Vincent Dubois in Nürnberg

Dorforganist, Sonntag, 22. Dezember 2024, 15:16 (vor 628 Tagen)

Wenn ich auch bekanntermaßen weder ein großer Fan der Orgelanlage in Nürnberg St.Lorenz noch unbedingt ein absolut überzeugter Anhänger der französischen Improvisationskunst bin - und erst recht nicht von Veranstaltungen mit so blumiger Beschreibung - so kann ich doch schwerlich einen Weltklasse-Organisten quasi vor der Haustür ignorieren. Bin schon gespannt...

Vincent Dubois in Nürnberg

ThoFi, Sonntag, 22. Dezember 2024, 16:30 (vor 628 Tagen) @ Dorforganist

Die "blumige Beschreibung" hört sich ganz nach KI an...

Thomas

Vincent Dubois in Nürnberg

supperoktaf @, Sonntag, 22. Dezember 2024, 19:10 (vor 628 Tagen) @ ThoFi

Die "blumige Beschreibung" hört sich ganz nach KI an...

Da ist was dran - so liest sich's.

Aaaber die Zwischenüberschriften sind noch menschengemacht. Man finde den Rechtschreibfehler.

Vincent Dubois in Nürnberg

ThoFi, Sonntag, 22. Dezember 2024, 19:21 (vor 628 Tagen) @ supperoktaf

Im folgenden Text ist es wenigstens richtig geschrieben.

Thomas

Vincent Dubois ---> Hinweise Orgelwettbewerb Saarbrücken

domorgelfan, Montag, 23. Dezember 2024, 12:11 (vor 627 Tagen) @ ThoFi
bearbeitet von domorgelfan, Montag, 23. Dezember 2024, 12:15

https://www.musikfestspielesaar.de/orgelwettbewerb/

Albert-Schweitzer-Musikwettbewerb setzt neue Maßstäbe

Anlässlich des 150. Geburtstages im Jahr 2025 des Friedensnobelpreisträgers, Wegbereiters der Freundschaft unter den Nationen, Theologen, Philosophen, aber gleichzeitig auch hervorragenden Musikers und Bachbiographen loben die Musikfestspiele Saar einen Internationalen Orgelwettbewerb um den Albert-Schweitzer-Preis aus. Dieser Wettbewerb setzt international neue Maßstäbe in der Ausgestaltung der Vorgaben, der Preisgelder sowie der einzigartigen Verbindung von Bildener Kunst und Musik.

Der Titularorganist der Kathedrale Notre-Dame in Paris, Vincent Dubois, und Bernhard Leonardy, Intendant der Musikfestspiele Saar, stellten den neuen Wettbewerb nun in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor.
Die Neuerungen gliedern sich auf in einer Repertoireauswahl, die sich im musikalischen Vermächtnis Albert Schweitzers widerspiegelt (Werke von J.S.Bach und Charles Marie Widor) aber gleichzeitig auch zu den Grundzügen jeder professionellen Ausbildung gehören. Damit wird das Ziel erreicht, möglichst viele junge Talente zu motivieren am Wettbewerb teilzunehmen.

Gleichzeitig werden alle Teilnehmer zu dem unmittelbar im Anschluss an den Orgelwettbewerb anschließenden Meisterkurs eingeladen, dieser dient nicht nur der künstlerischen Weiterentwicklung, sondern auch der Vernetzung der NachwuchsmusikerInnen aller Nationen untereinander. Die herausragenden Dozenten Philippe Lefèbvre und Vincent Dubois, beide mit der Kathedrale Notre Dame in Paris verbunden, versprechen besondere Einblicke in die Interpretation auf der Königin der Instrumente.
Durch die finanzielle Unterstützung des saarländischen Unternehmens MEISER (Weltmarktführer in der Gitterrostherstellung), welches gezielt den Leistungsgedanken der neuen Generation in den Vordergrund stellen möchte, konnte mit Preisgeldern von 30.000.-€ der höchstdotierte Orgelwettbewerb weltweit ausgeschrieben werden, ebenso werden die Reise- und Unterbringungskosten der bis zu 10 Finalisten von den Musikfestspielen Saar übernommen.
Die Jury setzt sich zusammen aus den Top 10 der wichtigsten KonzertorganistInnen der Gegenwart, hierbei wurde Wert darauf gelegt, aus allen verschiedenen Orgelschulen im internationalen Kontext eine gleichwertige Auswahl zusammenzustellen.
Ebenso Wert gelegt wird auf die Entwicklung der künstlerischen Persönlichkeit durch die Erklärung der dramaturgischen Idee der Werkauswahl in der Finalrunde seitens der jeweiligen Kandidaten.

