Hedwigskathedrale Berlin

HARP64, Mittwoch, 20. November 2024, 23:02 (vor 660 Tagen)

Nun ist es wohl geschehen.
Alles weiß.
Auch die Orgel.
Hm…

Hedwigskathedrale Berlin

Evacuant, Mittwoch, 20. November 2024, 23:21 (vor 660 Tagen) @ HARP64

Nun ist es wohl geschehen.
Alles weiß.
Auch die Orgel.
Hm…

Der Link funktioniert nicht, so müsste es gehen:

https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2024/11/eroeffnung-st-hedwigs-kathedrale-berlin-umb...

Hedwigskathedrale Berlin

3rd_astronaut, Donnerstag, 21. November 2024, 00:11 (vor 660 Tagen) @ Evacuant

Was mich nach wie vor am meisten ärgert, ist das einsammeln von 1/6 der bausumme bei den deutschen Bistümern. Warum sollen alle den Berliner Quatsch bezahlen? Berlin ist unsere politische Hauptstadt, nicht die der RK.

Hedwigskathedrale Berlin

MartinH, Donnerstag, 21. November 2024, 05:37 (vor 660 Tagen) @ 3rd_astronaut
bearbeitet von MartinH, Donnerstag, 21. November 2024, 05:48

Hätten sich sicher (oder vielleicht) auch weigern können. Wäre ein schönes Zeichen gewesen. Dann noch "der Steuerzahler" und das Ding wäre geplatzt. Apropos "Hauptkirche", da gibt es doch irgendwo ein katholisches Büro o.ä., das reicht schon für den Nabel der deutsch-katholischen Kirchenwelt. Ausgerechnet im atheistischen Berlin. Da gäbe es viel zu tun, bevor man mit diesem Umbau eine einstmals sichtbar katholische Kirche auch optisch marginalisiert. Mit dem haben sie bestimmt auch noch die letzten treuen Ossis vergrault. Ich denke z.B. an die Initiative oder so manche Wortmeldung/Leserbrief nicht nur Altver- und -gedienter. Wie gesagt, unter Sterzinsky hätte ich mir eine solche Verrücktheit nicht vorstellen können. Erinnere mich noch ganz gut an einen Heiligen Abend mit ihm und dem angeblichen "Loch". Und, kaum zu glauben, alle der zahlreichen Hochwürden konnten sich offensichtlich unfallfrei umkleiden in der ja viel zu kleinen Sakristei bzw. gar oberirdisch zur Kirche marschieren. Ganz ohne unterirdische Sperenzchen.

PS Ob das jetzt für Verstimmungen zwischen Deutschland und Österreich sorgt und die Botschafter einbestellt werden? :) Oder endlich der in Kirchenbezügen offensichtlich zahnlose Denkmalschutz "aufgerüstet" wird?

Hedwigskathedrale Berlin

Wolfgang Gourgé @, Donnerstag, 21. November 2024, 16:21 (vor 659 Tagen) @ MartinH

Hätten sich sicher (oder vielleicht) auch weigern können. Wäre ein schönes Zeichen gewesen. Dann noch "der Steuerzahler" und das Ding wäre geplatzt. Apropos "Hauptkirche", da gibt es doch irgendwo ein katholisches Büro o.ä., das reicht schon für den Nabel der deutsch-katholischen Kirchenwelt. Ausgerechnet im atheistischen Berlin. Da gäbe es viel zu tun, bevor man mit diesem Umbau eine einstmals sichtbar katholische Kirche auch optisch marginalisiert. Mit dem haben sie bestimmt auch noch die letzten treuen Ossis vergrault. Ich denke z.B. an die Initiative oder so manche Wortmeldung/Leserbrief nicht nur Altver- und -gedienter. Wie gesagt, unter Sterzinsky hätte ich mir eine solche Verrücktheit nicht vorstellen können. Erinnere mich noch ganz gut an einen Heiligen Abend mit ihm und dem angeblichen "Loch". Und, kaum zu glauben, alle der zahlreichen Hochwürden konnten sich offensichtlich unfallfrei umkleiden in der ja viel zu kleinen Sakristei bzw. gar oberirdisch zur Kirche marschieren. Ganz ohne unterirdische Sperenzchen.

PS Ob das jetzt für Verstimmungen zwischen Deutschland und Österreich sorgt und die Botschafter einbestellt werden? :) Oder endlich der in Kirchenbezügen offensichtlich zahnlose Denkmalschutz "aufgerüstet" wird?

....der wird wohl weiter ziemlich zahnlos bleiben, weil die Religionsfreiheit höher steht als der Denkmalschutz und die Denkmalschutzbehörden deshalb nicht in die Kirchen "hineinregieren" dürfen.

Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Donnerstag, 21. November 2024, 19:36 (vor 659 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

PS Ob endlich der in Kirchenbezügen offensichtlich zahnlose Denkmalschutz "aufgerüstet" wird?


....der wird wohl weiter ziemlich zahnlos bleiben, weil die Religionsfreiheit höher steht als der Denkmalschutz und die Denkmalschutzbehörden deshalb nicht in die Kirchen "hineinregieren" dürfen.

Gelegentlich bekommt er aber Zahnersatz, weil er über Fördermittel mit entscheidz. So hier geschehen, dass sanft gedroht wurde, wenn wir in einem bestimmten Punkt unsere kultische Hoheit ausspielen wollten: "Sie wollen doch sicher weiter Fördermittel bekommen, oder?"

Die Hedwigskathedrale ist vermutlich ohne solche ausgekommen.

Hedwigskathedrale Berlin

MartinH, Donnerstag, 21. November 2024, 05:19 (vor 660 Tagen) @ HARP64

Ich kann mich nur wiederholen: grässlich und einfallslos hoch drei. Bei einem Neubau schon schlimm genug, aber hier, bezogen auf die Geschichte, einfach völlig inakzeptabel.

Hedwigskathedrale Berlin

orgelquaeler, Freitag, 22. November 2024, 13:19 (vor 658 Tagen) @ MartinH

Ich kann mich nur wiederholen: grässlich und einfallslos hoch drei. Bei einem Neubau schon schlimm genug, aber hier, bezogen auf die Geschichte, einfach völlig inakzeptabel.

Ob brutalisitsches Grau nach 1965 oder minimalistisches Weiß, beides ist ein schönes Spiegelbild des Zustandes sowohl der katholischen Kirche, als auch der ArchitektInnen. Beide hängen einer Ideologie an ;-)

Hedwigskathedrale Berlin

MartinH, Freitag, 22. November 2024, 17:59 (vor 658 Tagen) @ orgelquaeler
bearbeitet von MartinH, Freitag, 22. November 2024, 19:28

gelöscht, ist die "Aufregung" nicht wert.

Hedwigskathedrale Berlin

hintersatz ⌂ @, Freitag, 22. November 2024, 19:53 (vor 658 Tagen) @ MartinH
bearbeitet von hintersatz, Freitag, 22. November 2024, 20:02

Ach Kinders, jede Zeit baut ihre Sachen. Und unsere Zeit baut auch ihre Sachen. An den Spielzeugtisch würde ich mich gerne mal setzen und mal akustisch in Erfahrung bringen, wie das Raumkonzept dort funktioniert. Ich könnte mir jetzt schon vorstellen, dass Mister Klais and only sich in der Hauptstadt schon ein bisschen ins Zeug gelegt hat und nicht nur die Orgel weiß angemalt hat. Und wer's vorher schon weiß, der ist vielleicht hochbegabt? Mit wie vielen Seelen hat man dort um Sonntagsgottesdienst zu rechnen, 50-70?

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

Hedwigskathedrale Berlin

MartinH, Samstag, 23. November 2024, 05:56 (vor 658 Tagen) @ hintersatz

Ach Kinders, jede Zeit baut ihre Sachen.

Dann bitte dort, wo nicht einmalige und überzeugende, geschützte Raumkonzeptionen vorlagen, die nur endlich renoviert gehört hätten (und zB Bankaufstellung in Kreisbögen wie ursprünglich). Es gab und gibt keineswegs liturgische Gründe (was Jahrzehnte so funktioniert hat, gerade liturgische Gründe waren ja maßgebend für die Gestaltung). Wenn es einem Kardinal oder Domherren nicht passt, kann er ja gehen. Was ersterer ja gemacht hat, wie man mit interessanten Dingen öfter in der Presse bewundern kann. Ich glaube auch, dass gar nicht so viele unbedingt pro Umbau waren, es gelang eben nur, die Gremien auf deren Seite zu ziehen, was ja oft relativ leicht ist, wenn (angeblich) wichtige Herrschaften agieren. Dann noch raffiniert Eigentumsverhältnisse ändern... Man bedenke übrigens auch die Bettelei des Bistums anderswo (reiche Kölner Onkels) nicht lange vorher samt rigorosen Sparmaßnahmen und Gemeindezusammenlegungen. Ansonsten wären die vollkommen Pleite gewesen. Und jetzt durften die Hälfte schon wieder Unbeteiligte für eine Denkmalzerstörung zahlen. Das gehört sich einfach nicht. Man schaue auch mal nach der heutigen katholischen Kirchenmusik in der Bundeshauptstadt. Wenige Namen tauchen da auf mit Dingen, die über eine normale Gemeindeversorgung hinausgehen. Alles kaputtgespart.
Aber auch von den Kirchenusikern wird kaum jemand öffentlich was dagegen haben. Die wollen doch alle weiter im Rondell eingeladen werden. Same procedure as...

Hedwigskathedrale Berlin

MartinH, Samstag, 23. November 2024, 07:41 (vor 658 Tagen) @ MartinH

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/berliner-kathedrale-praese...

"...in dem Entwurf (...) wurde sogar die Orgel unsichtbar."

Mann o Mann, da haben die ja Spezialisten gewonnen...
Drollig auch, wie man nun Sachen wie "gleiches Standniveau" Klerus/Volk betonen muss (da wird man schnell nicht mal mehr die entzückenden Rücken sehen), weil es halt bei diesem einfallslos-hässlichen Entwurf nicht viel zu berichten gibt...

Hedwigskathedrale Berlin

Orlos @, Samstag, 23. November 2024, 17:21 (vor 657 Tagen) @ MartinH

Auch schön fand ich die Frage im FAZ-Artikel, ob in (spätestens!) 50 Jahren die Denkmalpfleger den jetzigen Zustand gegen die dann bestimmt existierenden Umbauwünsche verteidigen werden.

Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Samstag, 23. November 2024, 18:39 (vor 657 Tagen) @ Orlos

Auch schön fand ich die Frage im FAZ-Artikel, ob in (spätestens!) 50 Jahren die Denkmalpfleger den jetzigen Zustand gegen die dann bestimmt existierenden Umbauwünsche verteidigen werden.

