Tondokumentation von Weise und Koulen

Contrebasson 32' @, Wien, Donnerstag, 08. Mai 2025, 09:01 (vor 488 Tagen)
bearbeitet von Contrebasson 32', Donnerstag, 08. Mai 2025, 09:05

Dank der unermüdlichen Arbeit so mancher Mitforisten, sind hier für mich Orgelbauer in den Fokus gerückt, die mir vorher zwar namentlich bekannt waren, aber nicht so positiv konnotiert waren, wie andere Zeitgenossen.

Nun sind nicht nur viele orgelbaulichen Zeugnisse von bspw. Weise- und Koulen-Orgeln längst verfremdet oder ersetzt worden, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Möglichkeit habe, einge der wenigen verbliebenen Zeugen zu hören oder gar selber zu spielen, eher gering.

Daher meine Frage: Welche Tondokumentationen (vornehmlich CDs) würdet ihr auf Grund von Aufnahmequalität, Instrument und Interpret empfehlen, um sich einen guten Eindruck von dem zu verschaffen, was hier ganz offensichtlich so viele begeistert.

Einspielungen auf historischen Walcker-, Sauer-, Buchholz-, Steinmeyer-, Späth-, Kuhn-Orgeln (usw.) finden sich ja leicht. Bei den oben genannten tue ich mich hingegen schwer und möchte nicht blind kaufen.

Vielen Dank! :)

Tondokumentation von Weise und Koulen

MCVL @, Donnerstag, 08. Mai 2025, 13:36 (vor 487 Tagen) @ Contrebasson 32'

Ich habe jetzt mal länger gesucht, aber da sieht es sehr schlecht aus. Das einzige Tondokument, daß mir von Weise mittlerweile bekannt geworden ist, ist die hier bereits verlinkte Stockmeier-Aufnahme in Niederalteich.

Von Koulen-Orgeln sind mir keine Aufnahmen bekannt. Die Haushamer Orgel kenne ich nicht persönlich, aber Instrumente wie Kettershausen oder Baisweil wären es wert, einmal auf Tonträger dokumentiert zu werden. Diese beiden Orgeln kann ich auch jedem Freund spätromatischer Instrumente ans Herz legen, sie einmal aufzusuchen. Sie klingen alles andere als mulmig oder breiig, wie das manchen Orgeln dieser Zeit anhaftet. Allein schon die durchschlagenden Pedalposaunen haben ihren ganz eigenen Charme.

Tondokumentation von Weise und Koulen

Contrebasson 32' @, Wien, Samstag, 10. Mai 2025, 10:37 (vor 485 Tagen) @ MCVL

Ich habe jetzt mal länger gesucht, aber da sieht es sehr schlecht aus. Das einzige Tondokument, daß mir von Weise mittlerweile bekannt geworden ist, ist die hier bereits verlinkte Stockmeier-Aufnahme in Niederalteich.

Von Koulen-Orgeln sind mir keine Aufnahmen bekannt. Die Haushamer Orgel kenne ich nicht persönlich, aber Instrumente wie Kettershausen oder Baisweil wären es wert, einmal auf Tonträger dokumentiert zu werden. Diese beiden Orgeln kann ich auch jedem Freund spätromatischer Instrumente ans Herz legen, sie einmal aufzusuchen. Sie klingen alles andere als mulmig oder breiig, wie das manchen Orgeln dieser Zeit anhaftet. Allein schon die durchschlagenden Pedalposaunen haben ihren ganz eigenen Charme.

Stimmt, die Aufnahme kenne ich auch schon.

PS: Beim Blick ins virtuelle CD-Regal staune ich bisweilen schon, welche Orgeln und welche Werke teilweise für würdig gehalten werden, dokumentiert zu werden ;)

Tondokumentation von Weise und Koulen

Axel, Sonntag, 11. Mai 2025, 01:46 (vor 485 Tagen) @ Contrebasson 32'

War nicht Augsburg Herz-Jesu Koulen? Die ist durch einen Neubau von Sandtner ersetzt worden, etwas schade, aber der höchst unsympathische Pfarrer wollte das damals so. Die alte Orgel hat der damalige Kollege Thomas Friese auf CD dokumentiert. Vielleicht hat er noch Exemplare.