Verbindung von Bildender Kunst und Musik

Ausgehend von einem Zitat Albert Schweitzers zum Grundzug der Entwicklung der verschiedenen Künste, nach dem sich die Grenzen der Künste immer mehr verwischen, sich aufeinander zu bewegen und verschmelzen (z.B. Gesamtkunstwerk bei Richard Wagner, Suggestion von Musik mit poetischen Mitteln beim Symbolismus, bei der Art nouveau mit malerischen Mitteln, Wiedergabe literarischer Elemente in der Musik bei Franz Liszt oder Richard Strauss) wurde ein neues Konzept entwickelt Bildende Kunst und Musik zusammenzuführen.
Durch die Freundschaft des Intendanten der Musikfestspiele Saar Prof. Bernhard Leonardy mit dem international renommierten Künstler Albert Oehlen, wird zum Wettbewerb eines seiner berühmten Baumbilder Einzug in die Basilika St. Johann Saarbrücken halten.
Das Gemälde einer Größe von 3,50m × 2,50m wird als Ausdeutung der Bildenden Kunst für die Teilnehmer der Finalrunde als Vorlage einer Eigenkomposition oder Improvisation dienen.
Albert Oehlen hinterlegt seine titellosen Variationen von Baumgeistern mit Farbverläufen aus Telekom-Magenta, das er selbst als „hysterische Farbe“ bezeichnet. Er nennt die schwarzen Gliederobjekte durchaus nachvollziehbar „psychopathische menschliche Bäume“.
"Diese Gewächse sind also hier wie dort Menschen, Visualisierungen von Lüsten, Ängsten, Verirrung und Verwirrung. Es ist eine Landschaftsmalerei geistiger Befindlichkeiten in psychischen Jahreszeiten, verklärt mit einem guten Schuss Ironie.", so eine Ausdeutung der Kunstkritik.

Bild von Albert Oehlen zum Download:
https://musikfestspielesaar.de/site/assets/files/2219/oehlen_otbaum68-1.jpg

Ein Orgelwettbewerb in Gedenken an Albert Schweitzer nach der Wiedereröffnung von Notre Dame in Paris

Die Kathedrale Notre Dame de Paris als Symbol für die gemeinsame Kultur Europas, Begriffe wie Solidarität und Menschlichkeit sind dort unübersehbare Überschriften. Das unüberhörbare Erwachen der Orgel anlässlich der Wiedereröffnung der Kathedrale mit der Orgel als Kompendium der Künste Europas (Musik, Architektur, Technik, Ästhetik, Theologie usw.) ließ das Instrument in einem hell erstrahlendes Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit erklingen. Dieser Orgelklang, der über alle Staatenlenker und Mächtigen dieser Erde wie ein Sturm darüber kam, war eine Friedensbotschaft der wichtigsten Art, sicherlich auch zur Freude Albert Schweitzers, dessen Vermächtnis des Friedensgedankens wir mit diesem Wettbewerb weitertragen möchten.

Weitere Informationen, sowie die Möglichkeit zur Anmeldung unter:
https://musikfestspielesaar.de/orgelwettbewerb/

[image]

Vincent Dubois ---> Hinweise Orgelwettbewerb Saarbrücken

Karsten @, Montag, 23. Dezember 2024, 12:27 (vor 627 Tagen) @ domorgelfan
bearbeitet von Karsten, Montag, 23. Dezember 2024, 12:40

https://www.musikfestspielesaar.de/orgelwettbewerb/

[...]
Durch die finanzielle Unterstützung des saarländischen Unternehmens MEISER (Weltmarktführer in der Gitterrostherstellung), welches gezielt den Leistungsgedanken der neuen Generation in den Vordergrund stellen möchte, konnte mit Preisgeldern von 30.000.-€ der höchstdotierte Orgelwettbewerb weltweit ausgeschrieben werden, ebenso werden die Reise- und Unterbringungskosten der bis zu 10 Finalisten von den Musikfestspielen Saar übernommen.
[...]