Gute Frage. Beim nun veränderten Entwurf wurde ja immer ein Hans Schwippert erwähnt, nun ist es ja ein Büro mit zwei Namen und ein "Küntsler". Durch das Büro bekommt es eine kuknsthandwerklich-industrielle Anmutung, während es zuvor gefühlt von einem einzigen Meister verantwortet wurde (als wäre es von Leonardo oder Michelangelo).
Das dürfte das Standing in einer möglichen Verteidigung in 50 Jahren erschweren, vermute ich mal.

Hedwigskathedrale Berlin

MAT @, Donnerstag, 21. November 2024, 07:37 (vor 660 Tagen) @ HARP64

Dazu gibt es doch bereits diverse Fäden in diesem Forum. Ist nicht längst alles gesagt?

--
Gruß
MAT

Hedwigskathedrale Berlin

HARP64, Donnerstag, 21. November 2024, 10:22 (vor 660 Tagen) @ MAT

Ja, weiß denn jemand, ob an der Orgel (innerlich, technisch…) was verändert wurde? Auf Klais‘ Seite finde ich nix…

Hedwigskathedrale Berlin

coranglais87, Donnerstag, 21. November 2024, 10:52 (vor 660 Tagen) @ HARP64

Die Orgel wird in ihrer Gestalt unverändert restauriert und neu intoniert. Elektrischer Spieltisch mit allen "Quirks and Features" folgt 2025. Die Disposition bleibt substanzerhaltend identisch. Es fehlt ein leiser 8' im Schwellwerk, den gewinnt man durch eine Oktavextension des Rohrborduns 16'. Dann gibt es noch ein bisher geplantes auxiliares Chorwerk, über die Realisation weis ich nichts.
Disposition: 16,8,8(ext.16),8,8b,4,4,8. Der labiale 16'-Bereich des Pedales wird durch Transmissionen verstärkt.
Elektronik und Ansteuerung nach modernen Gesichtspunkten neu, Orgel komplett MIDI-fähig, um sie auch fremd anspielen zu können.

Hedwigskathedrale Berlin

HARP64, Donnerstag, 21. November 2024, 13:13 (vor 659 Tagen) @ coranglais87

Disposition: 16,8,8(ext.16),8,8b,4,4,8. Der labiale 16'-Bereich des Pedales wird durch Transmissionen verstärkt.
Elektronik und Ansteuerung nach modernen Gesichtspunkten neu, Orgel komplett MIDI-fähig, um sie auch fremd anspielen zu können.

Yeah! …dann hacke ich mich während der Messe in die Orgel ein und spiele ich dem Bischof „Ein feste Burg“ im Tutti vor…

Hedwigskathedrale Berlin

jori @, Donnerstag, 21. November 2024, 13:34 (vor 659 Tagen) @ HARP64

Disposition: 16,8,8(ext.16),8,8b,4,4,8. Der labiale 16'-Bereich des Pedales wird durch Transmissionen verstärkt.
Elektronik und Ansteuerung nach modernen Gesichtspunkten neu, Orgel komplett MIDI-fähig, um sie auch fremd anspielen zu können.


Yeah! …dann hacke ich mich während der Messe in die Orgel ein und spiele ich dem Bischof „Ein feste Burg“ im Tutti vor…

Finde ich gut!
Das stärkt die Ökumene.

Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 24. November 2024, 18:08 (vor 656 Tagen) @ jori

Ich gehe gerade durch den Stream
https://www.youtube.com/live/VSY05IYnNvc
Der Raum hat akustisch noch mehr Kathedrale als optisch - Hall ist definitiv weiterhin da (hoffentlich nicht künstlich). Allerdings dürfte die Kirche auch im Erstentwurf ja nicht als Katehdrale im üblichen baulichen verständnis angelegt gewesen sein. Ist jetzt quasi wie Frankfurt Paulskirche, allerdings schon noch etwas heiliger.
Die reinweißen Wände ohne weitere Deko oder Gemälde eignen sich für Temporäres oder Lichtinstallationen (vor allem im Dunkeln bzw. Winterhalbjahr, versteht sich). Auch wenn der Raum in echt und ohne TV-Technik vermutlich dunkler sein wird, es ist nach meiner nicht mehr ganz ernstzunehmenden Erfahrung nicht grade die Top-Atmosphäre für Gebet und Kerzen anzünden.
Insofern ist es eine recht evangelische Kirche - sie spricht als Bauwerk wenig selbst, bildet aber den Raum für Gesprochenes (und Musik).

Ich vermute, dass das einheitliche Bodenniveau schon auch bald Kritik bringen wird. Zur Einsetzung bzw. Wandlung/Elevation - wenn ich mittelgroß oder gar klein gewachsen in 3. oder 4. Reihe sitze bzw. stehe und auch der Zelebrant nicht groß ist, kriege ich optisch gar nichts mehr mit. Unbahängig von der Notwendigkeit dessen ist das für manche Gläubigen doch sicher ein gewisser Verlust.

Muss man alles wohl einfach mal vor Ort erleben.

EDIT: Frage an Insider: Ist hier etwas neu?
[image]

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 24. November 2024, 19:08 (vor 656 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Jetzt mal was Positives:
Ich fand die Musik gut. Im Chat zum Stream wurde gefragt: Warum Stanford? Sicher, das erschließt sich der Allgemeinheit nicht, würden doch viele auf die bekannten Altmeister hoffen.
Was ich ausdrücklich loben möchte, ist das Orgelspiel. Ich habe nicht die gesamte Kommunion und Altarweihe durchgehört, aber die Lieder und Gesänge schon. Und da war unaufdringliche Abwechslung in den Sätzen, gute Mitsingbarkeit (Tempo, Artikulation). So zumindest meine Eindrücke.
Irgendwann (Kommunion) war ein relativ konsonantischer Principal zu hören, das kann man dann vielleicht als Beleg dafür nehmen, dass am Charakter des Instruments nahezu nichts verändert wurde, denn in Mode sind Ansprachegeräusche ja zur Zeit nicht.

Vielleicht schmnunzelt noch jemand über die m. E. treffsichere Bemerkung des ev. Bischofs Stäblein in seinem Grußwort, wonach wenige hundert Meter entfernt von Hedwig ja mit dem Dom und der Marienkirche zwei recht katholisch anmutende Bauwerke stünden. "Und nun könnte man meinen, Ihr hättet den Spieß hier umgedreht." Gelächter im Raum, auch bei Erz-Bischof Koch.

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

stein @, Sonntag, 24. November 2024, 22:27 (vor 656 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Der Raum hat sich sicher stark verändert, sieht aber gut aus. Die alte Vorlage ist in der Orgel noch zu erkennen. Passt gut zum Raum. Klanglich scheint nichts oder nicht sehr viel verändert worden sein. Es klingelt nach Klais aus den 80ern
Beim Gigout wurde anfangs gehuddelt,fing sich im weiteren Verlauf. Der Auszug mit einsetzender Unruhe, hat seines dazu beigetragen.

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Orgelgleichrichter @, Montag, 25. November 2024, 15:51 (vor 655 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Lieber Karl-Bernhardin Kropf,
hallo Forum!

Marcel Andreas Ober hier – seit Jahren angemeldet und bisher nur lesend – möchte ich einmal direkt hier anknüpfen:
Ein Lob der Orgelmusik gestern freut mich natürlich umso mehr, als dass die Umstände hier vor Ort (wie hier und da schon vermutet) bei dieser komplexen Baustelle nicht die allereinfachsten waren.
Mein allergrößtes Lob gilt erstmal der Orgelbaufirma Klais, die seit Sommer den Orgel-Wiedereinbau möglich gemacht haben und immer wieder auch viel Geduld mitgebracht haben.
Ich bin in den nächsten Wochen natürlich sehr eingespannt, aber möchte gerne die ein oder andere Frage zur Klais-Orgel beantworten.
Aktuell (Stand 25.11.) sind nur die Grundstimmen 16‘ bis 1‘ spielbar, Aliquoten und die Oboe aus dem Schwellwerk, mehr hatte ich gestern nicht zur Verfügung…
"Orgelweihe" ist am 27.4.2025 mit Festwoche danach.

Da die ursprünglich gewünschten und auch vorgesehenen Erweiterungen von fahrbarem Spieltisch und Chorwerk unter der Orgel zunächst einmal nicht realisiert werden können (beziehungsweise nicht budgetiert worden waren), war 2020 dann nur noch ein 1:1-Einbau mit notwendigen Reparaturen und neuen Prospektpfeifen vorgesehen, mehr nicht (zum Prospekt gerne später einmal mehr).
Seit letztem Jahr gibt es dafür ein Fundraising durch den hiesigen Förderverein. Deshalb konnten wir diesen Sommer schon einmal die neue Elektronik und Setzeranlage bestellen, mit der später das Chorwerk angesteuert werden wird. Es gibt zwar keine Einzeltonansteuerung oder Windabschwächung, aber immerhin komplette Ausstattung mit allen Tonmagneten und den damit üblicherweise verbundenen Erweiterungs- und Spielmöglichkeiten.
Die Manualtraktur ist nach wie vor mechanisch. Drei Register sind neu: Octavin 2‘ und Prinzipalflöte 4‘ im Schwellwerk und eine Gambe 8‘ im Hauptwerk. Siehe z.B. auf der „Orgelseite“.
Die Wippen sind diejenigen von 1997 und sind nach wie vor sehr angenehm bedienbar. Der Touchscreen ist neu und bringt neben den üblichen Spielhilfen (wie Sostenuto, Pedalteilung) vor allem auch eine viel reichhaltigere Speichermöglichkeit und frei einstellbare Koppeln.
Ich habe mir gestern mit Sub- und Superkoppeln geholfen, um annähernd einen Mixturenklang zu erzielen (u.a. Sifflet 1‘ vom Positiv und Super I/II sei Dank…)
Die Mikrofone sind aktuell in Probeposition und wie richtig bemerkt (in einen anderen Post) sehr „ehrlich“ – im Raum klang es besser. Ein Plenum wird später natürlich mit richtigen Mixturen besser gehen.

Soviel erstmal für heute,

gerne mal vorbeischauen!

Marcel Andreas Ober

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Friedrich @, Montag, 25. November 2024, 15:59 (vor 655 Tagen) @ Orgelgleichrichter
bearbeitet von Friedrich, Montag, 25. November 2024, 16:55

Vielen Dank fürs Aus-der-Deckung-kommen und für die Information!
Dafür, dass das noch keine komplette Orgel ist: Hut ab!
Ich dachte doch, dass sie beim GC dialogué ein bisschen zart rüberkam für Trompeten 16-8-4 in zwei Manualen. Da freue ich mich auf die Wiedereinweihung im kompletten Zustand.

