Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Cmcmcm1
, Ottobrunn, Samstag, 14. Juni 2025, 14:00 (vor 450 Tagen)
bearbeitet von Cmcmcm1, Samstag, 14. Juni 2025, 14:04
Wenn eine Kirchengemeinde schon zufällig eine Orgelbaufirma vor der Haustür hat, dann liegt es im Falle anstehender Neubauten nahe, dass die jeweilige Firma in der "eigenen" Gemeinde meist den Auftrag erhält.
Hier mal eine unvollständige Liste:
Klais (Bonn-Castell)
Mayer (Heusweiler)
Ahrend (Leer-Loga)
Steinmeyer (Oettingen)
Eule (Bautzen)
Frenger & Eder (Bruckmühl)
Rieger (Schwarzach)
Späth (Ennetach)
Heinz (Schiltach)
Jann (Allkofen)
Walcker (Ludwigsburg)
Stockhausen (Linz am Rhein)
Jehmlich (Dresden)
Lübeck (Kemper)
Ladegast (Weißenfels)
Link (Giengen an der Brenz)
Vleugels (Hardheim)
Sandtner (Dillingen an der Donau)
Sauer (Frankfurt (Oder))
Rühlmann (Zörbig)
Sebald (Trier)
Seifert (Kevelaer)
Seifert (Köln-Mannsfeld)
Simon (Landshut)
Weigle (Leinfelden-Echterdingen)
Weise (Plattling)
Reiser (Biberach)
Rensch (Lauffen am Neckar)
Haerpfer (Boulay)
Stöberl (München-Perlach) (Die Firma befand sich direkt auf dem südlichen Nachbargrundstück der Kirche)
...ließe sich vermutlich beliebig fortführen
Natürlich kommt es auch vor, dass in der "Hauskirche" vor den Werkstoren keine Orgel derselben Firma steht. Entweder aus dem Grund, dass die Kirche bereits über eine ältere Orgel verfügt und keine neue Orgel errichtet wurde, manchmal aber erhielt tatsächlich auch eine andere Firma den Zuschlag, obwohl die Firma vor Ort bereits zum Zeitpunkt des Neubaus existierte.
In Grünwald St. Peter und Paul hat man sich 1983 für Rieger entschieden, und das, obwohl der Orgelbauer Hubertus Graf von Kerssenbrock zu dieser Zeit bereits im Geschäft war und seine Werkstatt im sogenannten "Schweindlhof" sogar so nahe zur Kirche liegt, dass sie sogar im Kartenausschnitt auf Organindex zu sehen ist.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Evacuant, Samstag, 14. Juni 2025, 14:24 (vor 450 Tagen) @ Cmcmcm1
...ließe sich vermutlich beliebig fortführen
Ja, da würden mir aus dem Stand mindestens zehn weitere Beispiele einfallen. Mir erschließt sich nur der Sinn einer solchen Liste nicht.
Interessanter sind tatsächlich Fälle, wo der Orgelbauer vor Ort nicht berücksichtigt wurde.
Natürlich kommt es auch vor, dass in der "Hauskirche" vor den Werkstoren keine Orgel derselben Firma steht. Entweder aus dem Grund, dass die Kirche bereits über eine ältere Orgel verfügt und keine neue Orgel errichtet wurde, manchmal aber erhielt tatsächlich auch eine andere Firma den Zuschlag, obwohl die Firma vor Ort bereits zum Zeitpunkt des Neubaus existierte.
In Grünwald St. Peter und Paul hat man sich 1983 für Rieger entschieden, und das, obwohl der Orgelbauer Hubertus Graf von Kerssenbrock zu dieser Zeit bereits im Geschäft war und seine Werkstatt im sogenannten "Schweindlhof" sogar so nahe zur Kirche liegt, dass sie sogar im Kartenausschnitt auf Organindex zu sehen ist.
Das ist durchaus nachvollziehbar; man wollte wohl eine solide Orgel haben. Was Kerssenbrock andernorts abgeliefert hat, war ja teilweise unter aller Kanone.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
stein
, Samstag, 14. Juni 2025, 15:57 (vor 450 Tagen) @ Evacuant
Interessanter sind tatsächlich Fälle, wo der Orgelbauer vor Ort nicht berücksichtigt wurde.
