Goldene Zeiten? Zentralspieltisch?
Sehr schade. Aber ohne Zentralspieltisch geht heute ja gar nichts mehr. Nicht zu verstehen, wie man jahrzehnte-, jahrhundertelang ohne ausgekommen ist! Goldene Zeiten für die Orgel sind es, in denen wir leben!
Nach diesen Zeilen von @ado habe ich etwas Zweifel, ob für die Orgeln wirklich "Goldene Zeiten" gerade sind.
Die Orgel als Musikinstrument rückt im klassischen Musikbetrieb immer weiter aus dem Focus, der klassische Musikbetrieb indes rückt gleichzeitig immer weiter an den Rand der Gesellschaft. Dabei wird an allen Enden gespart. Allenfalls große, prestigeträchtige Projekte werden gefördert.
In den Kirchen ein ähnliches Bild: wenige große Projekte in bedeutenden Kirchen und vor Allem natürlich in den Bischofskirchen werden mit viel Geld und noch mehr Publicity gefördert, während in kleineren und mittleren Kirchen oft die Erhaltung und Unterhaltung der vorhandenen Orgeln (Wartung, Ausreinigung, etc.) schon am Geldmangel scheitert und mit keinem Cent aus den Bistümern bzw. Landeskirchen gefördert wird.
Davon, dass gute und hochwertige Orgelmusik in der Liturgie auch immer weiter aus dem Sichtfeld gedrängt wird zugunsten von eher "niederschwelligen Angeboten" und allenfalls drögem Hintergrund-Georgel, wird indes die Situation auch nicht besser. Nachwuchs wird eher abgeschreckt und so kommen wir in eine große Abwärts-Spirale hinein.
Zentralspieltische sind ja auch so eine Seuche. Während z. B. Geiger möglichst nah an ihrem Instrument sind, noch bei Pianisten die direkte Fühlungnahme zum Instrument die oberste Maxime darstellt sitzen wir Organisten neuerdings an weit vom Instrument entfernten Cockpits mit Schaltern, Schaltungen und Kopplungen.
Kommt man als Gastorganist irgendwo hin, wird man direkt an so einen rollenden Computer gesetzt, das Instrument sieht man allenfalls von Ferne.
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"Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht." (Albert Schweitzer)
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