Viele Grüße
Friedrich Sprondel

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Orgelgleichrichter @, Montag, 25. November 2024, 16:35 (vor 655 Tagen) @ Friedrich

Gerne!

Nach der Überholung der Orgel ist jetzt alles ein bisschen stabiler und klanglich runder, v.a. die neuen Prinzipale 16‘ und 8‘ im Prospekt…
Das neue Schwellwerksgehäuse vergaß ich eben noch zu erwähnen… die Orgel kann jetzt noch leiser (manchmal durchaus zum Verdruss der Rundfunkleute :-)

Und bei aller z.T. nachvollziehbarer Kritik an der Umgestaltung: ich bin selbst sogar ein wenig überrascht, dass die neue (kleinere) Innenkuppel für mehr (!) Hall, Transparenz und sogar leichter Verstärkung des Bassbereiches geführt hat - für die Orgel ist das allemal ein Gewinn!

Es werden jetzt spannende Wochen, die Finalisierung des Klanges schrittweise mitzuerleben.

Grüße von der Orgelempore!
MO

Koppeln, war: Hedwigskathedrale Berlin

fluteceleste @, Dienstag, 26. November 2024, 10:50 (vor 655 Tagen) @ Orgelgleichrichter

Danke, das hört sich gut an!
Gibt es denn für alle Werke (Sub)Oktavkoppeln? Diese dürften ja dann elektrisch sein..
Beste Grüße aus dem Süden (der auch zahlreiche Klaisorgeln hat.)

Koppeln, war: Hedwigskathedrale Berlin

Orlos @, Dienstag, 26. November 2024, 12:13 (vor 655 Tagen) @ fluteceleste

Danke, das hört sich gut an!
Gibt es denn für alle Werke (Sub)Oktavkoppeln? Diese dürften ja dann elektrisch sein..
Beste Grüße aus dem Süden (der auch zahlreiche Klaisorgeln hat.)

Sind nicht (schon immer) alle Koppeln elektrisch?

Koppeln, war: Hedwigskathedrale Berlin

Friedrich @, Dienstag, 26. November 2024, 13:41 (vor 654 Tagen) @ Orlos

Ich glaube, das sind sie bei allen großen Hans-Gerd-Klaisinen. Einen so schlanken mechanischen Spieltisch wie in St. Hedwig hätten sie auch anders nicht hinbekommen.

Viele Grüße
Friedrich

Koppeln, war: Hedwigskathedrale Berlin

Orgelgleichrichter @, Dienstag, 26. November 2024, 14:05 (vor 654 Tagen) @ Orlos

Genau, die Normalkoppeln sind bereits elektrisch. Zusätzlich kann man nun weitere Koppeln einrichten; alle Intervalle sind dabei möglich. Das funktioniert dann auf dem Screen - glücklicherweise kein überdimensionierter Liedanzeiger - obwohl, das wär vielleicht noch was, für Kanons oder so… ;-)

Sehr hilfreich sind aber in erster Linie die üblichen Sub- und Superkoppeln, die natürlich bewußt und nicht inflationär eingesetzt werden sollten… Kann man nutzen, muss man aber nicht.
Wenn volles Haus ist, aktuell die einzige Möglichkeit, sich etwas Gehör bei der Begleitung zu verschaffen.
Grüße,
MO

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 25. November 2024, 17:38 (vor 655 Tagen) @ Friedrich

Vielen Dank fürs Aus-der-Deckung-kommen und für die Information!
Dafür, dass das noch keine komplette Orgel ist: Hut ab!
Ich dachte doch, dass sie beim GC dialogué ein bisschen zart rüberkam für Trompeten 16-8-4 in zwei Manualen. Da freue ich mich auf die Wiedereinweihung im kompletten Zustand.

Viele Grüße
Friedrich Sprondel

Ich schließe mich an mit nun noch deutlicherem Lob ob der reduzierten Möglichkeiten - und das Outing ist ja eine schöne Entwicklung in diesem novembrigen Forums-November.

An einer Stelle im Stream ist der neue Bildschirm ja gut zu sehen. Ich hätte ihn beinahe erwähnt, fürchtete aber, in ein Fettnäpfchen zu tappen, wenn es nur ein sehr luxuriöser Liedanzeiger gewesen wäre :D

In Zusammenhang mit Friedrichs Gedanken zum Grand-Choeur d. hole ich gerne die Anekdote vom Papstbesuch 1983 in Gurk (Österreich) raus - J.P. II. ist zum Gebet in der Krypta, dazu Orgelimpro des Grazer DO Emmanuel Amtmann an der Orgel im Chorraum darüber - die anwesenden Kimu wundern sich: solider Kontrapunkt, aber relativ dünn und zurückhaltend. Später erst erfuhren wir, dass eines der beiden Gebläse ausgefallen war und er nur mehr mit Pedal spielte...

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Rochus Schmitz ⌂ @, Münster, Mittwoch, 27. November 2024, 10:56 (vor 654 Tagen) @ Friedrich

Dafür, dass das noch keine komplette Orgel ist: Hut ab!


Hut ab übrigens auch für die Nervenstärke der Musiker. Ob der Platz der Dommusik so günstig ist, wenn es - zumindest bei Gottesdiensten dieser Art - akustisch und von der Menge der Gottesdienstbesucher zugeht wie auf dem Berliner Hauptbahnhof am Freitag Nachmittag? Ich hatte eigentlich noch erwartet, dass einer Besucher versuchte, sich vom Dirigenten während des Schlussstücks per Handschlag zu verabschieben. Egal - ich muss da ja nicht auftreten.

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

gk @, Montag, 25. November 2024, 16:26 (vor 655 Tagen) @ Orgelgleichrichter

Ich hatte mir schon gedacht, dass nicht alles fertig war. Wäre bei einer solchen Baustelle ja auch ein schönes Kunststück gewesen und es soll ja durchaus schon Orgeln gegeben haben, die bei ihrer Einweihung nicht fertig waren.....[Zwinkersmiley]. Dass aber soooo wenig fertig war, hat mich dann noch erstaunt, es klang dem Stream nach zu urteilen nach deutlich mehr!

Die musikalische Gestaltung fand ich wunderbar. Warum nicht Stanford? Muss ja nicht immer die x-te Haydn oder cäcilianische Messe sein. Die Kantorin hat m.E. auch sehr schön gesungen, und das liturgische Orgelspiel: vom Feinsten! Eine runde Sache, könnte man auch hierzu sagen. Und das schönste: datt Loch es fott, Halleluja! Ich habe es immer als etwas Trennendes empfunden.

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 25. November 2024, 17:43 (vor 655 Tagen) @ gk

Die musikalische Gestaltung fand ich wunderbar. Warum nicht Stanford? Muss ja nicht immer die x-te Haydn oder cäcilianische Messe sein.

Ja, ich persönlich sehe es ebenso. Hab diese Kritik halt im Stream-Chat gesehen.

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Orlos @, Montag, 25. November 2024, 21:23 (vor 655 Tagen) @ Orgelgleichrichter

Die Manualtraktur ist nach wie vor mechanisch. Drei Register sind neu: Octavin 2‘ und Prinzipalflöte 4‘ im Schwellwerk und eine Gambe 8‘ im Hauptwerk.

Das würde mich sehr interessieren, wie man es schafft, auf einer bestehenden Lade eine Gambe 8' zu ergänzen. Die Klais-Laden sind ja in der Regel relativ eng vollgestellt.

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

fluteceleste @, Montag, 25. November 2024, 21:41 (vor 655 Tagen) @ Orlos

Die Manualtraktur ist nach wie vor mechanisch. Drei Register sind neu: Octavin 2‘ und Prinzipalflöte 4‘ im Schwellwerk und eine Gambe 8‘ im Hauptwerk.


Das würde mich sehr interessieren, wie man es schafft, auf einer bestehenden Lade eine Gambe 8' zu ergänzen. Die Klais-Laden sind ja in der Regel relativ eng vollgestellt.

...nach der gerade verlinkten Dispo sieht es so aus, als ob die bisherig Bifaria 8' im HW wegfällt, und an ihre Stelle die neue Gambe tritt.

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Orlos @, Montag, 25. November 2024, 22:03 (vor 655 Tagen) @ fluteceleste

Ah, das ist natürlich eine einfache Lösung. Dann ist der Begriff "ergänzt" aber nicht ganz richtig.

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Karsten @, Montag, 25. November 2024, 22:16 (vor 655 Tagen) @ Orlos

Ah, das ist natürlich eine einfache Lösung. Dann ist der Begriff "ergänzt" aber nicht ganz richtig.

Nein, den Begriff hat Marcel Andreas Ober ja auch nicht verwendet. Er hat lediglich geschrieben, dass diese Register "neu" seien...

Gruß
Karsten

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 26. November 2024, 15:46 (vor 654 Tagen) @ fluteceleste

Die Manualtraktur ist nach wie vor mechanisch. Drei Register sind neu: Octavin 2‘ und Prinzipalflöte 4‘ im Schwellwerk und eine Gambe 8‘ im Hauptwerk.


Das würde mich sehr interessieren, wie man es schafft, auf einer bestehenden Lade eine Gambe 8' zu ergänzen. Die Klais-Laden sind ja in der Regel relativ eng vollgestellt.


...nach der gerade verlinkten Dispo sieht es so aus, als ob die bisherig Bifaria 8' im HW wegfällt, und an ihre Stelle die neue Gambe tritt.

Auch ist sie erst ab c - wie vermutlich die Bifaria es auch war?

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Orgelgleichrichter @, Dienstag, 26. November 2024, 16:02 (vor 654 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Genau - ins Chorwerk soll dann aber eine Dulciana celeste, zwar nicht prinzipalisch, aber unterschwebend wie die Bifaria es war.
Die Entscheidung fiel uns nicht leicht… Der Vielseitigkeitsaspekt hat dann den Ausschlag gegeben.

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 26. November 2024, 16:19 (vor 654 Tagen) @ Orgelgleichrichter

Genau - ins Chorwerk soll dann aber eine Dulciana celeste, zwar nicht prinzipalisch, aber unterschwebend wie die Bifaria es war.
Die Entscheidung fiel uns nicht leicht… Der Vielseitigkeitsaspekt hat dann den Ausschlag gegeben.

Bei der Gelegenheit: Chorwerk mit ETS oder nur Schleiflade floating? (Wurde vielleicht schon beantwortet...?)

Chorwerk, war: Hedwigskathedrale Berlin

fluteceleste @, Dienstag, 26. November 2024, 17:58 (vor 654 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Genau - ins Chorwerk soll dann aber eine Dulciana celeste, zwar nicht prinzipalisch, aber unterschwebend wie die Bifaria es war.
Die Entscheidung fiel uns nicht leicht… Der Vielseitigkeitsaspekt hat dann den Ausschlag gegeben.


