Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

elias.orgel, Samstag, 01. März 2025, 14:45 (vor 548 Tagen)

"Rowan West baute 1994 eine seiner ersten Orgeln in der Bartholomäuskirche Bielefeld-Brackwede. Das dreimanualige Instrument lehnt sich in Disposition, Mensurierung und Intonation an die Patroclus-Möller-Orgel in der Abteikirche Marienmünster an:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bartholom%C3%A4uskirche_(Bielefeld-Brackwede)#Orgel
Nach nur 30 Jahren ist das scheinbar so dauerhafte Instrument sanierungsbedürftig, viele Pfeifen haben sich verbogen unter dem eigenen Gewicht und müssen komplett erneuert werden:
http://wb.kirchengemeinde-brackwede.de/pages/aktuelles/orgelsanierung.php
https://www.westfalen-blatt.de/owl/bielefeld/orgelsanierung-bartholomaeuskirche-brackwe...

Ähnliches ist auch bei der Orgel der Stadtkirche Celle passiert, die Rowan West 1999 fertiggestellt hat; allerdings kommt dort auch noch Bleikorrosion bei den historischen Pfeifen hinzu:
http://www.walcker-stiftung.de/Downloads/Blog/Blamage_fuer_historisierenden_Orgelbau.pdf

Weiß jemand, ob noch weitere West-Orgeln mit solchen Problemen zu kämpfen haben? Hängen die Probleme vielleicht mit stark bleihaltigem Pfeifenmetall zusammen, das West im Sandguss-Verfahren verarbeitete, um so zu härteren und stabileren Pfeifen zu kommen, was aber möglicherweise nicht so funktioniert hat wie erhofft... "
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habe ich gerade im www.kirchenorgelforum.at gelesen
war das hier schon einmal Thema
ich habe auf die schnelle leider nichts gefunden...

Rowan West hat ja auch die mir gut bekannte Orgel in Ostönnen restauriert...
ob mann sich da Sorgen machen muss?

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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Orlos @, Samstag, 01. März 2025, 20:30 (vor 548 Tagen) @ elias.orgel

Ich bin auch erstaunt, wie früh manche Orgeln renoviert werden müssen, obwohl (oder gerade weil?) sie nach historischen Vorbildern gebaut worden sind. Letzthin hatten wir eine Woehl-Orgel aus den 1980er-Jahren, die "restauriert" werden musste.
Viele Probleme gibt es mit Instrumenten aus den 1960er- und 70er-Jahren, wenn sich Kunststoffteile auflösen.
Ich habe übrigens vor ein paar Jahren eine kleine Bosch-Orgel aus den mittleren 1950er-Jahren gekauft. Nie renoviert worden, spielt wunderbar, keinerlei Probleme. Damals hat man noch keine Kunststoffteile verwendet. Wird bald 75 Jahre alt.

Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Orgelfritze, Sonntag, 14. September 2025, 15:35 (vor 351 Tagen) @ Orlos

Ich bin auch erstaunt, wie früh manche Orgeln renoviert werden müssen, obwohl (oder gerade weil?) sie nach historischen Vorbildern gebaut worden sind. Letzthin hatten wir eine Woehl-Orgel aus den 1980er-Jahren, die "restauriert" werden musste.

Dass Instrumente aus dem Hause W. mehrheitlich toll klingen, technisch aber nicht selten mit der heißen Nadel gestrickt sind, ist jetzt aber auch schon ein (mindestens) 20 Jahre altes "Geheimnis".

Und auch diese Instrumente sind mit den üblichen blumig-warmen Worten von ganz sachverständigen Sachverständigen abgenommen worden - gern auch deshalb, weil ihre Erbauer ebenso zu blumig-warmer Verkaufsprosa und entsprechender Selbstinszenierung in der Lage sind, derer man erlegen ist.

In dem Zusammenhang fällt mir z.B. auch eine in Karlsruhe befindliche Chorogel ein, über die schöne Worte in reicher Menge gefunden wurden. Allein wenn man sich mal ins Innere des Instruments begibt und einen Blick auf manche technische Lösung und das massakrierte Pfeifenwerk wirft (wenn man alles auf Ton schneidet, ist eine zu lange Pfeife bei der Generalstimmung nicht weniger lästig als eine zu kurze ...), fragt man sich, wer das abgenommen hat. Und auch das ist nicht der einzige zukünftige Sanierungsfall unter diesem Label.

Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

MAT @, Sonntag, 14. September 2025, 20:12 (vor 351 Tagen) @ Orgelfritze

Schneidet Ahrend nicht auch alles auf Ton?

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Gruß
MAT

Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Orlos @, Sonntag, 14. September 2025, 20:50 (vor 351 Tagen) @ MAT

Bei unserer Orgel von 1994 sind auch alle Labialregister auf Ton geschnitten. Das klappt hervorragend, die Stimmmhaltung ist phantastisch.

Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Orgelfritze, Dienstag, 16. September 2025, 11:26 (vor 349 Tagen) @ MAT

Ja, aber der kann es.

Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

MAT @, Dienstag, 16. September 2025, 14:57 (vor 349 Tagen) @ Orgelfritze

Das ist wahr.

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Gruß
MAT

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Niederrheiner @, Dienstag, 16. September 2025, 16:01 (vor 349 Tagen) @ MAT

Nach meiner Einschätzung gibt es noch einen ganz anderen Aspekt:

Auch eine gute Orgel, wird von Zeit zu Zeit Investitionen in Reparaturen und Pflege benötigen. Mechanisch ist fast immer irgendwann eine Reinigung erforderlich und sobald elektrische oder gar elektronische Bauelemente dabei sind, wird man auch da von Zeit zu Zeit etwas reinvestieren müssen. Gleiches gilt für alternde Materialien oder auch die Beseitigung der Folgen schlechter Heiz- und Klimatechnik im Kirchenraum.

Ob man jetzt in diese Instandhaltung investiert hängt natürlich neben einer Kosten-/Nutzen Rechnung auch immer davon ab, wie die Entscheider das betreffende Instrument bewerten.

Bei einem nach dem jeweiligen Zeitgeist "beliebten" Instrument wird man eher in eine Überholung investieren als einen Neubau anzustreben. Ich denke, dass es einige Restaurierungen gibt, bei denen ein Neubau ggf. sogar günstiger gewesen wäre, die Orgel aber eine solche Bedeutung hat, dass man darüber gar nicht nachgedacht hat (zum Glück).

Umgekehrt können Defekte bei einem nicht besonders "beliebten" Instrument, ggf. aus einer Generation von Orgeln die aktuell nicht "modern" sind (z.B. in vor ca. 70 Jahren alles pneumatische, aktuell eher alles "neobarocke"), dann eher zu einem Neubau führen, als zu einer Restaurierung oder Reparatur. Ggf. sind dann die Defekte auch eher das Alibi für den ohnehin gewünschten Neubau.

So ganz klar trennen lässt sich das nach meiner Erfahrung nicht.

Gerade im Bereich der öffentlichen Hand aber auch der Kirche, beobachte ich allerdings auch den Trend bei manchen Entscheidern, sich mit Bauten (auch von Gebäuden, nicht nur Orgel) eine Art Denkmal zu setzen, was den Hang zu Neubauten eher befeuert.

Manche Orgeln sind aber auch technisch wirklich so schlecht, dass es sich nicht lohnt, da noch etwas zu investieren

Brackwede, war: Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Mittwoch, 10. September 2025, 00:06 (vor 356 Tagen) @ elias.orgel

Ich hatte im März eigentlich gedacht, daß dazu mehr kommen würde.

Mich hat das schon erstaunt, gelinde gesagt. Daniel Kunert zitiert auch noch mehr Details, die für mich eigentlich unvorstellbar schienen:

https://www.orgel-information.de/Orgeln/b/bf-bj/bielefeld_bartholomaeus_b-brackwede.htm...


Das muss hier ja nicht in postumes Nachtreten ausarten, aber eine nüchterne Bestandsaufnahme wäre vielleicht an der Zeit. Zumal man in Brackwede offensichtlich an den finanziellen Folgen immer noch zu knabbern hat.

Brackwede, war: Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Orlos @, Mittwoch, 10. September 2025, 01:25 (vor 356 Tagen) @ Poupoulcorouse

"Unsere Orgel soll laut Aussage des Erbauers keine Schrauben, Nägel oder Leim enthalten. Während der Sanierung wurden sowohl Schnellbauschrauben, Nägel und Leim vorgefunden. Auch die Verwendung von Multiplexplatten und Bootsbauholz wurde erkennbar, Materialien, die im historisch orientierten Orgelbau nicht vorkommen."

Das ist schon heftig. Zumal dieser Orgelbauer eine gewisse "Berühmtheit" dadurch erlangte, dass er anderen Firmen unhistorisches Verhalten vorwarf, die nachweislich sehr gewissenhaft arbeiten. Unschön.

Brackwede, war: Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

elias.orgel, Mittwoch, 10. September 2025, 06:42 (vor 355 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von elias.orgel, Mittwoch, 10. September 2025, 06:58

"Unsere Orgel soll laut Aussage des Erbauers keine Schrauben, Nägel oder Leim enthalten. Während der Sanierung wurden sowohl Schnellbauschrauben, Nägel und Leim vorgefunden. Auch die Verwendung von Multiplexplatten und Bootsbauholz wurde erkennbar, Materialien, die im historisch orientierten Orgelbau nicht vorkommen."

Das ist schon heftig. Zumal dieser Orgelbauer eine gewisse "Berühmtheit" dadurch erlangte, dass er anderen Firmen unhistorisches Verhalten vorwarf, die nachweislich sehr gewissenhaft arbeiten. Unschön.

Die Sache mit den Schrauben (etc) klingt wirklich sehr widersprüchlich
Aber solche Aussagen sind auch mit Vorsicht zu "genießen"...