Natürlich kommt es auch vor, dass in der "Hauskirche" vor den Werkstoren keine Orgel derselben Firma steht. Entweder aus dem Grund, dass die Kirche bereits über eine ältere Orgel verfügt und keine neue Orgel errichtet wurde, manchmal aber erhielt tatsächlich auch eine andere Firma den Zuschlag, obwohl die Firma vor Ort bereits zum Zeitpunkt des Neubaus existierte.
Sehr spannend!!!
Willi Peter, Köln (Kölner Dom)
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Orlos
, Samstag, 14. Juni 2025, 16:14 (vor 450 Tagen) @ Evacuant
Interessanter sind tatsächlich Fälle, wo der Orgelbauer vor Ort nicht berücksichtigt wurde.
In Frankfurt am Main gab es einen Orgelbauer, der dort überhaupt keine große Orgel gebaut hat.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Evacuant, Samstag, 14. Juni 2025, 16:53 (vor 450 Tagen) @ Orlos
Interessanter sind tatsächlich Fälle, wo der Orgelbauer vor Ort nicht berücksichtigt wurde.
In Frankfurt am Main gab es einen Orgelbauer, der dort überhaupt keine große Orgel gebaut hat.
Gibt es einen Grund, warum Du den Namen des Orgelbauers verschweigst? Falls Voigt gemeint sein sollte: Diese Firma hat nicht nur in Frankfurt, sondern m. W. auch sonst keine großen Orgeln gebaut; Kerngeschäft war eher der Bau von Drehorgeln.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Orlos
, Samstag, 14. Juni 2025, 16:57 (vor 450 Tagen) @ Evacuant
bearbeitet von Orlos, Samstag, 14. Juni 2025, 17:02
Nein. Voigt hat in Wiesbaden eine dreimanualige Orgel (hier steht der falsche Erbauer!) gebaut und mehrere zweimanualige in der Region. Die Vorfahren waren in Hessen-Nassau sehr aktiv, ich spielte jahrelang an einem Instrument von 1863, das sehr solide gebaut war.
Ich meinte Schäfer.
Nachtrag:
Firmenschild der Orgel in Oberwalluf
![[image]](images/uploaded/20250614150225684d8f01eda4d.jpg)
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Friedrich
, Samstag, 14. Juni 2025, 15:37 (vor 450 Tagen) @ Cmcmcm1
Ich finde die Liste eine gute Idee. Schließlich ist die Hauskirche die nächste Gelegenheit, zu zeigen, was man wie kann.
Zu George Heintz in Schiltach: Dort war seine Frau KMD, die für seine Werkstatt große Orgel baute er also gewissermaßen auch für sie.
Ergänzen könnte ich
Philipp Furtwängler (Gronau/Leine) und
Kreienbrink (Osnabrück).
Furtwängler hatte seine Werkstatt bekanntlich in Elze. Die nächste Gelegenheit für einen großen Orgelneubau ergab sich aber erst 1859 in Gronau. Das ist zwar siebeneinhalb Kilometer weit weg, aber zu Fuß wäre das in eineinhalb Stunden zu schaffen, mit dem Fuhrwerk in weniger als in einer, und man hätte Zeit zum Kundenumzirzen. In alten Längenmaßen des Königreichs übrigens ziemlich genau eine hannoversche Landmeile. Tom Winpenny hat hier eine sehr schöne Schumann-CD eingespielt (Naxos).
Kreienbrink hatte seine Werkstatt früher in Osnabrück-Hellern, zehn Minuten zu Fuß von der katholischen Kirche St. Wiho. In die moderne Backstein-und-Kupfer-Architektur baute die Orgelbauerfamilie eine Orgel mit Gehäuse in "westfälischem Bauernbarock" ein, um auch die historisierende Gehäusegestaltung vorführen zu können, die damals immer mehr nachgefragt wurde. Ein Pfeifenstock war in Bleistift gekennzeichnet mit "St. Vorführ". Die Orgel ist auf Stockmeiers Bach-Gesamteinspielung zu hören.