Bei der Gelegenheit: Chorwerk mit ETS oder nur Schleiflade floating? (Wurde vielleicht schon beantwortet...?)

Ja:

" ...Es gibt zwar keine Einzeltonansteuerung oder Windabschwächung, aber immerhin komplette Ausstattung mit allen Tonmagneten und den damit üblicherweise verbundenen Erweiterungs- und Spielmöglichkeiten."

Aber ich hab auch schon den Faden ein paar mal verloren..:-)

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Orgelgleichrichter @, Dienstag, 26. November 2024, 18:35 (vor 654 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Es ist ganz brav Schleiflade geplant, das Chorwerk soll ganz seinem Namen entsprechend vorrangig die Chöre begleiten und stützen - die stehen (und singen) nämlich immer unter der Orgel.
Bisher gab es häufig Streicher- oder andere Ensemble-Arrangements, die den Orgelsatz dupliziert haben…
Da soll die Orgel künftig auch als Begleitpartner autonomer auftreten.
Da geht es schlicht und ergreifend auch um Repertoire, was wir hier zusammen (also auch mein Kollege Domkapellmeister Schmitt) gerne „richtig“ machen wollen…

Dann noch die Frage nach der Gambe aus dem anderen Post: natürlich hätte dieser charakteristische Streicher auch im geplanten Chorwerk einen Platz gehabt und damit die Bifaria dann nicht verdrängt… auf der anderen Seite hätten es oben dann nach wie vor zwei Schwebungen gegeben und unten bestimmt nicht noch eine dritte, und: Die knackigere Gambe fände ich hinter dem Chor etwas schwierig.
An unserem Interims-Standort Sankt Joseph im Wedding gab es die letzten sechs Jahre gute Erfahrungen mit einer Unterschwebung in der Chorbegleitung, das macht dann künftig die Dulciana celeste (hoffentlich!) ;-)

Musik zur Einweihung, war: Hedwigskathedrale Berlin

Orlos @, Dienstag, 26. November 2024, 22:01 (vor 654 Tagen) @ Orgelgleichrichter

An unserem Interims-Standort Sankt Joseph im Wedding gab es die letzten sechs Jahre gute Erfahrungen mit einer Unterschwebung in der Chorbegleitung, das macht dann künftig die Dulciana celeste (hoffentlich!) ;-)

Wie sich die Zeiten ändern. Als ich vor 30 Jahren eine Orgel plante und auf die Stellung des Schwellwerks einwirkte und meinte, man könne mit der Schwebung auch schön den Chor begleiten, wurde ich vom A-Kantor ziemlich angefahren: "Niemand begleitet mit einer Schwebung den Chor!"

Die neue alte Orgel, war: Hedwigskathedrale Berlin

fluteceleste @, Montag, 25. November 2024, 21:36 (vor 655 Tagen) @ Orgelgleichrichter
bearbeitet von fluteceleste, Montag, 25. November 2024, 21:40

Drei Register sind neu: Octavin 2‘ und Prinzipalflöte 4‘ im Schwellwerk und eine Gambe 8‘ im Hauptwerk. Siehe z.B. auf der „Orgelseite“.

Tatsache! Jetzt wo ich es weiß, habe ich fast den Eindruck, dass die Wippen der genannten neuen Register etwas heller aussehen..
Herzlichen Dank für die Infos. Und schön, dass die Orgel zumindestens klanglich im Großen und Ganzen so bleiben darf.

Hier noch der Link zur aktuellen Disposition inkl. der geplanten Erweiterung:
https://die-orgelseite.de/disp/D_Berlin_StHedwig1.htm

Die neue alte Orgel, war: Hedwigskathedrale Berlin

GoswinHeilmann, Montag, 25. November 2024, 23:14 (vor 655 Tagen) @ fluteceleste

Ohne Chorwerk bzw. wie auch immer genanntem Zusatzwerk und Zentralspieltisch und Einzeltonspielereien bis zum geht nicht mehr, geht es offensichtlich heute nicht mehr.

Die neue alte Orgel, war: Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 26. November 2024, 15:47 (vor 654 Tagen) @ GoswinHeilmann

Ohne Chorwerk bzw. wie auch immer genanntem Zusatzwerk und Zentralspieltisch und Einzeltonspielereien bis zum geht nicht mehr, geht es offensichtlich heute nicht mehr.

Das mag stimmen, bewahrt aber oft Substanz, die man sonst zugunsten neuer Farben (den "aktuellen Bedürfnissen" entsprechend) stattdessen entfernt hätte.

Hedwigskathedrale Berlin

Friedrich @, Sonntag, 24. November 2024, 22:46 (vor 656 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von Friedrich, Montag, 25. November 2024, 17:00

EDIT: Frage an Insider: Ist hier etwas neu?
[image]

Ich habe nur wenige Stunden an der Orgel verbracht, aber das sieht sehr vertraut aus. Kann man fast genauso auch auf dem Edgar-Krapp-Cover bewundern. Der Klang ist in meinen Ohren auch der alte, sehr charakteristisch 70er-Klais in der eleganten Variante.

Den Prospekt empfinde ich als entstellt. Das war einmal eine aufregende, sehr individuelle Architektur, ein pathetisch-dramatischer Gegenentwurf zur ebenfalls fantastischen Eiermann-Gestaltung in KWG. Geblieben sind in meinen Augen nur ein paar Gebinde Spargel, die sich gerne in der Wand verkrümeln würden. Man stelle sich vor, KWG würde in diesem Sinne "beruhigt". Heizkörper.

Georgelt wird da sicher weiterhin gut. Wer in den "before times" da war, darf sagen, er hat sie gesehen in ihrer arroganten Schäfer-Corazolla-Pracht. Keine 50 Jahre hat die Kirche das dulden können.

Viele Grüße
Friedrich

P. S.
Empfängt hier gerade Thomas Sauer die Kommunion? Und hört einem Stück Lieblingsliteratur zu.

Hedwigskathedrale Berlin

Orlos @, Sonntag, 24. November 2024, 23:36 (vor 656 Tagen) @ Friedrich

Die Mikrophone standen ungeschickt, man hört hier zu viel vom Rückpositiv und zu wenig vom Hauptwerk, der Klangeindruck im Raum ist ein anderer, wenn man von der Orgel weiter entfernt ist.
Ich finde es gut, dass man den Klais-Klang bewahrt hat. Es ist das einzige, was aus der vorigen Kirchengestaltung gerettet worden ist. Diese Tatsache ist irgendwie skurril, oder?

Manche Kommentatoren vermissen das Kruzifix im Raum. Meine Heimatgemeinde erhielt 1977 ein neues Gemeindezentrum, moderne Gestaltung, Altarraum in der Mitte, nur eine Stufe erhöht, der quadratische Altar ist von allen Seiten "bespielbar". Als einziges Kreuz war ein Kruzifix auf einer rot angestrichenen Metallstange befestigt worden, die von den Messdienern hineingetragen und im Boden festgesteckt wurde, genau wie jetzt in Berlin. Die Gemeinde hat das nicht lange ertragen und ein paar Monate nach der Einweihung der Kirche das alte Holzkreuz mit geschnitzem Jesus aus der Vorgängerkirche wieder aufgehängt. Jetzt passt es. Der Purismus nimmt den Menschen Bezugspunkte.
Übrigens fand ich die Rede des evangelischen Bischofs besser als alles andere, was in dieser Veranstaltung gesagt wurde. Esprit, Tiefe und Humor – so stelle ich mir einen Bischof vor. Sage ich als Katholik, der allerdings Kamphaus noch erlebt hat (auch nach seiner Pensionierung, er hat meine Chororgel geweiht).

Hedwigskathedrale Berlin

hintersatz ⌂ @, Sonntag, 24. November 2024, 23:48 (vor 656 Tagen) @ Orlos
bearbeitet von hintersatz, Sonntag, 24. November 2024, 23:55

Ihr Lieben, beerdigt Hedwig, im Dom findet der pneumatische Organist seine Herrin. Im Schuttertal pfiff heute ein bekannter Tinituston im Prinzipal sein Lied und wurde erfolgreich bis zur Messe verstummt. Die II-Sub-I-Koppel offenbarte eine noch nicht bekannten Aussetzer in der hohen Lage, zur Kommunion des Christkönigsfestes ließ die Orgel den Tod fröhlich Urständ feiern, die Rheinberger-Fughette zum Schluss spielte dann alles, was noch laufen könnte, aus dem Saal.

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

3rd_astronaut, Montag, 25. November 2024, 00:46 (vor 656 Tagen) @ hintersatz

zur Kommunion des Christkönigsfestes ließ die Orgel den Tod fröhlich Urständ feiern,

was hast du gespielt? bin immer auf der suche nach passendem ;-)

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

hintersatz ⌂ @, Dienstag, 26. November 2024, 00:33 (vor 655 Tagen) @ 3rd_astronaut
bearbeitet von hintersatz, Dienstag, 26. November 2024, 00:43

https://drive.google.com/file/d/1TEEX2x0xntAm9oZR4Ao0AQpv04HisZP8/view?usp=drivesdk
Das Verlagswesen wird mir meine Sünde verzeihen.
Und es ist auch gelogen, die Vorspiele zu den letzen beiden Liedern habe ich nicht gespielt, weil ich in der Vorbereitung lieber andere Musik geprobt habe. Die Variation zum Eingangslied ebenfalls nicht.
Dafür bekam das b im Credo beim Heiligen Geist auch die blue Note. Hedwig ist h, ich bin mehr blue.
Jetzt mal ganz dumm gefragt, das Ding hat aber mechanische Traktur/?

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

Orgelgleichrichter @, Dienstag, 26. November 2024, 07:56 (vor 655 Tagen) @ hintersatz

Ja, die Manuale zumindest. Da wurde ein bisschen was an der Traktur getauscht, jetzt sind sie präziser, Positiv und Hauptwerk vor allem.
Das Pedal ist jetzt aber elektrisch, war einfacher wegen der leicht veränderten Wege (Prospektgestaltung).
Aber wegen der starken Federn ist hier das bisher angenehme Spielgefühl gleich gut (meinte auch Thomas Sauer, da bin ich natürlich ganz froh drüber...)

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

MartinH, Dienstag, 26. November 2024, 08:45 (vor 655 Tagen) @ Orgelgleichrichter

Ja, die Manuale zumindest. Da wurde ein bisschen was an der Traktur getauscht, jetzt sind sie präziser, Positiv und Hauptwerk vor allem.
Das Pedal ist jetzt aber elektrisch, war einfacher wegen der leicht veränderten Wege (Prospektgestaltung).

