (Kirchenbau)
- Pfarrakte Erlbach II 5c (Kirchenbau)
- Pfarrakte Unterneukirchen II 5c (Kirchenbau)
- Pfarrakte Zeilarn II 5c (Kirchenbau)


Morgen geht es dann nach Amberg, es wird ein langer und arbeitsreicher Tag, von dem ich mir aber viel verspreche. Berichten werde ich darüber dann voraussichtlich Ende der Woche.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln Teil V

Regermann @, Oberpfalz, Dienstag, 22. Juli 2025, 19:30 (vor 413 Tagen) @ MCVL

Amberg, prima! Vielleicht schau ich vormittags mal im Staatsarchiv vorbei!

--
freundliche Grüße, Regermann

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln Teil V

MCVL @, Dienstag, 22. Juli 2025, 19:37 (vor 413 Tagen) @ Regermann

Amberg, prima! Vielleicht schau ich vormittags mal im Staatsarchiv vorbei!

Ich würde mich freuen! Vermutlich bin ich ab 8.30/9.00 in Amberg, je nach Straßenlage.

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Amberg

MCVL @, Mittwoch, 23. Juli 2025, 19:28 (vor 412 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Mittwoch, 23. Juli 2025, 23:17

Liebe Weise-Freunde,

heute war ein langer Tag, den ich in der Geburtsstadt von Ignaz Weise verbracht habe, in Amberg und zwar im Staatsarchiv für die Oberpfalz, wo ich sogar Besuch von einem Forenkollege bekam : -)

Es gab jede Menge an Material zu sichten, ich durfte alles digital abfotografieren, es sind sehr schöne Funde darunter, es gibt viele Bestätigungen, einige Jahreszahlen zu überarbeiten, es sind etliche Kostenvoranschläge, Abnahmegutachten, Prospektentwürfe usw. in den Akten, es gilt aber auch Fehlzuschreibungen zu korrigieren bzw. aus dem Werkverzeichnis zu eliminieren.

Bis ich das alles aufgearbeitet habe, wird es noch ein paar Tage dauern, deshalb hier erst einmal eine kleine Vorschau.

Sehr interessant, nicht hinsichtlich Weise, sondern allgemein waren die Fragebogen für die bayernweite Orgelinventarisierung von 1929/30, die ich für die Amtsbezirke Parsberg und Sulzbach durchgesehen habe. Unbekanntes von Weise ist nicht darunter gewesen, aber die große Überraschung im Bezirk Parsberg: derjenige, der dort absolut einstmals den Markt beherrscht hat, war Ludwig Edenhofen, von dem ich viele Dispositionen auffinden konnte. Daneben waren etwas Binder/Siemann und die Bittners aus Eichstätt bzw. Nürnberg vertreten. Und eine kleine Zahl Orgeln aus der Zeit um 1800 war auch noch erhalten.

Und nun noch zum größten Rätsel Mangolding. Stand dort nun eine Orgel von Ignaz Weise aus dem Jahr 1889? Nein, Freunde, nein. Das war mir auch nach den Ergebnissen der letzten Zeit klar, daß sich das nicht bestätigt. Dort war eine kleine mechanische Brüstungsorgel vorhanden, deren Disposition aus einem Gutachten von Binder-Siemann nun auch bekannt ist (Gedeckt 8' - Salicional 8' ab c0 - Octav 4' - Mixtur 2' - Pedal angehängt ohne eigenes Register). Wie kam man aber auf den Namen Weise, der sich in den Regensburger Orgelmeldebogen findet? Ganz einfach: Michael Weise baute dort Ende 1921 ein neues kleines pneumatisches Werkchen, von dem mir nun alles Wissenswerte vorliegt. Offensichtlich wusste 1944 niemand das Baujahr mitzuteilen, da die Akten sämtlich beim Bezirksamt Regensburg lagen. Woher dann das Jahr 1889 stammt, konnte ich nicht klären, evtl. fanden in diesem Jahr tatsächlich Arbeiten an der Brüstungsorgel statt.