Zwei unterschiedliche Fälle von Vorführorgel: Furtwängler zeigte alles, was er kann, Kreienbrink das, was am meisten bei ihm bestellt wurde. Für beides findet man in der Liste viele Fallbeispiele.
Das finde ich auch das Interessante an der Liste: Welche Frage beantwortet sie? Und das ist doch wohl: Was will ein Orgelbauer in der Kirche in fußläufiger Entfernung zeigen?
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Evacuant, Samstag, 14. Juni 2025, 15:59 (vor 450 Tagen) @ Friedrich
Das finde ich auch das Interessante an der Liste: Welche Frage beantwortet sie? Und das ist doch wohl: Was will ein Orgelbauer in der Kirche in fußläufiger Entfernung zeigen?
Das beantwortet die Liste leider nicht. Beispiel Lauffen (Rensch):
https://www.kirche-lauffen-neckarwestheim.de/website/de/l/angebote/kirchenmusik/orgelfo...
Die Orgel ist 50 Jahre alt, und die Erbauerfirma macht sich für einen Neubau stark.
Was hat Richard Rensch denn hier "gezeigt"? Doch wahrscheinlich, wie man mit wenig Geld und unter Verwendung von viel Altmaterial zu einem praxistauglichen Instrument kommt? Richard Rensch war Kantor in dieser Kirche, und als Orgelbauer konnte er definitiv mehr, als er hier "gezeigt" hat.
Auch solche Beispiele ließen sich vermehren.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
stein
, Samstag, 14. Juni 2025, 16:02 (vor 450 Tagen) @ Evacuant
Was hat Richard Rensch denn hier "gezeigt"? Doch wahrscheinlich, wie man mit wenig Geld und unter Verwendung von viel Altmaterial zu einem praxistauglichen Instrument kommt? Richard Rensch war Kantor in dieser Kirche, und als Orgelbauer konnte er definitiv mehr, als er hier "gezeigt" hat.
Auch solche Beispiele ließen sich vermehren.
Kemper, Lübeck - Marienkirche Lübeck
dort hat er alles gezeigt was er konnte
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Orlos
, Samstag, 14. Juni 2025, 16:04 (vor 450 Tagen) @ Evacuant
https://www.kirche-lauffen-neckarwestheim.de/website/de/l/angebote/kirchenmusik/orgelfo...
Die Orgel ist 50 Jahre alt, und die Erbauerfirma macht sich für einen Neubau stark.
Tut mir leid, ist etwas Persönliches. Da ich auch unlängst 50 Jahre alt wurde, versetzt es mir einen Stich ins Herz, wenn man erklärt, bei einer 50 Jahre alten Orgel lohne sich die Reparatur nicht mehr.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
MichaelS
, Dülmen, Montag, 16. Juni 2025, 12:33 (vor 448 Tagen) @ Evacuant
Das finde ich auch das Interessante an der Liste: Welche Frage beantwortet sie? Und das ist doch wohl: Was will ein Orgelbauer in der Kirche in fußläufiger Entfernung zeigen?
Das beantwortet die Liste leider nicht. Beispiel Lauffen (Rensch):https://www.kirche-lauffen-neckarwestheim.de/website/de/l/angebote/kirchenmusik/orgelfo...
Die Orgel ist 50 Jahre alt, und die Erbauerfirma macht sich für einen Neubau stark.
Was hat Richard Rensch denn hier "gezeigt"? Doch wahrscheinlich, wie man mit wenig Geld und unter Verwendung von viel Altmaterial zu einem praxistauglichen Instrument kommt? Richard Rensch war Kantor in dieser Kirche, und als Orgelbauer konnte er definitiv mehr, als er hier "gezeigt" hat.
Auch solche Beispiele ließen sich vermehren.
In Fußläufiger Entfernung zur Bahnhofstraße 100 steht dann wohl eher die katholische Pauluskirche:
https://organindex.de/index.php?title=Lauffen_am_Neckar,_St._Paulus
und diese Orgel ist bis heute aussagekräftig, zumal Mensuren und Intonation mit dem nicht gerade einfachen Raum sehr gut harmonieren.