"In den Rasterbrettern hat jede Pfeife eigentlich einen eigenen Platz, so nicht in unserer Orgel. Hier wurde an einer Stelle nicht nur ein Bohrloch pro Pfeife gemacht, sondern ein großes Bohrloch, das gleich 14 Orgelpfeifen aufnimmt."

Klingt ebenfalls geradezu dramatisch

Ein großes Loch? Und da hat er die Pfeifen einfach so unfachmannisch ungeordnet "reingestopft" ?

Auf den Fotos bietet sich mir ein etwas anderes "Bild" (Nr 5)
https://wb.kirchengemeinde-brackwede.de/pages/aktuelles/orgelsanierung.php
Aber da habe ich leider keine Ahnung ob das zur Zeit von jp Möller überhaupt üblich war ;-)

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In dem Bossert Video spricht Henk van Eeken ebenfalls von

"dem richtigen Material,
dem richtigen Verfahren..."
https://youtu.be/aML6PlZoFXs?si=kEqEdf0njk70KWcR&t=6472*

Und ich muß natürlich sofort an Loriot denken:
"nur so werden sie richtig gemischt" (Skat)

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Orlos @, Mittwoch, 10. September 2025, 13:45 (vor 355 Tagen) @ elias.orgel

Vielleicht ist das gemeint:

[image]

Brackwede, war: Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

elias.orgel, Mittwoch, 10. September 2025, 14:25 (vor 355 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von elias.orgel, Mittwoch, 10. September 2025, 14:33

Ja, das ist Bild Nr 5...

Genau das habe ich gemeint - die Frage aber ist doch, ob diese Bauweise "verwerflich" ist oder warum dieser sonderbare Text...

"In den Rasterbrettern hat jede Pfeife eigentlich einen eigenen Platz, so nicht in unserer Orgel. Hier wurde an einer Stelle nicht nur ein Bohrloch pro Pfeife gemacht, sondern ein großes Bohrloch, das gleich 14 Orgelpfeifen aufnimmt."

Klingt für mich nach einem furchtbaren Verbrechen... (Schnellbauschrauben, Nägel und Leim, Multiplexplatten und Bootsbauholz*)

Das erinnert mich doch sehr stark an die Organisten, die es schaffen, Ihrer Gemeinde jeden Sonntag eindringlich zu verdeutlichen warum die Orgel dringend und alternativlos gegen eine Neue ausgetauscht werden muss ;-)

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* deren Verwendung (egal in welcher Form oder Menge?) sicherlich nicht zu den erwähnten Ansprüchen passt

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MCVL @, Mittwoch, 10. September 2025, 15:52 (vor 355 Tagen) @ elias.orgel

Ja, das ist Bild Nr 5...

Genau das habe ich gemeint - die Frage aber ist doch, ob diese Bauweise "verwerflich" ist oder warum dieser sonderbare Text...

"In den Rasterbrettern hat jede Pfeife eigentlich einen eigenen Platz, so nicht in unserer Orgel. Hier wurde an einer Stelle nicht nur ein Bohrloch pro Pfeife gemacht, sondern ein großes Bohrloch, das gleich 14 Orgelpfeifen aufnimmt."


Klingt für mich nach einem furchtbaren Verbrechen... (Schnellbauschrauben, Nägel und Leim, Multiplexplatten und Bootsbauholz*)

Das erinnert mich doch sehr stark an die Organisten, die es schaffen, Ihrer Gemeinde jeden Sonntag eindringlich zu verdeutlichen warum die Orgel dringend und alternativlos gegen eine Neue ausgetauscht werden muss ;-)

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* deren Verwendung (egal in welcher Form oder Menge?) sicherlich nicht zu den erwähnten Ansprüchen passt

Dort hat doch sicherlich eine Abnahmeprüfung stattgefunden, oder?

Brackwede, war: Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Evacuant, Mittwoch, 10. September 2025, 16:26 (vor 355 Tagen) @ elias.orgel

Klingt für mich nach einem furchtbaren Verbrechen... (Schnellbauschrauben, Nägel und Leim, Multiplexplatten und Bootsbauholz*)

* deren Verwendung (egal in welcher Form oder Menge?) sicherlich nicht zu den erwähnten Ansprüchen passt

Das "Verbrechen" besteht sicher nicht in der Verwendung von Schnellbauschrauben, Nägeln und Leim, sondern darin, dass der Erbauer anscheinend versprochen hat, diese Materialien nicht zu verwenden.

"Unsere Orgel soll laut Aussage des Erbauers keine Schrauben, Nägel oder Leim enthalten. Während der Sanierung wurden sowohl Schnellbauschrauben, Nägel und Leim vorgefunden."

Falls diese Aussagen im Angebot enthalten waren, müsste man das dem Erbauer als Betrug ankreiden.
Wobei ich mich schon frage, ob das tatsächlich so im Angebot stand bzw. wie der Erbauer eigentlich seine Bauteile ganz ohne Schrauben, Nägel und Leim stabil und winddicht bekommen wollte...

Brackwede, war: Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Florian-L @, Mittwoch, 10. September 2025, 16:42 (vor 355 Tagen) @ Evacuant
bearbeitet von Florian-L, Mittwoch, 10. September 2025, 17:05

Wobei ich mich schon frage, ob das tatsächlich so im Angebot stand bzw. wie der Erbauer eigentlich seine Bauteile ganz ohne Schrauben, Nägel und Leim stabil und winddicht bekommen wollte...

Z. B. Kögler schafft es. Im Frühjahr konnte ich eine Kögler-Orgel während der Ausreinigung besichtigen und habe tatsächlich keinerlei Schrauben und Nägel gesehen, aber Leim kommt doch zum Einsatz.

Ein Bekannter hat mir allerdings von einer West-Orgel in Oberösterreich erzählt, wo die Vorschläge bei den Holzpfeifen mit Schrauben befestigt sind und er davon recht überrascht war.

Gruß, Florian

Brackwede, war: Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Evacuant, Mittwoch, 10. September 2025, 16:44 (vor 355 Tagen) @ Florian-L

Wobei ich mich schon frage, ob das tatsächlich so im Angebot stand bzw. wie der Erbauer eigentlich seine Bauteile ganz ohne Schrauben, Nägel und Leim stabil und winddicht bekommen wollte...


Z. B. Kögler schafft es. Im Frühjahr konnte ich eine Kögler-Orgel während der Ausreinigung besichtigen und habe tatsächlich keinerlei Schrauben und Nägel gesehen, aber Leim kommt doch zum Einsatz.

Gruß, Florian

Ohne Schrauben geht es, ohne Nägel auch, aber ohne Leim?

Brackwede, war: Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 10. September 2025, 16:51 (vor 355 Tagen) @ Evacuant

Ohne Schrauben geht es, ohne Nägel auch, aber ohne Leim?

Gemeint ist wohl: Ohne PVA-Leim (also nur Knochenleim).

Brackwede, war: Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

Florian-L @, Mittwoch, 10. September 2025, 16:54 (vor 355 Tagen) @ Evacuant

Wobei ich mich schon frage, ob das tatsächlich so im Angebot stand bzw. wie der Erbauer eigentlich seine Bauteile ganz ohne Schrauben, Nägel und Leim stabil und winddicht bekommen wollte...


Z. B. Kögler schafft es. Im Frühjahr konnte ich eine Kögler-Orgel während der Ausreinigung besichtigen und habe tatsächlich keinerlei Schrauben und Nägel gesehen, aber Leim kommt doch zum Einsatz.

Gruß, Florian


Ohne Schrauben geht es, ohne Nägel auch, aber ohne Leim?

Ohne Leim kann ich mir auch nicht vorstellen.

Brackwede, war: Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

hintersatz ⌂ @, Donnerstag, 11. September 2025, 07:44 (vor 354 Tagen) @ Florian-L
bearbeitet von hintersatz, Donnerstag, 11. September 2025, 08:14

Also bevor wir den in meiner Erinnerung erst weg Geschwommen und dann Verstorbenen dann vollends dem Klabautermann überlassen,sei so angemerkt,dass ich mir das,was ich da auf den Bildern sehe,als sehr schön klingend vorstellen kann.Der Eindruck der Gemeinde scheint ja ähnlich,sonst hätte man nicht derart viel Geld in die Hand genommen.
Einen Betrugsvorsatz (haha) sehe ich ebenfalls nicht, eher die Situation, dass eine optimale Konstruktion kostenmäßig aus dem Ruder gelaufen ist und den Abstecher in den Baumarkt nötig machte. Halten wir es doch wie bei den Franzosen: Klang genießen und bloß nicht reingucken, wie der zustande kommt.

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Organiste titulaire du grand orgue de Saint-Rémi

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elias.orgel, Donnerstag, 11. September 2025, 09:28 (vor 354 Tagen) @ Florian-L

Wobei ich mich schon frage, ob das tatsächlich so im Angebot stand bzw. wie der Erbauer eigentlich seine Bauteile ganz ohne Schrauben, Nägel und Leim stabil und winddicht bekommen wollte...

Z. B. Kögler schafft es. Im Frühjahr konnte ich eine Kögler-Orgel während der Ausreinigung besichtigen und habe tatsächlich keinerlei Schrauben und Nägel gesehen, aber Leim kommt doch zum Einsatz.


Zumindest im Text ist allerdings "nur" von den Windladen (als schraubenlos) die Rede

Jede Windlade, also Rahmen, Schiede, Deckbretter sowie Windkasten und Schleifen, wird aus massivem Eichenholz in altmeisterlicher Bauweise mit klassischen Holzverbindungen und ohne jegliche Schrauben gefertigt.

Und so wie ich meine Mitmenschen (sprachlich) erlebe, wäre es nur ein kleiner Schritt von
"meine Windladen sind ohne..."
zu
"er hat gesagt, dass er diese Orgel abreißen und in sieben Tagen (ohne Schrauben) wieder aufbauen kann..."

