Film zu Bach und seinem Weihnachtsoratorium

Karsten @, Montag, 16. Dezember 2024, 16:40 (vor 632 Tagen) @ Sweelinck
bearbeitet von Karsten, Montag, 16. Dezember 2024, 17:39

Schöne Orgelkulisse für das Finale. Aber was hat da das Cembalo zu suchen? Gab es da eine Cembalostimme von Bach? Soviel ich weiß, gab es eine transponierte Stimme für die Orgel mit Ziffern. Und bei der Personalknappheit bei Bach würde mich eine doppelte Tastenbesetzung wundern.

Hallo!

Ich zitiere aus "Das Neue Bach-Lexikon" (Laaber, 2016), Artikel "Generalbass" (von Siegbert Rampe), S. 293f.:

"Das zweite wichtige Continuoinstrument in Bachs Kirchenmusik war [neben der Orgel] das Cembalo. Die über Jahrzehnte hinweg erbittert geführte Diskussion, ob in Bachs Kantaten, Oratorien und Passionen auch dieses Instrument erklingen soll, lässt sich mit dem schlichten Verweis darauf entscheiden, dass sich sowohl auf der Musikerempore der Weimarer Schlosskirche als auch auf den Emporen der Thomas- und Nikolaikirche in Leipzig Cembali befanden, die allwöchentlich gegen Honorar gestimmt und gewartet wurden, also genutzt worden sein müssen. Dass sie nur zu Proben dienten, ist unwahrscheinlich, weil man in diesem Fall keinen Kirchenraum benötigt hätte. Während für die Hauptorgel, die im Chorton stand, in Leipzig transponierte Continuostimmen angefertigt wurden, spielte das Cembalo nach einer Partie im Kammerton, die beziffert sein kann oder nicht. Denn von Bach blieben nur relativ wenige bezifferte Stimmen im Kammerton erhalten. Daraus ist zu schließen, dass gewöhnlich der Komponist selbst nach der Partitur oder einer seiner erfahrenen Schüler nach einer unbezifferten Stimme Cembalo spielten, so dass Cembalostimmen nur dann beziffert wurden, wenn ein Spieler die Zahlen unbedingt benötigte."

Gruß
Karsten


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