Unbedingt anhören

Manuel, Dienstag, 21. Januar 2025, 22:54 (vor 597 Tagen)

Hallo Leute!

Manchmal entwickelt so ein Tag sich ja wesentlich eindrücklicher, als man das anfangs erwartet. Anders gesagt: man soll den Tag nicht vor dem Abend verfluchen.


Heute abend war ich hier in der Philharmonie in Essen, um ein Orgelkonzert zu hören, in dem zwei junge Wettbewerbs-Gewinner gespielt haben. Der erste war ein guter Konzertorganist, aber der zweite war ein Phänomen.
Er heißt Jan Liebermann und studiert gegenwärtig noch. Im Moment ist er 19 Jahre alt, aber er setzt sich an die Orgel, braucht keine Noten, und spielt "mal eben" die sechs Präludien und Fugen von Marcel Dupré (und als Zugabe die Esquisse/Skizze in b-moll, natürlich auch auswendig). Ich bin jetzt noch hin und weg, so einen Musiker habe ich noch nie gehört. Ich bin jetzt schon der Meinung, der junge Mann spielt auf dem Niveau von Cameron Carpenter (eine andere Vergleichsmöglichkeit fällt mir momenta nicht ein).

Solltet Ihr mal die Gelegenheit haben, ihn zu hören: unbedingt die Chance nutzen. Von ihm wird man noch einiges "hören".

Einen guten Abend euch allen!

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Dorforganist, Dienstag, 21. Januar 2025, 22:58 (vor 597 Tagen) @ Manuel

Solltet Ihr mal die Gelegenheit haben, ihn zu hören: unbedingt die Chance nutzen. Von ihm wird man noch einiges "hören".

Ja, wird man; eine kleine Kostprobe gab's bereits hier...

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perotin, Mittwoch, 22. Januar 2025, 01:03 (vor 597 Tagen) @ Manuel

Der erste war ein guter Konzertorganist, aber der zweite war ein Phänomen.
Er heißt Jan Liebermann (...)

Jedem, der hier einigermaßen regelmäßig mitliest, sollte dieser Name schon seit einiger Zeit geläufig sein. Viele werden auch schon Videos mit Liebermann auf Youtube gesehen und gehört haben.

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Sweelinck, Mittwoch, 22. Januar 2025, 06:16 (vor 596 Tagen) @ Manuel

Bei Cameron Carpenter vermisse ich bei Dupré das Legato absolu.
Mit kurzem Tupfen im Pedal umgeht er da einige Schwierigkeiten bei Opus 7.1.
Jan Liebermanns Aufnahme erscheint mir gegenüber der von CC doch etwas stabiler im Tempo.

Und was ist mit Sebastian Heindl?

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MAT @, Mittwoch, 22. Januar 2025, 07:24 (vor 596 Tagen) @ Sweelinck

Was soll mit ihm sein? Er war gerade nicht Thema. Jan Liebermann ist in der Tat ein Phänomen. Man bedenke, er steht gerade am Anfang seiner Karriere. Ich bin voller Bewunderung.

--
Gruß
MAT

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WK @, Mittwoch, 22. Januar 2025, 10:36 (vor 596 Tagen) @ Manuel

Samstag 18 Uhr in KWG Berlin

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link1907 @, Mittwoch, 22. Januar 2025, 10:36 (vor 596 Tagen) @ Manuel

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Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 22. Januar 2025, 11:20 (vor 596 Tagen) @ link1907

Hier ein Interview mit Jan Liebermann:
https://www.hr2.de/programm/musikland-hessen/musikland-hessen,epg-musikland-hessen-616....

Danke! Hat mir gut gefallen (witzig, wie die Moderatorin über Kassel zu schwärmen beginnt und meint, dass er da unbedingt hinfahren müsste).

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Wolfgang Gourgé @, Mittwoch, 22. Januar 2025, 15:15 (vor 596 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Hier ein Interview mit Jan Liebermann:
https://www.hr2.de/programm/musikland-hessen/musikland-hessen,epg-musikland-hessen-616....


Danke! Hat mir gut gefallen (witzig, wie die Moderatorin über Kassel zu schwärmen beginnt und meint, dass er da unbedingt hinfahren müsste).

....Kassel ist unbedingt eine...

[image]
("Haupt"bahnhof)

[image]
(das Stadtzentrum - architektonisch das Mekka des betonistischen Nihilismus!)

[image]
(es fällt der Abschied Dir sehr leicht, hast Du auch Kassel gerade erst erreicht!)

....Reise wert - eine Durchreise, versteht sich....

Kassel, war: Unbedingt anhören

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 22. Januar 2025, 15:46 (vor 596 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von Karl-Bernhardin Kropf, Donnerstag, 23. Januar 2025, 01:48

...aber du hast schon gemerkt, dass die Moderatorin die Rieger-Orgel meinte... (das wagt man ja kaum noch zu hoffen, dass jemand im Rundfunk solche Orte aus eigenem Erleben kennt.)

