Studium

gedackt08 @, Montag, 17. März 2025, 18:16 (vor 544 Tagen)

Guten Tag,

ich stelle mal eine vermeintlich unkomplizierte, aber dennoch gerade für mich relevante Frage in die Runde: Wo am besten Kirchenmusik studieren? Ich möchte möglichst im Umfeld Niedersachen/NRW bleiben. Von der Qualität der Lehre: Was ist da mittlerweile State Of The Art unter den Hochschulen und was eher auf dem absteigenden Ast? Herzliche Grüße und besten Dank für die Beantwortung dieser doch recht stumpfen Frage.

Studium

Carlo, Montag, 17. März 2025, 19:21 (vor 544 Tagen) @ gedackt08

Hallo
Wäre es angesichts der Berufsaussichten für Kirchenmusiker nicht eine Option, ein Zusatzfach - z. B. in Richtung Lehramt - zu studieren, so dass du eventuell deinen Studienort danach aussuchen solltest, welches zweite Fach sich dort studieren liesse?

Studium

Contrebasson 32' @, Wien, Montag, 17. März 2025, 19:53 (vor 544 Tagen) @ gedackt08

Guten Tag,

ich stelle mal eine vermeintlich unkomplizierte, aber dennoch gerade für mich relevante Frage in die Runde: Wo am besten Kirchenmusik studieren? Ich möchte möglichst im Umfeld Niedersachen/NRW bleiben. Von der Qualität der Lehre: Was ist da mittlerweile State Of The Art unter den Hochschulen und was eher auf dem absteigenden Ast? Herzliche Grüße und besten Dank für die Beantwortung dieser doch recht stumpfen Frage.

Die Antworten werden fix besser, wenn du folgende Fragen beantwortest:

  • Nur Kirchenmusik oder auch Orgel solo?
  • Evangelisch oder katholisch?
  • Eher Schwerpunkt auf Chorleitung, Orgel oder 50:50?
  • Schwerpunkt bei Orgel auf Literatur oder Impro?
  • Anforderungen ans Studienumfeld (Köln vs. Detmold ist halt ein ziemlicher Unterschied^^)

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Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 17. März 2025, 22:22 (vor 544 Tagen) @ Contrebasson 32'

Guten Tag,

ich stelle mal eine vermeintlich unkomplizierte, aber dennoch gerade für mich relevante Frage in die Runde: Wo am besten Kirchenmusik studieren? Ich möchte möglichst im Umfeld Niedersachen/NRW bleiben. Von der Qualität der Lehre: Was ist da mittlerweile State Of The Art unter den Hochschulen und was eher auf dem absteigenden Ast? Herzliche Grüße und besten Dank für die Beantwortung dieser doch recht stumpfen Frage.


Die Antworten werden fix besser, wenn du folgende Fragen beantwortest:

  • Nur Kirchenmusik oder auch Orgel solo?
  • Evangelisch oder katholisch?
  • Eher Schwerpunkt auf Chorleitung, Orgel oder 50:50?
  • Schwerpunkt bei Orgel auf Literatur oder Impro?
  • Anforderungen ans Studienumfeld (Köln vs. Detmold ist halt ein ziemlicher Unterschied^^)

Richtig, die Antworten auf diese Fragen beeinflussen das Ergebnis stark. Der letzte Punkt ist aber wohl am unwichtigsten ;-) Außer es geht nicht um Szene, sondern z. B. weitere kulturelle Angebote (wenn man sie dann auch nützen würde), dann doch wichtig.

Studium

gedackt08 @, Montag, 17. März 2025, 22:40 (vor 544 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Vielen Dank für die netten Antworten.


Ich möchte nicht halbgar Kirchenmusik studieren - also nicht noch ein Backup dazu nehmen.

Zu den Fragen:
- katholische Kirchenmusik
- Konzertexamen eventuell noch hinterher
- Schwerpunkt 50:50
- Literatur oder Improvisation: Das kann ich gar nicht entscheiden. Ich bediene da beides sehr sehr gerne - es bedingt sich ja auch gegenseitig.
- Studienumfeld: Jetzt geht es mir erstmal um die schiere Qualität der Lehre; die Stadt wird mir wohl gefallen, die es dann wird (obwohl insgeheim Detmold mir sympathischer ist, weil kleiner...)