Und nun noch ein paar Funde des heutigen Tages, die auf mehr Appetit machen sollen:

Die erste Seite des Kostenvoranschlags für den Orgelneubau Reichenbach am Regen 1922 (Staatsarchiv Amberg - Bestand Bezirksamt Roding Nr. 1442 Restaurierung der inneren Einrichtung der Filialkirche in Reichenbach):

[image]


Fragebogen zur bayernweiten Orgelerhebung von 1929/30, man sieht den typischen Matrizendruck der Vorlage, zur Klosterkirche Sulzbach (Staatsarchiv Amberg - Bestand Bezirksamt Sulzbach Nr. 8629 Instandhaltung der Kirchenorgeln 1893-1929):

[image]


Aus dem Abnahmegutachten von Peter Griesbacher zur Orgel für Mangolding (Staatsarchiv Amberg - Bestand Bezirksamt Regensburg Nr. 1085 Anschaffung einer neuen Orgel für die Filialkirche Mangolding 1913-1922):

[image]


Prospektentwurf zum Neubau der Transmissionsorgel Ursulapoppenricht 1914 (Staatsarchiv Amberg - Bestand Bezirksamt Amberg Nr. 1403 Erbauung einer neuen Pfarrkirche in Ursulapoppenricht 1900-1914):

[image]

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln Teil V

ThoFi, Donnerstag, 24. Juli 2025, 13:01 (vor 411 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von ThoFi, Donnerstag, 24. Juli 2025, 13:04

Dorfbach... interessant.
Josef Meier übernahm anscheinend 1920 die Werkstatt Hechenberger, aber nur 5 Jahre, dann lt. Fischer "100 Jahre BDO" wsl. hier Becker & Hiendl. Julius Becker (Intonateur) verstarb aber offensichtlich bereits 1935. Dann kam als Intonateur Ludwig Eisenbarth von Steinmeyer... aber wann?. Eisenbarth hat ja 1945 seinen eigenen Betrieb gegründet und die Hiendls haben sich ganz auf den Möbelbau/-handel verlegt (Ottfried Fischer:"I sog nur,,,").
Der berühmt-berüchtigte Friedrich Meier geb.1913, ausgebildet bei Weise in Plattling, dann selbständig ebendort, dürfte ein Sohn von Josef Meier gewesen sein (St. Jakob, Straubing und v.a. die Striedl-Orgeln in Triftern und Malgersdorf).
Thomas

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Herkunft des Vaters

Regermann @, Oberpfalz, Donnerstag, 24. Juli 2025, 18:27 (vor 411 Tagen) @ MCVL

Da kann der Forenkollege noch einen Fund beisteuern:
Laut Taufregister der Pfarrei St. Martin Amberg war Ignaz Franz das neunte Kind des Steingutarbeiters Gottlieb Weise und seiner Frau Barbara geb. Dobmeier. Getraut wurden die beiden am 20. Oktober 1846 in Großschirma (Königreich Sachsen), nördlich von Freiberg.

--
freundliche Grüße, Regermann

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln - Herkunft des Vaters

MCVL @, Donnerstag, 24. Juli 2025, 22:12 (vor 411 Tagen) @ Regermann

Da kann der Forenkollege noch einen Fund beisteuern:
Laut Taufregister der Pfarrei St. Martin Amberg war Ignaz Franz das neunte Kind des Steingutarbeiters Gottlieb Weise und seiner Frau Barbara geb. Dobmeier. Getraut wurden die beiden am 20. Oktober 1846 in Großschirma (Königreich Sachsen), nördlich von Freiberg.

Vielen Dank für diese interessante Ergänzungen!

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln Teil V

MCVL @, Donnerstag, 24. Juli 2025, 22:16 (vor 411 Tagen) @ ThoFi

Zu Hiendl und Becker habe ich in Landshut bzw. Passau auch noch Arbeiten gefunden, die in der ODB und in der Literatur nicht erwähnt sind, u.a. ein Neubau unter Verwendung von Material der Vorgängerorgel in Tiefenbach bei Passau und einen Neubau für eine Kapelle in Landau an der Isar.

War 1895 das Gründungsjahr der Firma Weise?

MCVL @, Samstag, 26. Juli 2025, 22:28 (vor 409 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Samstag, 26. Juli 2025, 22:45

Liebe Weise-Freunde,

ein geschätzter Forenkollege hat liebenswürdiger Weise (Hammer-Gag) die Passauer "Donau-Zeitung" nach Hinweisen auf Ignaz Weise durchforstet und mir interessantes Material übermittelt.

Einer Annonce zufolge gründete Ignaz Weise den Betrieb im Dezember 1895 als (wohl bescheidene) Klavier- und Harmonium-Reparaturwerkstatt. Daraufhin deutet ja auch das Schreiben des Pfarrers aus Tacherting an seinen Kollegen in Pleinting hin, als er erwähnt, Weise hätte noch mehrere Wochen in der dortigen Gegend mit Orgel- und sonstigen Arbeiten zu tun.