Aufsburg Herz Jesu

fluteceleste @, Sonntag, 11. Mai 2025, 10:14 (vor 484 Tagen) @ Axel

Hi Axel
ich dachte das war Steinmeyer
http://www.orgbase.nl/scripts/ogb.exe?database=ob2&%250=2006203&LGE=EN&LIJS...
Gruss
Stefan

Aufsburg Herz Jesu

Axel, Sonntag, 11. Mai 2025, 10:24 (vor 484 Tagen) @ fluteceleste

Gut möglich, dann habe ich das falsch in Erinnerung.

Aufsburg Herz Jesu

MCVL @, Sonntag, 11. Mai 2025, 10:43 (vor 484 Tagen) @ fluteceleste

Die Vorgängerorgel, das ursprünglich für diese Kirche erbaute Instrument, stammte tatsächlich von Koulen (Opus 158 von 1909, III/45). Die Orgel wurde dann durch die Steinmeyer aus dem Ludwigsbau ersetzt (ich meine, die Koulen wurde im II. Weltkrieg beschädigt).

Aufsburg Herz Jesu

ThoFi, Sonntag, 11. Mai 2025, 12:55 (vor 484 Tagen) @ MCVL

In St. Sebastian Augsburg ist noch eine relativ originale Koulen vorhanden.
In Herz Jesu wollte man 1966 denke ich einfach eine größere Orgel bzw. die Koulen nicht überholen. Da kam der Abriss des Ludwigsbaus gelegen.
Thomas

Augsburg Sebastian

fluteceleste @, Sonntag, 11. Mai 2025, 13:17 (vor 484 Tagen) @ ThoFi

genau, unten hat Christopher was dazu verlinkt.
Der Faden nimmt Ausmaße an ;-)

Augsburg Herz Jesu

fluteceleste @, Sonntag, 11. Mai 2025, 13:06 (vor 484 Tagen) @ MCVL

Stimmt! sorum wars, also indirekt doch (auch) Koulen ..vielen Dank für die Erhellung.
Ich Depp hätte nur einen Griff zum Regal tun müssen..
[image]

Augsburg Herz Jesu

ErikvdNeers, Sonntag, 11. Mai 2025, 13:08 (vor 484 Tagen) @ fluteceleste

Diese Disposition haette ich gerne mitgenommen....

Augsburg Herz Jesu

fluteceleste @, Sonntag, 11. Mai 2025, 13:34 (vor 484 Tagen) @ ErikvdNeers

ich auch..Eigentlich genau das, was man heute wieder mag, nur eben auf Schleifladen...
Wenn ich es richtig seh, sind die großen Koulens fast alle umgebaut oder weg. Somit hätte Sixtus Lampl doch noch eine sehr wichtige davon auf Halde ...

Tondokumentation von Weise und Koulen

supperoktaf @, Donnerstag, 08. Mai 2025, 16:11 (vor 487 Tagen) @ Contrebasson 32'
bearbeitet von supperoktaf, Donnerstag, 08. Mai 2025, 16:31

Es gibt eine Reger-Gesamtaufnahme von Bernhard Buttmann.
Deren Vol. 4 ist eine 4-CD-Box, deren vierte CD an der Koulen-Orgel Hausham eingespielt wurde. Erschienen bei Oehms.

(Link/Ulm, Steinmeyer/Berlin-Haselhorst und Sauer/Berliner Dom auf CD 1-3 muss man halt mitkaufen ... Das finde ich aber gar nicht so fürchterlich schlimm. Der Preis der Box ist mehr als zivil.)

Tondokumentation von Weise und Koulen

Contrebasson 32' @, Wien, Samstag, 10. Mai 2025, 10:35 (vor 485 Tagen) @ supperoktaf

Super, vielen Dank :)

Tondokumentation von Weise und Koulen

FranzS., Donnerstag, 08. Mai 2025, 23:34 (vor 487 Tagen) @ Contrebasson 32'
bearbeitet von FranzS., Donnerstag, 08. Mai 2025, 23:39

Dank der unermüdlichen Arbeit so mancher Mitforisten, sind hier für mich Orgelbauer in den Fokus gerückt, die mir vorher zwar namentlich bekannt waren, aber nicht so positiv konnotiert waren, wie andere Zeitgenossen.

Nun sind nicht nur viele orgelbaulichen Zeugnisse von bspw. Weise- und Koulen-Orgeln längst verfremdet oder ersetzt worden, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Möglichkeit habe, einge der wenigen verbliebenen Zeugen zu hören oder gar selber zu spielen, eher gering.

Daher meine Frage: Welche Tondokumentationen (vornehmlich CDs) würdet ihr auf Grund von Aufnahmequalität, Instrument und Interpret empfehlen, um sich einen guten Eindruck von dem zu verschaffen, was hier ganz offensichtlich so viele begeistert.

