ECHTE Zugriegel bei einer Pfeifenorgel... ?

elias.orgel, Mittwoch, 16. April 2025, 08:25 (vor 511 Tagen)
bearbeitet von elias.orgel, Mittwoch, 16. April 2025, 08:32

Sicherlich kennen einige von Euch die Register "Schalter" an der Hammond Orgel, die sogenannten "Zugriegel"
Mit diesen kann jede Fußlage einzeln und unabhängig von den anderen ab-und-zu-ger(i)egelt werden, also in der Lautstärke verändert (meist in 9 Stufen, geht aber auch stufenlos)
Jetzt gibt es ja tatsächlich Orgelbauerinnen die ganze Registergruppen in einen eigenen Kasten stecken und die Klänge aus diesem (technischen Wunder) stufenlos in der Lautstärke in den Raum befördern...
Wobei eine Reduzierung bis zur Unhörbarkeit in Deutschland / Europa eher unwahrscheinlich unüblich ist...

Und dann kommen manche sogar noch auf die Idee eine einzelne Stimme (Vox Humana) in nochmals einem eigenen, ähnlichen Kasten unterzubringen (ebenfalls schwellbar) oder ein verkapptes Harmonium ecce physharmonia in aeternam ad organum zu schummeln... (Windschweller)
oder - leider viel zu selten -
diese berühmt berüchtigten Zacharias Zungen (nicht gepökelt, aber ebenfalls windschwellerbar) irgendwie auch noch in einem ansonsten absolut anständigen aber interessanten Instrument unterzubringen...

Doch

Auch wenn die über-hyper-Orgel in Kassel (soweit ich weiß) sogar die Zwischenstellungen der Registerzüge / Schleifenpositionen abspeichern kann
So ist das zwar optisch den Zugriegeln unter Umständen unverschämt umähnlich aber klanglich selbstverständlich etwas komplex komplett anderes...

Was aber wäre nun, wenn man tatsächlich jedes einzelne Register in der Lautstärke unabhängig von den anderen einstellen, ja sogar während des Spiels verändern könnte?

Mit viel technischem Aufwand habe ich sowas natürlich bisher in der "Postproduktion" schon länger gemacht und bin mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden...

Aber eigentlich möchte mann (ich zumindest) ja am liebsten direkt mit solchen Möglichkeiten "spielen"

Längerer Schreiberei kürzerer Sinn

Zumindest bei mir zuhause ist das seit gestern möglich und ich bin selbst überrascht und erstaunt wie gut das klappt und wieviel Spaß es macht...

[image]

als hätte ich anstelle von drei Buntstiften (grün, rot, blau) einen Kasten Wasserfarben mit 256 Töpfchen bekommen...
(selbstverständlich auch mit Deckweiß ;-)

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

ECHTE Zugriegel bei einer Pfeifenorgel... ?

Contrebasson 32' @, Wien, Mittwoch, 16. April 2025, 09:17 (vor 511 Tagen) @ elias.orgel

Iiiih, das ist aber gar keine richtige Pfeifenorgel! :P
Scherz beiseite: hast du auf den Fadern einzelne Register oder Registergruppen liegen? Bin ganz überrascht, dass deine Übeorgel so viele einzelne Ausgangskanäle hat.


PS: Schöne Aussicht!

ECHTE Zugriegel bei einer Pfeifenorgel... ?

elias.orgel, Mittwoch, 16. April 2025, 09:43 (vor 511 Tagen) @ Contrebasson 32'
bearbeitet von elias.orgel, Mittwoch, 16. April 2025, 15:24

PS: Schöne Aussicht!

lach... das ist die "Notlösung"
eigentlich haben wir das da als Ansicht


[image]


aber dann müsste ich die Orgel umdrehen und direkt vor das "Fenster" stellen...
(gibt's auch bei - nein, nix OBI - aber AirBnB* ;-)
.
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hast du auf den Fadern einzelne Register oder Registergruppen liegen?

einzelne Register und gesamtes Werk
aber das ist natürlich vollkommen beliebig steuerbar...

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Bin ganz überrascht, dass deine Übeorgel so viele einzelne Ausgangskanäle hat.

hat sie natürlich auch nicht!

die concerto gibt es aber (glaube ich) mit 12.1 Audio Ausgängen - aber den Aufpreis ist es mir nicht wert

ich wollte Euch jetzt auch nicht mit sämtlichen technischen Details langweilen
aber
die Concerto ist in diesem Fall "nur" das midi-keyboard mit drei Schwellpedalen für die drei Manuale

die Icons (Motorfader / Mischpulte) senden ganz einfache midi-Befehle (wie die Schwellpedale) an mein Laptop auf welchem GrandOrgue mit dem Friesach SampleSet läuft

es war etwas schwierig GO (nicht DO) dazu zu bringen, jedes Register auf eine eigene Windchest zu "setzen" und diesen dann jeweils zwei Schweller (enclosures) zuzuordnen,
die Schweller richtig auf einem panel anzuzeigen zu lassen
und dann noch die virtuellen Schweller mit den Fadern zu verbinden...