Weise war schon seit etwa 1889 in Passau anwesend, in diesem Jahr hat er dort Magdalena Eberwein aus München geheiratet. Weise wird ebenfalls noch als in München ansässig bezeichnet. Offenbar war er nicht allzulange davor nach Passau gekommen. Die Angabe von Franz Borgias Maerz, daß Weise bei ihm etwa 15 Jahre beschäftigt war, muss deshalb hinterfragt werden. Was hat Weise zu dieser Zeit nach Passau geführt? Hat Hechenberger Mitarbeiter für seine Domorgel benötigt? Ist Weise dann nochmals zu Maerz zurück?
Ich werde mich bemühen, zu diesen Fragen im Stadtarchiv Passau Antworten zu finden, vielleicht lässt sich ja zu Weises Gewerbebetrieb tatsächlich auch noch etwas finden.

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Freitag, 30. Januar 2026, 22:18 (vor 221 Tagen) @ ThoFi
bearbeitet von MCVL, Freitag, 30. Januar 2026, 22:49

Dorfbach... interessant.
Josef Meier übernahm anscheinend 1920 die Werkstatt Hechenberger, aber nur 5 Jahre, dann lt. Fischer "100 Jahre BDO" wsl. hier Becker & Hiendl. Julius Becker (Intonateur) verstarb aber offensichtlich bereits 1935. Dann kam als Intonateur Ludwig Eisenbarth von Steinmeyer... aber wann?. Eisenbarth hat ja 1945 seinen eigenen Betrieb gegründet und die Hiendls haben sich ganz auf den Möbelbau/-handel verlegt (Ottfried Fischer:"I sog nur,,,").
Der berühmt-berüchtigte Friedrich Meier geb.1913, ausgebildet bei Weise in Plattling, dann selbständig ebendort, dürfte ein Sohn von Josef Meier gewesen sein (St. Jakob, Straubing und v.a. die Striedl-Orgeln in Triftern und Malgersdorf).
Thomas


So ähnlich habe ich mir das bislang auch vorgestellt, aber mittlerweile bin ich im Zuge meiner Forschungen zu Ignaz Weise zu neuen Ergebnissen gelangt, die ich als Material und Bausteine einmal zusammenfassen möchte.

Fest steht sicher, daß Martin Hechenberger zunächst als Werkmeister die im Besitz der Witwe Ehrlich befindliche Werkstatt weitergeführt und die von Adam Ehrlich begonnenen Orgeln fertiggestellt hat. Es waren dies die beiden Orgeln für

- Sonnen
- Passau, St. Paul

Die ersten Werke, welche Hechenberger als selbständiger Orgelbauer errichtete, waren:

- 1862 Rudelzhausen in der Hallertau
- 1862 Traunstein, Kapuzinerkloster

Die Orgeln wurden bislang fälschlicherweise Johann Ehrlich/Landshut (Rudelzhausen) und Adam Ehrlich (Traunstein) zugeschrieben. Es besteht hier die Möglichkeit, dass die Kostenvoranschläge noch von Adam Ehrlich stammten.
Die bislang auf 1862 datierte Orgel für Triftern entstand wesentlich später.

Die letzten Neubauten der Firma Hechenberger waren Opus 297 für Schalding und Opus 298 für Rotthalmünster.
Im Laufe des Jahres 1918 gab Maximilian Hechenberger die Werkstätte auf, vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen.

Es scheint tatsächlich so gewesen zu sein, daß Josef Meier die kurzzeitig verwaiste Werkstatt dann um 1920 weitergeführt hat. Sein (mir) bislang letzter bekannter Arbeitsnachweis stammt von 1924, Ried im Innkreis (OÖ) unter Verwendung des Pfeifenwerks von Martin Hechenberger 1864.

Ignaz Weises Geschäftsräume für seine Orgelbauanstalt und Musikinstrumentenhandel befanden sich vor der Übersiedlung nach Plattling in der Messergasse. Was mit den Räumlichkeiten nach dem Umzug nach Plattling geschah, muss vorerst offen bleiben.

Nach der Firmenübernahme durch den Adoptivsohn Michael ging Ignaz Weise wieder nach Passau zurück.
Jetzt wird es interessant: Ignaz Weise betrieb zumindest ab 1919 bis etwa Ende 1920 von Passau aus einen Reparaturbetrieb, es liegen aus dieser Zeit u.a. Arbeitsnachweise für Wartungen aus Dornach, Kirn und Taubenbach vor. Es existierte auch Geschäftspaier mit dem Titel "Ignaz Weise senior - Passau".