--
"Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht." (Albert Schweitzer)
www.bulderone.de
Orgelneubau Lauffen a.N. - war: Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Kleinorgelspieler, Sonntag, 07. Dezember 2025, 23:16 (vor 273 Tagen) @ Evacuant
Das finde ich auch das Interessante an der Liste: Welche Frage beantwortet sie? Und das ist doch wohl: Was will ein Orgelbauer in der Kirche in fußläufiger Entfernung zeigen?
Das beantwortet die Liste leider nicht. Beispiel Lauffen (Rensch):https://www.kirche-lauffen-neckarwestheim.de/website/de/l/angebote/kirchenmusik/orgelfo...
Die Orgel ist 50 Jahre alt, und die Erbauerfirma macht sich für einen Neubau stark.
Was hat Richard Rensch denn hier "gezeigt"? Doch wahrscheinlich, wie man mit wenig Geld und unter Verwendung von viel Altmaterial zu einem praxistauglichen Instrument kommt? Richard Rensch war Kantor in dieser Kirche, und als Orgelbauer konnte er definitiv mehr, als er hier "gezeigt" hat.
Auch solche Beispiele ließen sich vermehren.
Zwischenzeitlich ist man in Lauffen wohl einen Schritt weiter und plant Fa. Rensch mit dem Neubau zu beauftragen.
Flyer inkl. Disposition:
https://regiswindis.de/wp-content/uploads/2025/11/Patenflyer_v4.pdf
Das werden - im.vergleixh zur aktuellen Orgel - sicherlich gänzlich andere Klänge....
Orgelneubau Lauffen a.N. - war: Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Orlos
, Montag, 08. Dezember 2025, 01:10 (vor 273 Tagen) @ Kleinorgelspieler
Prästant (Prospekt) 8‘
Gambe 8‘
Flûte harmonique 8‘
Dies sind die geplanten drei HW-Grundregister. Entweder intoniert man sie charakteristisch, dann hat man kein einziges "normales" (leises) Begleitregister im HW. Oder man intoniert sie milder, dann dürfte der typische Charakter fehlen. Heikel.
Orgelneubau Lauffen a.N. - war: Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Montag, 08. Dezember 2025, 09:47 (vor 273 Tagen) @ Orlos
Prästant (Prospekt) 8‘
Gambe 8‘
Flûte harmonique 8‘Dies sind die geplanten drei HW-Grundregister. Entweder intoniert man sie charakteristisch, dann hat man kein einziges "normales" (leises) Begleitregister im HW. Oder man intoniert sie milder, dann dürfte der typische Charakter fehlen. Heikel.
Das dürfte zutreffen. Sieht man das HW allerdings als "Solo", dann hätte man zwei begleitfähige Manuale übrig, die auch gegeneinander diese Rolle wahrnehmen können. Beziehungsweise müssen.
Ich suche auch gerne in anderen Lagen nach Potential. Man könnte am HW eventuell die 4'-Flöte tiefoktaviert spielen und je nach Intonation ein Begleitregister bekommen.
Orgelneubau Lauffen a.N. - war: Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Orlos
, Montag, 08. Dezember 2025, 14:14 (vor 273 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Prästant (Prospekt) 8‘
Gambe 8‘
Flûte harmonique 8‘Dies sind die geplanten drei HW-Grundregister. Entweder intoniert man sie charakteristisch, dann hat man kein einziges "normales" (leises) Begleitregister im HW. Oder man intoniert sie milder, dann dürfte der typische Charakter fehlen. Heikel.
Das dürfte zutreffen. Sieht man das HW allerdings als "Solo", dann hätte man zwei begleitfähige Manuale übrig, die auch gegeneinander diese Rolle wahrnehmen können. Beziehungsweise müssen.
Ich suche auch gerne in anderen Lagen nach Potential. Man könnte am HW eventuell die 4'-Flöte tiefoktaviert spielen und je nach Intonation ein Begleitregister bekommen.