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Zartbass @, Donnerstag, 11. September 2025, 11:05 (vor 354 Tagen) @ elias.orgel

"er hat gesagt, dass er diese Orgel abreißen und in sieben Tagen (ohne Schrauben) wieder aufbauen kann..."

Als er am siebten Tag sein Werk ohne Schrauben vollendet hatte, ruhte er am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er geschaffen und vollbracht hatte.

800 gegen 30... Wie lange hält denn...

elias.orgel, Mittwoch, 10. September 2025, 14:22 (vor 355 Tagen) @ elias.orgel

https://religion.orf.at/stories/3231951/

800 Jahre?

Dann können Ostönnen, Rysum und Sion schon mal einpacken...

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800 gegen 30... Wie lange hält denn...

Evacuant, Mittwoch, 10. September 2025, 16:39 (vor 355 Tagen) @ elias.orgel
bearbeitet von Evacuant, Mittwoch, 10. September 2025, 16:43

800 gegen 30... Wie lange hält denn...

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 10. September 2025, 16:49 (vor 355 Tagen) @ Evacuant

https://religion.orf.at/stories/3231951/

800 Jahre?

Dann können Ostönnen, Rysum und Sion schon mal einpacken...

Hier erfährt man Näheres:
https://franziskaner.de/zeitschriften/heilig-land/LDH-2022-1/18/index.html

https://jeremymontagu.co.uk/Bethlehem%20organ%20J%20L-D.pdf

und hier hört man gegen Ende ein wenig:

https://www.youtube.com/watch?v=XDsXoEfm1Ok

800 gegen 30... Wie lange hält denn...

elias.orgel, Sonntag, 14. September 2025, 08:58 (vor 351 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Sehr schön auch dieses Video

https://www.dailymotion.com/video/x9qefo4

von dieser Seite

https://www.cmc-terrasanta.com/en/media/news/38079/jerusalem-rediscovers-the-lost-sound...

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800 gegen 30... Wie lange hält denn...

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Mittwoch, 10. September 2025, 16:49 (vor 355 Tagen) @ elias.orgel

Ziemlich irreführende Bebilderung. Die zwei Handvoll Pfeifen, die da vorgestellt wurden, sind ja beileibe nicht die ganze Orgel.

800 gegen 30... Wie lange hält denn...

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 10. September 2025, 16:50 (vor 355 Tagen) @ Poupoulcorouse

Ziemlich irreführende Bebilderung. Die zwei Handvoll Pfeifen, die da vorgestellt wurden, sind ja beileibe nicht die ganze Orgel.

Die ganze Angelegenheit ist medial ziemlich aufgeblasen, aber wenn sich der Nebel mal verzogen hat, wird man sehen, wie viel Interessantes gegebenenfalls dabei ist.

800 gegen 30... Wie lange hält denn...

Evacuant, Donnerstag, 11. September 2025, 13:14 (vor 354 Tagen) @ Poupoulcorouse

Ziemlich irreführende Bebilderung. Die zwei Handvoll Pfeifen, die da vorgestellt wurden, sind ja beileibe nicht die ganze Orgel.

An allen anderen Orten, wo man sich mit dem Epithet "Älteste Orgel..." schmückt, ob Ostönnen, Pilsum oder Sion ist auch beileibe nicht die ganze Orgel erhalten geblieben. In Ostönnen haben wir aus der Zeit vor 1500 nichts außer Pfeifen, im Pilsum darüber hinaus noch Gehäuseteile. In allen genannten Orgeln sind die Pfeifen alle verstellt und mehr oder weniger umgearbeitet, um sie einem barocken Klangkonzept unterzuordnen. Von dem mittelalterlichen Klang ist nichts mehr zu hören.

800 gegen 30... Wie lange hält denn...

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Donnerstag, 11. September 2025, 13:41 (vor 354 Tagen) @ Evacuant

Rysum.

Mit "irreführend" meinte ich, daß die provisorische Vorstellung weniger Einzelpfeifen als "die Orgel" bezeichnet wurde. Und das ist völliger Quatsch.

800 gegen 30... Wie lange hält denn...

untersatz32, Freitag, 12. September 2025, 10:55 (vor 353 Tagen) @ Poupoulcorouse

Ja, Windladen etc. ist ja alles neu.

800 gegen 30... Wie lange hält denn...

chp @, Samstag, 13. September 2025, 17:11 (vor 352 Tagen) @ Poupoulcorouse

Hallo,

Mit "irreführend" meinte ich, daß die provisorische Vorstellung weniger Einzelpfeifen als "die Orgel" bezeichnet wurde. Und das ist völliger Quatsch.

vor einigen Jahren bin ich mit ein paar kleineren Orgelpfeifen im Handgepäck nach Salzburg geflogen, wo ich eine Orgelführung für afghanische Flüchtlingskinder geplant hatte. Bei der Gepäckkontrolle stießen die Pfeifen auf höchstes Interesse des Sicherheitspersonals* und ich wurde gebeten, doch einmal auf "der Orgel" zu spielen... ;-)

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

* echtes inhaltliches Interesse, nicht nur wegen der Sicherheit...

800 gegen 30... Wie lange hält denn...

elias.orgel, Donnerstag, 08. Januar 2026, 08:19 (vor 235 Tagen) @ Evacuant
bearbeitet von elias.orgel, Donnerstag, 08. Januar 2026, 13:01

Ziemlich irreführende Bebilderung. Die zwei Handvoll Pfeifen, die da vorgestellt wurden, sind ja beileibe nicht die ganze Orgel.

An allen anderen Orten, wo man sich mit dem Epithet "Älteste Orgel..." schmückt, ob Ostönnen, Pilsum oder Sion ist auch beileibe nicht die ganze Orgel erhalten geblieben.
In Ostönnen haben wir aus der Zeit vor 1500 nichts außer Pfeifen...

??? Die wahrscheinlich älteste (spielbare) Windlade mit Blockbohlen von 1425 oder die handgeschmiedeten und gefeilten Messingventilfedern (aus der Entstehungszeit) sind also nichts...?

https://de.wikipedia.org/wiki/Orgel_von_St._Andreas_(Ost%C3%B6nnen)

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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

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800 gegen 30... Wie lange hält denn...

MAT @, Donnerstag, 08. Januar 2026, 15:32 (vor 235 Tagen) @ Evacuant

In Pilsum steht zwar eine wunderbar erhaltene Barockorgel von Grotrian, aber ich glaube Du meinst Rysum.

--
Gruß
MAT

Wie lange hält denn so eine sehr gute Pfeifenorgel...

elias.orgel, Montag, 26. Januar 2026, 07:24 (vor 217 Tagen) @ elias.orgel

Natürlich werde ich mir nicht anmaßen darüber zu urteilen ob oder wie gut das Instrument ist
aber es muß wohl etwas (oder viel) Geld reingesteckt werden...

https://youtu.be/TP7MFGlhFE8?si=tqk9Uwzpy6bFdFPX

60 Jahre alte Walcker Orgel in Herborn wird saniert

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Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

elias.orgel, Montag, 26. Januar 2026, 10:24 (vor 217 Tagen) @ elias.orgel
bearbeitet von elias.orgel, Montag, 26. Januar 2026, 10:28

Natürlich werde ich mir nicht anmaßen darüber zu urteilen ob oder wie gut das Instrument ist
aber es muß wohl etwas (oder viel) Geld reingesteckt werden...

https://youtu.be/TP7MFGlhFE8?si=tqk9Uwzpy6bFdFPX

60 Jahre alte Walcker Orgel in Herborn wird saniert

https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Stadtkirche_Herborn

https://organindex.de/index.php?title=Herborn,_evangelische_Stadtkirche

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Friedrich @, Montag, 26. Januar 2026, 11:25 (vor 217 Tagen) @ elias.orgel

Natürlich werde ich mir nicht anmaßen darüber zu urteilen ob oder wie gut das Instrument ist
aber es muß wohl etwas (oder viel) Geld reingesteckt werden...


https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Stadtkirche_Herborn

https://organindex.de/index.php?title=Herborn,_evangelische_Stadtkirche

Bei so einem Koloss ein Wunder. Wo viel drin ist, muss viel unterhalten werden. Eher das Urteil, dass eine Orgel aus dieser Zeit der Werkstatt die Investition lohnt. Dafür müssen schon ein paar Schönheiten drinstehen. Maier und Heintz waren ja auch keine Niemande. Kennt jemand die Orgel?

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

link1907 @, Montag, 26. Januar 2026, 11:57 (vor 217 Tagen) @ Friedrich

Die Dispo ist ja nicht schlecht.
Fehlen halt ein paar Grundstimmen, wie so oft bei Supper.

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

Orlos @, Montag, 26. Januar 2026, 14:15 (vor 217 Tagen) @ link1907

Schönes Beispiel für das Diktum, deutsche Orgeln seien eine Oktave zu hoch.

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

Florian-L @, Montag, 26. Januar 2026, 17:05 (vor 217 Tagen) @ Orlos

Schönes Beispiel für das Diktum, deutsche Orgeln seien eine Oktave zu hoch.

Von welchem französischen Organisten stammt doch gleich dieses Bonmot?

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

Orlos @, Montag, 26. Januar 2026, 17:11 (vor 217 Tagen) @ Florian-L

Schönes Beispiel für das Diktum, deutsche Orgeln seien eine Oktave zu hoch.


Von welchem französischen Organisten stammt doch gleich dieses Bonmot?

Ich habe schon mehrere Zuschreibungen gelesen (Marcel Dupré, Daniel Roth, Ben van Oosten).

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

fluteceleste @, Montag, 26. Januar 2026, 17:19 (vor 217 Tagen) @ Orlos

Daniel Roth zitiert es jedenfalls gern..

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 26. Januar 2026, 17:21 (vor 217 Tagen) @ Orlos

Schönes Beispiel für das Diktum, deutsche Orgeln seien eine Oktave zu hoch.