Einspielungen auf historischen Walcker-, Sauer-, Buchholz-, Steinmeyer-, Späth-, Kuhn-Orgeln (usw.) finden sich ja leicht. Bei den oben genannten tue ich mich hingegen schwer und möchte nicht blind kaufen.

Vielen Dank! :)

Die frisch restaurierte Weise Orgel in Landshut würde sich jedenfalls bestens für eine CD Aufnahme eignen. Vielleicht findet sich hier ja jemand. Die Schwestern sind sehr freundlich!

Tondokumentation von Weise und Koulen

Evacuant, Freitag, 09. Mai 2025, 10:03 (vor 486 Tagen) @ FranzS.

Die frisch restaurierte Weise Orgel in Landshut würde sich jedenfalls bestens für eine CD Aufnahme eignen. Vielleicht findet sich hier ja jemand. Die Schwestern sind sehr freundlich!

Sollte ich eines Tages mal viiiel Zeit haben, gehe ich die mir bekannten Dispositionen bei Organindex durch - wenn im Internet verschiedene Dispositionen zu ein und derselben Orgel herumschwirren, hat Organindex meistens die falsche...

Tondokumentation von Weise und Koulen

fluteceleste @, Freitag, 09. Mai 2025, 11:06 (vor 486 Tagen) @ Evacuant

Sollte ich eines Tages mal viiiel Zeit haben, gehe ich die mir bekannten Dispositionen bei Organindex durch - wenn im Internet verschiedene Dispositionen zu ein und derselben Orgel herumschwirren, hat Organindex meistens die falsche...

Das halte ich für ein Gerücht. Wir nehmen aber gern jederzeit Korrekturen auf.

Tondokumentation von Weise und Koulen

MCVL @, Freitag, 09. Mai 2025, 11:08 (vor 486 Tagen) @ Evacuant

Die frisch restaurierte Weise Orgel in Landshut würde sich jedenfalls bestens für eine CD Aufnahme eignen. Vielleicht findet sich hier ja jemand. Die Schwestern sind sehr freundlich!


Sollte ich eines Tages mal viiiel Zeit haben, gehe ich die mir bekannten Dispositionen bei Organindex durch - wenn im Internet verschiedene Dispositionen zu ein und derselben Orgel herumschwirren, hat Organindex meistens die falsche...

Die mir vorliegende Disposition weicht in etlichen Dingen von der auf Organindex und in der ODB veröffentlichten ab, wobei es sich auch um ein ursprüngliches, dann aber wieder verworfenes Konzept handeln könnte.

Ich kann sie gerne mal einstellen, wobei ich aber tatsächlich glaube, es handelt sich nur um einen Entwurf, der dann nochmals überarbeitet wurde.

Tondokumentation von Weise und Koulen

fluteceleste @, Freitag, 09. Mai 2025, 11:10 (vor 486 Tagen) @ MCVL

Die aktuellste dürfte wohl die bei Mühleisen veröffentlichte sein.

Tondokumentation von Weise und Koulen

MCVL @, Freitag, 09. Mai 2025, 11:12 (vor 486 Tagen) @ fluteceleste

Die aktuellste dürfte wohl die bei veröffentlichte sein.

Gehe ich auch davon aus. Und diejenige, die Brenninger veröffentlicht hat, dürfte die Orgel so darstellen, wie sie schlußendlich 1937 gebaut wurde.

Tondokumentation von Weise und Koulen

MCVL @, Freitag, 09. Mai 2025, 11:16 (vor 486 Tagen) @ fluteceleste

Die aktuellste dürfte wohl die bei Mühleisen veröffentlichte sein.

Schon interessant. Der 16' im I. Manual nennt sich bei Mühleisen Rohrflöte, bei Brenninger Quintatön und in der mir vorliegenden Quelle Bourdon.

Während die Schwebung im zweiten Manual in meiner Quelle und bei Mühleisen als Vox coelestis bezeichnet ist, bei Brenninger als Unda maris.

