OT: Kühne will Hamburg neue Oper schenken

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 07. Februar 2025, 22:10 (vor 580 Tagen) @ Bariolage

Endlich hätten die Uraufführungen der diesjährigen Spielzeit eine würdige Spielstätte:

Harte Woche gehabt? ;-) :D

Unsuk Chin: Die dunkle Seite des Mondes

Die Dame hat schon was drauf. Aufführung unter Leitung von Kent Nagano (GMD, letzte Saison)

Clemens K. Thomas: Dollhouse

Nicht im Großen Haus, sondern in der opera stabile (Studiobühne)

Gordon Kampe: Despot [Kampe war selbst Organist im Ruhrgebiet - nach meiner Erinnerung]

ebenfalls in der opera stabile

Rodolphe Bruneau-Boulmier: Die Illusionen des William Mallory

Leitung Kent Nagano, ebenfalls nicht im Großen Haus, sondern im Curio-Haus (Veranstaltungshaus mit interessanter Vorgeschichte)

Ludger Vollmer: Frühlings Erwachen

Spielt ebenfalls nicht im Großen Haus, sondern auf Kampnagel

Außerdem gibt es Strauss "Ariadne auf Naxos", ein Ballett von John Neumeier nach Thomas Mann, eines nach Homer, eines nach Tennessee Williams, eines nach Shakespeare, eines als Hommage an Nijinsky, außerdem Neumeiers "Matthäus-Passion", dann Offenbach "Hoffmans Erzählungen", Tschaikowskys "Eugen Onegin", Mozart "Mitridate", Donizetti" Don Pasquale", Verdi "Rigoletto", Donizetti "Maria Stuarda", Puccini "La Fanciulla", Verdi "Il trovatore", Verdi "Falstaff", Verdi "La Traviata", Wagners "Parsifal", Tschaikowski "Pique Dame", Puccini "Tosca", Wagner "Tristan und Isolde", Strauss "Salome", drei weitere Ballett-Programme mehrerer Choreographen....

Also, für die eher museal angehauchten Opernfreunde über ein Dutzend Produktionen in einem halben Jahr, dazu acht unterschiedliche Tanz-Programme, alles im Großen Haus, wenn ich es richtig sah. Sicher, viele Wiederaufnahmen, aber: Es wird gespielt, und zwar so viel, wie es anderswo drei Häuser braucht.
Damit will ich keinesfalls einem weiteren Opernhaus das Wort reden. Ich war in meiner Hamburger Zeit nicht so oft da, aber es war jedesmal sehr gut. Das Gebäude hat was, vermutlich dürfte aber der technische Zustand ein Problem sein, ebenso das Alptraumwort aller Veranstalter "Brandschutz"....

Zur Premiere des Hauses:
Dieter Bohlen: Der HSV-Aufstieg. Eine Operngroteske in der 2. Liga und drei Akten.

Bohlen schafft doch höchstens einen....

Ob die Kosten das Kölner Niveau (1,5 Milliarden €) erreichen? Eine versenkbare Theater-Unterwasserorgel (VIII/4) in der Elbe mit Generalspieltisch in Sylt und antirassistischer Tastatur (alles schwarz) wäre natürlich schon schön. Man wird ja noch träumen dürfen...

Die Kosten für die Versenkung kann man sparen, da der Meeresspiegel auch an der Elbe näher kommt. Der Hamburger Deichbau hat sich in den letzten Jahrzehnten ein wenig Luft verschafft, wird aber angesichts der Haushaltslage - den Flutschutz wollte Herr Kühne ja nicht finanzieren - wohl nicht mithalten können. Die von denen, die Hamburg für eine Stadt am Meer halten, geforderte Elbvertiefung sorgt ja auch dafür, dass das Wasser schneller reinkommt (und auch wieder rausgeht, aber dann ist auch schon alles nass...)


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