Ab 1921 sind dann die ersten Arbeiten von Julius Becker nachweisbar, an Ignaz-Weise-Orgeln wie Bayerbach oder Mariakirchen. Becker verwendete eigenes Briefpapier mit der Anschrift "Große Messergasse" in Passau. Hat Becker also die ursprünglichen Weise-Räumlichkeiten übernommen? Hat Becker ab 1921 die Wartung der bislang noch von Ignaz Weise betreuten Orgeln anvertraut bekommen?

Was war der Grund, dass Ignaz Weise als Mittfünfziger überraschend die Werkstatt in Plattling an seinen Adoptivsohn Michael Weise übergeben hat und zurück nach Passau gegangen ist? Es ist bislang auch überhaupt kein Hinweis zu finden, dass Ignaz Weise sich für den Betrieb in Plattling noch interessiert hätte oder dort in irgendwelche Projekte miteinbezogen wurde. Sind die beiden überhaupt reibungslos auseinander gegangen? Fand die Adoption und die Firmenübernahme aus freien Stücken statt oder waren finanzielle Schwierigkeiten und die Beibehaltung des Namens Weise der Grund?

Um 1925 ist dann Hiendl als Geschäftspartner bei Julius Becker eingetreten, bis mindestens 1928 ist weiter die "Große Messergasse" als Firmensitz angegeben.
Siedelten Becker & Hiendl in der Folgezeit in die vormalige Hechenberger-Meier-Werkstatt um? Die Gebäude wurden von Maximilian Hechenberger um 1910 herum völlig neu errichtet.

Das mal ein paar Dinge zum Nachdenken und als Grundlage für weitere Forschung.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Sonntag, 01. Februar 2026, 23:23 (vor 218 Tagen) @ MCVL

Danke, Mark, sehr interessant...
Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Montag, 02. Februar 2026, 20:34 (vor 218 Tagen) @ ThoFi

Danke, Mark, sehr interessant...
Thomas

Gerne geschehen.

Übrigens: nachdem sich seit Sommer letzten Jahres bei den Orgeln von Ignaz Weise kein Zuwachs mehr ergab, waren es nun innerhalb weniger Tage zwei Neubauten, die ich neu nachweisen konnte.
Neben der hier schon erwähnten Orgel für die Musikakademie Klosterneuburg 1913 (nochmals Danke an Florian) kam ein Instrument aus dem Jahr 1904 hinzu: Roßbach (Niederbayern), kath. Pfarrkirche. Die Orgel kostete 3150 Mk. und war bisher fälschlicherweise Hechenberger zugeschrieben worden.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Freitag, 06. Februar 2026, 22:49 (vor 214 Tagen) @ ThoFi

Danke, Mark, sehr interessant...
Thomas

Hallo Thomas,

ich muss mich auf diesem Weg bei dir melden, da mein e-mail-Provider wieder mal Schwierigkeiten gemacht hat und deine Nachrichten völlig unbeabsichtigt gelöscht wurden, bevor ich antworten konnte.
Vielen Dank für die hochinteressanten Infos.
Sei doch bitte so gut und schreibe mich nochmal am, da ich dir gerne ein paar Unterlagen zukommen lassen möchte.

Viele Grüße

Mark

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Samstag, 07. Februar 2026, 14:52 (vor 213 Tagen) @ MCVL

Hallo Mark,
hab Dir nochmal eine PN gemailt.

Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Samstag, 07. Februar 2026, 16:32 (vor 213 Tagen) @ ThoFi

Hallo Mark,
hab Dir nochmal eine PN gemailt.

Thomas

Hallo Thomas, hat alles geklappt!

Mark

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Montag, 06. April 2026, 20:51 (vor 155 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Montag, 06. April 2026, 22:41

Zu dem ganzen Thema habe ich wieder weiteres Material gefunden und stelle dazu morgen ein paar Scans ein.

Ganz eindeutig ist nun geklärt, daß Josef Meier die Firma Hechenberger übernommen hat, er firmierte in den 1920er Jahren noch als "Hoforgelbau Hechenberger - Inhaber Josef Meier" (mich würde interessieren, was da dann auf den Firmenschildern an den Spieltischen stand).

Von Hiendl habe ich ein schönes Briefpapier aus den späten 1930er Jahren gefunden, wo der Fokus schon sehr auf das Möbelhaus gelegt und das Gebäude in der "General-Kraus-Straße" (wie lautet der heutige Straßenname?) werbewirksam abgebildet wurde (seinerzeit benötigten sie noch keinen Otti dafür). Unten links wird dann auf den Orgelbaubetrieb hingewiesen, der sich immer noch in der Kleinen Messergasse befand.

