Das Rätsel vom Regental

MCVL @, Samstag, 10. Mai 2025, 10:20 (vor 486 Tagen)
bearbeitet von MCVL, Samstag, 10. Mai 2025, 10:29

Bei meinen Forschungen zur Firma Weise bin ich in den Orgelmeldebogen im Bistumsarchiv Regensburg auch auf ein Kuriosum gestoßen, daß ich den Interessierten nicht vorenthalten möchte.

1901 wurde in Teisnach von einer Firma eine neue Orgel erbaut, die ansonsten in Altbayern keine Rolle gespielt hat und es scheint der einzige Neubau zu sein, welchen diese Werkstatt dort ausgeführt hat.

Hat jemand die Lösung parat, von welcher Firma diese Orgel erbaut wurde? Kleiner Tipp: mittlerweile steht in der benachbarten Oberpfalz wieder ein Instrument aus dieser Werkstatt.

Für mich aber völlig unklar, wie es zur Wahl dieser Firma für den Orgelbau in Teisnach kam.


I. Manual
1) Bourdon 16'
2) Prinzipal 8'
3) Flöte 8'
4) Gamba 8'
5) Dolce 8'
- Schalmei 8' (vermutlich labialer Sammelzug)
6) Oktav 4'
7) Rohrflöte 4'
8) Cornett 8'
9) Trompete 8'

II. Manual
10) Prinzipal 8'
11) Gedeckt 8'
12) Salicional 8'
13) Aeoline 8'
14) Vox coelestis 8'
15) Traversflöte 4'
16) Fugara 4'
17) Mixtur 2 2/3'

Pedal
18) Subbaß 16'
19) Violonbaß
20) Cello 8'
21) Posaune 16'

Das Rätsel vom Regental

Regermann @, Oberpfalz, Samstag, 10. Mai 2025, 10:37 (vor 486 Tagen) @ MCVL

Voit und Sohn, Durlach 1901. Seit September 2023 steht in Erbendorf die Heinrich-Voit-Saalorgel (1916, 51) aus dem Kurhaus Baden-Baden.

--
freundliche Grüße, Regermann

Das Rätsel vom Regental

MCVL @, Samstag, 10. Mai 2025, 10:40 (vor 486 Tagen) @ Regermann

Voit und Sohn, Durlach 1901. Seit September 2023 steht in Erbendorf die Heinrich-Voit-Saalorgel (1916, 51) aus dem Kurhaus Baden-Baden.

Das ging aber schnell.

Die Orgel wird in der mir bekannten Literatur leider nirgends erwähnt. Mich würde interessieren, ob sie noch jemand gekannt hat. Das war sicherlich ein durchaus qualitätvolles Werk.

Das Rätsel vom Regental

Dorforganist, Samstag, 10. Mai 2025, 17:17 (vor 486 Tagen) @ MCVL

Voit und Sohn, Durlach 1901. Seit September 2023 steht in Erbendorf die Heinrich-Voit-Saalorgel (1916, 51) aus dem Kurhaus Baden-Baden.


Das ging aber schnell.

Die Orgel wird in der mir bekannten Literatur leider nirgends erwähnt. Mich würde interessieren, ob sie noch jemand gekannt hat. Das war sicherlich ein durchaus qualitätvolles Werk.

Gekannt wäre übertrieben, aber ich habe in sehr jungen Jahren in Teisnach mal eine Hochzeit beorgelt und mit der in meiner Erinnerung nicht sehr zuverlässigen Pneumatik gekämpft. Das muß Anfang der 80er gewesen sein, denn 1986 hat Weise dort eine "neue" Orgel gebaut. Diese habe ich letztes Jahr zum ersten Mal gespielt und habe mich sowohl über die sehr untypische Dispo als auch den für die 80er ungewohnt romantischen Klang gewundert. Irgendwann dämmerte mir, daß Weise wohl ziemlich den ganzen alten Bestand übernommen hatte, aber ich konnte nicht in Erfahrung bringen, von wem der war.

Jetzt hast Du das Rätsel gelöst - auf diese Firma wäre ich aber im Traum nicht gekommen!

Das Rätsel vom Regental

MCVL @, Sonntag, 11. Mai 2025, 00:16 (vor 485 Tagen) @ Dorforganist

Jetzt hast Du das Rätsel gelöst - auf diese Firma wäre ich aber im Traum nicht gekommen!


War auch für mich ein Aha-Erlebnis. Wenn man die Bogen so durchgeblättert hat und wieder die Namen Binder/Siemann, Hechenberger, Edenhofer, Wolf usw. gelesen hat (Steinmeyer und Maerz lasse ich als selbstverständlich durchgehen) irgendwie erfrischend anders. (Abgesehen von den mechanischen Schleifladenorgeln, die sie oft 1944 nicht nehr zuzuordnen wussten).

Das Rätsel vom Regental

Stimmeisen, Sonntag, 11. Mai 2025, 20:25 (vor 484 Tagen) @ Dorforganist

Von Voith sind der Prospekt und die Register Bordun 16' (I) und Gambe celeste 8' (II, original: Gamba 8') erhalten, der "Rest" ist von Weise, 1986, II/25. Der heutige Zustand geht auf einen Umbau von 2021 zurück mit Umdisponierung und neuer Intonation.

[image]

Das Rätsel vom Regental

MCVL @, Sonntag, 11. Mai 2025, 22:25 (vor 484 Tagen) @ Stimmeisen
bearbeitet von MCVL, Sonntag, 11. Mai 2025, 22:31

Danke! Das Gehäuse ist auch interessant, mir ist eine Link-Orgel (aus den 1890er Jahren wenn ich richtig liege) bekannt, die eine nahezu identische Prospektfront aufweist, ich komme aber gerade nicht darauf, wo sie steht oder gestanden hat (es kann auch sein, daß ich mich an eine historische Fotografie erinnere).

Diese ganzen Beziehungen zwischen nahezu identischen Prospektentwürfen verschiedener Werkstätten zu untersuchen, wäre einmal ein dankbares Forschungsthema.

Besonders auffällig ist eine Geschichte, die mir gerade einfällt. In Ebingen (Württemberg) hat sich von der 1892 erbauten Späth-Orgel das Gehäuse erhalten, welches nahezu 1:1 etwas später von Link für eine Kirche in der Nähe von Aalen ausgeführt wurde (Westhausen? - ich muß nochmals nachschauen).

Das Rätsel vom Regental

MCVL @, Montag, 02. Juni 2025, 22:17 (vor 462 Tagen) @ MCVL

Besonders auffällig ist eine Geschichte, die mir gerade einfällt. In Ebingen (Württemberg) hat sich von der 1892 erbauten Späth-Orgel das Gehäuse erhalten, welches nahezu 1:1 etwas später von Link für eine Kirche in der Nähe von Aalen ausgeführt wurde (Westhausen? - ich muß nochmals nachschauen).

Gerade habe ich es wieder gefunden: die Link-Orgel befindet sich in Stödlen.

Die Kirchen stammen beide vom gleichen Architekten, wie ich so eben festgestellt habe.
Es liegt daher nahe, daß Cades auch den Prospektentwurf für beide Kirchen geliefert hat, daher zweimal nahezu dasselbe sehr ausgefallene Gehäuse aus zwei verschiedenen Werkstätten.

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