Herzliche Grüße.

Studium

Orlos @, Montag, 17. März 2025, 23:03 (vor 544 Tagen) @ gedackt08

- Studienumfeld: Jetzt geht es mir erstmal um die schiere Qualität der Lehre; die Stadt wird mir wohl gefallen, die es dann wird (obwohl insgeheim Detmold mir sympathischer ist, weil kleiner...)

Das ist eine wichtige Grundsatzentscheidung. In Detmold kann man sich sehr gut auf das Studium konzentrieren, weil die "Ablenkungen" eher gering sind, alle Studienorte schnell zu erreichen sind etc.
Andererseits kann man in einer großen Stadt viel mehr Kirchenmusik erleben, mancherorts werden oft Orchestermessen aufgeführt, es gibt Orgelzyklen. Auch kann man in einer großen Stadt schneller an bezahlte Jobs kommen, gerade als Musiker. Ich fand es ungemein praktisch, selbst einen Kirchenchor zum Ausprobieren zur Verfügung zu haben; wenn man an der Orgel regelmäßig Gottesdienste spielt, hat man viel praktische Übung. So etwas geht in einer großen Stadt (oder einer "Metropolregion") einfacher, weil mehr Bedarf besteht.

Studium

FranzS., Montag, 17. März 2025, 23:24 (vor 544 Tagen) @ gedackt08

Guten Tag,

ich stelle mal eine vermeintlich unkomplizierte, aber dennoch gerade für mich relevante Frage in die Runde: Wo am besten Kirchenmusik studieren? Ich möchte möglichst im Umfeld Niedersachen/NRW bleiben. Von der Qualität der Lehre: Was ist da mittlerweile State Of The Art unter den Hochschulen und was eher auf dem absteigenden Ast? Herzliche Grüße und besten Dank für die Beantwortung dieser doch recht stumpfen Frage.

Hallo,
ganz einfach; dort wo der Hauptfachlehrer passt, das ist das A und O! Meine Professorin war/ist hochdekorierte Konzertorganistin und es war eine Katastrophe. Ich hab keine Achtung vor Fachidioten (jemand der nicht kochen, kein Dübelloch in die Wand bohren kann, in der bildenden Kunst und Literatur nichts kennt usw.... generell fehlendes Charisma, welches bei einem Lehrer extrem wichtig ist) und sie hat keine Achtung vor Universaldilettanten wie mich (der alles irgendwie ein bisschen und manches gar nicht so schlecht kann), das war eine ungute Mischung. Fast 10 Jahre später, hätte ich mir gewünscht die Erkenntnis gehabt zu haben, Nägel mit Köpfen zu machen und die Hochschule zu wechseln. Eigentlich wäre das auch ihre Aufgabe als Pädagogin gewesen, die Sache zu beenden und zumindest einen Lehrerwechsel nahezulegen.
Also, Hauptfachlehrern vorspielen und dann entscheiden, wo es am besten passt. Jeder gute Lehrer freut sich, wenn jemand mit Interesse und Weitblick bei ihm vorspielt.
Kirchenmusik als Studium ist sehr zu empfehlen, denn auch wenn ein Zweitstudium folgen sollte (was wahrscheinlich ist), kann man sich das gut mit einer Teilzeitstelle als Kirchenmusiker finanzieren! Unbedingt studieren, damit man sich im Alter nichts vorwerfen kann, nach dem Motto "oh hätt ich doch, hätt ich doch, dann wäre ich bestimmt ein großer Meister geworden...." (...ähm... nein, aber wenigstens weiß ich das jetzt)

VG Franz

Studium

VoxCoelestis, Dienstag, 18. März 2025, 00:19 (vor 544 Tagen) @ FranzS.