Finde ich nicht gut, nicht nur, weil die am Ende doch recht kaputte Pedaltraktur mittels Krachen das "mechanische" gut zum Zuhörer transportierte. Greift stark und unangenehm in ein geschlossenes Konzept ein, genauso wie die Super-/Subkoppeln. (Auf der Krapp-LP steht übrigens "stolz" irgendwas von immer total unabhängig registriertem Pedal.) Starke Pedalfedern empfinde ich übrigens auch als unangenehm und hinderlich für sensible Artikulation, die in der Hedwigskathedrale je nach Zuhörerplatz durchaus noch gut ankommt bei nicht allzugroßer und klarer Akustik.

Aber wegen der starken Federn ist hier das bisher angenehme Spielgefühl gleich gut (meinte auch Thomas Sauer, da bin ich natürlich ganz froh drüber...)

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

Andreaspfeife, Borken, Dienstag, 26. November 2024, 10:46 (vor 655 Tagen) @ MartinH

Ja, die Manuale zumindest. Da wurde ein bisschen was an der Traktur getauscht, jetzt sind sie präziser, Positiv und Hauptwerk vor allem.
Das Pedal ist jetzt aber elektrisch, war einfacher wegen der leicht veränderten Wege (Prospektgestaltung).


Finde ich nicht gut, nicht nur, weil die am Ende doch recht kaputte Pedaltraktur mittels Krachen das "mechanische" gut zum Zuhörer transportierte. Greift stark und unangenehm in ein geschlossenes Konzept ein, genauso wie die Super-/Subkoppeln. (Auf der Krapp-LP steht übrigens "stolz" irgendwas von immer total unabhängig registriertem Pedal.) Starke Pedalfedern empfinde ich übrigens auch als unangenehm und hinderlich für sensible Artikulation, die in der Hedwigskathedrale je nach Zuhörerplatz durchaus noch gut ankommt bei nicht allzugroßer und klarer Akustik.

Aber wegen der starken Federn ist hier das bisher angenehme Spielgefühl gleich gut (meinte auch Thomas Sauer, da bin ich natürlich ganz froh drüber...)


Ich habe drei gute Nachrichten für Sie:
Sie müssen das Instrument nicht spielen.
Wenn Sie es spielen würden/dürften, müssen Sie nicht die Sub/Superkoppeln benützen.
Diejenigen, die dort spielen, sind mit der Lösung sehr zufrieden.

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

MAT @, Dienstag, 26. November 2024, 15:58 (vor 654 Tagen) @ Andreaspfeife

Klasse! :-)

--
Gruß
MAT

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

MartinH, Dienstag, 26. November 2024, 16:09 (vor 654 Tagen) @ Andreaspfeife

Ich habe drei gute Nachrichten für Sie:
Sie müssen das Instrument nicht spielen.

Gut zu wissen.

Wenn Sie es spielen würden/dürften, müssen Sie nicht die Sub/Superkoppeln benützen.

Und darf trotzdem meine Meinung sagen, dass die da nicht reingehören.

Diejenigen, die dort spielen, sind mit der Lösung sehr zufrieden.

Schön für die. Werden ja nicht allzuviele sein, auch im ewigen Rondell der Konzerteinladungen.
Hören werde ich die live übrigens auch nicht mehr, weil mich dieser Umbau in mehrfacher Hinsicht maximal abstößt.
Und wenn mal überlegt, dass der Anlass für die Pedal-Elektrifizierung eine völlig unnötige Änderung in einen maximal hässlichen Prospekt ist, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Den hätte man auch so weiß anstreichen können.

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

JLL, Dienstag, 26. November 2024, 16:28 (vor 654 Tagen) @ MartinH

Bei Ihren Antworten und Bemerkungen in diesem Faden wage ich die kühne Behauptung, dass Sie diese Orgel - selbst, wenn Sie wollten - nicht spielen werden.

Aber das ist nur meine Meinung.

Allen Beteiligten kann man zum Zwischenresultat dieses Prozesses mit dem Wiedereinbau erst einmal gratulieren. Wer so einen Prozess mitgemacht hat, weiß, dass solche Ergebnisse nur unter dem Nachgeben aller Seiten - Orgelbau, Domorganist, Bauherr, Künstler, Architekt etc… - als Kompromiss zustande kommen können. Und die Leistung derer, die für die Orgel gestritten haben, wird mir hier viel zu wenig gewürdigt.

Die Orgel hat m.E. auf erstes Hinhören keine klangliche Substanz verloren. Und über die optische Veränderung mag man trefflich streiten. M.E. wäre es zu hart, wenn die Orgel die Veränderungen, die im Raum stattgefunden haben, nicht mitgegangen wäre. Dass manch Fundamentalgegner den Prospekterhalt von 1977 als letzte Bastion der Schwippertverteidiger befürwortet hätte, ist wirklich nachvollziehbar. Keine Frage!

Aber der Umbau ist da, die Orgel auch. Und damit ist doch unter Beibehaltung jeder Meinungsäußerungsfreiheit alles gesagt, denke ich.

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

MartinH, Dienstag, 26. November 2024, 17:02 (vor 654 Tagen) @ JLL
bearbeitet von MartinH, Dienstag, 26. November 2024, 17:12

Und die Leistung derer, die für die Orgel gestritten haben, wird mir hier viel zu wenig gewürdigt.

Stimmt, wenn ein Preisgericht jemanden gewinnen lässt, der die "Orgel unsichtbar machen" will, ist das jetzt ein grandioser Erfolg, auch wenn nach 6 Jahren noch nicht mal die ehemalige Orgel wieder "vollständig" ist.

PS Von der verschwenderischen Schnapsidee von Unterkellerung, Tiefsakristei, angeblich 800 qm (kann ich aber nicht glauben), hat man schließlich offensichtlich doch noch Abstand (und Anstand) genommen. Gutachten musste aber natürlich sein. Wahrscheinlich nur deswegen konnten die Kosten für die Kathedrale gehalten werden (was sind schon 4 Mio mehr?). Nur leider wird der "Hausumbau" "etwas", nämlich doppelt so teuer. Knapp verrechnet. Aber bitte, Hauptsache die kleinen Gemeinden sparen eifrig.

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 26. November 2024, 17:23 (vor 654 Tagen) @ MartinH

Und die Leistung derer, die für die Orgel gestritten haben, wird mir hier viel zu wenig gewürdigt.


Stimmt, wenn ein Preisgericht jemanden gewinnen lässt, der die "Orgel unsichtbar machen" will, ist das jetzt ein grandioser Erfolg, auch wenn nach 6 Jahren noch nicht mal die ehemalige Orgel wieder "vollständig" ist.

Hätte man mit dem Wiedereinbau angefangen, während noch am Mauerwerk gefräst wird, hätte es auch wieder Mecker gegeben. Zu Recht.
Ab 5.12. werden wir ja sehen bzw. hören, ob bei der bekannten, deutlich prominenteren Kirchenbaustelle die Orgel nicht zu früh wieder in's Haus und in Betrieb kam.

PS .... Aber bitte, Hauptsache die kleinen Gemeinden sparen eifrig.

Nicht alle kleinen Gemeinden sparen eifrig, manche schließen die Augen und machen weiter wie bisher (um in der völligen Schließung zu enden - dies zumindest evangelischerseits). Dennoch wird man zustimmen müssen, dass die Finanzlasten mindestens gefühlt zwischen oben und unten ungleich verteilt werden .

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

MartinH, Dienstag, 26. November 2024, 17:37 (vor 654 Tagen) @ MartinH

PS Aber immerhin gibt es noch echt luxuriöse Stellen mit "fairer Bezahlung" und überschaubarer Arbeit (und undefinierter Teilzeit). Auch m/w/d! (schuf Gott sie nicht als Mann und Frau? Wird sich da die Kirche nicht untreu? Wo bleibt die Sonderregelung?)
https://www.erzbistumberlin.de/medien/stellenangebote/pastorales-personal/angebot/news-...

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

jori @, Dienstag, 26. November 2024, 17:47 (vor 654 Tagen) @ MartinH

[image]

Lege dir so ein Glas zu.
Deine Kommentare sind lästig.

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

3rd_astronaut, Dienstag, 26. November 2024, 21:08 (vor 654 Tagen) @ jori

Deine Kommentare sind lästig.

das können andere auch sein …

dass die baumaßnahmen verschwenderisch angelegt sind und die bundesweite umverteilung der kosten eine frechheit, finde ich auch, ist also keine lästige einzelmeinung.

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

jori @, Dienstag, 26. November 2024, 21:26 (vor 654 Tagen) @ 3rd_astronaut

Ich denke darüber nach.
Mein Beitrag zum Laberglas entstand, weil MartinH in der Regel auf Krawall gebürstet ist

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

MAT @, Dienstag, 26. November 2024, 22:33 (vor 654 Tagen) @ jori

...und sich ständig wiederholt.

--
Gruß
MAT

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

Andreaspfeife, Borken, Dienstag, 26. November 2024, 22:57 (vor 654 Tagen) @ MartinH

Ich habe drei gute Nachrichten für Sie:
Sie müssen das Instrument nicht spielen.

Gut zu wissen.

Wenn Sie es spielen würden/dürften, müssen Sie nicht die Sub/Superkoppeln benützen.

Und darf trotzdem meine Meinung sagen, dass die da nicht reingehören.

Diejenigen, die dort spielen, sind mit der Lösung sehr zufrieden.

Schön für die. Werden ja nicht allzuviele sein, auch im ewigen Rondell der Konzerteinladungen.
Hören werde ich die live übrigens auch nicht mehr, weil mich dieser Umbau in mehrfacher Hinsicht maximal abstößt.
Und wenn mal überlegt, dass der Anlass für die Pedal-Elektrifizierung eine völlig unnötige Änderung in einen maximal hässlichen Prospekt ist, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Den hätte man auch so weiß anstreichen können.


Sie lehnen ein elektrisches Pedal ab, stehen aber selber so dermaßen unter Strom.
Da erkenne ich einen Widerspruch...

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

admin @, Mittwoch, 27. November 2024, 01:34 (vor 654 Tagen) @ Andreaspfeife

Unser Forenmitglieder MartinH habe ich auf allgemeinen Wunsch hin bis über die Weihnachtsfeiertage gesperrt.

Weihnachtssperre

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 27. November 2024, 09:48 (vor 654 Tagen) @ admin

Unser Forenmitglieder MartinH habe ich auf allgemeinen Wunsch hin bis über die Weihnachtsfeiertage gesperrt.