Klar, man könnte es aber auch umgekehrt disponieren. In den 70er- und 80er-Jahren findet man im HW oft eine weiche Spitzflöte 8', die sehr flexibel nutzbar ist, und eine Traversflöte 4' als Soloflöte. Eine Solostimme zu oktavieren, ist oft einfacher, als einen Begleitsatz auf einem 4'-Register tiefer zu legen, denn dort fehlen dann eventuell Töne.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Cmcmcm1
, Ottobrunn, Samstag, 14. Juni 2025, 17:25 (vor 450 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von Cmcmcm1, Samstag, 14. Juni 2025, 17:29
Das finde ich auch das Interessante an der Liste: Welche Frage beantwortet sie? Und das ist doch wohl: Was will ein Orgelbauer in der Kirche in fußläufiger Entfernung zeigen?
Genau! Wobei es in der Tat nicht alles Vorführinstrumente sind, wie die oben beschriebene Liste zeigt.
So spielte z.B. die Mayer-Orgel in Heusweiler eine eher untergeordnete Rolle als Vorführinstrument, ist sie doch auch hinsichtlich ihrer Disposition eher durchschnittlich. Diesen Rang der Vorführorgel nahm (und nimmt durchaus immer noch) die vier Jahre später fertiggestellte Orgel in Lisdorf ein. Im Direktvergleich zu Mariä Heimsuchung Heusweiler ist sie aber auch ungleich repräsentativer. Auch ein Wechsel des Intonateurs hat bei Mayer ab Mitte der 80er klanglich zu einem enormen Sprung nach vorne geführt.
Nur bei dem wunderschönen neuen Gehäuse hatte sich ein Fehler in die Proportionen eingeschlichen, weshalb die äußeren Harfenfelder sehr breit und die Lücken zwischen den Prospektpfeifen etwas groß ausgefallen sind.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Orlos
, Samstag, 14. Juni 2025, 16:09 (vor 450 Tagen) @ Cmcmcm1
Ziemlich oft bin ich genauso vorgegangen: Wir haben eine Orgelbaufirma besucht und gefragt, was denn in der Nähe für Orgeln stehen, um sich einen Eindruck vom Leistungsvermögen zu verschaffen. Das ist ein typischer Vorgang. Also wäre es immer im Interesse einer Firma, im engeren Umkreis ein gutes Instrument vorführen zu können, völlig unabhängig von der Frage, dass man als Orgelbauer auch persönlich wohl zu einer Kirchengemeinde vor Ort gehört.
Als Kirchengemeinde nutzen wir auch alle Handwerker, die am Ort wohnen (Elektriker, Maler etc.), allein aus praktischen Gründen. Allerdings führt das im Falle von schlechter Ausführungen auch immer zu beträchtlichen Konflikten...
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
FranzS., Samstag, 14. Juni 2025, 23:03 (vor 449 Tagen) @ Orlos
Ziemlich oft bin ich genauso vorgegangen: Wir haben eine Orgelbaufirma besucht und gefragt, was denn in der Nähe für Orgeln stehen, um sich einen Eindruck vom Leistungsvermögen zu verschaffen. Das ist ein typischer Vorgang. Also wäre es immer im Interesse einer Firma, im engeren Umkreis ein gutes Instrument vorführen zu können, völlig unabhängig von der Frage, dass man als Orgelbauer auch persönlich wohl zu einer Kirchengemeinde vor Ort gehört.
Als Kirchengemeinde nutzen wir auch alle Handwerker, die am Ort wohnen (Elektriker, Maler etc.), allein aus praktischen Gründen. Allerdings führt das im Falle von schlechter Ausführungen auch immer zu beträchtlichen Konflikten...
Allerdings! Für die Firma Jann dürfte das nach der Übernahme von Thomas Jann St. Anton in Regensburg gewesen sein. Tolle Orgel!
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
fluteceleste
, Sonntag, 15. Juni 2025, 07:56 (vor 449 Tagen) @ FranzS.
Das ist ein typischer Vorgang. Also wäre es immer im Interesse einer Firma, im engeren Umkreis ein gutes Instrument vorführen zu können, völlig unabhängig von der Frage, dass man als Orgelbauer auch persönlich wohl zu einer Kirchengemeinde vor Ort gehört.
Als Paradebispiel dazu aus der guten alten Zeit fällt mir gleich die Stadtkirche in Giengen ein.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Sonntag, 15. Juni 2025, 08:21 (vor 449 Tagen) @ fluteceleste
Das ist ein typischer Vorgang. Also wäre es immer im Interesse einer Firma, im engeren Umkreis ein gutes Instrument vorführen zu können, völlig unabhängig von der Frage, dass man als Orgelbauer auch persönlich wohl zu einer Kirchengemeinde vor Ort gehört.