Sogar zwei Oktaven: Vox Humana 2'

Na gut, ist im Pedal :-)

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

elias.orgel, Montag, 26. Januar 2026, 20:04 (vor 217 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Schönes Beispiel für das Diktum, deutsche Orgeln seien eine Oktave zu hoch.

Sogar zwei Oktaven: Vox Humana 2'

Na gut, ist im Pedal :-)

kleiner Pedal Laden mit einem eigenen Wackelkontakt

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jrbecker @, Mittwoch, 28. Januar 2026, 07:22 (vor 215 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von jrbecker, Mittwoch, 28. Januar 2026, 11:56

Natürlich werde ich mir nicht anmaßen darüber zu urteilen ob oder wie gut das Instrument ist
aber es muß wohl etwas (oder viel) Geld reingesteckt werden...


https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Stadtkirche_Herborn

https://organindex.de/index.php?title=Herborn,_evangelische_Stadtkirche


Bei so einem Koloss ein Wunder. Wo viel drin ist, muss viel unterhalten werden. Eher das Urteil, dass eine Orgel aus dieser Zeit der Werkstatt die Investition lohnt. Dafür müssen schon ein paar Schönheiten drinstehen. Maier und Heintz waren ja auch keine Niemand. Kennt jemand die Orgel?

Dann will ich mich mal outen: Ja, ich kenne die Orgel. Ich habe sie in den End-1980ern kennengelernt und war 2017 für eine Fotosession dort (fasst alle hier und im Unterordner stehenden Bilder habe ich damals aufgenommen) und habe sie auch 2019 noch einmal gespielt.

Die Orgel war auch Bestandteil der Orgelarena 2017, im dortigen Heft steht: "1990 wurden 17 Register erneuert, die Walcker von der Vorgängerorgel von Weigle (1888/89) übernommen hatte." - Das konnte ich damals nicht verifizieren, ich hatte sofort bei der Organistin Regina Zimmermann-Emde nachgefragt, sie war seit Mitte der 1980er dort und kannte die 1990 durchgeführten Arbeiten daher genau, sie schrieb mir: "An der großen Walcker-Orgel wurden im Zug der Ausreinigung (1990) einige Veränderungen vorgenommen: Hautbois (III), Trompete (II) u. Mixtur (II) wurden erneuert; die Quinte 2 2/3 wurde größtenteils aus der alten Mixtur (II) gewonnen." - Es hätte mich also sehr verwundert, wenn man 1990 gerade die historischen Register herausgeschmissen hätte...

Schön, das Herr Lieberknecht jetzt dort ist, er war seit 2005 in Marburg als Ko-Organist an der E-Kirche, dort habe ich ihn kennen gelernt. Danach war er zwischenzeitlich in Biedenkopf wo eine sehr schöne 2 manualige Weigle steht, den Wechsel nach Herborn finde ich sehr spannend, dort sind die Möglickeiten insgesamt sicher deutlich besser...

Schön, dass er sich für die Restaurierung einsetzt. Ja, hier fehlen wie schon gesagt ein paar Grundstimmen, aber die Dispo finde ich insgesamt gelungener, als manche andere dieser Zeit und sie lässt viele Möglichkeiten für den, der sich darauf einlässt.

Grüße
Jörg

edit: Fast alle Fotos ... (bis auf zwei). Sorry
edit II: Nachname umgedreht ...

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

fluteceleste @, Mittwoch, 28. Januar 2026, 09:34 (vor 215 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von fluteceleste, Mittwoch, 28. Januar 2026, 09:48

Danke Jörg, ich hatte gehofft dass Du Dich meldest, weil Du ja aus erster Hand berichten kannst!
PS.
Laut Walcker-Opusbuch No.43 war das zunächst ein 1963 in Auftrag gegebener Teilbau mit 36 Reg., mehr steht da leider nicht.
Die Weigle von 1889 hatte m.W. mech. Traktur und 23 Register.

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

jrbecker @, Mittwoch, 28. Januar 2026, 17:20 (vor 215 Tagen) @ fluteceleste

Danke Jörg, ich hatte gehofft dass Du Dich meldest, weil Du ja aus erster Hand berichten kannst!
PS.
Laut Walcker-Opusbuch No.43 war das zunächst ein 1963 in Auftrag gegebener Teilbau mit 36 Reg., mehr steht da leider nicht.
Die Weigle von 1889 hatte m.W. mech. Traktur und 23 Register.

Ein Teilbau ... mit 36 Registern? Das ist ungewöhnlich, denn in MuK 1967 wird die Orgel ja schon mit der finalen Disposition vorgestellt, auch auf der Walcker-Website ist nur das nicht erkennbar ... ob man das heute noch herausbekommt? Wenn Herr Lieberknecht die Akten durchgeschaut hat, weiß er vielleicht etwas dazu...

Was es wohl genau war...? Link Stadtkirche Herborn

fluteceleste @, Mittwoch, 28. Januar 2026, 17:27 (vor 215 Tagen) @ jrbecker

ja, leider ist dieser Eintrag Opusbuch ohne Disposition oder sonstige Einzelheiten...mal sehen was wir noch rausbekommen..

Stadtkirche Herborn - Beschreibung 1968

jrbecker @, Mittwoch, 28. Januar 2026, 23:00 (vor 215 Tagen) @ fluteceleste
bearbeitet von jrbecker, Mittwoch, 28. Januar 2026, 23:15

ja, leider ist dieser Eintrag Opusbuch ohne Disposition oder sonstige Einzelheiten...mal sehen was wir noch rausbekommen..

Manches geht noch aus der Literatur ...

Zunächst: In der Walcker-HM Nr. 32 vom März 1964 ist ein "Ergänzungsverzeichnis der erbauten Orgelwerke von der Firma E. F. Walcker als Nachtrag zum Verzeichnis in der HM NR. 26 (April 1961) abgedruckt, dort steht die Orgel mit Baujahr 1964/65 und 36 Registern.

In der von GWM einmal auf der Walcker-Website bereitgestellten Opus-Liste ist sie mit Baujahr 1965 geführt und mit III/36.

Just bei diesem Eintrag findet sich ein Hinweis auf die Hausmitteilung Nr. 38, S. 8-11 und der Zusatz "steht dort mit 50 Reg.!"

In den HM Nr. 38 vom April 1968 findet sich auf S. 8 ein Foto, darüber steht "Die neue Walcker-Orgel in der Ev. Stadtkirche zu Herborn (Dillkreis) von Dr. Karl Tittel", darunter der Text "Das Werk enthält 50 Register mit 3.485 Pfeifen, verteilt auf vier Werke (Haupt-, Schwell-, Brust-, Pedalwerk). Bauzeit: Anfang Mai bis Anfang Dezember 1966, Einweihung am 30.10.1966" (sic!).

Auf S. 9 folgt die vollständige Disposition mit 50 Registern und auf den beiden folgenden Seiten eine so detaillierte Beschreibung der verschiedenen Klangfarben von Karl Tittel, der damals dort Organist war und wohl den Neubau maßgeblich begleitet oder auch initiiert hat. Ist es gestattet, den Artikel hier zu zeigen? Falls nicht, bitte einen kurzen Hinweis, dann lösche ich das Bild wieder oder auch die Admins mögen es löschen:
Aus Walcker-Hausmitteilung Nr. 38, April 1968, S. 10-11:
[image]

Einen Teilbau halte ich bei dieser Beschreibung - vor allem auch der angegebenen Pfeifenzahl und der durch die Angabe unter dem Bild verifizierten Bauzeitangabe und Pfeifenzahl für ausgeschlossen. Vielleicht war ein solcher bei der Auftragserteilung - gem. Opusbuch 43 wohl 1963 - angedacht, wurde aber ziemlich sicher nicht umgesetzt...

Grüße
Jörg

Stadtkirche Herborn - Beschreibung 1968 - Danke

elias.orgel, Donnerstag, 29. Januar 2026, 00:15 (vor 215 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von elias.orgel, Donnerstag, 29. Januar 2026, 00:19

Sehr interessanter Text

Zungen - Zartgespann

samtartig verschleierte Koppelflöte

delikate und liebliche Mensuren

Kupfergedackt mit glucksender Ansprache

Da kann mann doch wirklich noch was lernen ;-)

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Stadtkirche Herborn - Beschreibung 1968 - Danke

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Donnerstag, 29. Januar 2026, 01:00 (vor 215 Tagen) @ elias.orgel

Ist aber "Standardsprech" der Zeit. "Verschleiert", "mystisch". Diese Begriffe tauchen in jeder zweiten Orgelbeschreibung auf.

Stadtkirche Herborn - Beschreibung 1968 - Danke

elias.orgel, Donnerstag, 29. Januar 2026, 07:52 (vor 214 Tagen) @ Poupoulcorouse

Ist aber "Standardsprech" der Zeit. "Verschleiert", "mystisch". Diese Begriffe tauchen in jeder zweiten Orgelbeschreibung auf.

Mode vergeht...

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Stadtkirche Herborn - Beschreibung 1968 - Danke

jrbecker @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 08:50 (vor 214 Tagen) @ elias.orgel

Ist aber "Standardsprech" der Zeit. "Verschleiert", "mystisch". Diese Begriffe tauchen in jeder zweiten Orgelbeschreibung auf.


Mode vergeht...

... die Orgel besteht! (um wieder dezent zum eigentlichne Ausgangspunkt des Threads zurückzulenken ... *grins*)

Stadtkirche Herborn - Beschreibung 1968 - Danke

fluteceleste @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 09:10 (vor 214 Tagen) @ Poupoulcorouse

das sind schon einige Supper-auffällige Terme dabei (ich denke, dass Tittel da viel von Suppers Sprech aus dessen Entwürfen übernommen hat). Sowas wie "verschleiert streichende Harfpfeifen" liebte er zu schreiben.. Fehlt nur noch die "topfige Spillflöte.." ;-)

Stadtkirche Herborn - Beschreibung 1968 - Danke

MAT @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:08 (vor 214 Tagen) @ fluteceleste

"Süffig" höre ich auch immer mal wieder... ;-)

--
Gruß
MAT

Stadtkirche Herborn - Beschreibung 1968 - Danke

Florian-L @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:15 (vor 214 Tagen) @ MAT

"Süffig" höre ich auch immer mal wieder... ;-)

Da ist es nicht weit zum dicken Mulm.