Dennoch wieder mal eine schöne Bilderstrecke. Hässliche Orte sind vielleicht ein guter Boden für Kunst, weil die Sehnsucht nach Schönem größer ist. Das denke ich mir umgekehert auch in meiner Abstammungsregion Kärnten, da ist alles so schön, da braucht es nicht all zu viel Intellekt oder Vision...

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perotin, Mittwoch, 22. Januar 2025, 16:38 (vor 596 Tagen) @ Wolfgang Gourgé
bearbeitet von perotin, Mittwoch, 22. Januar 2025, 16:51

...Kassel ist unbedingt eine...
Reise wert - eine Durchreise, versteht sich...

Man begebe sich zum Bergpark Wilhelmshöhe!

(natürlich erst nach dem Kennenlernen der großen Rieger-Orgel)

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Orlos @, Mittwoch, 22. Januar 2025, 22:56 (vor 596 Tagen) @ perotin

Seit 20 Jahren bin ich Lehrer und ich muss sagen, dass für Klassenfahrten Kassel eine hervorragend geeignete Stadt ist. Kompaktes Zentrum, interessante und unterschiedliche Museen (z. B. Sepulkralkultur!), Wasserspiele im Park, Live-Musik, gutes Staatstheater mit einem schönen Programm auch für junge Leute, prima ÖPNV. Die Woche ist ausgefüllt, keine Langweile, viele Eindrücke. Die Rieger-Orgel lässt sich eindrucksvoll vorführen. Und mit der Bahn kommt man von überall gut hin.

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MCVL @, Donnerstag, 23. Januar 2025, 00:01 (vor 596 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von MCVL, Donnerstag, 23. Januar 2025, 00:12

Seit 20 Jahren bin ich Lehrer und ich muss sagen, dass für Klassenfahrten Kassel eine hervorragend geeignete Stadt ist. Kompaktes Zentrum, interessante und unterschiedliche Museen (z. B. Sepulkralkultur!), Wasserspiele im Park, Live-Musik, gutes Staatstheater mit einem schönen Programm auch für junge Leute, prima ÖPNV. Die Woche ist ausgefüllt, keine Langweile, viele Eindrücke. Die Rieger-Orgel lässt sich eindrucksvoll vorführen. Und mit der Bahn kommt man von überall gut hin.

Mir ging es als Teenager vergleichsweise ähnlich mit Kassel. Verwandschaft von mir wohnte in der Nähe von Rotenburg/Fulda und ich war dort in den 1980er Jahren öfters zu Besuch bzw. verbrachte einen Teil der Sommerferien dort.

Am Anfang empfand ich die Innenstadt von Kassel als grässlich-hässlich, aber irgendwie durchaus als praktisch und offen, im Gegensatz zu den "Groß"-Städten meiner Umgebung wie Kempten, Ravensburg, Memmingen, mögen sie sich noch so sehr den Flair alter Reichsstädte erhalten haben.

Mit zunehmendem Alter begannen auch andere Interessen, an Landschaft, Kultur und Kunst und auch für diese Dinge bietet Kassel und Umgebung vieles. Wie schon von "perotin" genannt, Wilhelmshöhe, den Hercules, der nahe Habichtswald, der Hohen Meißner.

Den Bahnhof Wilhelmshöhe besuchte ich bei einer letzten Stipvisite beim nunmehr in einer Kasselaner Eigentumswohnung lebenden Onkel Anton, kurz nach Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke. Es war gar nicht meine Welt. Der alte Hauptbahnhof, als dieser bis in die frühen 1990er Jahre noch als solcher vollumfänglich genutzt wurde, war alles andere als morbid, aber halt ein Bremsklotz. Vielleicht einer der schönsten und interessantesten Kopfbahnhöfe in Deutschland. Aber lange vorbei.

Wir müssen froh sein an dem fleißigen und zuverlässigen Organologen Ferdinand Carspecken, der aus im II. Weltkrieg unwiederbringlich verlorenen Akten und der eigenen Kenntnis der im Bombenhagel untergegangenen Kasselaner Orgellandschaft diese wenigstens in Papierform in unsere Gegenwart gerettet hat.
An bedeutenden Namen und Instrumenten - Ladegast - Furtwängler & Hammer - Späth - Eggert (und
andere) - mangelte es dort vor der Zerstörung nicht.

OT: Eisenbahn in Kassel - war: Unbedingt anhören

jrbecker @, Donnerstag, 23. Januar 2025, 07:55 (vor 595 Tagen) @ MCVL

Seit 20 Jahren bin ich Lehrer und ich muss sagen, dass für Klassenfahrten Kassel eine hervorragend geeignete Stadt ist. Kompaktes Zentrum, interessante und unterschiedliche Museen (z. B. Sepulkralkultur!), Wasserspiele im Park, Live-Musik, gutes Staatstheater mit einem schönen Programm auch für junge Leute, prima ÖPNV. Die Woche ist ausgefüllt, keine Langweile, viele Eindrücke. Die Rieger-Orgel lässt sich eindrucksvoll vorführen. Und mit der Bahn kommt man von überall gut hin.


