Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

Bariolage, Donnerstag, 29. Mai 2025, 22:50 (vor 466 Tagen)

Im Rahmen des Festaktes zur Eröffnung des Jubiläums "1250 Jahre Westfalen" am 15. Mai 2025 im Dom zu Paderborn waren unter den Gästen der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Hendrik Wüst und Dr. Udo Bentz, der Erzbischof von Paderborn. Der Festakt wurde vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) veranstaltet.
Der Festakt begann mit Ansprachen und festlicher Musik. Nach ungefähr einer Stunde begann die Performance auf einem Podium vor dem Hauptaltar. Die knapp fünfminütige Aufführung stand unter dem Motto "Westfalen Side Story".

"Halbnackte Performer tanzten im Paderborner Dom mit küchenfertigen, also toten, gerupften, ausgenommenen sowie kopf- und fußlosen Suppenhühnern, denen immerhin Windeln angelegt wurden. Diese Darbietung wurde als künstlerischer Programmpunkt für einen hochoffiziellen Festakt anlässlich des 1250-jährigen Jubiläums Westfalens gebucht. Die honorige Festgemeinde hüstelte das vor ein paar Tagen mehr oder weniger weg, der im Anschluss an die Darbietung sprechende Bundespräsident Steinmeier trug ein Lächeln zum Rednerpult, kommentierte das zuvor Erlebte aber lieber nicht...
Hart ist nur, dass die sowieso schon schwer auszuhaltende 80er-Jahre-Pophymne „Live is Life“ von Opus für diese Aufführung umgedichtet wurde. Jetzt heißt sie „Fleisch ist Fleisch“. Zum Ausdruck gebracht werden solle das Spannungsfeld zwischen Fleischindustrie und Nachhaltigkeit in der Lebenswelt junger Menschen aus Westfalen. So steht es in dem Workshopkonzept der Formation Bodytalk, die sicher noch Fördermittel für eine abendfüllende Edition zu dieser Thematik beantragt hat."
Berliner Zeitung

"Ärger um Performance im Paderborner Dom

Kunst im Kreuzfeuer: Eine Performance im Paderborner Dom provoziert Protest. Das Domkapitel bereut und zieht Konsequenzen.
Paderborn

Das Paderborner Domkapitel hat sich von einer Kunstaktion in der Kathedrale distanziert. Ein teils halbnackt auftretendes Trio war Mitte Mai bei der Eröffnung des Jubiläumsjahres 1.250 Jahre Westfalen mit drei ausgenommenen und in Windeln gewickelten Tiefkühl-Hähnchen durch den Altarraum getanzt. In einem Statement des Domkapitels auf seiner Homepage heißt es, das Gremium und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Veranstalter bedauerten, dass die Performance religiöse Gefühle verletzt habe.

„Eine solche Wirkung war zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt und entspricht auch nicht unserem Anspruch an diesen Ort mit seiner besonderen religiösen, historischen und kulturellen Bedeutung“, heißt es weiter in der Erklärung. „Wir nehmen die Reaktionen auf die Darbietung sehr ernst und haben bereits begonnen, unsere internen Abläufe zu überarbeiten.“ Künftig werde es ein verändertes Verfahren zur Freigabe von Veranstaltungen im Dom geben, das eine genauere inhaltliche Prüfung gewährleiste.

Petition auf konservativer Plattform

Gegen die Aufführung des Ensembles Bodytalk wurde auf der rechtskonservativen Online-Plattform „citizengo“ eine Petition „Gegen die Entweihung des Paderborner Domes“ gestartet. Nach Informationen des „Westfalen-Blatts“ stammt ein großer Teil der Unterstützer nicht aus Paderborn oder dem Erzbistum, sondern aus dem Ausland, insbesondere aus Österreich. Am Mittwochmittag zählte die Plattform rund 20.000 Unterschriften. Die Website veröffentlicht aber nur eine Handvoll Namen der Beteiligten, bleibt also Beweise für die genaue Zahl der Unterschriften schuldig.