Die Gründung der Firma Eisenbarth erfolgte offenbar im August 1945, Eisenbarth verschickte gedruckte Postkarten an verschiedene Pfarrämter, auf denen er auf seine Firmengründung hinweist.

Kurz danach hat auch Josef Hiendl ähnliche Postkarten versendet mit dem Hinweis, daß er weiterhin Orgelbau betreibe und sich Eisenbarth von ihm getrennt, aber keineswegs die Firma übernommen hat.

Um 1952 hat Hiendl dann den Orgelbau aufgegeben, Nachfolger wurde ein gewisser Otto Scheer, von dem ich bislang noch nie etwas gehört oder gelesen habe.

Und; wahrscheinlich ist nun auch geklärt, wo sich Ignaz Weises Werkstatt in Passau bis zum Umzug nach Plattling befand...

Wenn man die kleine Messergasse von der Domau aus hochläuft, war es das Eckhaus Messergasse/Höllgasse auf der rechten Seite südlich der Höllgasse.

Soweit für heute zu diesem interessanten Thema.

P.s. Hechenberger scheint schon 1903 wirtschaftlich zu kämpfen gehabt zu haben, wie aus einem Brief von Peter Griesbacher an die Kirchenverwaltung Roßbach hervorgeht.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Montag, 06. April 2026, 22:17 (vor 155 Tagen) @ MCVL

Sehr interessant... es bleibt spannend!
Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Dienstag, 07. April 2026, 08:10 (vor 154 Tagen) @ MCVL

Umschlagseite eines Kostenvoranschlags von Josef Meier nach Übernahme der Firma Hechenberger:


[image]


Das erwähnte Briefpapier von Hiendl aus den späten 1930er Jahren - mehr sog i ned:


[image]


Hier die Postkarte, welche Ludwig Eisenbarth im August 1945 an verschiedene Pfarrämter verschickte:


[image]


Die Reaktion von Hiendl erfolgte umgehend:


[image]


Hier die Postkarte des Hiendel-Nachfolgers Oswald (nicht Otto - sorry) Scheer, welche er an potentielle Kunden verschickte. Das Klischee (von Laukhuff stammend) verwendete Scheer weiter:


[image]

[image]

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 07. April 2026, 09:27 (vor 154 Tagen) @ MCVL

Lt. Niederbayern-wiki hieß die General-Kraus-Strasse in Passau früher und auch heute wieder Kapuzinerstr.

Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 07. April 2026, 09:45 (vor 154 Tagen) @ ThoFi

Kapuzinerstr. 33 und 35 jetzt Neubebauung, aber direkt nach No. 37 zum Inn runter der Josef-Hiendl-Weg.

Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Dienstag, 07. April 2026, 09:53 (vor 154 Tagen) @ ThoFi

Kapuzinerstr. 33 und 35 jetzt Neubebauung, aber direkt nach No. 37 zum Inn runter der Josef-Hiendl-Weg.

Thomas

Wunderbar, vielen Dank!

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 07. April 2026, 10:15 (vor 154 Tagen) @ MCVL

Die unterschiedlichen Hausnummern rühren daher, dass die Kapuzinerstr. ab 1934/38 geteilt war in Klara-Hitler-Str. (westlicher Abschnitt) und General-Kraus-Str. (östlicher Abschnitt).
Quelle: Niederbayern-wiki.

Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Dienstag, 07. April 2026, 10:30 (vor 154 Tagen) @ ThoFi

Kapuzinerstr. 33 und 35 jetzt Neubebauung, aber direkt nach No. 37 zum Inn runter der Josef-Hiendl-Weg.

Thomas

Ich habe mir das jetzt einmal auf den online verfügbaren historischen Luftbildern des Bayerischen Landesluftbildzentrums und auf Google Earth angeschaut.

Die Gebäude stehen offensichtlich noch, sie befinden sich nicht direkt an der Kapuzinerstraße, sondern am Josef-Hiendl-Weg und grenzen nördlich an den Innstadtbahnhofweg.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 07. April 2026, 12:12 (vor 154 Tagen) @ MCVL

Du scheinst Recht zu haben. Die Gebäude sind dann östlich des Josef-Hiendl-Weges. Da haben sich eben inzwischen die Hausnummern verändert.
Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Dienstag, 07. April 2026, 12:23 (vor 154 Tagen) @ ThoFi

Du scheinst Recht zu haben. Die Gebäude sind dann östlich des Josef-Hiendl-Weges. Da haben sich eben inzwischen die Hausnummern verändert.
Thomas

Genau. Und der Fotograf von dem Bild hat Richtung Südosten geschaut.


