Zurück zum Original (?)
Diese Diskussion hatten wir ja hier schon sehr oft. Viele Argumente wurden bereits ausgetauscht.
Mein Standpunkt ist bekanntermaßen, dass Transkriptionen durchaus eine Berechtigung haben. Ich denke hier bspw. an folgende Beispiele (abseits von Bach-Vivaldi):
- (Lemare-)Transkription als Ausfluss einer historischen Konzertpraxis, um Orchestermusiken und Opern einem breiten Publikum bekannt zu machen (town hall concerts). Eine legitime Tradition, in die man sich - auch in Kirchenräumen - einreihen kann.
- Erschließung neuer Publikumsschichten mit Transkriptionen populärer (klassischer) Musikstücke, z.B. Filmmusiken.
- Differenzierung vom Repertoire der Konkurrenz.
- Erschließung eines neuen, herausfordernden Repertoires für virtuose Tastentiger, das publikumsfreundlicher ist als zB. Sorabji.
Vor allem den letzten Punkt halte ich für bedenkenswert: Natürlich gibt es unendlich viel Orgelmusik. Und es gibt darunter auch einiges an guter und virtuoser Orgelmusik. Besonders, wenn man bereit ist, neben den bekannten Klassikern z.B. auch flämisches, osteuropäisches, skandinavisches und angloamerikanisches Repertoire zu sichten und sich anzueignen.
Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass die Menge an technisch anspruchsvollen, virtuosen (und gefälligen) Stücken überschaubar ist, die hinsichtlich Qualitäten wie Melodiegestaltung, Harmonik, Rhythmik, innerem Aufbau etc. mit bspw. dem Klavierrepertoire ihrer Entstehungszeit mithalten können. Wenn man also mit dem anspruchsvollen/qualitätsvollen Orgelrepertoire inkl. Exoten "durch" ist, dann ist der Griff zu bzw. die Erstellung von Transkriptionen ein legitimer Ausweg. In meinen Augen zumindest.
Vor allem, wenn die Transkription so gut gemacht ist, dass sie das ursprüngliche Werk einerseits kondensiert, andererseits um neue, sinnvolle Facetten bereichert.
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Willscher,
17.02.2025, 15:02
- Zurück zum Original (?) - Contrebasson 32', 17.02.2025, 15:41
- Zurück zum Original (?) - ThomasMP, 18.02.2025, 13:51