An dem Festakt im Dom hatten auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz teilgenommen."
Der Dom

Die Paderborner-Propaganda-Plattform "Der Dom" weiß das Problem zu lösen:
1. Aus Empörung wird "Ärger".
2. Aus dem unsäglichen Scheißdreck wird "Kunst".
3. Anscheinend hat es dem Domkapitel samt Generalvikaren und Erdbeerschorsch gefallen, da weder der Erdbeerschorsch noch die beiden Feiglinge aus dem GV oder die Memmen des Domkapitels bis dahin zu einer Stellungnahme fähig oder willens waren.
4. Erst eineinhalb Wochen später äußert sich das Domkapitel - nachdem es wohl erhebliche Proteste gab - dazu.
5. Der Protest dagegen von der Seite "citizengo" wird sogleich als rechtskonservativ, ergo nationalsozialistisch diffamiert. Weil unsere "synodale Kirche" natürliche immer richtig handelt.
6. In welchem Zustand sind die Verantwortlichen, die diese Veranstaltung freigegeben haben?
7. Wo war das repräsentative Werk für Chor, Orgel, Orchester, Solisten und 100 Schützengewehre?

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

MAT @, Freitag, 30. Mai 2025, 07:22 (vor 465 Tagen) @ Bariolage

Was das "Spannungsfeld zwischen Fleischindustrie und Nachhaltigkeit in der Lebenswelt junger Menschen aus Westfalen", nebst gewindelter Hähnchen, vor dem Altar des Paderborner Doms zu suchen hat, darf sicher hinterfragt werden.

Im Gegensatz zu unserem Herrn Jesus Christus am Kreuz, waren die Tänzer relativ bekleidet.

Dass das Domkapitel künftig besser hinguckt ist löblich, allerdings sehe ich das Ganze einigermaßen gelassen. Wie oft kam derartiges in der jahrhundertelangen Geschichte des Doms vor? Die Gebeine des Hl. Liborius haben nicht rotiert und der liebe Heiland ist nicht aus dem Tabernakel gefallen.

--
Gruß
MAT

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

gk @, Freitag, 30. Mai 2025, 10:17 (vor 465 Tagen) @ Bariolage
bearbeitet von gk, Freitag, 30. Mai 2025, 10:24

Also, da gab es gleich mehrere Peinlichkeiten, die Aktion an sich zu allererst. Die erzkonservative rechte Plattform „CitizenGO“ allerdings ist hier kein Opfer, "sie agitiert gegen Sexualaufklärung an Schulen, Schwangerschaftsabbrüche und die Rechte von Homosexuellen – alles im Namen des Herrn. Dabei ist sie auch mit Rechtsaußen-Politikern vernetzt, unterhält Kontakte zum Umfeld von ­Wladimir Putin" (TAZ). Bei Beifall von dieser Seite wäre ich höchst alarmiert.

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

Contrebasson 32' @, Wien, Freitag, 30. Mai 2025, 10:49 (vor 465 Tagen) @ gk

Also, da gab es gleich mehrere Peinlichkeiten, die Aktion an sich zu allererst. Die erzkonservative rechte Plattform „CitizenGO“ allerdings ist hier kein Opfer, "sie agitiert gegen Sexualaufklärung an Schulen, Schwangerschaftsabbrüche und die Rechte von Homosexuellen – alles im Namen des Herrn. Dabei ist sie auch mit Rechtsaußen-Politikern vernetzt, unterhält Kontakte zum Umfeld von ­Wladimir Putin" (TAZ). Bei Beifall von dieser Seite wäre ich höchst alarmiert.

Danke für diese wichtige Einordnung!
Ich würde die Performance wohl auch nicht als künstlerisch wertvoll deklarieren, aber mit CitizenGo und Co mag ich mich erst recht nicht gemein machen - andere hier haben da wohl weniger Scheu.

PS: Ein großer Tönnies-Fan war und bin ich unabhängig von der Performance eh nicht ;)

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

alla_marcia, Freitag, 30. Mai 2025, 13:58 (vor 465 Tagen) @ Contrebasson 32'

Ich würde die Performance wohl auch nicht als künstlerisch wertvoll deklarieren, aber mit CitizenGo und Co mag ich mich erst recht nicht gemein machen - andere hier haben da wohl weniger Scheu.