Viele Grüße

Mark

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 07. April 2026, 12:38 (vor 154 Tagen) @ MCVL

Der kurze Querriegel ist aufgestockt. Da kann man sich oben für 1100.- einmieten.
[image]
Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 07. April 2026, 12:41 (vor 154 Tagen) @ ThoFi

Adresse: Josef-Hiendl-Weg 6

Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 07. April 2026, 12:52 (vor 154 Tagen) @ ThoFi

Im Adressbuch 1939 der Stadt Passau ist Josef Hiendl (Orgelbau/Bau-und Möbelschreinerei) als Eigentümer der Grundstücke General-Krauß-Str. 9, 13 und 15 eingetragen. War der Orgelbau wirklich noch in der kleinen Messergasse?

Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 07. April 2026, 13:01 (vor 154 Tagen) @ ThoFi

Adress- und Geschäftsbuch Plattling 1911, Einwohnerverzeichnis:
Jos. Hiendl, Schreinergehilfe, Ludwigplatz 27.

Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Dienstag, 07. April 2026, 16:12 (vor 154 Tagen) @ ThoFi
bearbeitet von MCVL, Dienstag, 07. April 2026, 17:52

Im Adressbuch 1939 der Stadt Passau ist Josef Hiendl (Orgelbau/Bau-und Möbelschreinerei) als Eigentümer der Grundstücke General-Krauß-Str. 9, 13 und 15 eingetragen. War der Orgelbau wirklich noch in der kleinen Messergasse?

Thomas

Auf jeden Fall dem Geschäftspapier nach, das für die Rechnungen verwendet wurde. Außer es wurden nach dem Umzug noch alte Bestände aufgebraucht.

Ignaz Weise verwendete bis 1913 für seine Kostenvoranschläge noch einen Vordruck aus seiner Passauer Zeit. Passau ist gestrichen und mit einem Stempel gegen Plattling ersetzt. Vielleicht war man bei Hiendl ähnlich sparsam (erkennt die Orgel, die das "Firmen-Logo" darstellt, jemand? Sie wurde tatsächlich nach diesem Entwurf gebaut und das Gehäuse steht heute noch in dieser Kirche im Bayerischen Wald):

[image]

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Dienstag, 07. April 2026, 18:44 (vor 154 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Dienstag, 07. April 2026, 20:52

Scheer hat die Abteilung Orgelbau der Firma Hiendl nach dieser Quelle 1952 übernommen und wohl 1953/54 für Hunderdorf tatsächlich einen Neubau ausgeführt: https://j-breu.de/div/heimatbuecher-des-ortschronisten-kornel-klar/kirchen-kapellen-kre...

(man muß ziemlich weit herunterscrollen)

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

Dorforganist, Dienstag, 07. April 2026, 18:59 (vor 154 Tagen) @ MCVL

Scheer hat die Abteilung Orgelbau der Firma Hiendl nach dieser Quelle hier 1952 übernommen und wohl 1953/54 für Hunderdorf tatsächlich einen Neubau ausgeführt: https://j-breu.de/div/heimatbuecher-des-ortschronisten-kornel-klar/kirchen-kapellen-kre...

...der laut dieser Quelle 1982 von Jann ersetzt wurde.

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 07. April 2026, 21:25 (vor 154 Tagen) @ MCVL

Und das Weihekonzert in Hunderdorf spielte Heinz Behner... das war mein erster (gymnasialer) Orgellehrer am Bruckner-Gymnasium in Straubing. Unterricht an einer pneumatischen Weise in einem Kellerraum mit niedriger Decke. 8' und 4', ab dann wurde es unangenehm.

Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Montag, 13. April 2026, 23:46 (vor 148 Tagen) @ MCVL

Übrigens noch eine Bestätigung für die Firmengründung Weise erst 189x in Plattling:
Einträge im Adressbuch München noch 1896 (also für mind. 1895): "Ignaz Weise, Tulbeckstr. 23".
1897 kein Eintrag mehr.
Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Dienstag, 14. April 2026, 10:15 (vor 147 Tagen) @ ThoFi

Hallo Thomas,

vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis. Das deckt sich alles mit den Fakten, die bislang bekannt sind.
Weise ging 1889 nach Passau, es verdichten sich zunehmend die Hinweise, daß er dort bei Hechenberger beschäftigt war, welcher offenbar dringend Personal für seinen Domorgelbau suchte. Anschließend kehrte er zu Maerz zurück, bei welchem er mit der modernen Pneumatik und anderen auffälligen Dingen wie die einmal repetierenden Mixturen mit Terz ab c2, der ab c1 überblasenden Tibia usw. bekannt wurde und diese Neuerungen gleich in seinen selbständig errichteten Werke angewendet hat.