Als Paradebispiel dazu aus der guten alten Zeit fällt mir gleich die Stadtkirche in Giengen ein.
Und die Schnitger-Orgel in Hamburg-Neuenfelde. Allerdings ist da die Wohnsitznahme und der Orgelbau ineinander verflochten, zunächst lebte er ja in Hamburg (wo er bekanntlich mit Instrumenten ebenfalls bestens vertreten war). Auf jeden Fall wurde sie überaus reich gestaltet für eine Dorforgel.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
MAT
, Sonntag, 15. Juni 2025, 23:00 (vor 448 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Liegt er nicht sogar zu ihren Füssen begraben?
--
Gruß
MAT
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Karl-Bernhardin Kropf
, Rostock, Montag, 16. Juni 2025, 07:45 (vor 448 Tagen) @ MAT
Liegt er nicht sogar zu ihren Füssen begraben?
Genau! Allerdings etwas entfernt, ca. auf der (linken) hälfte des Kirchenraums.
Da könnte man jetzt sogar einen Thread aufmachen von bewusster Grablege unter Orgeln:
Anton Bruckner in einer Gruft unter der Empore von St. Florian, Carl Loewe bzw. sein Herz im Pedalturm der (Schnitger-)Orgel von St. Jakobi Stettin... Buxtehude in St. Marien Lübeck, und das Forum weiß sicher noch einige..
Orgelbauer, die in der Nähe ihrer Orgeln bestattet wurden
Cmcmcm1
, Ottobrunn, Montag, 16. Juni 2025, 09:12 (vor 448 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
Da könnte man jetzt sogar einen Thread aufmachen von bewusster Grablege unter Orgeln:
Anton Bruckner in einer Gruft unter der Empore von St. Florian, Carl Loewe bzw. sein Herz im Pedalturm der (Schnitger-)Orgel von St. Jakobi Stettin... Buxtehude in St. Marien Lübeck, und das Forum weiß sicher noch einige..
Klaus Wendhack (von WRK Orgelbau München) liegt nur wenige Meter von der von ihm erbauten WRK-Orgel entfernt auf dem Friedhof von St. Joseph Kirchseeon. Kurioserweise liegt Carl Schuster wiederum nur etwa 5 m weiter.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
MCVL
, Samstag, 14. Juni 2025, 22:11 (vor 449 Tagen) @ Cmcmcm1
Zu Ennetach: auch die Vorgängerorgel stammte von Späth, aus dem Jahr 1915 und wurde der Kirchengemeinde zu fast 2/3 von der Firma "geschenkt", bekam aber eine für eine Kirche dieser Größe recht üppige Disposition und wurde mit allen möglichen und unmöglichen Spielhilfen versehen.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Moritz
, Sonntag, 15. Juni 2025, 13:32 (vor 449 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von Moritz, Sonntag, 15. Juni 2025, 13:45
....so ist es auch in Retzbach, dem Heimatort von Norbert Krieger.
Und in Markelsheim, dem Firmensitz der Fa. Heissler.