PS: Ein großer Tönnies-Fan war und bin ich unabhängig von der Performance eh nicht ;)

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Na, da wäre mir doch gerade glatt die Teewurst (Haltungsform 3) von meinem Dinkelbrot gefallen! Schade, dass ich nicht da war ...

Meine Güte, was für ein Aufriss, wegen ein paar Halbnackerter im Hohen Dom! Wenn das wirklich sooo furchtbar gewesen sein sollte, müssen die eben den Dom neu weihen.

Und dass diese Petition von einer vollkommen indiskutablen Seite kommt, braucht man auch kaum zu diskutieren.

Eines nur enttäuscht mich bei der ganzen Sache:

"Zum Ausdruck gebracht werden solle das Spannungsfeld zwischen Fleischindustrie und Nachhaltigkeit in der Lebenswelt junger Menschen aus Westfalen."

Ah ja - und wo bitte sind da die Frauen? Die Nonbinären, die Unentschlossenen, die Ausgegrenzten, die Bis, Inter- und Pansexuellen?

"Junge Menschen" - das reicht heute nicht mehr! Da muss mehr kommen!

Und dann auch noch "Westfalen"! Was ist mit dem Münsterland, dem nördlichen Sauerland, dem Ruhrgebiet - und Ostfalen, bittschön!

Ich hoffe wenigstens, dass man die Hähncheninnenfilets der gewindelten Darsteller vorher entnommen hatte.

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 30. Mai 2025, 22:31 (vor 465 Tagen) @ alla_marcia

Ich hoffe wenigstens, dass man die Hähncheninnenfilets der gewindelten Darsteller vorher entnommen hatte.

Das erinnert mich an den in einem Supermarkt aufgeschnappten Dialog zweier Verkäuferinnen, wo eine eder anderen rschüttert berichtete, dass eine Kundin ein "Puten-Nackensteak" haben wollte.

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

Wolfgang Gourgé @, Freitag, 30. Mai 2025, 21:35 (vor 465 Tagen) @ Contrebasson 32'

Also, da gab es gleich mehrere Peinlichkeiten, die Aktion an sich zu allererst. Die erzkonservative rechte Plattform „CitizenGO“ allerdings ist hier kein Opfer, "sie agitiert gegen Sexualaufklärung an Schulen, Schwangerschaftsabbrüche und die Rechte von Homosexuellen – alles im Namen des Herrn. Dabei ist sie auch mit Rechtsaußen-Politikern vernetzt, unterhält Kontakte zum Umfeld von ­Wladimir Putin" (TAZ). Bei Beifall von dieser Seite wäre ich höchst alarmiert.


Danke für diese wichtige Einordnung!
Ich würde die Performance wohl auch nicht als künstlerisch wertvoll deklarieren, aber mit CitizenGo und Co mag ich mich erst recht nicht gemein machen - andere hier haben da wohl weniger Scheu.

PS: Ein großer Tönnies-Fan war und bin ich unabhängig von der Performance eh nicht ;)

...macht der auch in Hähnchen? Ich dachte, Tönnies ist eher für Schweine zuständig. Aber gut, man muss ja auch kein Wiesenhof-Fan sein.....

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

Contrebasson 32' @, Wien, Freitag, 30. Mai 2025, 22:30 (vor 465 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

Also, da gab es gleich mehrere Peinlichkeiten, die Aktion an sich zu allererst. Die erzkonservative rechte Plattform „CitizenGO“ allerdings ist hier kein Opfer, "sie agitiert gegen Sexualaufklärung an Schulen, Schwangerschaftsabbrüche und die Rechte von Homosexuellen – alles im Namen des Herrn. Dabei ist sie auch mit Rechtsaußen-Politikern vernetzt, unterhält Kontakte zum Umfeld von ­Wladimir Putin" (TAZ). Bei Beifall von dieser Seite wäre ich höchst alarmiert.


Danke für diese wichtige Einordnung!
Ich würde die Performance wohl auch nicht als künstlerisch wertvoll deklarieren, aber mit CitizenGo und Co mag ich mich erst recht nicht gemein machen - andere hier haben da wohl weniger Scheu.