Stadtkirche Herborn - Beschreibung 1968

fluteceleste @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 09:14 (vor 214 Tagen) @ jrbecker

Danke, bin letztendlich auch auf die HM gekommen, aber Du warst schneller ;-)

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

fluteceleste @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 09:29 (vor 214 Tagen) @ fluteceleste


Die Weigle von 1889 hatte m.W. mech. Traktur und 23 Register.

Der Vollständigkeit halber noch die bewegte (sic) Geschichte der Vorgängerin (nach Bösken Bd. II/1):
[image]

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:47 (vor 214 Tagen) @ fluteceleste

Köstlich, die Abkürzungen... Die einen würden sie schon als Teenager auflösen können, andere nach 4 Semestern Orgelbaukunde bei der Prüfung noch zittern.

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

elias.orgel, Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:54 (vor 214 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von elias.orgel, Donnerstag, 29. Januar 2026, 11:00

Köstlich, die Abkürzungen... Die einen würden sie schon als Teenager auflösen können, andere nach 4 Semestern Orgelbaukunde bei der Prüfung noch zittern.

Das kommt drauf an, ob Obß8 im Schwellwerk ernst gemeint oder ein Tippfehler ist ;-l

wenn jetzt noch jemand Infos und die Dispo der alten Orgel(n) aus dem Hut (oä) zaubern könnte...

pS Vox8 im Pedal ? Und kein Tr.?
es ist tatsächlich höchstwahrscheinlich nie alles gelogen, was geschrieben steht...

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

jrbecker @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 13:09 (vor 214 Tagen) @ elias.orgel

Köstlich, die Abkürzungen... Die einen würden sie schon als Teenager auflösen können, andere nach 4 Semestern Orgelbaukunde bei der Prüfung noch zittern.


Das kommt drauf an, ob Obß8 im Schwellwerk ernst gemeint oder ein Tippfehler ist ;-l

Ich habe jetzt mehrfach gelesen, aber einen Obß8 im SW habe ich jetzt nicht gesehen ...

wenn jetzt noch jemand Infos und die Dispo der alten Orgel(n) aus dem Hut (oä) zaubern könnte...

Da wäre ich auch empfänglich :-)!


pS Vox8 im Pedal ? Und kein Tr.?
es ist tatsächlich höchstwahrscheinlich nie alles gelogen, was geschrieben steht...

Ja, die Fußlage der Vxh im Pedal ist bei Bösken falsch. Bei der Menge des von ihm bearbeiteten Materials muss man mit solchen Ungereimtheiten fast schon rechnen. Sie steht tatsächlich mit vier weiteren Registern auf einer separaten tremolierten Lade.

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

elias.orgel, Donnerstag, 29. Januar 2026, 14:00 (vor 214 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von elias.orgel, Freitag, 30. Januar 2026, 06:29

Köstlich, die Abkürzungen... Die einen würden sie schon als Teenager auflösen können, andere nach 4 Semestern Orgelbaukunde bei der Prüfung noch zittern.

Das kommt drauf an, ob Obß8 im Schwellwerk ernst gemeint oder ein Tippfehler ist ;-l

Ich habe jetzt mehrfach gelesen, aber einen Obß8 im SW habe ich jetzt nicht gesehen ...

vorletzte Dispo 1952 umdisponiert...

II. SchW. ... Bd16 ...
......Spq1 1/3 ... Obß8 (zumindest bei mir auf dem Photo ;-)

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

ErikvdNeers, Donnerstag, 29. Januar 2026, 14:37 (vor 214 Tagen) @ elias.orgel

Ich denk, das ist gemeint Ob8 also Oboe und die scharfe s ist eine Druckfehler.

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

fluteceleste @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 16:24 (vor 214 Tagen) @ ErikvdNeers

Genau, das könnte sein. Als Quelle dazu steht im Bösken: "Mitt.Wißmüller" - lässt sich also leider nicht mehr verifizieren..Wobei zu der Zeit auch Krummhorn oder Rohrschalmey natürlich noch schicker wären.,.

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

jrbecker @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 17:35 (vor 214 Tagen) @ elias.orgel

Köstlich, die Abkürzungen... Die einen würden sie schon als Teenager auflösen können, andere nach 4 Semestern Orgelbaukunde bei der Prüfung noch zittern.


Das kommt drauf an, ob Obß8 im Schwellwerk ernst gemeint oder ein Tippfehler ist ;-l


Ich habe jetzt mehrfach gelesen, aber einen Obß8 im SW habe ich jetzt nicht gesehen ...


vorletzte Dispo 1952 umdisponiert...

II. SchW. ... Bd16 ...
......Spq1 1/3 ... Obß8 (zumindest bei mir auf dem Photo ;-)

Ja, jetzt auch bei mir ... Sorry.

Die wahrscheinliche Erklärung wurde ja bereits geschrieben, ich würde auch die Oboe 8 vermuten...

Wie lange hält denn...noch Älteres aus der Stadtkirche Herborn

fluteceleste @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 15:00 (vor 214 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von fluteceleste, Donnerstag, 29. Januar 2026, 15:09

wenn jetzt noch jemand Infos und die Dispo der alten Orgel(n) aus dem Hut (oä) zaubern könnte...


Da wäre ich auch empfänglich :-)!

..eher unspektakulär, keine Dispos, zu weiteren Vorgängerinnen schreibt Bösken :

1637 (mitten im Krieg!) erste Orgel von Philipp Horn, einen " hiesigen Bürger", für 200 fl.
"Sie wurde in Gegenwart des Inspektors und des ganzen Magistrats in der Kirche gespielt, und für gut befunden."
(...)
"1714, als die Orgel zu reparieren veraccordiert wurde, wurden auf dem Rathaus dabei 5 Maß Wein getrunken. Die Orgel hatte sich gesetzt, alle Pfeifen neigten zur Seite. Der Orgelbauer bekam 30 Thl."

Es folgten zahlreiche weitere Reparaturen..

(Bösken Bd. II/1, S.426)
Die interessante Frage wäre hier, wieviel die Maß Wein maß ;-) (vielleicht um 1L herum?)und - noch wichtiger: wieviele beim mitveraccordieren dabei waren.

Wie lange hält denn...noch Älteres aus der Stadtkirche Herborn

Flautino2 @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 18:30 (vor 214 Tagen) @ fluteceleste

Hallo Rätselfreunde,
ich tippe auf Oktavbaß 8'.
Klingt für mich plausibel zwischen der Quinte 10 2/3' und dem leisen 8'.

Viele Grüße, Flautino.

Wie lange hält denn... Stadtkirche Herborn Rätsel ???

elias.orgel, Donnerstag, 29. Januar 2026, 18:42 (vor 214 Tagen) @ Flautino2

Hallo Rätselfreunde,
ich tippe auf Oktavbaß 8'.
Klingt für mich plausibel zwischen der Quinte 10 2/3' und dem leisen 8'.

Viele Grüße, Flautino.

jetzt bin ich vollkommen verwirrt...

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Wie lange hält denn...noch Älteres aus der Stadtkirche Herborn

Orlos @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 18:57 (vor 214 Tagen) @ Flautino2

Hallo Rätselfreunde,
ich tippe auf Oktavbaß 8'.
Klingt für mich plausibel zwischen der Quinte 10 2/3' und dem leisen 8'.

Viele Grüße, Flautino.

Im Schwellwerk?
(Längst geklärt.)

Wie lange hält denn...noch Älteres aus der Stadtkirche Herborn

Flautino2 @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 19:12 (vor 214 Tagen) @ Orlos

Ich auch. Ich bezog mich auf die von Fluteceleste abgedruckte Disposition. Im Pedal kommt zwischen Gdq10 2/3 und Spfl8 ein Obß8. Im Schwellwerk sehe ich das nicht. Habe ich an der falschen Stelle geschaut?

Viele Grüße
Flautino.

Wie lange hält denn...noch Älteres aus der Stadtkirche Herborn

fluteceleste @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 19:48 (vor 214 Tagen) @ Flautino2

Ja das war vielleicht verwirrend, wir waren bei der Weigle Dispo von 1952 (oberhalb Walcker)...da steht neben Schf5f1 eben der Obß8..

Wie lange hält denn...noch Älteres aus der Stadtkirche Herborn

Florian-L @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 19:25 (vor 214 Tagen) @ fluteceleste

Die interessante Frage wäre hier, wieviel die Maß Wein maß ;-) (vielleicht um 1L herum?)

Mindestens...

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

MCVL @, Donnerstag, 29. Januar 2026, 13:44 (vor 214 Tagen) @ elias.orgel

Köstlich, die Abkürzungen... Die einen würden sie schon als Teenager auflösen können, andere nach 4 Semestern Orgelbaukunde bei der Prüfung noch zittern.


Das kommt drauf an, ob Obß8 im Schwellwerk ernst gemeint oder ein Tippfehler ist ;-l

wenn jetzt noch jemand Infos und die Dispo der alten Orgel(n) aus dem Hut (oä) zaubern könnte...

pS Vox8 im Pedal ? Und kein Tr.?

Das Abnahmegutachten von 1889 liegt mir vor. Die Registertraktur war bereits pneumatisch mit entsprechenden Splelhilfen.

--
__________
Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

Cmcmcm1 @, Ottobrunn, Donnerstag, 29. Januar 2026, 13:43 (vor 214 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Köstlich, die Abkürzungen... Die einen würden sie schon als Teenager auflösen können, andere nach 4 Semestern Orgelbaukunde bei der Prüfung noch zittern.