Viele Grüße,
Moritz
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Orgelfritze, Montag, 16. Juni 2025, 09:24 (vor 448 Tagen) @ Cmcmcm1
Bei Seifert ist das an dieser Stelle gleich in doppelter Hinsicht falsch. :D
Die Firma Seifert sitzt in Kevelaer aufgrund der Orgel in St. Marien und nicht umgekehrt. Die Firma ist und war standortbedingt allerdings immer der Pfarrei St. Antonius zugeordnet - zweifelsohne stehen und standen dort nach dem WKII auch Seifert-Orgeln.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
hardy
, Montag, 16. Juni 2025, 11:55 (vor 448 Tagen) @ Cmcmcm1
In Werl (Westfalen) und Umgebung gibt es etliche Orgeln der ansässigen Firma Stockmann. Allerdings wurde 1990 in der ev. Kirche eine Eule-Orgel erbaut. Meiner Erinnerung nach hätte es freundliche Kontakte zwischen den Firmen an der Baustelle gegeben.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
MCVL
, Montag, 16. Juni 2025, 22:34 (vor 447 Tagen) @ Cmcmcm1
Albiez und Lindau-Reutin St. Joseph passt eigentlich auch ganz gut in diese Liste
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Orlos
, Montag, 16. Juni 2025, 23:13 (vor 447 Tagen) @ MCVL
Albiez und Lindau-Reutin St. Joseph passt eigentlich auch ganz gut in diese Liste
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
kjz1, Dienstag, 17. Juni 2025, 17:52 (vor 447 Tagen) @ Cmcmcm1
Klais hat ja so einige Orgeln in Bonn gebaut, die größte dürfte im Bonner Münster stehen (und gehört eigentlich auch in die Reihe der 'großen Klaisinen'). In St. Josef (Beuel) kam man nicht zum Zuge, was wohl damals zu einigem Aufsehen geführt hat.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Orlos
, Dienstag, 17. Juni 2025, 20:49 (vor 447 Tagen) @ kjz1
Klais hat ja so einige Orgeln in Bonn gebaut, die größte dürfte im Bonner Münster stehen (und gehört eigentlich auch in die Reihe der 'großen Klaisinen'). In St. Josef (Beuel) kam man nicht zum Zuge, was wohl damals zu einigem Aufsehen geführt hat.
Man kann über Oberlinger viel schimpfen, aber in Beuel haben sie meines Erachtens klanglich Beachtliches geleistet. Ich bin mir nicht sicher, ob Klais sich so stark hätte "verbiegen" lassen, ein stilistisch von der damaligen Firmenphilosophie stark abweichendes Instrument zu erstellen. Insofern ist man in Beuel mit Oberlinger wahrscheinlich besser gefahren.
Die Orgel im Bonner Münster gilt auch im Hause Klais als herausragendes Instrument, ich finde sie ebenfalls besser als andere aus dieser Zeit.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Rolf
, Dienstag, 17. Juni 2025, 22:41 (vor 446 Tagen) @ Orlos
Man kann über Oberlinger viel schimpfen, aber in Beuel haben sie meines Erachtens klanglich Beachtliches geleistet. Ich bin mir nicht sicher, ob Klais sich so stark hätte "verbiegen" lassen, ein stilistisch von der damaligen Firmenphilosophie stark abweichendes Instrument zu erstellen. Insofern ist man in Beuel mit Oberlinger wahrscheinlich besser gefahren.
Die Orgel im Bonner Münster gilt auch im Hause Klais als herausragendes Instrument, ich finde sie ebenfalls besser als andere aus dieser Zeit.
Zustimmung sowohl zu Beuel als auch Bonner Münster. Ich weiß, dass Orgelwilli Ende der siebziger mit den Oberlingers quer durch Frankreich zu allen wesentlichen CC-Orgeln gepilgert ist. Hören, spielen und wo möglich, Mensuren abnehmen. Bauweisen des Pfeifenmaterials studieren. Da ist man vor nichts zurückgeschreckt, incl. der Traktur mit Barkerhebel. Ich glaube nicht, dass sich Hans Gerd Kais mit seiner Mannschaft da derart reingekniet hätte zu dieser Zeit. Die Beueler Orgel hatte damals als Instrument im französischen symphonischen Stil zumindest für Deutschland ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in dieser Stilistik.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
stein
, Dienstag, 17. Juni 2025, 23:06 (vor 446 Tagen) @ Rolf
Man kann über Oberlinger viel schimpfen, aber in Beuel haben sie meines Erachtens klanglich Beachtliches geleistet. Ich bin mir nicht sicher, ob Klais sich so stark hätte "verbiegen" lassen, ein stilistisch von der damaligen Firmenphilosophie stark abweichendes Instrument zu erstellen. Insofern ist man in Beuel mit Oberlinger wahrscheinlich besser gefahren.
Die Orgel im Bonner Münster gilt auch im Hause Klais als herausragendes Instrument, ich finde sie ebenfalls besser als andere aus dieser Zeit.
