(OT?): Buhmann GEMA

MartinH, Mittwoch, 04. Dezember 2024, 06:38 (vor 650 Tagen)
bearbeitet von MartinH, Mittwoch, 04. Dezember 2024, 06:55

Irgendwie kommt es mir so vor, als dass die GEMA z.Zt. wieder als Buhmann der Nation herhalten muss. Teilweise soll die Klimperei (die hpts. die nicht mehr vorhandene "heile Welt" suggerieren und beschwören soll) auf den "Weihnachts"märkten abgestellt werden. Nun denn, ist vielleicht sogar besser so, da uns sowieso viel zu viel Musik und Geräusche, die sich so nennen umgibt. Die Kritik teilen könnte ich nur, wenn der Verwaltungsaufwand unmäßig hoch wäre, was ich gerade nicht weiß. Viel höher wäre dieser aber sicher, müssten alle Komponisten einzeln angefragt und "ausgehandelt" werden. Mag sein, dass gerade Langweiler mit eingängigen Stücken überproportional verdienen, aber das ist dann wohl der Markt der heutigen Zeit. So mancher will wohl auch verdummt werden und sieht Musik nicht als eine Leistung und Kunst, sondern als Nebengeräusch. Und textlich will man eher in seinen "Inselsichten" bestätigt werden als nachzudenken. Nun denn. Auch hier hätten die Kirchen eine schöne bzw. sinnvolle Aufgabe, sich "abzusetzen', aber mit dem Geisterfahrerkurs der heutigen Kirchenleitungen wird das auf absehbare Zeit eher nichts werden.

PS Apropos Durchsetzung für Interessen, für die man zuständig ist: Da könnten die Kirchenmusikverbände einiges lernen...

(OT?): Buhmann GEMA

domorgelfan, Mittwoch, 04. Dezember 2024, 14:47 (vor 650 Tagen) @ MartinH

Die Harmonien der GEMA freien Musik auf dem Weihnachtsmarkt Saarbrücken sind wirklich grausam

(OT?): Buhmann GEMA

Klingbach @, Mittwoch, 04. Dezember 2024, 15:48 (vor 650 Tagen) @ MartinH

In 5 Bistümern müssen nun Organisten rückwirkend ab Oktober `24 eine Liste mit allen im Gotttesdienst gespielten Stücken ausfüllen:-(
Stück, Komponist, Verlag, Wohnort des Komponisten, Schuhgröße,...
"Oh, du fröhliche"

(OT?): Buhmann GEMA

MartinH, Mittwoch, 04. Dezember 2024, 16:38 (vor 650 Tagen) @ Klingbach

Musste ich vor Jahrzehnten in Emmaus/Ölberg Berlin-Kreuzberg auch. Jedes Choralvorspiel im Gottesdienst mit Verlag etc., evzl. sogar Spieldauer. Und da kam bei mir schon einiges zusammen, alleine schon das meiste aus "In Ewigkeit Dich loben". Meiner Erinnerung nach war das aber eine der ausgewählten Kirchengemeinden, anhand derer man dann hochgerechnet/geschätzt hat.

(OT?): Buhmann GEMA

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 04. Dezember 2024, 16:50 (vor 650 Tagen) @ MartinH

Musste ich vor Jahrzehnten in Emmaus/Ölberg Berlin-Kreuzberg auch. Jedes Choralvorspiel im Gottesdienst mit Verlag etc., evzl. sogar Spieldauer. Und da kam bei mir schon einiges zusammen, alleine schon das meiste aus "In Ewigkeit Dich loben". Meiner Erinnerung nach war das aber eine der ausgewählten Kirchengemeinden, anhand derer man dann hochgerechnet/geschätzt hat.

Genau, 10 Prozent der Gemeinden werden für die Erhebung der Daten eingeteilt, so mein Kenntnisstand. Und die rückwirkende Sache bei den kath. Bistümern hat vermutlich mit dem Ausfall deren Pauschalvertrags zu tun. Denn wenn alles läuft, ist der GEMA-Aufwand überschaubar, eben durch die Pauschalregelung. Dieser kann man wiederum vorhalten, dass die Erfassungstiefe nicht exakt ist. Dinge, die nur selten gespielt werden, kommen eventuell nicht vor, weil keine Erhebungsgemeinde sie aufgeführt hat. Wenn die Komponisten davon Kenntnis haben, können sie immer noch eine eigene Aufführungsmeldung versuchen, ich weiß aber nicht sicher, ob das dann funktioniert.