Als ich vor der Entscheidung stand, habe ich mir verschiedene Hochschulen angeschaut (darunter auch Lübeck… u.a. mit KBK). Und du hast völlig recht: man sollte einen Draht zu den Hauptfachlehrern haben. Da hilft es auch, Kontakt zu dortigen Studierenden zu bekommen. Ein Blick lohnt sich darauf, ob und welche Pensionierungen im Lehrkörper anstehen - ob es besser oder schlechter wird, lässt sich schwer vorhersagen, aber ob ggf. ein zwangsweiser Lehrerwechsel eingeplant werden muss (was auch durchaus eine Chance sein kann!).

Und ein Letztes: Ich würde die Schulmusil-Kombination nicht als halbgar ansehen. In einer sich schnell verändernden Welt kann es auch ein Zugewinn von Flexibilität im Arbeitsmarkt sein. Das mag zu diesem Zeitpunkt keine Überlegung wert sein, wo man sich doch bewusst für genau dieses Studium der Kirchenmusik entschieden hat. Es hat aber auch etwas Pragmatisches, diese Option wenigstens im Auge zu behalten ebenso wie die Möglichkeit - auch das hängt von der eigenen Persönlichkeit an - sich auch auf die jeweils andere der beiden großen Konfessionen einzulassen zu können.

Kantor + Gymnasiallehrer?

alla_marcia, Dienstag, 18. März 2025, 09:33 (vor 543 Tagen) @ VoxCoelestis

Und ein Letztes: Ich würde die Schulmusil-Kombination nicht als halbgar ansehen. In einer sich schnell verändernden Welt kann es auch ein Zugewinn von Flexibilität im Arbeitsmarkt sein.

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Dazu mal etwas Grundsätzliches: Es ist ja durchaus löblich, sich beruflich breiter aufzustellen - dazu gehört durchaus auch, sich als Kirchenmusikstudent zu fragen, ob man später auch Lehrer an einer Schule werden möchte.

Dazu müsste man dann aber seine Motivation mal ganz grundsätzlich hinterfragen. Zwischen einer hauptamtlichen Kantoren- bzw. Organistenstelle und dem Beruf des Gymnasiallehrers liegen WELTEN. Es mag ja sein, dass man auch als Chorleiter mal vor einer Horde Menschen steht, die man zu bändigen hat. Aber wer wissen möchte, wie es ist, vor 32 pubertierenden Gören zu stehen (und das hauptamtlich bis zu 25 Wochenstunden!), der sollte sich das einmal vorher live und in Farbe anschauen.

Ein nicht zu vernachlässigender Teil der Lehrerschaft leidet unter schweren psychischen Erkranungen und ist m. E. vollkommen ungeeignet für den Beruf. Aber man ist eben Beamter und hangelt sich dann bis zur Pensionierung irgendwie durch.

Wenn man Orgel und Schule kombiniert, hat man zudem bis zu 7 Tage die Woche "Dienst". Will man das wirklich?

Kantor + Gymnasiallehrer?

Contrebasson 32' @, Wien, Dienstag, 18. März 2025, 12:08 (vor 543 Tagen) @ alla_marcia

Und ein Letztes: Ich würde die Schulmusil-Kombination nicht als halbgar ansehen. In einer sich schnell verändernden Welt kann es auch ein Zugewinn von Flexibilität im Arbeitsmarkt sein.


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Dazu mal etwas Grundsätzliches: Es ist ja durchaus löblich, sich beruflich breiter aufzustellen - dazu gehört durchaus auch, sich als Kirchenmusikstudent zu fragen, ob man später auch Lehrer an einer Schule werden möchte.

Dazu müsste man dann aber seine Motivation mal ganz grundsätzlich hinterfragen. Zwischen einer hauptamtlichen Kantoren- bzw. Organistenstelle und dem Beruf des Gymnasiallehrers liegen WELTEN. Es mag ja sein, dass man auch als Chorleiter mal vor einer Horde Menschen steht, die man zu bändigen hat. Aber wer wissen möchte, wie es ist, vor 32 pubertierenden Gören zu stehen (und das hauptamtlich bis zu 25 Wochenstunden!), der sollte sich das einmal vorher live und in Farbe anschauen.