Landshut-Seligenthal - Aufzeichnung 1944

MCVL @, Freitag, 09. Mai 2025, 11:35 (vor 486 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von MCVL, Freitag, 09. Mai 2025, 11:43

I. Manual
1) Bourdon 16'
2) Principal 8'
3) Flöte 8'
4) Rohrgedeckt 8'
5) Dulciana 8'
6) Octav 4'
7) Rohrflöte 4'
8) Octav 2'
9) Mixtur 1 1/3'
10) Oboe 8'

II. Manual
11) Geigenprincipal 8'
12) Liebl. Gedeckt 8'
13) Quintatön 8'
14) Salicional 8'
15) Vox coelestis 8'
16) Ital. Principal 4'
17) Traversflöte 4'
18) Nazard 2 2/3'
19) Waldflöte 2'
20) Blockflöte 1'
21) Cimbel 3fach 1 1/3'
22) Tuba magna 16'
23) Trompete 8'
24) Clarine 4'

Pedal
25) Principalbaß 16'
26) Subbaß 16'
- Zartbaß 16'
27) Octavbaß 8'
28) Choralbaß 4'
29) Nachthorn 2'
30) Posaune 16'


Vermutlich wurden bei der Ausführung der Orgel noch einige Registerbezeichnungen umbenannt, im Prinzip entspricht die Disposition aber der bei Mühleisen genannten, daher bin ich nunmehr der Meinung, daß sie die Registerbezeichnungen so bringt, wie sie im ursprünglichen Kostenvoranschlag standen.

Landshut-Seligenthal - Aufzeichnung 1944

fluteceleste @, Freitag, 09. Mai 2025, 14:07 (vor 486 Tagen) @ MCVL

Herzlichen Dank für diese (und die vielen anderen) Recherchen zum Thema !

Landshut-Seligenthal - Aufzeichnung 1944

MCVL @, Freitag, 09. Mai 2025, 14:18 (vor 486 Tagen) @ fluteceleste
bearbeitet von MCVL, Freitag, 09. Mai 2025, 14:24

Herzlichen Dank für diese (und die vielen anderen) Recherchen zum Thema !

Wobei mir bis jetzt nicht klar ist, woher die Disposition stammt, die Brenninger publiziert hat.
Am Spieltisch kann er sie ja kaum abgeschrieben haben, wenn man die Fotos bei Mühleisen betrachtet.

Im Juni bin ich jedenfalls mehrmals in Landshut, vielleicht habe ich ja nach den Besuchen im Staatsarchiv einmal Gelegenheit und Zeit, in Seligenthal vorbeizuschauen.

(Wie mir mitgeteilt wurde, ist im Staatsarchiv Landshut neben den ortsbezogenen Akten der Bezirksämter, die Brenninger für seine Publikationen herangezogen hat, auch jede Menge Material zu Kirchen- und Orgelbau im Bestand "Regierung von Niederbayern - Kammer des Innern" und in den Generalia der Bezirksämter vorhanden - mit etwas Glück ist das dann der finale Durchbruch gerade für die Orgeln von Weise, die vor 1919 erbaut wurden und für einige noch unklare Fälle aus den 1920er und 1930er Jahren).

Tondokumentation von Weise und Koulen

Cmcmcm1 @, Ottobrunn, Freitag, 09. Mai 2025, 14:44 (vor 486 Tagen) @ Contrebasson 32'

Tondokumentation von Weise und Koulen

MCVL @, Freitag, 09. Mai 2025, 20:55 (vor 486 Tagen) @ Cmcmcm1

Danke, hervorragend! Gerade in der Symphonie pour Grand Orgue kommen die klanglichen Meriten, der typische Koulen-Sound, den auch kleinere Orgeln besitzen, sehr gut zu Geltung.

Tondokumentation von Weise und Koulen

hintersatz ⌂ @, Freitag, 09. Mai 2025, 23:13 (vor 486 Tagen) @ Cmcmcm1
bearbeitet von hintersatz, Freitag, 09. Mai 2025, 23:16

Ja, hört euch ruhig den alten Kram an, ich tue mir grade meine Rodgers Artist 599 rein, und jetzt komm so ein Hasi und meine, sie klinge synthetisch, nein, klingt sie nicht. Sie ist bloß gestimmt. Die Aufnahme ist wie immer so schlecht, dass ich sie nicht veröffentliche.

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

Tondokumentation von Weise und Koulen

hintersatz ⌂ @, Samstag, 10. Mai 2025, 00:13 (vor 486 Tagen) @ hintersatz

Nach der Wiedergabe dieser Vorstellung ist mein Tascam DR-100 komplett abgestürzt. Die Szene gab es bislang auch noch nie.