aber geschafft

die Schweller sind im Moment immer einen für das Register alleine und zusätzlich einen für das ganze "Werk" (also 4 Stück, III+P)

hier wäre es aber auch möglich jede beliebige Kombination zu ergänzen
alle Zungen, alle 8 Füße in den Manualen, Mixturen und Cornet in I+III...

die Icons haben 1 Fader, 1 Drehknopf und noch 4 Tasten (pro Kanal)
das Master Icon noch einen zusätzlichen Masterfader etc

für cubase werden tatsächlich einzelne Audio Kanäle damit gesteuert und die motu Soundkarten können bis zu 96 (!!!) verschiedene Kanäle / Lautsprecher ansteuern (da war ich bei den letzten Konzerten mit "nur" 24 doch noch recht bescheiden... ;-)
.
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* falls mal jemand Urlaub machen möchte und eine Orgel etc "braucht"...

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Tobias @, Mittwoch, 16. April 2025, 17:58 (vor 511 Tagen) @ elias.orgel

@Elias, könntest du mich mal übers Kontaktformular anschreiben? Ist fürs Forum zu speziell.

Weil du von Cubase geschrieben hast, hätte ich da ein, zwei technische Fragen, die du vielleicht schnell beantworten kannst. Es geht um die Koppelung von Cubase mit mehreren MIDI Manualen (und Pedal).

ECHTE Zugriegel bei einer Pfeifenorgel... ?

Friedrich @, Mittwoch, 16. April 2025, 10:08 (vor 511 Tagen) @ elias.orgel

In AOl Band 20 findet sich (wenn ich mich recht erinnere) im Steinhaus-Artikel über Duprés Orgelästhetik dessen Entwurf einer sinfonischen Multiplex-Orgel, in der jede Grundfarbe/-reihe ihren eigenen Schwellkasten bekommt. Wahrscheinlich hätte das wie eine Riesenkiste mit Pultdach ausgesehen, deren Schräge in lauter schmale, von oben nach unten laufende Schwellwände unterteilt gewesen wäre.

Diese Möglichkeiten über Schwelltritte zu steuern, wäre sicher schwierig gewesen -- vielleicht möglich mit drei oder vier Balanciertritten, die man dann frei zuordnen kann.

Oder eben: Die Riegel steuern die Klappen. Und sind das offenkundige Vorbild für den Kinder-.
Schmackofatz.

Viele Grüße
Friedrich

ECHTE Zugriegel bei einer Pfeifenorgel... ?

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 16. April 2025, 13:41 (vor 511 Tagen) @ elias.orgel

Ich denke, Dein Foto zeigt schon den wahren Ort der Realisierung des Wunsches - das elektronische Umfeld bzw. die virtuelle Orgel. Wie schon Friedrich schrieb und dir ja auch klar ist, wäre das räumlich ein heftiger Aufwand. Bei Monnots Orgue en voyage könnte man sich beinahe registerweise Schwellkästen vorstellen, sicher nicht in der Qualität und Dichtheit wie bei einem gut gebauten Recit, aber so, dass man ein wenig zugriegeln könnte.
Dass das natürlich eine spaßige Sache wäre, da gehe ich mit. Die Zugriegel-Haptik ist ja bei der Rieger-Orgel in Helsinki angewendet worden. Aber naturgemäß führt dort ein nennenswerter Lautstärkeunterschied auch zur nennenswerten Tonhöhenänderung...
Aber bis auf weiteres darf man von einer Einzelregisterschwellbarkeit träumen!

ECHTE Zugriegel bei einer Pfeifenorgel... ?

Contrebasson 32' @, Wien, Mittwoch, 16. April 2025, 15:37 (vor 511 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Es ließe sich natürlich auch ohne Schweller aber dafür mit mehreren unterschiedlich laut intonierten, aber in Klangfarbe angeglichenen Pfeifenreihen je Register realisieren. Aber das wäre noch unvernünftiger als die Schwellerlösung :D

ECHTE Zugriegel bei einer Pfeifenorgel... ?

Gast @, Mittwoch, 16. April 2025, 23:15 (vor 510 Tagen) @ Contrebasson 32'

Es ließe sich natürlich auch ohne Schweller aber dafür mit mehreren unterschiedlich laut intonierten, aber in Klangfarbe angeglichenen Pfeifenreihen je Register realisieren. Aber das wäre noch unvernünftiger als die Schwellerlösung :D

Obwohl es so etwas bei großen Orgeln durchaus gibt: Diapaison 1,2,3,4….
Mir fällt dazu natürlich noch die «Stringdivision» einer nicht ganz unbekannten, amerikanischen Grossorgel ein :-)

ECHTE Zugriegel bei einer Pfeifenorgel... ?

elias.orgel, Donnerstag, 17. April 2025, 06:46 (vor 510 Tagen) @ Gast
bearbeitet von elias.orgel, Donnerstag, 17. April 2025, 06:52

Obwohl es so etwas bei großen Orgeln durchaus gibt: Diapaison 1,2,3,4….