Also ich kenne auch Fälle von Kirchenmusikern, die ohne Schulmusi-Studium in den Schuldienst gewechselt sind, wenn auch nur in Angestelltenverhältnis. Es gibt hier genügend Möglichkeiten zum Quereinstieg - wenn es denn gerade einen Lehrermangel für Schulmusi im jeweiligen Bundesland gibt.

Aber eigentlich ging es ja um Tipps, wo bzw. bei wem man in NRW oder Niedersachsen gut kath. Kirchenmusik studieren kann, wenn es keine Präferenz bzgl. Chor vs. Orgel oder Literatur vs. Impro gibt, sondern hier eine möglichst breite und ausgewogene Ausbildung gewünscht wird.

Kantor + Gymnasiallehrer?

elias.orgel, Dienstag, 18. März 2025, 12:19 (vor 543 Tagen) @ Contrebasson 32'

Also ich kenne auch Fälle von Kirchenmusikern, die ohne Schulmusi-Studium in den Schuldienst gewechselt sind, wenn auch nur in Angestelltenverhältnis. Es gibt hier genügend Möglichkeiten zum Quereinstieg - wenn es denn gerade einen Lehrermangel für Schulmusi im jeweiligen Bundesland gibt.


wahrscheinlich wiederhole ich mich schon wieder
aber
es gibt da generell oft ein Missverständnis:
nur weil jemand etwas gut oder vielleicht sogar sehr gut kann
heißt das noch lange nicht, dass sie/er/uadua dieses Können auch gut an andere vermitteln kann

natürlich sehen wir gerne in jedem original Kunstwerk den Mythos, dass etwas von der Aura der "alten" Meister auf den "neuen" Besitzer abfärben möge
und selbstverständlich kann eine persönliche Begegnung mit XYZ für einen Menschen lebensverändernd sein
und wenn es nur die Erkenntnis wäre, dass mann von diesem überhaupt gar nichts wertvolles lernen kann ;-)

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Kantor + Gymnasiallehrer?

gedackt08 @, Dienstag, 18. März 2025, 12:20 (vor 543 Tagen) @ Contrebasson 32'

Genau so ist es. Mir geht es um die Hochschule. Eins nach dem anderen.

Detmold war in früheren Zeiten m.E.n. hoch angesehen: Wie ist das heute? Ich kann das nur partiell einschätzen.

Kantor + Gymnasiallehrer?

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 18. März 2025, 13:08 (vor 543 Tagen) @ gedackt08

Studium: Betont wurde bereits die "Chemie" zwischen Hautpfachlehrer:in und Student:in. Ja, das ists schon wichtig. Ich habe z. B. meinen Hauptfachliehrer Orgel nicht gewechselt, einerseits fehlte mir der Mut, und der Wunschlehrer riet mir auch ab - rückblickend war eswohl gut so.
Der Wunschlehrer gab aber viele Seminare und natürtlich konnte man mit seiner Klasse Austausch halten, so war es möglich, "heimlich" ein wenig mitzustudieren.
Für meine spätere Improvisationsdidaktik hat der Wunschlehrer ohne es zu wissen viel beigetragen, der eigene Lehrer im Prinzipü nichts (außer der Erkenntnis, dass es eine Methodik geben sollte!). Umgeklehrt hätte ich unter dem Wunschlehrer wohl menschlich etwas gelitten (weil ich die Ansprüche maum erfüllt hätte), der eigene Lehrer war mir aber sehr verbunden und musikalisch dem Wunschlehrer ebenbürtig, nur halt mit weniger Power.