Ich distanziere mich davon, Teil des allgemeinen Wunsches zu sein. Besser fände ich es, er hätte seinen Stil ein wenig verändert. Wurde hier die Sperrung nicht als allerletztes Mittel, vor allem in bezug auf justitiable Verfehlungen, gesehen?
Derlei hätte sich MartinH nun wirklich nicht schuldig gemacht. Es war eine seelisch-geistige Energieverschwendung, gerade auch für ihn selbst (auch wenn er das anscheinend überhaupt nicht so sieht).
Sofern es um die Bewahrung des Forums vor mehrheitlich als solchem empfundenen Unsinns und Stimmungskillern geht, wäre eine alleinige Sperrung von MartinH nicht konsequent.

Zumal zu Recht darauf hingewiesen wurde, dass in seiner Kritik ja auch Mehrheitspositionen (z.B. Umlagefinanzierung Hedwigskathedrale, siehe 3rd astronaut) enthalten sind.

Dass hier einige Autoren ihren beruflich, nebenberuflich oder ehrenamtlich erlebten Frust ausbreiten, ist an sich noch nicht falsch und gehört in der Tat zur freien Meinungsäußerung. Aber zu Recht fragen die anderen: Warst Du mit dieser Kritik schon da, wo sie vielleicht wirken könnte? Dieses Forum ist FÜR Orgelkultur und nicht GEGEN die sogenannten Volkskirchen und ihre Schwächen und Schandtaten. Auch wenn sich diese Inhalte zwangsläufig durchmischen müssen (und dann gelegentlich mit OT gekennzeichnet werden sollten).

Dafür gibt es sicher geeignetere Foren. Oder ebenso ungeeignete, weil sie von den Kirchenverantwortlichen nicht wahrgenommen werden und die Kritik damit nur anstrengend ist. Bestenfalls wäre sie in einer Mehrheit meinungsbildend (hier im Forum anscheinend nicht) und auf diese Weise wirksam. Empörung ist allerdings Trend. Wie hat Uli Stein es schon vor Jahren so schön ausgeführt:

[image]

Entweder werden alle Stimmungskiller gesperrt, was nicht funktioniert, weil die Grenzen subjektiv empfunden werden und dann irgendwann alle weg sind, oder man bleibt bei Sperrung mit rein juristischer Begründung, wie Wolfgang Gourgé das auch früher schon vertreten und erläutert hat.

Weihnachtssperre

Dorforganist, Mittwoch, 27. November 2024, 10:17 (vor 654 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Unser Forenmitglieder MartinH habe ich auf allgemeinen Wunsch hin bis über die Weihnachtsfeiertage gesperrt.

Entweder werden alle Stimmungskiller gesperrt, was nicht funktioniert, weil die Grenzen subjektiv empfunden werden und dann irgendwann alle weg sind, oder man bleibt bei Sperrung mit rein juristischer Begründung, wie Wolfgang Gourgé das auch früher schon vertreten und erläutert hat.

Würde ich auch eher befürworten, wobei die Grenze zum Troll natürlich fließend ist. Doch dann müßte man wohl auch noch mindestens einen anderen aussperren...

Weihnachtssperre

flutceleste-Admin, Mittwoch, 27. November 2024, 10:48 (vor 654 Tagen) @ Dorforganist
bearbeitet von flutceleste-Admin, Mittwoch, 27. November 2024, 12:23

Unser Forenmitglieder MartinH habe ich auf allgemeinen Wunsch hin bis über die Weihnachtsfeiertage gesperrt.

Entweder werden alle Stimmungskiller gesperrt, was nicht funktioniert, weil die Grenzen subjektiv empfunden werden und dann irgendwann alle weg sind, oder man bleibt bei Sperrung mit rein juristischer Begründung, wie Wolfgang Gourgé das auch früher schon vertreten und erläutert hat.


Würde ich auch eher befürworten, wobei die Grenze zum Troll natürlich fließend ist. Doch dann müßte man wohl auch noch mindestens einen anderen aussperren...

Einen Troll sehe ich eigentlich nicht. Was aber mE gar nicht geht sind solche Äußerungen wie das mit den "Idioten" [Edit: nicht MartinH's Posts betreffend]. Das ist ein klarer Regelverstoß und wird auch geahndet werden.

"1. Als Nutzer verpflichten Sie sich, dass Sie keine Beiträge veröffentlichen werden, die gegen diese Regeln, die guten Sitten oder sonst gegen geltendes deutsches Recht verstoßen. Es ist Ihnen insbesondere untersagt,

  • beleidigende oder unwahre Inhalte zu veröffentlichen;
    (...)
  • Beiträge zu verfassen, die Dritte beleidigen, denunzieren und geschäftsschädigend sind und somit den Forenbetrieb aus rechtlicher Sicht in Gefahr bringen."

Weihnachtssperre

JLL, Mittwoch, 27. November 2024, 11:31 (vor 654 Tagen) @ flutceleste-Admin

Unser Forenmitglieder MartinH habe ich auf allgemeinen Wunsch hin bis über die Weihnachtsfeiertage gesperrt.


Einen Troll sehe ich eigentlich nicht. Was aber mE gar nicht geht sind solche Äußerungen wie das mit den "Idioten". Das ist ein klarer Regelverstoß und wird auch geahndet werden.

"1. Als Nutzer verpflichten Sie sich, dass Sie keine Beiträge veröffentlichen werden, die gegen diese Regeln, die guten Sitten oder sonst gegen geltendes deutsches Recht verstoßen. Es ist Ihnen insbesondere untersagt,

  • beleidigende oder unwahre Inhalte zu veröffentlichen;
    (...)
  • Beiträge zu verfassen, die Dritte beleidigen, denunzieren und geschäftsschädigend sind und somit den Forenbetrieb aus rechtlicher Sicht in Gefahr bringen."

War das mit den „Idioten“ nicht elias.orgel? Sagt zumindest die Stichwortsuche. Wenn MartinH das nicht anzulasten ist, möchte ich mich für die Aufhebung der Sperre einsetzen, auch, wenn ich seine Beiträge nicht abkann.

Außerdem verwenden die zitierten Verhaltensleitlinien mit dem Verweis auf „deutsches Recht“ und „beleidigen“ justiziable Begriffe, die in einem solchen Fall m.E. nach den geschriebenen und ungeschriebenen Grundsätzen der §§ 185 ff. StGB zu behandeln sein sollten und dies vorzugsweise von Personen mit Befähigung zum Richteramt i.S.d. DRiG. Aber selbst als juristischer Laie ist mir die Subsumtion des Admin an dieser Stelle deutlich zu dünn.

Weihnachtssperre

MartinH, Mittwoch, 27. November 2024, 11:45 (vor 654 Tagen) @ JLL

Unser Forenmitglieder MartinH habe ich auf allgemeinen Wunsch hin bis über die Weihnachtsfeiertage gesperrt.


Einen Troll sehe ich eigentlich nicht. Was aber mE gar nicht geht sind solche Äußerungen wie das mit den "Idioten". Das ist ein klarer Regelverstoß und wird auch geahndet werden.

Und das soll ich gesagt haben? Beweise! Würde mich wundern. Im Übrigen würde ich dem hintersatz hier mal ein etwas professionelleres Verhalten nahelegen. Es kann nicht angehen, hier Leute zu sperren ohne Gründe, Benachrichtigung und vorherige "Anhörung". So managed man kein Forum. Da mich alles hier aber tatsächlich irgendwie zu sehr nervt und ärgert, ziehe ich mich nun zurück (nicht, ohne noch was zu Freiburg zu sagen).


"1. Als Nutzer verpflichten Sie sich, dass Sie keine Beiträge veröffentlichen werden, die gegen diese Regeln, die guten Sitten oder sonst gegen geltendes deutsches Recht verstoßen. Es ist Ihnen insbesondere untersagt,

  • beleidigende oder unwahre Inhalte zu veröffentlichen;
    (...)
  • Beiträge zu verfassen, die Dritte beleidigen, denunzieren und geschäftsschädigend sind und somit den Forenbetrieb aus rechtlicher Sicht in Gefahr bringen."


War das mit den „Idioten“ nicht elias.orgel? Sagt zumindest die Stichwortsuche. Wenn MartinH das nicht anzulasten ist, möchte ich mich für die Aufhebung der Sperre einsetzen, auch, wenn ich seine Beiträge nicht abkann.

Außerdem verwenden die zitierten Verhaltensleitlinien mit dem Verweis auf „deutsches Recht“ und „beleidigen“ justiziable Begriffe, die in einem solchen Fall m.E. nach den geschriebenen und ungeschriebenen Grundsätzen der §§ 185 ff. StGB zu behandeln sein sollten und dies vorzugsweise von Personen mit Befähigung zum Richteramt i.S.d. DRiG. Aber selbst als juristischer Laie ist mir die Subsumtion des Admin an dieser Stelle deutlich zu dünn.

Weihnachtssperre

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Mittwoch, 27. November 2024, 12:00 (vor 654 Tagen) @ MartinH

Unser Forenmitglieder MartinH habe ich auf allgemeinen Wunsch hin bis über die Weihnachtsfeiertage gesperrt.


Einen Troll sehe ich eigentlich nicht. Was aber mE gar nicht geht sind solche Äußerungen wie das mit den "Idioten". Das ist ein klarer Regelverstoß und wird auch geahndet werden.


Und das soll ich gesagt haben? Beweise! Würde mich wundern. Im Übrigen würde ich dem hintersatz hier mal ein etwas professionelleres Verhalten nahelegen. Es kann nicht angehen, hier Leute zu sperren ohne Gründe, Benachrichtigung und vorherige "Anhörung". So managed man kein Forum. Da mich alles hier aber tatsächlich irgendwie zu sehr nervt und ärgert, ziehe ich mich nun zurück (nicht, ohne noch was zu Freiburg zu sagen).


"1. Als Nutzer verpflichten Sie sich, dass Sie keine Beiträge veröffentlichen werden, die gegen diese Regeln, die guten Sitten oder sonst gegen geltendes deutsches Recht verstoßen. Es ist Ihnen insbesondere untersagt,

  • beleidigende oder unwahre Inhalte zu veröffentlichen;
    (...)
  • Beiträge zu verfassen, die Dritte beleidigen, denunzieren und geschäftsschädigend sind und somit den Forenbetrieb aus rechtlicher Sicht in Gefahr bringen."


War das mit den „Idioten“ nicht elias.orgel? Sagt zumindest die Stichwortsuche. Wenn MartinH das nicht anzulasten ist, möchte ich mich für die Aufhebung der Sperre einsetzen, auch, wenn ich seine Beiträge nicht abkann.

Außerdem verwenden die zitierten Verhaltensleitlinien mit dem Verweis auf „deutsches Recht“ und „beleidigen“ justiziable Begriffe, die in einem solchen Fall m.E. nach den geschriebenen und ungeschriebenen Grundsätzen der §§ 185 ff. StGB zu behandeln sein sollten und dies vorzugsweise von Personen mit Befähigung zum Richteramt i.S.d. DRiG. Aber selbst als juristischer Laie ist mir die Subsumtion des Admin an dieser Stelle deutlich zu dünn.