Mir ging es als Teenager vergleichsweise ähnlich mit Kassel. Verwandschaft von mir wohnte in der Nähe von Rotenburg/Fulda und ich war dort in den 1980er Jahren öfters zu Besuch bzw. verbrachte einen Teil der Sommerferien dort.

Am Anfang empfand ich die Innenstadt von Kassel als grässlich-hässlich, aber irgendwie durchaus als praktisch und offen, im Gegensatz zu den "Groß"-Städten meiner Umgebung wie Kempten, Ravensburg, Memmingen, mögen sie sich noch so sehr den Flair alter Reichsstädte erhalten haben.

Mit zunehmendem Alter begannen auch andere Interessen, an Landschaft, Kultur und Kunst und auch für diese Dinge bietet Kassel und Umgebung vieles. Wie schon von "perotin" genannt, Wilhelmshöhe, den Hercules, der nahe Habichtswald, der Hohen Meißner.

Den Bahnhof Wilhelmshöhe besuchte ich bei einer letzten Stipvisite beim nunmehr in einer Kasselaner Eigentumswohnung lebenden Onkel Anton, kurz nach Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke. Es war gar nicht meine Welt. Der alte Hauptbahnhof, als dieser bis in die frühen 1990er Jahre noch als solcher vollumfänglich genutzt wurde, war alles andere als morbid, aber halt ein Bremsklotz. Vielleicht einer der schönsten und interessantesten Kopfbahnhöfe in Deutschland. Aber lange vorbei.

Wir müssen froh sein an dem fleißigen und zuverlässigen Organologen Ferdinand Carspecken, der aus im II. Weltkrieg unwiederbringlich verlorenen Akten und der eigenen Kenntnis der im Bombenhagel untergegangenen Kasselaner Orgellandschaft diese wenigstens in Papierform in unsere Gegenwart gerettet hat.
An bedeutenden Namen und Instrumenten - Ladegast - Furtwängler & Hammer - Späth - Eggert (und
andere) - mangelte es dort vor der Zerstörung nicht.


Für die "Eisenbahner" unter uns: Pläne der Kasseler Banhöfe (HBF und RBF aus den 1960ern, sonst aus den 1980ern vor dem Umbau) gibt es z. B. auf dieser Website, und eine schier endlose Fotosammlung zu allen Kasserler Bahnanlagen habe ich kürzlich auf dieser Seite gefunden, hier die Sammlung zum HBF. Für die, die eine Abwechslung nehmen: Viel Spaß!

Unbedingt anhören

MAT @, Donnerstag, 23. Januar 2025, 08:00 (vor 595 Tagen) @ MCVL

Als ich jung war, fuhr ich immer mit dem Rad nach Nottuln zu meiner Tante Liesbeth, die kochte immer so einen leckeren Griesbrei. Den aß ich zumeist auf dem Balkon, von welchem man einen schönen Blick auf die Stiftskirche St. Martinus hatte, die einen herrlichen Orgelprospekt von Mencke (1721) beherbergt. Damals ahnte ich noch nicht, dass ich auf der Orgel mal spielen sollte. Der Ort ist aufgrund seines von barocken Kuriengebäuden geprägten Ortskerns, erbaut von J. C. Schlaun, sehr sehenswert. Einen Bahnhof hat Nottuln nicht, aber mein Heimatdorf Appelhülsen hatte einen. Stündlich kommt man von da bequem nach Münster. Das Bahnhofsgebäude aus der Kaiserzeit fiel vor Jahren einem Sturm zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut. Schade. Ähm...wie komme ich da jetzt bloß drauf.. ;-)

--
Gruß
MAT

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Carlo, Donnerstag, 23. Januar 2025, 08:26 (vor 595 Tagen) @ MAT
bearbeitet von Carlo, Donnerstag, 23. Januar 2025, 08:33

Ich denke, dass du fast schon satiregleich aufzeigen möchtest, dass man sich beliebig weit von einem Thema entfernen kann. Dein diesbezüglicher Hinweis weiter oben hat ja wohl nicht gewirkt.

Wir kamen eigentlich von der Besprechung eines jungen außergewöhnlichen Talents an der Orgel, der mal ebenso in einem Konzert alle Triosonaten von Bach aufführt - ohne Noten, aus dem Gedächtnis!

Dass er außerdem auch noch sehr sympathisch und unprätentiös erscheint, bemerkt man sofort in dem oben angegebenen Interview.

Chapeau!

Fast nicht mehr: Unbedingt anhören

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Donnerstag, 23. Januar 2025, 11:02 (vor 595 Tagen) @ Carlo

Alles richtig, auch zu Liebermann. Deshalb: Betreffzeile anpassen! Geht auch nachträglich.

Fast nicht mehr: Unbedingt anhören

MAT @, Donnerstag, 23. Januar 2025, 21:24 (vor 595 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Oder besser einen neuen Faden spinnen.

--
Gruß
MAT

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