Urheberrechtsstreitigkeiten sind uralt, sie führten ja zur Gründung der entsprechenden Gesellschaften. Und diese sind halt Apparate mit menschlichem Faktor. Dieser liegt ja auch auf seiten der Musiknutzer, die wollen es auch möglichst bequem. Ich denke, das deutsche Pauschalensystem für Kirchenmusik ist ein guter Kompromiss, der den Aufwand erträglich verteilt. Dennoch gibt es auf Autoren- und Nutzerseite natürlich trotzdem Einiges zu kritisieren. Dabei ist es nicht schwer, sich in die Zeit zurückzuversetzen, als es keine Tonträger gab und Noten abgeschrieben und/oder als Drucke gekauft werden mussten. Da war alles noch etwas klarer.

(OT?): Buhmann GEMA

3rd_astronaut, Mittwoch, 04. Dezember 2024, 17:15 (vor 650 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Musste ich vor Jahrzehnten in Emmaus/Ölberg Berlin-Kreuzberg auch. Jedes Choralvorspiel im Gottesdienst mit Verlag etc., evzl. sogar Spieldauer. Und da kam bei mir schon einiges zusammen, alleine schon das meiste aus "In Ewigkeit Dich loben". Meiner Erinnerung nach war das aber eine der ausgewählten Kirchengemeinden, anhand derer man dann hochgerechnet/geschätzt hat.


Genau, 10 Prozent der Gemeinden werden für die Erhebung der Daten eingeteilt, so mein Kenntnisstand. Und die rückwirkende Sache bei den kath. Bistümern hat vermutlich mit dem Ausfall deren Pauschalvertrags zu tun. Denn wenn alles läuft, ist der GEMA-Aufwand überschaubar, eben durch die Pauschalregelung. Dieser kann man wiederum vorhalten, dass die Erfassungstiefe nicht exakt ist. Dinge, die nur selten gespielt werden, kommen eventuell nicht vor, weil keine Erhebungsgemeinde sie aufgeführt hat. Wenn die Komponisten davon Kenntnis haben, können sie immer noch eine eigene Aufführungsmeldung versuchen, ich weiß aber nicht sicher, ob das dann funktioniert.

So kenne ich es von evangelischer Seite her auch, und ich war über die Jahre paarmal dran, was sich gefühlt deckt mit 10%-stichprobe. Katholischerseits war ich noch *nie* dran, was mich vermuten lässt, dass man das einfach hat schleifen lassen. nun ist es evtl aufgeflogen und man versucht rückwirkend die datenlage glattzuziehen (was zumindest mir komplett unmöglich wäre bzw halt eine vollkommene fantasieliste).

(OT?): Buhmann GEMA

domorgelfan, Mittwoch, 04. Dezember 2024, 23:48 (vor 649 Tagen) @ 3rd_astronaut

Was ist mit den Profi-Improvisateuren?
Denke an den in meiner Pfarrei....
Der muss dann nicht viel schreiben.
Wer schreibt der bleibt?

(OT?): Buhmann GEMA

Residual, Mittwoch, 11. Dezember 2024, 02:20 (vor 643 Tagen) @ domorgelfan

Exakt, den GEMA-Verwaltungswahnsinn auszutricksen war für mich Motivation genug, die Zeit besser zu nutzen, um Improvisationen für Gottesdienste zu üben. Beim literarischen Rest halfen Erinnerungslücken.
Wenn man nachrechnet, dass die GEMA nach Abzug ihrer Verwaltungskosten überwiegend an U-Musiker auszahlt, ist nicht einzusehen, warum klassische Musiker sich als deren Hilfsarbeiter betätigen sollen.
Für die schlecht verhandelten Verträge der unwissenden Landeskirchen mit der GEMA sind wir Organisten nicht verantwortlich.

(OT?): Buhmann GEMA

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 11. Dezember 2024, 10:54 (vor 643 Tagen) @ Residual

Exakt, den GEMA-Verwaltungswahnsinn auszutricksen war für mich Motivation genug, die Zeit besser zu nutzen, um Improvisationen für Gottesdienste zu üben. Beim literarischen Rest halfen Erinnerungslücken.
Wenn man nachrechnet, dass die GEMA nach Abzug ihrer Verwaltungskosten überwiegend an U-Musiker auszahlt, ist nicht einzusehen, warum klassische Musiker sich als deren Hilfsarbeiter betätigen sollen.
Für die schlecht verhandelten Verträge der unwissenden Landeskirchen mit der GEMA sind wir Organisten nicht verantwortlich.

Auch Improvisationen können abgerechnet werden. Ist ja auch eine urheberrechtliche Schöpfung. Für Mitglieder eine Option, und eine sehr gute Wahl bei Rundfunkübertragungen...

(OT?): Buhmann GEMA

Willscher, Mittwoch, 11. Dezember 2024, 18:21 (vor 643 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Ja. Bringen aber nur einen Bruchteil der "normalen" Kompositionen.

powered by my little forum