Die Sperre scheint ja nicht zu funktionieren oder wurde aufgehoben?

Wie gesagt, in meinem Sinne. Und wurde de Verwendung des Wortes "Idiot" wirklich konkret MartinH zugeschrieben? Meines Wissens nicht. Und wenn das so ist, so ist das nur wieder ein Beweis für die ÜBerhitzung hier, auch bei MartinH. Denn der "Idiot" steht definitiv bei elias.orgel. Es war aber wohl auch als algemeiner Anlass für Administrationstätigkeit zu verstehen gewesen. Also, Winddruck absenken, bitte.

Weihnachtssperre

fluteceleste @, Mittwoch, 27. November 2024, 12:18 (vor 653 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von flutceleste-Admin, Mittwoch, 27. November 2024, 12:46


War das mit den „Idioten“ nicht elias.orgel? Sagt zumindest die Stichwortsuche. Wenn MartinH das nicht anzulasten ist, möchte ich mich für die Aufhebung der Sperre einsetzen, auch, wenn ich seine Beiträge nicht abkann.

Natürlich war es nicht Martin, wie jeder selbst lesen kann. Es ging allgemein um Einhaltung der Forenregeln, das betraf eben in dem Fall nicht ihn.
Vielleicht beenden wlr damit das Thema.

Weihnachtssperre

fluteceleste @, Mittwoch, 27. November 2024, 12:12 (vor 654 Tagen) @ MartinH

Unser Forenmitglieder MartinH habe ich auf allgemeinen Wunsch hin bis über die Weihnachtsfeiertage gesperrt.


Einen Troll sehe ich eigentlich nicht. Was aber mE gar nicht geht sind solche Äußerungen wie das mit den "Idioten". Das ist ein klarer Regelverstoß und wird auch geahndet werden.


Und das soll ich gesagt haben? Beweise! Würde mich wundern. Im Übrigen würde ich dem hintersatz hier mal ein etwas professionelleres Verhalten nahelegen. Es kann nicht angehen, hier Leute zu sperren ohne Gründe, Benachrichtigung und vorherige "Anhörung". So managed man kein Forum. Da mich alles hier aber tatsächlich irgendwie zu sehr nervt und ärgert, ziehe ich mich nun zurück (nicht, ohne noch was zu Freiburg zu sagen).

.. das bezog sich natürlich auf Elias. ich dachte das wäre klar. Mea culpa.

Weihnachtssperre

hintersatz ⌂ @, Donnerstag, 28. November 2024, 01:43 (vor 653 Tagen) @ MartinH

Ich bin entzückt darüber,was du mir nahe legst, ich würde dich gerne lieber ad Acta legen.

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

Weihnachtssperre

MartinH, Donnerstag, 28. November 2024, 06:15 (vor 653 Tagen) @ hintersatz

Danke für die erneute Bestätigung, dass Du als Admin denkbar ungeeignet bist. Ich kann Dir übrigens versichern, dass ich nur dann "ad acta" gelegt werden kann, wenn ich aus eigenem Entschluss "gehe", nicht, wenn Du hier Deine Mini-Machtspielchen abziehst. Bei der Wikipedia wärst Du mit diesem Verhalten jedenfalls schon lange abgewählt.

Weihnachtssperre

hintersatz ⌂ @, Donnerstag, 28. November 2024, 01:40 (vor 653 Tagen) @ Dorforganist

Das kannst du gerne mal versucht.

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

hintersatz ⌂ @, Mittwoch, 27. November 2024, 00:42 (vor 654 Tagen) @ Orgelgleichrichter
bearbeitet von hintersatz, Mittwoch, 27. November 2024, 00:46

Oh je, dieses Konzept der elekrischen Pedaltraktur habe ich in St.Marien in Köln Nippes mal kurz ausprobieren dürfen, noch in der Umbauphase der Orgel dort, ich fand das ehrlich gesagt schrecklich, dass einem im Pedal Anschlag, Ausdruck und Groove aus irgendwelchen bautechnischen Erwägungen weggenommen wird. Aber es gibt natürlich auch sehr gute elektrische Trakturen. Klais ist mit der Proportionaltraktur vielleicht noch etwas im Entwicklungsprozess? In Würzburg haben sie so etwas ja zumindest schon verbaut.

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

urständ [Hedwigskathedrale Berlin]

3rd_astronaut, Dienstag, 26. November 2024, 11:23 (vor 655 Tagen) @ hintersatz

https://drive.google.com/file/d/1TEEX2x0xntAm9oZR4Ao0AQpv04HisZP8/view?usp=drivesdk
Das Verlagswesen wird mir meine Sünde verzeihen.

Danke, warst ja fleißig :-)

Hedwigskathedrale Berlin

MartinH, Montag, 25. November 2024, 07:54 (vor 656 Tagen) @ Friedrich

Den Prospekt empfinde ich als entstellt. Das war einmal eine aufregende, sehr individuelle Architektur, ein pathetisch-dramatischer Gegenentwurf zur ebenfalls fantastischen Eiermann-Gestaltung in KWG. Geblieben sind in meinen Augen nur ein paar Gebinde Spargel, die sich gerne in der Wand verkrümeln würden. Man stelle sich vor, KWG würde in diesem Sinne "beruhigt". Heizkörper.

Komplette Denkmalzerstörung eben. Wie auch seitens des Bistums erfolgeich argumentiert vor Gericht. Passt aber gut zum komplett grässlichen Umbau. Wenn ich nur die unteren Pfeifenabschlüsse sehe... Immerhin scheint sie klanglich bewahrt bzw. nicht unpassend modifiziert zu sein. Da können nicht wenige einstmals schöne und charakteristische Ott-Orgeln ein Klagelied von singen.

Hedwigskathedrale Berlin

Wolfgang Gourgé @, Montag, 25. November 2024, 19:45 (vor 655 Tagen) @ Friedrich

EDIT: Frage an Insider: Ist hier etwas neu?
[image]


Ich habe nur wenige Stunden an der Orgel verbracht, aber das sieht sehr vertraut aus. Kann man fast genauso auch auf dem Edgar-Krapp-Cover bewundern. Der Klang ist in meinen Ohren auch der alte, sehr charakteristisch 70er-Klais in der eleganten Variante.

Den Prospekt empfinde ich als entstellt. Das war einmal eine aufregende, sehr individuelle Architektur, ein pathetisch-dramatischer Gegenentwurf zur ebenfalls fantastischen Eiermann-Gestaltung in KWG. Geblieben sind in meinen Augen nur ein paar Gebinde Spargel, die sich gerne in der Wand verkrümeln würden. Man stelle sich vor, KWG würde in diesem Sinne "beruhigt". Heizkörper.

Georgelt wird da sicher weiterhin gut. Wer in den "before times" da war, darf sagen, er hat sie gesehen in ihrer arroganten Schäfer-Corazolla-Pracht. Keine 50 Jahre hat die Kirche das dulden können.

Viele Grüße
Friedrich


....ich wollte, ich könnte widersprechen. Leider kann ich es nicht. Es hat schon was von Bilderstürmerei, eine so charakteristische und selbstbewusste Gestaltung zu entfernen, um ein derartig opportunistisch-mediokres Architektenprodukt an seine Stelle zu setzen. Und natürlich wieder die längst zur laaaaaangweiligen Stereotype erstarrten Merkmale: Pfeifen oben auf Einheitslänge abrasiert und unten mit Elefantenfüßen.

Fünfzig Jahre möchte ich diesem Prospekt nicht wünschen.

Hedwigskathedrale Berlin

orgelquaeler, Dienstag, 26. November 2024, 09:03 (vor 655 Tagen) @ Wolfgang Gourgé

EDIT: Frage an Insider: Ist hier etwas neu?
[image]


Ich habe nur wenige Stunden an der Orgel verbracht, aber das sieht sehr vertraut aus. Kann man fast genauso auch auf dem Edgar-Krapp-Cover bewundern. Der Klang ist in meinen Ohren auch der alte, sehr charakteristisch 70er-Klais in der eleganten Variante.

Den Prospekt empfinde ich als entstellt. Das war einmal eine aufregende, sehr individuelle Architektur, ein pathetisch-dramatischer Gegenentwurf zur ebenfalls fantastischen Eiermann-Gestaltung in KWG. Geblieben sind in meinen Augen nur ein paar Gebinde Spargel, die sich gerne in der Wand verkrümeln würden. Man stelle sich vor, KWG würde in diesem Sinne "beruhigt". Heizkörper.

Georgelt wird da sicher weiterhin gut. Wer in den "before times" da war, darf sagen, er hat sie gesehen in ihrer arroganten Schäfer-Corazolla-Pracht. Keine 50 Jahre hat die Kirche das dulden können.

Viele Grüße
Friedrich

....ich wollte, ich könnte widersprechen. Leider kann ich es nicht. Es hat schon was von Bilderstürmerei, eine so charakteristische und selbstbewusste Gestaltung zu entfernen, um ein derartig opportunistisch-mediokres Architektenprodukt an seine Stelle zu setzen. Und natürlich wieder die längst zur laaaaaangweiligen Stereotype erstarrten Merkmale: Pfeifen oben auf Einheitslänge abrasiert und unten mit Elefantenfüßen.

Fünfzig Jahre möchte ich diesem Prospekt nicht wünschen.

Danke, sehe ich auch so.....

Hedwigskathedrale Berlin

kjz1, Donnerstag, 21. November 2024, 09:51 (vor 660 Tagen) @ HARP64

Mich würde da eher interessieren, wie die Kirche vor dem Krieg ausgesehen hat.
Der Schwippert-Bau war ja ebenso eine ganz radikale Neugestaltung, der
anscheinend auf historische Gegebenheiten keine Rücksicht nahm. Da sehe ich auch einen Bezug
zur Orgel: auf welchen Zustand soll man denn 'zurück-restaurieren' oder welcher
Zustand ist erhaltenswert? Bei Orgeln wird ja oft oft einen (mehr oder minder) 'Originalzustand' hin restauriert. Dann sähe die Hedwigskathedrale innen aber völlig anders aus.

Paris - Hedwigskathedrale Berlin

Orlos @, Donnerstag, 21. November 2024, 18:27 (vor 659 Tagen) @ HARP64
bearbeitet von Orlos, Donnerstag, 21. November 2024, 18:37

Auch Notre-Dame in Paris ist jetzt ziemlich weiß:

[image]

Und der neue Altar sieht dem Berliner ziemlich ähnlich.

Hier ein Video.

Paris - Hedwigskathedrale Berlin

Große Pfeife @, Donnerstag, 21. November 2024, 19:55 (vor 659 Tagen) @ Orlos

Irgendwie kam mir das Design des Altars bekannt vor….