Es führt nichts daran vorbei, wir müssen eine offizielle Registerabkürzung in unser Abkürzungsverzeichnis aufnehmen ;)

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

elias.orgel, Freitag, 30. Januar 2026, 08:34 (vor 213 Tagen) @ fluteceleste


Die Weigle von 1889 hatte m.W. mech. Traktur und 23 Register.


Der Vollständigkeit halber noch die bewegte (sic) Geschichte der Vorgängerin (nach Bösken Bd. II/1):
[image]

gibt es Angaben über die Spielhilfen vor 1913 ?
(MCVL schreibt von einem AbnahmeGutachten)

Weiß jemand wer die Orgel 1952 umdisponiert hat
wurde die Traktur verändert ?
und
gibt es Infos zu dem Verbleib des Instrumentes nach 1966 ?

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

MCVL @, Freitag, 30. Januar 2026, 08:56 (vor 213 Tagen) @ elias.orgel
bearbeitet von MCVL, Freitag, 30. Januar 2026, 09:29

Ich versuche, morgen mal nähere Angaben hier einzustellen. Wollte es eigentlich heute machen, aber ich komme zeitlich nicht dazu.

Die angegebenen Spielhilfen bei Bösken enstprechen dem Stand nach dem Umbau 1913. Das bei Bösken genannte Register "Echo" ist übrigens der - bei Weigle immer als solcher bezeichnete - Schwellkasten, der 1913 eingebaut wurde und nicht wie Bösken vermutet, Aeoline und Vox celest.

Wer den Umbau 1952 durchgeführt hat, ist mir bislang auch nicht bekannt, es ist aber durchaus vorstellbar, daß es Weigle selbst war.

= Zur Herborn noch ein Hinweis: ich habe gerade gesehen, daß ich mir dort als Literaturquelle notiert habe: Herborner Geschichtsblätter Jg. 4 1907 Nr. 1 - wobei mir unbekannt ist, was in dieser Publikation über die Herborner Orgelgeschichte genau enthalten ist. =

Übrigens genau so spannend würde ich eine Betrachtung der großen Weigle-Orgel für die Stadtkirche Gießen finden, welche ein imposantes Instrument mit allen in den 1880er Jahren möglichen technischen Schikanen darstellte. Zu dieser liegen mir etwas mehr Informationen vor als Bösken zur Verfügung standen, aber trotzdem nicht alle. Die Quellenlage ist dazu aber äußerst bescheiden. Die Kirche samt Orgel wurden im II. Weltkrieg zerstört, ebenso alle archivalischen Quellen, sei es vor Ort oder seien es die Akten des Konsistoriums und der Regierung. Ich hoffe aber immer noch, daß sich weitere Angaben zu der Orgel finden.
Weigle hat diese Orgel potentiellen Kunden auch als ein Musterinstrument zur Besichtigung empfohlen.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

jrbecker @, Freitag, 30. Januar 2026, 09:30 (vor 213 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von jrbecker, Freitag, 30. Januar 2026, 10:07

Ich versuche, morgen mal nähere Angaben hier einzustellen. Wollte es eigentlich heute machen, aber ich komme zeitlich nicht dazu.

Danke, Mark!

Zu der von dir nicht angerissenen Frage

gibt es Infos zu dem Verbleib des Instrumentes nach 1966 ?

kann ich folgende Vermutung beisteuern:
In dem von mir hier geposteten Text des damaligen Organisten ist aus S. 11 oben zu lesen, dass "Teile des Pfeifenwerks der alten Orgel wiederverwendet" wurden und dies wird als Besonderheit gewertet - also wird es sich nicht nur um ein, zwei Register gehandelt haben...

In anderer Quelle, die ich hier zitierte, liest es sich so, dass offensichtlich 17 Register aus der alten Orgel übernommen worden sind, hier noch einmal den entscheidenden Satz: "1990 wurden 17 Register erneuert, die Walcker von der Vorgängerorgel von Weigle (1888/89) übernommen hatte." - Das mit 1990 und 17 Register erneuert stimmt nicht, aber ich lese hier, dass 17 Register von Weigle stammen (ssollen)... die 1990 geänderten Register waren eher neue, siehe meine Anmerkungen im OrganIndex dazu.

Wenn das so wäre, dann war sicher von der alten Orgel (zuletzt wohl 25 Register) nur noch ein kleiner Bestand da, der nicht mehr alleine lebensfähig gewesen sein wird - so meine Einschätzung.

Ich spinne den Gedanken aber mal in eine andere Richtung: Wir haben gelesen, dass im Opusbuch (wie auch in der älteren HM) und der von GWM erhaltenen Opusliste die Orgel mit Bj 1964/65 bzw. 1965 und III/36 geführt wird, tatsächlich jedoch erst ein Jahr später produziert und offensichtlich mit 50 Registern fertiggestellt:
Was wäre, wenn der ursprüngliche Plan auf III/36 ausgelegt war und Tittel - der offensichtlich wie man in seinem Text lesen kann, sehr ambitioniert war, an dieser Stelle bzw. Orgel größeres zu bewirken - darauf gedrängt hat, dass möglichst viele alte Register übernommen werden und sich daraus die Diskrepanz zwischen dem Opusbuch und der Realität ergibt?

Was hältst du, Mark, von diesem Gedanken? Klären werden wir das wohl nur können, in dem mal jemand (sinnvollerweise ich, komme aber die nächsten Tage noch nicht dazu) mal bei Herrn Lieberknecht nachfragt, ob er dies aus den örtlichen Akten erkennen kann...

Edit-Ergänzung:
Mir ist schon klar, dass 36 + 17 ungleich 50 ist, aber hier könnte auch ein Tippfehler (4 und 7 übereinander auf dem Block) bzw. Lese-/Übertragungsfehler aus einem Manuskript vorliegen ...

Gruß
Jörg

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn

MCVL @, Freitag, 30. Januar 2026, 18:48 (vor 213 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von MCVL, Freitag, 30. Januar 2026, 19:00

Hallo Jörg,

Was hältst du, Mark, von diesem Gedanken? Klären werden wir das wohl nur können, in dem mal jemand (sinnvollerweise ich, komme aber die nächsten Tage noch nicht dazu) mal bei Herrn Lieberknecht nachfragt, ob er dies aus den örtlichen Akten erkennen kann...

von diesem Gedanken halte ich ausgesprochen viel. Warum?

Es hängt mit der Vergabepraxis der Opusnummern bei Walcker zusammen. Walcker vergab die Opusnummern (ähnlich wie Link und Weigle - bei letzterem ab etwa 1950 so gehandhabt) bei Auftragserteilung. D.h. es ist durchaus möglich, daß ursprünglich eine kleinere Disposition geplant war und diese auch im Opusbuch so eingetragen wurde. Bis zur Auslieferung könnte es deshalb gut möglich gewesen sein, daß das Projekt noch erheblich umgestaltet und erweitert wurde und diese Änderungen nicht im Opusbuch nachgetragen wurden. In die Opusliste wurde aber (fälschlicherweise) die ursprüngliche Registerzahl übernommen.

Nur zu Ergänzung: bei anderen Firmen wie Späth, Weigle (bis etwa 1950) oder, wie ich es neuerdings festgestellt habe, auch bei Weise wurden die Opusnummern bei der Fertigstellung der Orgel vergeben. D.h. wenn man beispielsweise die Späth-Orgeln chronologisch nach Datum der Einweihung/Abnahmeprüfung ordnet, kommt man auf exakt dieselben Opusnummer, wie sie an den Spieltischen erhaltener Orgeln angeschrieben sind bzw. aus anderen Quellen hervorgehen. Bei Weigle (bis etwa 1950) und Weise ist es ebenfalls so.

Die letztere Praxis halte ich für die überzeugendere, ein Opus bekommt seine laufende Nummer bei der Fertigstellung und dies führt auch zu keinen Verwirrungen.

Wenn ich sehe, wie sehr die Jahreszahlen bei Link oder Weigle besonders in den 1960er und 1970er Jahre im Vergleich zur Opuszählung hin- und herspringen, so halte ich diese Praxis für nicht besonders logisch. Die Orgel hat zwar eine Nummer, aber über deren chronologisch richtige Anordnung auf dem Werkverzeichnis sagt diese Nummer wenig aus.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Wie lange hält denn... Weigle Stadtkirche Herborn 3x Danke

elias.orgel, Freitag, 30. Januar 2026, 11:26 (vor 213 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von elias.orgel, Freitag, 30. Januar 2026, 12:42

Ich versuche, morgen mal nähere Angaben hier einzustellen. Wollte es eigentlich heute machen, aber ich komme zeitlich nicht dazu.

Die angegebenen Spielhilfen bei Bösken enstprechen dem Stand nach dem Umbau 1913. Das bei Bösken genannte Register "Echo" ist übrigens der - bei Weigle immer als solcher bezeichnete - Schwellkasten, der 1913 eingebaut wurde und nicht wie Bösken vermutet, Aeoline und Vox celest.

Wer den Umbau 1952 durchgeführt hat, ist mir bislang auch nicht bekannt, es ist aber durchaus vorstellbar, daß es Weigle selbst war.

= Zur Herborn noch ein Hinweis: ich habe gerade gesehen, daß ich mir dort als Literaturquelle notiert habe: Herborner Geschichtsblätter Jg. 4 1907 Nr. 1 - wobei mir unbekannt ist, was in dieser Publikation über die Herborner Orgelgeschichte genau enthalten ist. =

Herzlichen Dank,
genau sowas finde ich unglaublich interessant und spannend
- wie bereits erwähnt, darf mann nicht alles glauben,
egal wer es geschrieben* hat ;-)

jetzt bleibt aber noch die Frage nach der Registerzahl
23 passt ja definitiv nicht


* und dann ist ja auch immer noch die Möglichkeit,
dass bei der Übertragung / Druck jede Menge Fehler passieren...