Hallo!

Man kann dem Wettbewerb nur Erfolg wünschen. Es wäre den Veranstaltern aber zu wünschen, entweder ordentlich zu recherchieren bzw. zu formulieren oder einfach mal etwas tiefer zu stapeln. Der "weltweit höchstdotierte Orgelwettbewerb" ist das mit 30.000 Euro Preisgeldern keineswegs, man muss allerdings über den großen Teich schauen:

https://longwoodgardens.org/international-organ-competition/2023-competition/prizes
1. Preis alleine schon 40.000 US-$ (etwa 38.000 Euro)
Für den Wettbewerb 2026 ist ein Erster Preis i.H.v. 50.000 US-$ angekündigt ("$50,000 Pierre S. du Pont First Prize, the largest cash prize of any organ competition in the world")

oder

https://ciocm.org/en/2024-competition/2024-prizes/
1. bis 3. Preis zusammen 50.000 Can-$$ (etwa 33000 Euro, dazu kommen noch Sonderpreise)

oder
https://organfestival.com/competitions/prizes/
Diverse Preisgelder i.H.v. zusammen über 30.000 Britischen Pfund (über 35.000 Euro)

Gruß
Karsten

Vincent Dubois ---> Hinweise Orgelwettbewerb Saarbrücken

domorgelfan, Montag, 23. Dezember 2024, 13:26 (vor 627 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von domorgelfan, Montag, 23. Dezember 2024, 13:42

Für den Wettbewerb 2026 ist ein Erster Preis i.H.v. 50.000 US-$ angekündigt ("$50,000 Pierre S. du Pont First Prize, the largest cash prize of any organ competition in the world")

oder

https://ciocm.org/en/2024-competition/2024-prizes/
1. bis 3. Preis zusammen 50.000 Can-$$ (etwa 33000 Euro, dazu kommen noch Sonderpreise)

oder
https://organfestival.com/competitions/prizes/
Diverse Preisgelder i.H.v. zusammen über 30.000 Britischen Pfund (über 35.000 Euro)

Bedenke: Anfahrt egal von wo, Unterkunft und Gebühr auch während Meisterkurs für neun Menschen.

Vincent Dubois ---> Hinweise Orgelwettbewerb Saarbrücken

Karsten @, Montag, 23. Dezember 2024, 13:54 (vor 627 Tagen) @ domorgelfan

Für den Wettbewerb 2026 ist ein Erster Preis i.H.v. 50.000 US-$ angekündigt ("$50,000 Pierre S. du Pont First Prize, the largest cash prize of any organ competition in the world")

oder

https://ciocm.org/en/2024-competition/2024-prizes/
1. bis 3. Preis zusammen 50.000 Can-$$ (etwa 33000 Euro, dazu kommen noch Sonderpreise)

oder
https://organfestival.com/competitions/prizes/
Diverse Preisgelder i.H.v. zusammen über 30.000 Britischen Pfund (über 35.000 Euro)


Bedenke: Anfahrt egal von wo, Unterkunft und Gebühr auch während Meisterkurs für neun Menschen.

Das sind Auslagen die aber nicht unter "Preisgeld" fallen...

Gruß
Karsten

Vincent Dubois ---> Hinweise Orgelwettbewerb Saarbrücken//Klangbild

domorgelfan, Mittwoch, 25. Dezember 2024, 23:23 (vor 625 Tagen) @ Karsten
bearbeitet von domorgelfan, Donnerstag, 26. Dezember 2024, 19:48

Hier noch die schöne Weihnachtssortie von heute morgen
https://www.facebook.com/share/v/15pi3Uss6F/
Abends waren es schon 13.5 k views

andere, leise, Stücke dort auch zu finden
unten hört man natürlich Marien- und Ludwigsorgel wesentlich besser und der Klang ist differenzierter