Viele Grüße

Mark

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 14. April 2026, 11:05 (vor 147 Tagen) @ MCVL

Der erste Eintrag "Ignaz Weise Rosenheimer Str. 82" erscheint im Adressbuch München im Jahr 1893 (also wsl. ab 1892 wohnhaft in M). Die Jahre vor 1889 übrigens kein Eintrag. Vlt. war er in M zur Untermiete. Untermieter erschienen mW nicht im Adressverzeichnis.
Zur Heirat mit Magdalena Eberwein aus München 1889 in Passau: Einträge "Eberwein" in München erst ab 1889 (Jakob, Taglöhner), 1890 dazu noch "Johann, Cigarrenhändler".

Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 14. April 2026, 11:25 (vor 147 Tagen) @ ThoFi
bearbeitet von ThoFi, Dienstag, 14. April 2026, 11:31

Eintrag im Adressbuch Passau 1898 (erschienen 1899): "Ignaz Weise, Klaviertechniker, Innbrückgasse 22" und unter "Klaviermacher und -händler".
Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 14. April 2026, 11:33 (vor 147 Tagen) @ ThoFi

Das Adressbuch Passau 1898/99 ist 1899 erschienen.
Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

ThoFi, Dienstag, 14. April 2026, 11:52 (vor 147 Tagen) @ ThoFi

Orgelbauer im Adressbuch Passau 1921/22 (erschienen 1921)

Julius Becker, große Messergasse 8 (Orgelbauer) „Reparaturwerkstätte f. Orgel, Harmoniums und Klaviere“
Josef Meier, Martin Hechenbergers Nachf., Nibelungenstr. 18 (Orgelbaumeister)
Ignaz Weise, Gabelsbergerstr. 7 (Orgelbaumeister)

Thomas

Ehrlich - Hechenberger - Weise - Meier - Becker - Hiendl

MCVL @, Dienstag, 14. April 2026, 22:49 (vor 147 Tagen) @ ThoFi
bearbeitet von MCVL, Dienstag, 14. April 2026, 22:58

Wunderbar! Ganz herzlichen Dank. Dann kann man vorerst zusammenfassen:

- um 1879 Beginn der Ausbildung bei Maerz in München
- 1889 Heirat mit Magdalena Eberwein in Passau, vermutlich bei Hechenberger beschäftigt
- ab ca. 1892 wieder in München bei Maerz, wohnhaft Rosenheimer Straße
- Spätherbst 1895 Gründung einer Handlung und Reparaturwerkstatt für Musikinstrumente in Passau
- 1898 ansässig in Passau, Innbrückgasse 22, erster Orgelneubau für Tacherting
- ? Umzug in die Kleine Messergasse Passau
- Spätherbst 1903 Umzug in den Werkstattneubau nach Plattling


Ich gehe mittlerweile fest davon aus, daß das Intermezzo in Passau 1889 ff etwas mit dem Bau der Domorgel durch Hechenberger zu tun hatte. Womöglich hat Hechenberger bei Maerz sogar um personelle Unterstützung gebeten.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Auf den Spuren der frühen Weise-Orgeln

MCVL @, Mittwoch, 29. April 2026, 13:47 (vor 132 Tagen) @ MCVL

Zweites Vorhaben dort ist die Suche nach den Akten der 1928/30 vom Landesamt für Denkmalpflege angegangenen und durch die Regierungen und Bezirksämter organisierten bayernweiten Orgelerhebung. Dazu müssen aber erst einmal die in Frage kommenden Findbücher gesichtet werden und nach und nach dann in Frage kommende Akten bestellt und ausgewertet werden.
Von den Unterlagen zu dieser Orgelerhebung verspreche ich mir eine Reihe neuer Erkenntnisse.

Gute Nachrichten aus Landshut: das Staatsarchiv hat nun alle Findbücher zu den Akten der Regierung von Niederbayern sowie zu sämtlichen niederbayerischen Bezirksämtern online gestellt!