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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

MCVL @, Freitag, 30. Januar 2026, 18:33 (vor 213 Tagen) @ elias.orgel
bearbeitet von MCVL, Freitag, 30. Januar 2026, 21:28

Hier der (bisheriger) Eintrag aus meinem kommentierten Werkverzeichnis für die ersten beiden Generationen Weigle zu Herborn

"
Die neue Orgel für die Stadtkirche in Herborn war das erste Instrument der Firma <Weigle> für die preussische Provinz Hessen-Nassau und kostete 6800 Mk. Die alte Orgel wurde von <Weigle> in Zahlung genommen, das neue Instrument war im Mai 1889 fertiggestellt.

I. Manual = Hauptwerk
1. Bourdon 16'
2. Prinzipal 8'
3. Doppelgedeckt 8'
4. Gamba 8'
5. Gemshorn 8'
6. Dolce 8'
7. Oktave 4'
8. Rohrflöte 4'
9. Oktave 2'
10. Mixtur 2 2/3' 4fach
11. Trompete 8'

II. Manual = Hinterwerk
12. Geigenprinzipal 8'
13. Doppelflöte 8'
14. Liebl. Gedeckt 8'
15. Salicional 8'
16. Flauto amabile 4'
17. Fugara 4'
18. Flautino 2'
19. Cornettino 2 2/3' 3fach

Pedal
20. Subbass 16'
21. Violonbass 16'
22. Oktavbass 8'
23. Violoncello 8'

Die Abnahmeprüfung der neuen Orgel erfolgte am Nachmittag des 29. Mai 1889 durch den Dillenburger Seminar-Musiklehrer Ernst Wolfram in Anwesenheit von Dekan Maurer, Pfarrer Fischer und Organist Betz. Im Abnahmegutachten, welches Wolfram am 31. Mai verfasste, ist Folgendes zu lesen:

Zunächst wurden sämtliche Register der zwei Manuale und des Pedals durchgegangen und sowohl in jedem ihrer Töne wie auch in verschiedenen harmonischen Zusammensetzungen untersucht. Das Ergebnis war: präcise Ansprache und gleichmäßige Entwickelung der einzelnen Töne, eine charakteristische Färbung der verschiedenen Register.
Dann wurden die Stimmen der verschiedenen Klaviere in ihrem Verhältnis zu einander geprüft. Sie zeigten für das Hauptmanual und Pedal bei aller Rundung eine ungewöhnliche Kraft und Fülle, für das Obere Weichheit und Zartheit der Intonation und ließen nicht nur eine Steigerung des Orgeltones vom leisesten Hauch bis zur ausgiebigsten Tonstärke zu, sondern ergaben auch eine Menge der interessantesten Mischungen und Combinationen.
Die Untersuchung der Koppelungen und Collektivzüge ließ ein geräuschloses und genaues Funktionieren derselben während des Spielens erkennen, so daß dadurch die Übertragung ganzer Stimmgruppen in schnellster und sicherster Weise stattfinden kann.
Die Leitungen von dem Spielmechanismus nach den Pfeifen sind korrekt gearbeitet und gegen Störungen gesichert. Das Pfeifenwerk ist aus den vorschriftsmäßigen Materialien hergestellt; steht fest auf den Windladen und in den Bänken und ist überall leicht zugänglich. Die Windladen haben ein sicheres Lager und sind aus bestem Holz hergestellt.
Das Gebläse liefert bei ruhigem Gange gleichmäßigen und ausreichenden Wind und ist einfach und leicht zu behandeln.
Eine Ausprobierung des Werkes in allen seinen Teilen bei verschiedenartigster Registrirung und Koppelung, sowie unter Anwendung der mannigfachsten Tempi und Spielarten ging nicht nur ohne die geringste Störung vor sich, sondern zeigte auch eine besonders sichere Wirkung aller Apparate.
Die praktische Erprobung der Orgel am Tage ihrer Weihe beim Gottesdienst ließ keinen Zweifel darüber, daß sie dem Raume der Kirche entsprechend intonirt ist, selbst bei vollständig gefülltem Gotteshause sich zur Leitung des Gemeindegesanges ausreichend erweist und in sich alle Mittel besitzt, um die verschiedensten religiösen Stimmungen unserer Kirchenlieder zum Ausdruck zu bringen, einen Kirchenchor durch eine passende Begleitung zu unterstützen und auch als Concertinstrument verwendet zu werden.
Die Orgel kann daher in allen ihren Teilen als wohlgelungen bezeichnet werden und giebt ein rühmliches Zeugnis von der Kunstfertigkeit und Umsicht ihres Erbauers. Der Kirchengemeinde Herborn ist zu dem Besitze eines solchen Werkes aufrichtig Glück zu wünschen.

Im Frühjahr 1913 wurde das Instrument dem Zeitgeschmack entsprechend mit einer pneumatischen Spieltraktur versehen und geringfügig erweitert. <Weigles> Angebot für diese Umbauten stammt vom 24. Januar 1913 und sah folgende Arbeiten vor:

- Einbau einer pneumatischen Spieltraktur
- Bau eines Schwellkastens für das II. Manual (Bösken war offenbar von der für <Weigle> typischen Bezeichnung "Echo" irritiert und schrieb diesen Begriff dem Pärchen Aeoline 8' und Voix célèste 8' zu)
- elektrischer Gebläseantrieb

1952 wurde die Orgel durch eine bislang unbekannte Werkstätte einem umfassenden Klangumbau unterzogen und besass danach folgende Disposition:

I. Manual = Hauptwerk
1. Prinzipal 8'
2. Gedeckt 8'
3. Gemshorn 8'
4. Oktave 4'
5. Rohrflöte 4'
6. Quinte 2 2/3'
7. Oktave 2'
8. Flachflöte 2'
9. Mixtur 4fach 1 1/3'
10. Trompete 8'

II. Manual = Schwellwerk
11. Bourdon 16'
12. Prinzipal 8'
13. Lieblich Gedeckt 8'
14. Aeoline 8'
15. Harfenprinzipal 4'
16. Flauto amabile 4'
17. Italienisch Prinzipal 2'
18. Spitzquinte 1 1/3'
19. Sifflöte 1'
20. Scharf 5fach 1'
21. Oboe 8'

Pedal
22. Subbass 16'
Zartbass 16' Transmission aus Bourdon 16' II. Manual
23. Violonbass 16'
24. Oktavbass 8'
25. Choralbass 4'
26. Posaune 16'

Offenbar überzeugte dieser Kompromiss nicht allzulange, denn am 30. Oktober 1966 wurde eine neue mechanische Schleifladenorgel der Firma <Walcker> (opus 4520) eingeweiht, die auf drei Manualen und Pedal 50 Register besitzt."

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

fluteceleste @, Freitag, 30. Januar 2026, 19:52 (vor 213 Tagen) @ MCVL

Klasse, Danke! Besser gehts nicht.

Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

jrbecker @, Freitag, 30. Januar 2026, 21:41 (vor 213 Tagen) @ MCVL

Hallo Mark,

auch von mir einen dicken Dank! - Damit wird die Orgelgeschichte schon ein gutes Stück vollständiger. Darf ich das in den OI überführen?

LG
Jörg

Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

MCVL @, Freitag, 30. Januar 2026, 22:23 (vor 213 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von MCVL, Samstag, 31. Januar 2026, 00:37

Hallo Mark,

auch von mir einen dicken Dank! - Damit wird die Orgelgeschichte schon ein gutes Stück vollständiger. Darf ich das in den OI überführen?

Gerne

LG Mark.

P.S. Die Dispositionserweiterung von 1913 war also Aeoline 8' und Voix célèste 8' (Weigle verwendete sowohl in den Kostenvoranschlägen als auch auf den Registerschildern an den Spieltischen immer die französische Schreibweise) für das II. Manual und Posaune 16' im Pedal.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

elias.orgel, Sonntag, 01. Februar 2026, 11:40 (vor 211 Tagen) @ MCVL

Hallo Mark,

auch von mir einen dicken Dank! - Damit wird die Orgelgeschichte schon ein gutes Stück vollständiger. Darf ich das in den OI überführen?


Gerne

LG Mark.

P.S. Die Dispositionserweiterung von 1913 war also Aeoline 8' und Voix célèste 8' (Weigle verwendete sowohl in den Kostenvoranschlägen als auch auf den Registerschildern an den Spieltischen immer die französische Schreibweise) für das II. Manual und Posaune 16' im Pedal.

Auch von mir ganz herzlichen Dank -
kannst Du die Kosten evtl etwas genauer einschätzen oder erklären
es steht ja "600Mk für Echo und Posaune" im Text
das erscheint mir für drei Register und den Einbau eines kompletten Schwellkastens doch ziemlich wenig - oder?

ich war (Vielleicht etwas unglücklich unhöflich?) davon ausgegangen, dass ich für den Eintrag bei Wiki nicht extra um Deine Erlaubnis bitten muss...

LG Olli

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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

MCVL @, Sonntag, 01. Februar 2026, 14:15 (vor 211 Tagen) @ elias.orgel
bearbeitet von MCVL, Sonntag, 01. Februar 2026, 14:21

Hallo Mark,

auch von mir einen dicken Dank! - Damit wird die Orgelgeschichte schon ein gutes Stück vollständiger. Darf ich das in den OI überführen?


Gerne

LG Mark.

P.S. Die Dispositionserweiterung von 1913 war also Aeoline 8' und Voix célèste 8' (Weigle verwendete sowohl in den Kostenvoranschlägen als auch auf den Registerschildern an den Spieltischen immer die französische Schreibweise) für das II. Manual und Posaune 16' im Pedal.


Auch von mir ganz herzlichen Dank -
kannst Du die Kosten evtl etwas genauer einschätzen oder erklären
es steht ja "600Mk für Echo und Posaune" im Text
das erscheint mir für drei Register und den Einbau eines kompletten Schwellkastens doch ziemlich wenig - oder?