PS: Ein großer Tönnies-Fan war und bin ich unabhängig von der Performance eh nicht ;)


...macht der auch in Hähnchen? Ich dachte, Tönnies ist eher für Schweine zuständig. Aber gut, man muss ja auch kein Wiesenhof-Fan sein.....

Die Performache zielte fix auf Tönnies ab, da darf man ansonsten nicht so kleinlich sein^^

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

Große Pfeife @, Freitag, 30. Mai 2025, 22:40 (vor 465 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

„Mutterunternehmen ist die Zur Mühlen ApS & Co. KG mit Sitz in Böklund. Diese befindet sich vollständig im Eigentum der Tönnies Holding und dient als Zwischenholding für den Bereich Wurstwarenproduktion. Zur Gruppe gehören die Wurstmarken Böklunder, Könecke, Redlefsen (darunter Jensen's und Heine's), Schulte, Zerbster Original, Hareico, Plumrose und Heinrich Nölke (Gutfried). Sie produzierte nach Eigenangaben im Januar 2024 mit „saisonabhängig“ 4000 Mitarbeitern in Deutschland und Polen „jedes Jahr etwa 2 Milliarden Verbrauchereinheiten“ (Packungen), was einen „rechnerischen Marktanteil von 22 %“ ausmache“. (Wikipedia).
Gutfried stellt Geflügelprodukte her.

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

MCVL @, Freitag, 30. Mai 2025, 22:47 (vor 465 Tagen) @ Große Pfeife

Gutfried stellt Geflügelprodukte her.

"Nur Gutes von der Pute" wenn ich dem Slogan noch richtig im Kopf habe...

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

ErikvdNeers, Freitag, 30. Mai 2025, 22:53 (vor 465 Tagen) @ MCVL

...und ich dachte, das es hier geht um Orgel.....

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

MCVL @, Freitag, 30. Mai 2025, 23:00 (vor 465 Tagen) @ ErikvdNeers

...und ich dachte, das es hier geht um Orgel.....

Dachte ich eigentlich auch...

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 31. Mai 2025, 09:05 (vor 464 Tagen) @ MCVL

...und ich dachte, das es hier geht um Orgel.....


Dachte ich eigentlich auch...

....behutsam-spontane Erweiterungen des hier prioritär behandelten Themenspektrums aus aktuellen Anlässen heraus haben hier durchaus eine gewisse Tradition; die aktuelle Diskussion bewegt sich imo durchaus in dieser durch langjährige Übung gefestigten stillschweigenden Übereinkunft, zumal man Westfalen als humansoziotopisch-landschaftliche Einheit betrachten muss, in der die Orgelkultur seit altersher untrennbar mit regionaltypischen, dem Außenstehenden oftmals nur rätselhaft anmutenden Bräuchen kulturell interagiert....

Tatort: Paderborn, Dom. Oder: Der Fisch stinkt fast nur am Kopf

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Freitag, 30. Mai 2025, 22:53 (vor 465 Tagen) @ Große Pfeife

Böklunder, Könecke, Heinrich Nölke ... Fleischverarbeitung klingt so oft nach Figuren aus Stenkelfeld.

...westfälische Windelhähnchen.....

Wolfgang Gourgé @, Freitag, 30. Mai 2025, 20:52 (vor 465 Tagen) @ Bariolage

....ich ahnte, dass es irgendwann auch hier landet....

Man kann es sich auf youtube noch ansehen, in einem Kanal, der sonst Verschwörungsmüll und Putin-Propaganda verbreitet. Also: mir geht's hier nur um den originalen Clip des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, die sonstigen Inhalte dieser Plattform bitte nicht mal ignorieren (so gegen 2:00 wird's interessant, da kommen die gewindelten Hähnchen ins Spiel)...

https://www.youtube.com/watch?v=iX1eGLXVEDY&t=158s

Ich hätte ja gern die Gesichter in der ersten Reihe gesehen...

Selbst schuld, wenn ein Landschaftsverband oder ein Domkapitel sich nicht vorher genau ansieht, wen es da engagiert bzw. mit welcher Performance in die Hütte lässt. Und die Truppe, die da aufgetreten ist, sollte sich selbst fragen, ob ihr der Unterschied zwischen einer Kathedrale und einem sonstigen x-beliebigen Veranstaltungsort klar ist - von erwachsenen Menschen darf man erwarten, dass sie da von selbst drauf kommen. Schade um die Hähnchen übrigens, ich nehme nicht an, dass sie danach noch verzehrfähig waren.....