Ein wichtiger Punkt, wenn es nicht nur um Orgel geht (50/50 war hier angesagt):
Wie ist der Hochschul- bzw. Institutschor organisiert? Darf man mit ihm proben, wie ist es mit Prüfungsvorbereitung? Muss man sich den chor für ein Projekt mühsam zusammenschnorren und bei der Aufführung ist er erstmals vollzählig, oder ist es ein feststehender Klangkörper, den man minuten-, stunden- oder gar projektweise überantwortet bekommt? Dafür kann ein eigener Chor außerhelb der Hochschule anteilig ein Ersatz sein, aber der wird ja nicht mentoriert, also es ist ja kein überwachender und rückmeldender Lehrer anwesend. Hier spielt also auch hinein, was schon über die Größe des Hochschulortes gesagt wurde. In größeren Städten gibt es immer Betätigungsmäglichkeiten.
Weniger Bedeutung hat bei Vorhandensein guter Lehrer:innen die instrumentale Ausstattung. Denn so gesehen dürfte niemand, die/der in Wien vor 20, 30 Jahren und davor absolviert hat, irgendeine Bedeutung haben. Das Gegenteil ist der Fall. Die vielen von Radulescu ausgebildeten Professor:innen und DO beweisen dies.
Natürlich macht Orgelstudium in einer Stadt wie Lübeck auch deshalb Spaß, weil einige besondere Orgeln zur Verfügung stehen und schon die Unterrichtsintrumente sehr gut sind. Aber es ist nicht das Wesentliche.
Das unscheinbare Greifswalder KM-Institut macht z. B. jedes Jahr eine intensive Exkursion (so zumindest bis jetzt unter Prof. Schneider, der bald aufhört). Wer dort studiert, bekommt viel mehr an hochwertigen Instrumenten unter die Finger als ich in meiner Wiener Studienzeit, denn auch wenn man studentisch selbst versucht, andernorts oder im Ausland an gute Orgeln zu kommen, ist man da doch viel beschränkter als wenn die Anfrage von einem Hochschulinstitut mit gut vernetztem Dozenten kommt.

Noch ein Wort zum Lehrer-Job: Die hier geäußerten abschreckenden Beschreibungen sind einerseits zutreffend, glücklicherweise gibt es Ausnahmen. Aber es ist die Frage, ob am Berufsort der Wahl dann auch eine ansprechende, oft ja "alternative" Schule, zur Verfügung stünde.
Für beides, Schule und Kirche, gilt wohl, dass Teilzeitarbeit den jeweiligen Arbeitgeber dazu einlädt, mehr als den offiziellen Arbeitsanteil zu erhoffen oder gar einzufordern.

Kantor + Gymnasiallehrer?

Orlos @, Dienstag, 18. März 2025, 14:45 (vor 543 Tagen) @ alla_marcia

Wenn man Orgel und Schule kombiniert, hat man zudem bis zu 7 Tage die Woche "Dienst". Will man das wirklich?

Ich mache das so seit 20 Jahren mit viel Freude – und möchte auf keinen der beiden Teile verzichten. Die wirklich stressigen Kirchenmusik-Zeiten liegen praktischerweise immer in den Schulferien, es gab da nie Probleme. Die Kirche als alleiniger Arbeitgeber hat durchaus auch ihre Schattenseiten, beim Staat ist vieles sauberer geregelt.

Kantor + Gymnasiallehrer?

Axel, Mittwoch, 19. März 2025, 12:03 (vor 542 Tagen) @ alla_marcia

Nein, 7 Tage Dienst will man nicht wirklich. Der Schuldienst ist so anstrengend geworden, dass ich froh bin, wenn ich Ferien habe. Dann noch in der Kirche aufdrehen, dafür fehlt mir die Energie. Und dann setzt natürlich eine Verbeamtung der Nebentätigkeit enge Grenzen.

Studium

Oberpfeife1882, Krefeld, Dienstag, 18. März 2025, 16:43 (vor 543 Tagen) @ gedackt08

Ich versuche mal auf die Frage direkt zu antworten und nicht OT zu werden. Aber es wird aus biografischen Gründen etwas einseitig...