Die 600 Mk. beziehen sich auf den Schwellkasten und die Posaune 16' samt Windlade, so wie ich das verstehe. Die zwei weiteren Register mit Windladen und der pneumatische Umbau incl. Röhren, Relais, Registerapparate, Membranleisten und Spieltisch sind darin nicht enthalten.

Den Preis halte ich für durchaus realistisch, auch wenn Weigle nicht zu den besonders günstigen Orgelbauern der damaligen Zeit gehörte.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

tiratutti @, Sonntag, 01. Februar 2026, 20:44 (vor 211 Tagen) @ MCVL

Die 600 Mk. beziehen sich auf den Schwellkasten und die Posaune 16' samt Windlade, so wie ich das verstehe. Die zwei weiteren Register mit Windladen und der pneumatische Umbau incl. Röhren, Relais, Registerapparate, Membranleisten und Spieltisch sind darin nicht enthalten.

Den Preis halte ich für durchaus realistisch, auch wenn Weigle nicht zu den besonders günstigen Orgelbauern der damaligen Zeit gehörte.

Bei uns hat 1913 die Erweiterung um ein Cornett ab c' und ein Dolce 4' 510 Mk gekostet.

Grüße von tiratutti

Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

MCVL @, Sonntag, 01. Februar 2026, 22:11 (vor 211 Tagen) @ tiratutti
bearbeitet von MCVL, Sonntag, 01. Februar 2026, 22:31

So, liebe Leute,

jetzt habe ich gerade noch im Opusbuch I nachgeschaut und schon sind wir wieder etwas schlauer.

Der gesamte Umbau kostete 6240 Mk. Für den pneumatischen Umbau in der von mir beschriebenen Art und Weise, neuen Spieltisch, drei neue Register samt Windladen und eine Transmission, Schwellkasten sowie elektrischen Gebläseantrieb halte ich es jetzt nicht gerade für ein Schnäppchen.
Die Arbeiten erhielten übrigens die Opusnumner 467.

Aufschlußreich wäre natürlich ein Blick ins Pfarrarchiv Herborn... Mich würde interessieren, woraus sich die Differenz zwischen den 4000 + 600 Mk. bei Bösken zu den 6240 Mk. die Weigle nennt, ergibt.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

elias.orgel, Montag, 02. Februar 2026, 00:35 (vor 211 Tagen) @ MCVL
bearbeitet von elias.orgel, Montag, 02. Februar 2026, 05:57

So, liebe Leute,

jetzt habe ich gerade noch im Opusbuch I nachgeschaut und schon sind wir wieder etwas schlauer.

Der gesamte Umbau kostete 6240 Mk. Für den pneumatischen Umbau in der von mir beschriebenen Art und Weise, neuen Spieltisch, drei neue Register samt Windladen und eine Transmission, Schwellkasten sowie elektrischen Gebläseantrieb halte ich es jetzt nicht gerade für ein Schnäppchen.
Die Arbeiten erhielten übrigens die Opusnumner 467.

Aufschlußreich wäre natürlich ein Blick ins Pfarrarchiv Herborn... Mich würde interessieren, woraus sich die Differenz zwischen den 4000 + 600 Mk. bei Bösken zu den 6240 Mk. die Weigle nennt, ergibt.

Ich hatte gehofft, dass Du einzelne Positionen aus der Zeit etwas aufschlüsseln und vergleichen kannst...
leider habe ich keine genauen Erinnerungen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich irgendwo mal verschiedene Kostenaufstellungen aus der Zeit gesehen habe
einzelne Register, Schwellkasten etc

-

zum Vergleich:
1908 Marten Walcker II/28 = Orgel 11.100Mk ohne Gehäuse + Motor 900Mk
= ca 430Mk / Register
1908 Bad Homburg Sauer III/38 = Orgel 15.875Mk + 8 Register Fernwerk 3.981Mk +
Gehäuse 5.550Mk + Motor 1.500Mk
= ca 470Mk / Register

laut Kaufkraftäquivalente wäre 1908:1913 etwa 1:1,12 also eine Verteuerung um ca 12%

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Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

elias.orgel, Montag, 02. Februar 2026, 16:50 (vor 210 Tagen) @ MCVL

So, liebe Leute,

jetzt habe ich gerade noch im Opusbuch I nachgeschaut und schon sind wir wieder etwas schlauer.

Der gesamte Umbau kostete 6240 Mk. Für den pneumatischen Umbau in der von mir beschriebenen Art und Weise, neuen Spieltisch, drei neue Register samt Windladen und eine Transmission, Schwellkasten sowie elektrischen Gebläseantrieb halte ich es jetzt nicht gerade für ein Schnäppchen.
Die Arbeiten erhielten übrigens die Opusnumner 467.

Aufschlußreich wäre natürlich ein Blick ins Pfarrarchiv Herborn... Mich würde interessieren, woraus sich die Differenz zwischen den 4000 + 600 Mk. bei Bösken zu den 6240 Mk. die Weigle nennt, ergibt.

Kann es sein, dass die Posaune 16' alleine schon 600Mk gekostet hat - das fände ich viel wahrscheinlicher - oder?

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Auszug aus meinem kommentierten Weigle-WVZ zu Herborn

MCVL @, Montag, 02. Februar 2026, 20:38 (vor 210 Tagen) @ elias.orgel

So, liebe Leute,

jetzt habe ich gerade noch im Opusbuch I nachgeschaut und schon sind wir wieder etwas schlauer.

Der gesamte Umbau kostete 6240 Mk. Für den pneumatischen Umbau in der von mir beschriebenen Art und Weise, neuen Spieltisch, drei neue Register samt Windladen und eine Transmission, Schwellkasten sowie elektrischen Gebläseantrieb halte ich es jetzt nicht gerade für ein Schnäppchen.
Die Arbeiten erhielten übrigens die Opusnumner 467.

Aufschlußreich wäre natürlich ein Blick ins Pfarrarchiv Herborn... Mich würde interessieren, woraus sich die Differenz zwischen den 4000 + 600 Mk. bei Bösken zu den 6240 Mk. die Weigle nennt, ergibt.


Kann es sein, dass die Posaune 16' alleine schon 600Mk gekostet hat - das fände ich viel wahrscheinlicher - oder?


Das wäre schon sehr viel. Aber irgendwann möchte ich mal in das Zentralarchiv nach Darmstadt und vielleicht ergeben sich dort exakte Hinweise.

600 Mk. alleine für eine Posaune samt Windlade halte ich aber für sehr hoch.

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Das Gesamtresultat der Prüfung war ein äußerst günstiges, was zur wohlverdienten Weiterempfehlung des in seinem Fache großen Plattlinger Meisters förmlich drängt. (Mariakirchen 1905)

Woher kommt denn... Geschichtsblätter

fluteceleste @, Freitag, 30. Januar 2026, 14:58 (vor 213 Tagen) @ MCVL


= Zur Herborn noch ein Hinweis: ich habe gerade gesehen, daß ich mir dort als Literaturquelle notiert habe: Herborner Geschichtsblätter Jg. 4 1907 Nr. 1 - wobei mir unbekannt ist, was in dieser Publikation über die Herborner Orgelgeschichte genau enthalten ist. =

Das weiss ich zwar auch nicht, aber das ist die Quelle für die Angabe mit den 23 Registern, die im Bösken angegeben ist: ;-)
[image]

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

fluteceleste @, Montag, 09. März 2026, 13:37 (vor 175 Tagen) @ Friedrich

Natürlich werde ich mir nicht anmaßen darüber zu urteilen ob oder wie gut das Instrument ist
aber es muß wohl etwas (oder viel) Geld reingesteckt werden...


https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Stadtkirche_Herborn

https://organindex.de/index.php?title=Herborn,_evangelische_Stadtkirche


Bei so einem Koloss ein Wunder. Wo viel drin ist, muss viel unterhalten werden. Eher das Urteil, dass eine Orgel aus dieser Zeit der Werkstatt die Investition lohnt.


Der Bund fördert die Maßnahme nun mit 260.000 Euro:
https://www.mittelhessen.de/lokales/lahn-dill-kreis/herborn/bund-foerdert-orgel-und-bur...

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

jrbecker @, Montag, 09. März 2026, 16:04 (vor 175 Tagen) @ fluteceleste

Der Bund fördert die Maßnahme nun mit 260.000 Euro:
https://www.mittelhessen.de/lokales/lahn-dill-kreis/herborn/bund-foerdert-orgel-und-bur...

Ah, prima!

"Für die Arbeiten an der historischen Walcker-Orgel ist ein Anteil von 260.000 Euro der Fördersumme vorgesehen."

(Hervorhebung von mir...)

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

fluteceleste @, Montag, 09. März 2026, 16:53 (vor 175 Tagen) @ jrbecker
bearbeitet von fluteceleste, Montag, 09. März 2026, 17:03

Wenn der Abbau vergleichbarer Instrumente weiter so fortschreitet, ist sie in spätestens 20 Jahren historisch...^^

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

Dorforganist, Montag, 09. März 2026, 16:59 (vor 175 Tagen) @ jrbecker

"Für die Arbeiten an der historischen Walcker-Orgel ist ein Anteil von 260.000 Euro der Fördersumme vorgesehen."

Na, guck uns doch an: Baujahr 66 ist schon ziemlich historisch...

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

Orlos @, Montag, 09. März 2026, 22:05 (vor 175 Tagen) @ Dorforganist

Es wurden schon jüngere Instrumente unter Denkmalschutz gestellt.

Wie lange hält denn... Link Stadtkirche Herborn

Florian-L @, Dienstag, 10. März 2026, 08:29 (vor 174 Tagen) @ Orlos

Es wurden schon jüngere Instrumente unter Denkmalschutz gestellt.

In Österreich steht grundsätzlich jede Orgel unter Denkmalschutz.

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