...westfälische Windelhähnchen.....

jens79, Samstag, 31. Mai 2025, 19:18 (vor 464 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von jens79, Samstag, 31. Mai 2025, 19:24

Selbst schuld, wenn ein Landschaftsverband oder ein Domkapitel sich nicht vorher genau ansieht, wen es da engagiert bzw. mit welcher Performance in die Hütte lässt. Und die Truppe, die da aufgetreten ist, sollte sich selbst fragen, ob ihr der Unterschied zwischen einer Kathedrale und einem sonstigen x-beliebigen Veranstaltungsort klar ist - von erwachsenen Menschen darf man erwarten, dass sie da von selbst drauf kommen. Schade um die Hähnchen übrigens, ich nehme nicht an, dass sie danach noch verzehrfähig waren.....

Hätte selbige Performance in einer evangelischen Kirche, auf dem Kirchentag oder gar in einem ev. ZDF-Fernsehgottesdienst stattgefunden - was wäre das hier wieder als unwiderlegbarer Beweis für die zeitgeistgesteuerte, sich selbst abschaffende, sich nur mehr lächerlich machende etc. etc. evangelische Kirche gewertet worden.
Da es aber nun im katholischen Dom stattfand, reicht der milde Hinweis, das Domkapitel solle halt etwas besser aufpassen. Ansonsten können wir aber beruhigt sein, denn schließlich hat der Hl. Liborius aus seiner Gruft heraus nicht protestiert.

...westfälische Windelhähnchen.....

alla_marcia, Samstag, 31. Mai 2025, 19:28 (vor 464 Tagen) @ jens79

Da es aber nun im katholischen Dom stattfand, reicht der milde Hinweis, das Domkapitel solle halt etwas besser aufpassen. Ansonsten können wir aber beruhigt sein, denn schließlich hat der Hl. Liborius aus seiner Gruft heraus nicht protestiert.

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Heißt es nicht schon in einem alten Paderborner Gassenhauer, der kündet von der allumfassenden, verzeihenden Liebe des christlichen Gottes:

"Du großer Hirt und Gottesmann / Liborius, geh du voran / Auf daß nicht Gries und Nierenstein / die Strafe uns'rer Sünden sein".


Okay ... von Salmonellen steht da nichts. Deswegen blieb der Heilige ob des hühnerfokussierten Mummenschanzes wohl liegen.

...westfälische Windelhähnchen.....

Wolfgang Gourgé @, Samstag, 31. Mai 2025, 19:55 (vor 464 Tagen) @ jens79

Selbst schuld, wenn ein Landschaftsverband oder ein Domkapitel sich nicht vorher genau ansieht, wen es da engagiert bzw. mit welcher Performance in die Hütte lässt. Und die Truppe, die da aufgetreten ist, sollte sich selbst fragen, ob ihr der Unterschied zwischen einer Kathedrale und einem sonstigen x-beliebigen Veranstaltungsort klar ist - von erwachsenen Menschen darf man erwarten, dass sie da von selbst drauf kommen. Schade um die Hähnchen übrigens, ich nehme nicht an, dass sie danach noch verzehrfähig waren.....


Hätte selbige Performance in einer evangelischen Kirche, auf dem Kirchentag oder gar in einem ev. ZDF-Fernsehgottesdienst stattgefunden - was wäre das hier wieder als unwiderlegbarer Beweis für die zeitgeistgesteuerte, sich selbst abschaffende, sich nur mehr lächerlich machende etc. etc. evangelische Kirche gewertet worden.
Da es aber nun im katholischen Dom stattfand, reicht der milde Hinweis, das Domkapitel solle halt etwas besser aufpassen. Ansonsten können wir aber beruhigt sein, denn schließlich hat der Hl. Liborius aus seiner Gruft heraus nicht protestiert.