Womit wir wieder einmal bei meiner Lieblingsfrage wären:

.

...was ist besser als eine Pfeifenorgel...?


na ganz klar: zwei, drei, vier...
(und zwei Hände reichen Dir ? ;-)

--
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elias.orgel, Donnerstag, 08. Mai 2025, 17:39 (vor 489 Tagen) @ Gast
bearbeitet von elias.orgel, Donnerstag, 08. Mai 2025, 17:47

Es ließe sich natürlich auch ohne Schweller aber dafür mit mehreren unterschiedlich laut intonierten, aber in Klangfarbe angeglichenen Pfeifenreihen je Register realisieren. Aber das wäre noch unvernünftiger als die Schwellerlösung :D


Obwohl es so etwas bei großen Orgeln durchaus gibt: Diapaison 1,2,3,4….
Mir fällt dazu natürlich noch die «Stringdivision» einer nicht ganz unbekannten, amerikanischen Grossorgel ein :-)


apropos amerikanische Großorgel...

ob hier das "schwell(g)en" einzelner Register überhaupt noch notwendig wäre sei mal dahin gestellt - aber was die Schwellvorrichtung bzw die Schaltungsmöglichkeiten der einzelnen SchwellPedale da alles können ist schon hoch interessant:

Boardwalk Hall- Swell Shades Part 2


besonders die Reverse-Funktion, also die Umkehrung der SchwellPedal-Richtung
finde ich eine gute Idee
15 schwellbare Werke (nicht alle in Funktion bzw gebaut) davon
5 für jedes SchwellPedal reverse einstellbar

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Gast @, Freitag, 09. Mai 2025, 19:04 (vor 488 Tagen) @ elias.orgel

besonders die Reverse-Funktion, also die Umkehrung der SchwellPedal-Richtung
finde ich eine gute Idee
15 schwellbare Werke (nicht alle in Funktion bzw gebaut) davon
5 für jedes SchwellPedal reverse einstellbar

Das Beispiel mit der Überblendung von den Streichern zu den Prinzipalen fand ich auch sehr überzeugend!

Es geht also nicht nur um «Suroundeffekte» im Raum, sondern tatsächlich auch um rein klangliche Aspekte.
Ich meine, dass so etwas eigentlich Standard in digitalen Traktoren sein sollte?

Ich vermisse es: Meine beiden SW stehen direkt nebeneinander, so dass ich diesen Effekt nachstellen kann. Leider brauche ich. Eide Fuesse dafür, da jeweils ein Tritt gegenläufig bedient werden muss :-(

ECHTE Zugriegel bei einer Pfeifenorgel... ?

elias.orgel, Freitag, 09. Mai 2025, 20:03 (vor 488 Tagen) @ Gast
bearbeitet von elias.orgel, Freitag, 09. Mai 2025, 20:09

besonders die Reverse-Funktion, also die Umkehrung der SchwellPedal-Richtung
finde ich eine gute Idee
15 schwellbare Werke (nicht alle in Funktion bzw gebaut) davon
5 für jedes SchwellPedal reverse einstellbar


Das Beispiel mit der Überblendung von den Streichern zu den Prinzipalen fand ich auch sehr überzeugend!

Es geht also nicht nur um «Suroundeffekte» im Raum, sondern tatsächlich auch um rein klangliche Aspekte.
Ich meine, dass so etwas eigentlich Standard in digitalen Traktoren sein sollte?

Ich vermisse es: Meine beiden SW stehen direkt nebeneinander, so dass ich diesen Effekt nachstellen kann. Leider brauche ich. Eide Fuesse dafür, da jeweils ein Tritt gegenläufig bedient werden muss :-(


wenn ich das richtig erinnere, dann ist Deine Orgel doch voll midi fähig...

es wäre also eigentlich ganz einfach die ausgehenden Daten des einen SchwellTritts in Echtzeit umzukehren (y=127-x) und mit dem Kanal Wert (?) des zweiten SchwellTritts zurück in die Orgel zu schicken ;-)

das ist ja genau der Grund warum ich so begeistert davon bin nun jedes einzelne Register (ebenfalls in Echtzeit) beliebig schwellen zu können...

gerade die KlangEffekte
ein bisschen mehr Streicher
ein wenig Zunge oder
ein Hauch Super Quinte
und das Ganze dann auch noch dynamisch
während des Spiels
sind wirklich enorm

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