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

Tondokumentation von Weise und Koulen

Dorforganist, Freitag, 09. Mai 2025, 23:58 (vor 486 Tagen) @ Contrebasson 32'

Nun sind nicht nur viele orgelbaulichen Zeugnisse von bspw. Weise- und Koulen-Orgeln längst verfremdet oder ersetzt worden, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Möglichkeit habe, einge der wenigen verbliebenen Zeugen zu hören oder gar selber zu spielen, eher gering.

Falls Du nicht allzu abseits wohnst, gilt das für Hausham zumindest nicht: das ging heute mit einem Anruf im Pfarrbüro und bei der Organistin ganz locker her und hat zwei interessante Stunden beschert, bevor die Band für die nachmittags stattfindende Firmung eingetrudelt ist.

Das Instrument wurde als Gesamtkunstwerk optisch vom Architekten Hauberrisser bei der Planung der Kirche mitkonzipiert, wobei der Prospekt aber eher nach Jugendstil aussieht, während der restliche Kirchenraum relativ gut imitiertes Barock ist.

Koulen hat 1909 ein großzügig disponiertes Werk mit gut 30 klingenden Registern auf zwei Manualen dahinter gebaut, das mit reichlichen Grundstimmen, vor allem unterschiedlichen Flöten von der fast verschwindenden Fernflöte bis zur ausgewachsenen Konzertflöte Flauta mayor ausgestattet ist. Mit Kleinkram jenseits des 4'-Bereichs hat man sich im Hauptwerk gar nicht erst aufgehalten, das konnte man sich notfalls miitels Oktavkoppeln (ausgebaut) aus dem Schwellwerk holen. Dieses hat eine gute Schwellwirkung und trägt mit einer 16'- und einer 8'-Zunge (ein ziemlich näselndes Coranglais) zu einem dezent französisch angehauchten Plenum bei.

Die einzelnen Register sind eher zurückhaltend intoniert und haben gerne Gesellschaft, dann aber mischen sie sich zu sehr aparten hochromantischen Klängen. Wer's einfach haben will, bedient sich der fünf festen Kombinationen oder des Crescendotritts und des automatischen Pianopedals, für differenzierteres Spiel gibts eine freie Kombination.

Die Pneumatik hat eine nur minimale Verzögerung und spielt sich sehr präzise und angenehm. Da hat Vleugels, der sie 2013 renoviert hat, inzwischen offensichtlich viel Expertise erworben. Gut, daß in den 80er-Jahren wieder einmal fehlendes Geld für einen Umbau dem Denkmalschutz die Arbeit abgenommen hat! Sonst stünde dieses interessante Werk vielleicht auch schon bei Sixtus Lampl im Lager.

Tondokumentation von Weise und Koulen

MCVL @, Samstag, 10. Mai 2025, 00:59 (vor 486 Tagen) @ Dorforganist

Koulen hat 1909 ein großzügig disponiertes Werk mit gut 30 klingenden Registern auf zwei Manualen dahinter gebaut, das mit reichlichen Grundstimmen, vor allem unterschiedlichen Flöten von der fast verschwindenden Fernflöte bis zur ausgewachsenen Konzertflöte Flauta mayor ausgestattet ist. Mit Kleinkram jenseits des 4'-Bereichs hat man sich im Hauptwerk gar nicht erst aufgehalten, das konnte man sich notfalls miitels Oktavkoppeln (ausgebaut) aus dem Schwellwerk holen. Dieses hat eine gute Schwellwirkung und trägt mit einer 16'- und einer 8'-Zunge (ein ziemlich näselndes Coranglais) zu einem dezent französisch angehauchten Plenum bei.

Diesen Orgeltyp in Süddeutschland muß man dahin verstehen, daß das Hauptwerk im Schweller steht und das I. Manual ein Nebenwerk darstellt, welches das II. Manual unterstützt. Ich habe mehrmals über diesen Orgeltyp geschrieben, im Süden war er ab etwa 1912 Standard; wie ich schon mehrmals ausgeführt habe, fast ausschließlich bei katholischen Orgelbauern.

Die Pneumatik hat eine nur minimale Verzögerung und spielt sich sehr präzise und angenehm. Da hat Vleugels, der sie 2013 renoviert hat, inzwischen offensichtlich viel Expertise erworben.

Ob es an der Restaurierung von Vleugels liegt oder nicht, mag ich nicht beurteilen. Aber selbst die verstaubtesten und ungepflegtesten Koulen-Orgeln, die über mehrere Jahrzehnte nur mit Notreparaturen auskamen, haben diese hervorragende Präzision beibehalten. Gleiches gilt auch für das Membranladensystem von Weigle.

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