[image]

https://www.facebook.com/share/v/1XvqNB7ACR/

https://www.facebook.com/share/v/1Eqqeoiurn/

https://www.facebook.com/share/v/14ghCuAQi1/

https://www.facebook.com/share/v/18J7t4Cn4J/

Vincent Dubois in Nürnberg

Dorforganist, Montag, 30. Dezember 2024, 11:35 (vor 620 Tagen) @ Dorforganist

"Er ist halt ein Franzose, der gut Franzosen spielen kann" war der lapidare Kommentar meiner Gattin, die immer behauptet, keine Ahnung zu haben, aber dann doch ziemlich treffende Beurteilungen abgibt. Und das traf auch auf diesen jungen Mann zu, der das ganze Programm auswendig und mit einer immensen Ruhe spielte, die nur bei seiner Improvisation einer etwas sichtbareren Bewegung wich. Die Videoübertragung konzentrierte sich sinnvollerweise auch vollständig auf die Manuale mit ihren trotz Eiseskälte enorm flinken Fingern, denn sonst gab es einfach nix Spektakuläres zu sehen - eine reine Wohltat!

Entgegen der Befürchtungen, die ich beim Lesen des erwähnten "KI-Texts" empfand, gab es kein Bach-/Vivaldi-Verschnittkonzert, sondern ein logisch aufgebautes Programm, das zwar Tribut an das Publikum zollte, aber nicht in zirkusmäßige Anbiederung verfiel: der erste Teil deutsch mit der Epidemischen - relativ legato, mit wenigen Fermaten, etwas zu zügig für meinen Geschmack, insgesamt so, wie ich Bach von Franzosen im Ohr habe (ich weiß, das ist ein Vorurteil) - und mit Reubkes 94. Psalm.

Spätestens da konnte ich mich beruhigt in meinem inzwischen von unten bereits angeeisten Stuhl über kaltem Sandstein (Heizung gab es in dieser Ecke der rapppelvollen Kirche nicht) beruhigt zurücklehnen, denn was er an Klangfarben hier aufbot und damit große Spannungsbögen aufbaute, klang schon nach Weltklasse, so daß die Pause mit "Orgelwein" (Glühwein wäre angebrachter gewesen und wurde auch allenthalben vermißt) eigentlich viel zu schnell kam.

Der zweite Teil brachte dann den ersten Satz aus Widors 5., den Danse macabre von Saint-Saens mit wilden Klängen aus allen drei Orgeln und op.20 von Dupre mit farbigen Variationen, die eigentlich gar nicht hätten enden dürfen (und das aus der Feder eines (Dorf-)Organisten, der mit französischer Orgelmusik doch ziemlich fremdelt!).

Aber natürlich mußte die Veranstaltung irgendwann auch ein Ende finden, so daß noch Raum für die abschließende Improvisation über die gegebenen Themen "Maria durch ein Dornwald ging" und das Finale der 41. Sinfonie von Mozart (eine etwas eigenartige Kombination) blieb. Auch hier: eher große Bögen, kein "Pariser Gehacktes", virtuose Beherrschung der ganzen Orgelanlage, eindrucksvolle Bilder auf der Leinwand (die mich aber ständig irritierte, weil mein Platz hinter ihr war und deshalb die Manuale spiegelverkehrt zu sehen waren), die hier einen zwar etwas stärker bewegten jungen Mann zeigten, der aber weiterhin angenehm ruhig wirkte und nur durch sein Spiel überzeugte, auch wenn die beiden Themen nicht so recht zueinander finden wollten.

Dem enthusiastischen Beifall dankte er noch mit einer Transkription des Säbeltanzes von Khatchaturjan, bevor sich das Publikum dann auf den mit beginnendem Glatteis überzogenen Heimweg machte, auf dem es gefühlt wärmer war als in der Kirche.

Es war ein relativ langes Konzert, das aber dennoch viel zu kurz war - ein wirkliches Highlight in dieser an Höhepunkten nicht armen Orgelsaison in Nürnberg!

Vincent Dubois in Nürnberg

supperoktaf @, Montag, 30. Dezember 2024, 12:05 (vor 620 Tagen) @ Dorforganist

Danke für den schönen Bericht! Da wäre ich (vielleicht in Winter-Funktionsklamotten) gerne dabeigewesen.

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