....da gibt's einen kleinen Unterschied - vielleicht auch zwei -, die Du übersiehst: die Paderborner Verantwortlichen wussten offenbar nicht genau, was da kommt (was ein wenig fahrlässig war), Veranstalter war der Landschaftsverband, die Kirche stellte lediglich den Dom als Veranstaltungsort zur Verfügung, und die Verantwortlichen haben sich - offenbar "überrumpelt" von der Nonsens-Performance - im Nachhinein davon distanziert.

Und um das Positive nicht zu vergessen: letzten Sonntag, Gottesdienst aus Divi Blasii in Mühlhausen/Thüringen, mit Orgel und Chor, insgesamt durchaus ok und geradezu angenehm, verglichen mit dem Kirchentags-Programm in Hannover mit Taylor-Swift-Gottesdienst und Jogging-Andacht.

...westfälische Windelhähnchen.....

jens79, Samstag, 31. Mai 2025, 20:30 (vor 464 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von jens79, Samstag, 31. Mai 2025, 20:48

Hätte selbige Performance in einer evangelischen Kirche, auf dem Kirchentag oder gar in einem ev. ZDF-Fernsehgottesdienst stattgefunden - was wäre das hier wieder als unwiderlegbarer Beweis für die zeitgeistgesteuerte, sich selbst abschaffende, sich nur mehr lächerlich machende etc. etc. evangelische Kirche gewertet worden.


....da gibt's einen kleinen Unterschied - vielleicht auch zwei -, die Du übersiehst: die Paderborner Verantwortlichen wussten offenbar nicht genau, was da kommt (was ein wenig fahrlässig war), Veranstalter war der Landschaftsverband, die Kirche stellte lediglich den Dom als Veranstaltungsort zur Verfügung, und die Verantwortlichen haben sich - offenbar "überrumpelt" von der Nonsens-Performance - im Nachhinein davon distanziert.


Es ist mir schon klar, dass das keine genuine Veranstaltung der katholischen Kirche war.
Aber die Außenwirkung ist immer die, dass das, was in einer Kirche stattfindet, auch mit der Institution gleichgesetzt wird, zumindest in hohem Maße.
Dazu kommt noch der Unterschied zwischen katholisch und evangelisch im Verständnis des Kirchenraumes: Für die Evangelischen ist die Kirche ein (möglichst würdig gestalteter) Versammlungsraum, für die Katholiken ein heiliger, geweihter Ort, was natürlich im besonderen Maße für eine Kirche wie den Paderborner Dom gilt.
Und nebenbei, fragwürdige Kunstinstallationen gab es gerade in letzter Zeit einige in katholischen Domkirchen, vor allem in Österreich. Ich weiß aber im Moment nicht mehr wo (Innsbruck?)

...westfälische Windelhähnchen.....

Florian-L @, Sonntag, 01. Juni 2025, 20:29 (vor 463 Tagen) @ jens79

Und nebenbei, fragwürdige Kunstinstallationen gab es gerade in letzter Zeit einige in katholischen Domkirchen, vor allem in Österreich. Ich weiß aber im Moment nicht mehr wo (Innsbruck?)

Im Linzer Dom.

...westfälische Windelhähnchen.....und österreichisches Schweineherz im Kondom

jens79, Sonntag, 01. Juni 2025, 20:58 (vor 463 Tagen) @ Florian-L
bearbeitet von jens79, Montag, 02. Juni 2025, 15:38

Und nebenbei, fragwürdige Kunstinstallationen gab es gerade in letzter Zeit einige in katholischen Domkirchen, vor allem in Österreich. Ich weiß aber im Moment nicht mehr wo (Innsbruck?)


Im Linzer Dom.

Danke,aber ich hatte vor allem diese Installation gemeint (Schweineherz im Kondom, aber nicht im Dom, sondern in der Innsbrucker Spitalkirche):
https://tirol.orf.at/stories/3195838/
Wobei es wohl in Wirklichkeit kein Kondom ist, sondern nur ein Gummiband, das das Herz einschneidet. Sieht aber auf den ersten Blick wie ein Kondom aus, diese Uneindeutigkeit scheint durchaus beabsichtigt und wird auch so wahrgenommen, z. B. hier: https://corjesu.info/wordpress/?p=15955
und auf anderen, ähnlich gestrickten Seiten.

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