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Mietraching

MCVL @, Donnerstag, 07. Mai 2026, 18:27 (vor 124 Tagen) @ MCVL

Mietraching

Die Orgel wird von Reinhard Weise ohne Baujahr auf dem von ihm zusammengestellten Werkverzeichnis aufgeführt. Sie ist erhalten und war hier schon einmal Thema. Die Kirche wurde 1926 erbaut und somit kann die Orgel auch frühestens in diesem Jahr erbaut worden sein. Durch das späte Baujahr der Kirche und andere Umstände bin ich mittlerweile dazu geneigt, die Orgel tatsächlich Weise zuzuschreiben, ich werde mich aber noch an das Pfarramt wenden.

In den Regierungsakten konnte ich kein Schriftgut zu diesem Orgelbau ermitteln.

Heute hat mir das Pfarramt geantwortet. Am Spieltisch oder der Orgel ist leider nirgendwo ein Firmenschild angebracht.

Nach Aussage und Erinnerung des Organisten handelt es sich hier um eine Gebrauchtorgel oder zumindest um eine aus gebrauchten Teilen zusammengebaute Orgel, welche aus Würzburg stammen soll.
Irgendwie passt das alles mit Weise und den Jahren um 1935 zusammen. Ich habe gebeten, nachzuschauen, ob sich im Pfarrbüro nicht doch noch Unterlagen zu der Orgel finden.

Ich konnte nunmehr das Rätsel um die Orgel in Mietraching lösen. Die Orgel wurde 1959 durch Weise als Gebrauchtorgel aufgestellt. Sie war um 1950 für die Kirche St. Adalbero in Würzburg-Sanderau als Interimslösung geliefert worden und kam dann nach dem dortigen Neubau durch Weise nach Mietraching.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Mietraching

Moritz @, Freitag, 08. Mai 2026, 07:36 (vor 123 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von Moritz, Freitag, 08. Mai 2026, 07:39

Mietraching

Die Orgel wird von Reinhard Weise ohne Baujahr auf dem von ihm zusammengestellten Werkverzeichnis aufgeführt. Sie ist erhalten und war hier schon einmal Thema. Die Kirche wurde 1926 erbaut und somit kann die Orgel auch frühestens in diesem Jahr erbaut worden sein. Durch das späte Baujahr der Kirche und andere Umstände bin ich mittlerweile dazu geneigt, die Orgel tatsächlich Weise zuzuschreiben, ich werde mich aber noch an das Pfarramt wenden.

In den Regierungsakten konnte ich kein Schriftgut zu diesem Orgelbau ermitteln.

Heute hat mir das Pfarramt geantwortet. Am Spieltisch oder der Orgel ist leider nirgendwo ein Firmenschild angebracht.

Nach Aussage und Erinnerung des Organisten handelt es sich hier um eine Gebrauchtorgel oder zumindest um eine aus gebrauchten Teilen zusammengebaute Orgel, welche aus Würzburg stammen soll.
Irgendwie passt das alles mit Weise und den Jahren um 1935 zusammen. Ich habe gebeten, nachzuschauen, ob sich im Pfarrbüro nicht doch noch Unterlagen zu der Orgel finden.


Ich konnte nunmehr das Rätsel um die Orgel in Mietraching lösen. Die Orgel wurde 1959 durch Weise als Gebrauchtorgel aufgestellt. Sie war um 1950 für die Kirche St. Adalbero in Würzburg-Sanderau als Interimslösung geliefert worden und kam dann nach dem dortigen Neubau durch Weise nach Mietraching.


Guten Morgen,

Wahnsinn, ich spiele ab und zu in St. Adalbero und habe ein altes Foto von der Interimsorgel. Das haut hin!

[image]

[image]

Quelle: wuerzburgwiki.de/wiki/Datei:Adalberokirche_1953_02_Innenansicht_Westen.jpg[/img]

Viele Grüße,
Moritz

Mietraching

MCVL @, Freitag, 08. Mai 2026, 10:24 (vor 123 Tagen) @ Moritz

Hallo Moritz,

vielen Dank für die Bestätigung. Jetzt müsste man nur noch das genaue Baujahr herausfinden.


Viele Grüße

Mark

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Mietraching

MCVL @, Freitag, 08. Mai 2026, 18:30 (vor 123 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Freitag, 08. Mai 2026, 21:17

Jetzt müsste man nur noch das genaue Baujahr herausfinden.

Ich habe es gefunden: 1953.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob die Orgel mit zwei Opusnummern beglückt wurde, 1953 als sie erbaut wurde und 1959 anlässlich der Aufstellung in Mietraching.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

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