Zustimmung sowohl zu Beuel als auch Bonner Münster. Ich weiß, dass Orgelwilli Ende der siebziger mit den Oberlingers quer durch Frankreich zu allen wesentlichen CC-Orgeln gepilgert ist. Hören, spielen und wo möglich, Mensuren abnehmen. Bauweisen des Pfeifenmaterials studieren. Da ist man vor nichts zurückgeschreckt, incl. der Traktur mit Barkerhebel. Ich glaube nicht, dass sich Hans Gerd Kais mit seiner Mannschaft da derart reingekniet hätte zu dieser Zeit. Die Beueler Orgel hatte damals als Instrument im französischen symphonischen Stil zumindest für Deutschland ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in dieser Stilistik.
An beiden tollen Orgeln habe ich in meiner Bonner Zeit tausende von Stunden gespielt. Absolut unterschiedliche Instrumente. Die Münsterorgel wurde von Klais 1986 nocheinmal vergrößert, was ihr viel brachte.
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Contrebasson 32'
, Wien, Mittwoch, 18. Juni 2025, 08:22 (vor 446 Tagen) @ Rolf
Man kann über Oberlinger viel schimpfen, aber in Beuel haben sie meines Erachtens klanglich Beachtliches geleistet. Ich bin mir nicht sicher, ob Klais sich so stark hätte "verbiegen" lassen, ein stilistisch von der damaligen Firmenphilosophie stark abweichendes Instrument zu erstellen. Insofern ist man in Beuel mit Oberlinger wahrscheinlich besser gefahren.
Zustimmung sowohl zu Beuel als auch Bonner Münster. Ich weiß, dass Orgelwilli Ende der siebziger mit den Oberlingers quer durch Frankreich zu allen wesentlichen CC-Orgeln gepilgert ist. Hören, spielen und wo möglich, Mensuren abnehmen. Bauweisen des Pfeifenmaterials studieren. Da ist man vor nichts zurückgeschreckt, incl. der Traktur mit Barkerhebel. Ich glaube nicht, dass sich Hans Gerd Kais mit seiner Mannschaft da derart reingekniet hätte zu dieser Zeit. Die Beueler Orgel hatte damals als Instrument im französischen symphonischen Stil zumindest für Deutschland ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in dieser Stilistik.
Volle Zustimmung, klanglich ist Bonn-Beuel ein Hochgenuss, über manches handwerkliche Detail ließe sich hingegen streiten ;) Man darf außerdem nicht vergessen, dass sie auch viel historisches Material, insbesondere von Kuhn, beinhaltet. Entsprechend konnte man nicht immer so flexibel sein bzgl. Mensuren, wie es dein Text womöglich manchem suggeriert. Was aber hier wohl kein Nachteil war ;)
Orgeln in den "Hauskirchen" ihrer jeweiligen Erbauerfirmen
Rolf
, Mittwoch, 18. Juni 2025, 16:22 (vor 446 Tagen) @ Contrebasson 32'
Volle Zustimmung, klanglich ist Bonn-Beuel ein Hochgenuss, über manches handwerkliche Detail ließe sich hingegen streiten ;) Man darf außerdem nicht vergessen, dass sie auch viel historisches Material, insbesondere von Kuhn, beinhaltet. Entsprechend konnte man nicht immer so flexibel sein bzgl. Mensuren, wie es dein Text womöglich manchem suggeriert. Was aber hier wohl kein Nachteil war ;)
Was die handwerkliche Ausführung angeht, gebe ich dir vollkommen Recht. Für Orgelwilli stand seinerzeit die Klanglichkeit absolut im Vordergrund. Außerdem sollte die Orgel bezahlbar sein. In der Gemeinde liefen zu dieser Zeit ein Reihe von anderen Baumaßnahmen, als die alte Orgel endgültig ihren Geist aufgab.
Die in 1977 von Orgelwilli zufällig in einer Annonce entdeckte und zum Verkauf stehende Kuhn-Orgel (20 Register) von 1882 im schweizerischen La-Chaux-de Fonds wurde erworben und bildete zusammen mit 9 Registern aus der alten Beueler Klais-Orgel den Grundstück für das heutige Instrument. Der Orgelprospekt der Kuhn-Orgel bildet übrigens auch das Grundgerüst für den heutigen Beueler Prospekt!