Konzert Fajoles

Wolfgang Gourgé @, Dienstag, 01. April 2025, 03:45 (vor 526 Tagen) @ Willscher

Hallo Forum,
Am 29.3. spielte Thibault Fajoles beim vom überaus rührigen Kantor Rainer Thomsen von St. Johannes in Hamburg-Eppendorf organisierten Orgelfestival gewissermaßen sein Antrittskonzert.
Ausgewogenes Programm mit Duruflés Prélude aus op. 5 als Einstimmung, gefolgt von Mendelssons 3. Orgelsonate. Deren Schlusssatz gibt es als schmalzige Chorbearbeitung mit dem "Ecce panis"- Text.
Der Fauré - Mort de Mélisande in der Orgelbearbeitung von Louis Robilliard fiel etwas ab. Da gibt es schlüssigere und opulentere Fauré-Bearbeitungen, der ja fast nichts für Orgel komponiert hat. Bachs Pièce d'Orgue BWV 572 war - sagen wir mal so - interessant interpretiert. Der Einleitungsteil, das war tempomässig Weltrekord. Macht aber in diesem Tempo zu hören keinen Spaß. Den Mittelteil erwartet man fulminant im Pleno. Das bestand hier aber nur aus zwei mickrigen 8Füssen. Langsames Crescendo. Letzter Teil wieder Höllenritt. Nun, Bach ist nicht kleinzukriegen. Von Jehan Alain der Choral Dorien. Den phrygischen findet man kaum auf einem Konzertprogramm, obwohl der nicht schlechter ist. Es folgten Alains zwei Fantasien. Eine Ohrenweide, vielleicht nicht für alle aus dem distinguierten Eppendorfer Publikum - gut 80 waren gekommen. Damit ist die Kirche gut gefüllt. Abschluss das Matthäus-Finale als Teil von Widors "Bach's Memento". Ich finde daraus das "Wachet auf" gelungener. Das begeisterte Publikum erhielt eine Zugabe. Der junge Mann hat es drauf. War eher lyrisch. Natürlich perlten manch Läufe à la Cochereau daher, aber wunderbar und nicht als "Pariser Gehacke", wie man oft in anderen Foren lesen kann. Und in der Kürze liegt die Würze. Das war genau richtig von der Länge (65 Minuten). Kleiner Wermutstropfen ist nicht die Orgel ( bitte selber danach googeln), sondern die Akustik. Mit Kathedrale hat das nichts zu tun. Ein Nachhall von 1 Sekunde wäre schön. Der dortige tendiert eher gegen -2. Allerdings erfordert er ein akkurat Spiel mit exaktem Legato. Das war bei Fajoles schon Weltklasse.
Hummel-Hummel!

...vielen Dank für Deinen Bericht - wir wären uns fast begegnet, indes: in Hamburg heißt so gut wie jede zweite Kirche "Johanniskirche", und ich überlas "Eppendorf" - womit ich ein Opfer meiner Konditionierung wurde: denn worauf tippt man, wenn man hört, ein Notre-Dame-Organist spielt in Hamburg in einer Johanniskirche? Natürlich auf die.....

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Johanniskirche in Altona mit ihrer großen, französisch orientierten Kuhn-Orgel....

Tja. Da stand ich nun, ich armer Tor - vor schloss'nem Kirchentor...und so blieb nur der...

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....Hamburger Dom als Alternativprogramm (für nicht-Kundige: so heißt der große Jahrmarkt auf dem Heiligengeistfeld in St. Pauli, der dreimal im Jahr stattfindet)...


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