Zunächst einmal die grundsätzliche Situation zum Kimu-Studium in NRW/Niedersachsen:
Viele Hochschulen gibt es in Niedersachsen ja nicht, es dürfte nur Hannover sein. Im Bremen gibt es meines Wissens nur den "Arp-Schnitger-Master", der sehr speziell ist.
NRW hat mit Köln, Düsseldorf, Herford/Witten und Detmold ein paar Standorte mehr.
Als Hintergrundinformation: ich selbst habe in Detmold studiert und meinen Abschluss in den letzten 5 Jahren gemacht. Ein Schüler meinerseits hat dort im letzten Jahr sein Studium begonnen (und sich gegen Köln entschieden), daher war die Frage nach dem Studienort recht aktuell.
Für mich selbst waren Hannover, Düsseldorf und Detmold im Rennen. Hannover und Düsseldorf waren recht schnell raus, weil für mich eindeutig ersichtlich war, dass die Tiefe und das Niveau in Detmold auf einer höheren Ebene als bei den beiden anderen war.
Die Vorteile, die ich in Detmold erlebt habe:
Eine vernetzte Kirchenmusik, man wird mit allen anderen Studiengängen zusammengeworfen (in den Nebenfächern) und hat entsprechende Berührungspunkte und Möglichkeiten zu Kammermusik. Mit Prof. Nowak und Prof. Neumann (als würdiger(!) Sander-Nachfolger) ist der Bereich Orgel in beiden Bereichen gut aufgestellt. Orgelexkursionen gibt es auch in fast jedem Semester.
Prof. Anne Kohler in Chorleitung wird als beste Chorleiterin Deutschlands betitelt. Praktische Möglichkeiten gibt es im Dirigieren dort auch: der Hochschulchor wird von Dozenten betreut durch Studierende geleitet, daneben gibt es ein Vokalensemble aus DirigentInnen, wo anspruchsvollere Literatur erarbeitet wird. In der Regel gibt es pro Semester ein größeres oratorisches Werk mit Orchester, bei dem man Auszüge dirigieren muss. In den Hauptfächern wird man sehr gut ausgebildet, der künstlerische Kontext ist ebenfalls gut aufgestellt.

Was in Detmold eher hakt:
Die Alte Musik wird dort relativ stiefmütterlich gepflegt. Es gibt zwar die "Tage Alter Musik", aber im Vergleich zu Hamburg hängt Detmold in historischer Aufführungspraxis hinterher. Daneben stehen in der Hochschule nur 4 Übeorgeln zur Verfügung. Hl. Kreuz (m. E. eine ganz furchtbar langweilige Orgel) und das Konzerthaus sind nur selten zu Übezwecken nutzbar. In Stadt und Umland gibt es aber sonst noch genug Instrumente.
Daneben ist vielleicht zu sagen, dass Detmold ein wunderschönes Fleckchen Erde ist, aber das Fleckchen klein ist. Man sieht fast immer die gleichen Gesichter. Hat seinen Reiz, aber über einen Tapetenwechsel war ich nach dem Studium ganz froh.

Kurzum:
Auch wenn es um Detmold in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden ist, halte ich es nachwievor für einen Ort qualitativ hochwertiger Ausbildung und ich habe dort sehr gerne studiert und mich sehr wohlgefühlt. Aber es ist eben eine subjektive Meinung.
Wenn du zu Detmold mehr Infos möchtest, gerne per PN

Studium

Oberpfeife1882, Krefeld, Dienstag, 18. März 2025, 16:48 (vor 543 Tagen) @ Oberpfeife1882

Ein Nachtrag zu Kimu-Schumu:
In Detmold gab/gibt es die Kombination beider Studiengänge. Bisher hat es aber aufgrund des Pensums niemand geschafft.
Ein guter Freund von mir hat erst Bachelor Schumu und parallel zum Master mit Bachelor Kimu angefangen. Beide Bachelor parallel ist wohl zu viel des Guten.

Studium

jori @, Dienstag, 18. März 2025, 20:35 (vor 543 Tagen) @ gedackt08

Wäre Halle eine Option?
Unser Forum-Mitglied JRorgel kann eventuell Auskunft geben.

Studium

Axel, Mittwoch, 19. März 2025, 11:50 (vor 542 Tagen) @ gedackt08

Ganz klar: mach es nicht! Kirche ist keine sichere Bank mehr. Im Augenblick bekommst du eine Stelle, wie lange das hält, weiß man nicht. In 5 Jahren kann das schon wieder anders sein.

In Köln ist halt nicht klar, wer demnächst Orgel macht. Stelle von Bönig ausgeschrieben, Hürholz in Pension.

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