[image]

Paris - Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Donnerstag, 21. November 2024, 21:39 (vor 659 Tagen) @ Große Pfeife

Irgendwie kam mir das Design des Altars bekannt vor….

Ouha - Ob wir die enthaltene Haselnuss künftig als knackenden Reliquien-Knochen wahrnehmen?

Paris - Hedwigskathedrale Berlin

hintersatz ⌂ @, Dienstag, 26. November 2024, 00:20 (vor 655 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Du gehst jetzt aber mal ne halbe Stunde vor die Tür und drei Ave Maria.

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

Paris - Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 26. November 2024, 15:51 (vor 654 Tagen) @ hintersatz

Du gehst jetzt aber mal ne halbe Stunde vor die Tür und drei Ave Maria.

In diesem Fall finde ich die Buße sogar angemessen! ;-)

Paris - Hedwigskathedrale Berlin

3rd_astronaut, Donnerstag, 21. November 2024, 22:16 (vor 659 Tagen) @ Große Pfeife

Auf vielfachen Wunsch der Mutter Kirche nun auch in mehreren liturgischen Farben erhältlich: https://images.app.goo.gl/HLAAqstHgqSPji3h9

Paris - Hedwigskathedrale Berlin

GoswinHeilmann, Donnerstag, 21. November 2024, 23:04 (vor 659 Tagen) @ Orlos

Scheußlich.

Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 22. November 2024, 01:28 (vor 659 Tagen) @ HARP64

Hier noch eine Spur unaufgeräumter.
https://www.evangelische-zeitung.de/auf-einer-ebene

Dank der Stehleiter erinnert die Orgel nun besonders an die aktuellen Spielsachen von Elon Musk. Ich stelle mir schon vor, wie die Orgel startet und die Kuppelwölbung entlangsteigt. Am höchsten Punkt trennt sich das Oberwerk vom Booster, dieser kehrt zurück an den Startplatz, während des Oberwerk auf der anderen Kuppelseite nach einer kunstvollen Rotation im Eingangsbereich landet...

Hedwigskathedrale Berlin

MartinH, Freitag, 22. November 2024, 08:24 (vor 659 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Hier noch eine Spur unaufgeräumter.
https://www.evangelische-zeitung.de/auf-einer-ebene

Dort ist zu lesen, dass auch schon Kardinal Sterzinsky den "Umbau auf dem Schirm" gehabt hätte. Belege dafür (erst recht für diese Art "Umbau") fand ich nicht, die Initiative bestreitet das:
https://www.freunde-hedwigskathedrale.de/dokumente/presse/2018-03-02-zeit-umbau-ost/

PS Viele Jahre umbauen und dann noch so ein Chaos wenige Tage vor der Wiedereröffnung? Naja... Für eine Kirche, die gerne gen Fleischtöpfe der (polit.) Macht rückt, spricht auch, dass der Gottesdienst zur Eröffnung nur für geladene Gäste (und ein paar (wieviel?) Karten für den Katzentisch) ist.
PPS Zogmayer macht ja auch so merkwürdige Textinstallationen, da könnt er doch noch einen Schriftzug entwerfen (streng nach Bethlehem ausgerichtet und urheberrechtlich geschützt in Form, Farbe und Gehalt): "Auch das ist immer noch eine katholische Kirche." Die Buchstaben müssten bitteschön gespendet werden.

Hedwigskathedrale Berlin

Cmcmcm1 @, Ottobrunn, Samstag, 23. November 2024, 10:09 (vor 658 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Ich stelle mir schon vor, wie die Orgel startet und die Kuppelwölbung entlangsteigt. Am höchsten Punkt trennt sich das Oberwerk vom Booster, dieser kehrt zurück an den Startplatz, während des Oberwerk auf der anderen Kuppelseite nach einer kunstvollen Rotation im Eingangsbereich landet...

Wenn schon Rakete, dann darf diese hier nicht fehlen: Lys-lez-Lannoy, Saint-Luc -> 4L

Hedwigskathedrale Berlin

Orgelfritze, Montag, 25. November 2024, 09:08 (vor 656 Tagen) @ HARP64

Die Leere der neuen Lehre.

Aber der große Heizkörper ist sehr schön geworden.

Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 25. November 2024, 09:54 (vor 656 Tagen) @ Orgelfritze

Die Leere der neuen Lehre.

Aber der große Heizkörper ist sehr schön geworden.

Ob in der Krypta jetzt die zugehörige Wärmepumpe samt Erdsonde läuft? *duckundweg*

Hedwigskathedrale Berlin

Orgelfritze, Mittwoch, 27. November 2024, 07:42 (vor 654 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Die heizen mit Abwärme aus dem Bundeskanzleramt. Deshalb erklingt der Orgelheizkörper auch nie unter 450 Hz.

Hedwigskathedrale Berlin

GoswinHeilmann, Montag, 25. November 2024, 23:23 (vor 655 Tagen) @ Orgelfritze

Damit haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.

Der theologische Beipackzettel, war: Hedwigskathedrale Berlin

Bariolage, Montag, 25. November 2024, 22:18 (vor 655 Tagen) @ HARP64

Ich möchte hier nur auf das Hirtenwort zur Wiedereröffnung verweisen.
Bemühen wir einmal die Statistik: Das Wort "Liturgie" erscheint 2x, "Kultur (genauer: kulturell)" 1x. Die Begriffe "Kirchenmusik", "Orgel" und "Ästhetik" werden kein einziges Mal erwähnt...Hoffentlich hingegen 18x (allerdings innerhalb verschiedener rhetorischer Figuren). Wer so häufig "hoffentlich" sagt wie Erdbeerschorsch Dr. Heiner Koch, der bietet die eigene Verzagtheit und Verzweiflung als Hauptmenü an und sollte deshalb keine Einladungen an andere aussprechen.
Zum Nachtisch gibt es dann gut Abgehangenes - vom Koch:
"Am Ende dieser Eröffnungswoche werden wir den Advent begrüßen. Das Wort »Advent« – Ankunft – ist verwandt mit dem englischen Wort »adventure«. Nur wer sich auf das Abenteuer mit Gott in seinem Leben einlässt, nur wer mit Gott zu leben wagt, wird seine Ankunft, seine Nähe in seinem Leben erfahren." Grundgütiger! Hoffentlich!

Der theologische Beipackzettel, war: Hedwigskathedrale Berlin

hintersatz ⌂ @, Dienstag, 26. November 2024, 00:23 (vor 655 Tagen) @ Bariolage

Was ihr noch nicht bemerkt habt, ist, dass die neuen prospects auch so klingen wie sie aussehen.

--
Organiste titulaire de l'Opus diaboli

Der theologische Beipackzettel, war: Hedwigskathedrale Berlin

MartinH, Dienstag, 26. November 2024, 09:26 (vor 655 Tagen) @ Bariolage

Mich stört vor allem, dass (natürlich nachvollziehbar) so getan wird, als sei erst jetzt dies und das möglich und könnte "begonnen" werden. Stimmt ja gar nicht. Ich halte es übrigens für durchaus denkbar, dass insgesamt weniger "Besucher" kommen und das geistliche Leben gar nicht aufblüht, sondern zurückgeht. Vielleicht zugunsten von Politisierungen (dürfen eigentlich in katholischen Kirchen auch Politiker "predigen"?). Jedenfalls könnte ich es keinem Alteingessesenen verdenken, wenn er da nicht mehr hin will (wie ich auch). Man könnte sich z.B. unabhängig von der Gestaltung von einer gewissen Enge bedrängt und vereinnahmt sehen. Auch die frühere Weite fehlt eben. Was man auch sieht: "Einfach" kann intelligent oder dumm gemacht werden.

Idiotie

Andreaspfeife, Borken, Mittwoch, 27. November 2024, 22:45 (vor 653 Tagen) @ HARP64

Ein idiotischer Diodedoid kann je nach Idiom und Form ein Forum auch bereichern.

Idiotie - aber wie ?

elias.orgel, Donnerstag, 28. November 2024, 07:23 (vor 653 Tagen) @ Andreaspfeife
bearbeitet von elias.orgel, Donnerstag, 28. November 2024, 07:29

Ein idiotischer Diodedoid kann je nach Idiom und Form ein Forum auch bereichern

.
.
.
dialektische Droiden
die nach Idiom verschieden
könnten ForumsFormIdioten
mit DiodenTastVorboten
tatsächlich die Stirn erbieten
Hass und Hetze sind verboten
um die Sprache auszuloten
Kampf um Streit wär' so vermieden
(Freunde: Eierkuchen... Frieden... ! )

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Hedwigskathedrale Berlin

fluteceleste @, Montag, 28. April 2025, 08:09 (vor 502 Tagen) @ HARP64

Hedwigskathedrale Berlin

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Montag, 28. April 2025, 12:54 (vor 502 Tagen) @ fluteceleste

Hier ein Bericht der rbb Abendschau.

Cool!
Und dass der Dompfarrer sogar Konzerte und "andere Angelegenheiten" neben Gottesdiensten mit Vorfreude verbindet - wenn das MH lesen könnte:-)

Auch Maxime Denuc einzuladen, ist recht mutig. Möge das dann so weitergehen.
Es wird einigen so gehen, dass die Aufnahmen vom Abbau der alten Orgel etwas Wehmut erzeugen, ihr Äußeres betreffend.

Hedwigskathedrale Berlin

elias.orgel, Montag, 28. April 2025, 17:22 (vor 501 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Hier ein Bericht der rbb Abendschau.


Cool!
Und dass der Dompfarrer sogar Konzerte und "andere Angelegenheiten" neben Gottesdiensten mit Vorfreude verbindet - wenn das MH lesen könnte:-)

Auch Maxime Denuc einzuladen, ist recht mutig. Möge das dann so weitergehen.
Es wird einigen so gehen, dass die Aufnahmen vom Abbau der alten Orgel etwas Wehmut erzeugen, ihr Äußeres betreffend.


hat die etwa immer noch T-T-Taster...

und MIDI ? ist das denn überhaupt erlaupt ?

für Maxime Denuc würde ich glatt bis nach Berlin fahren
(hat mir schon in Amsterdam sehr gut gefallen* )

-
-
-

* genaugenommen seine Musik ...
- so intensiv habe ich ihn (leider) nicht kennengelernt ;-)

--
Orgelspielen heißt: im Sitzen tanzen ...

... für Gott

Hedwigskathedrale Berlin

Klick-O, Dienstag, 16. September 2025, 21:23 (vor 360 Tagen) @ HARP64

Ich war kürzlich dort. Eine der am schönsten und wertigsten gestalteten Orgeln der letzten Jahrzehnte wurde in ihrem Erscheinungsbild beseitigt und durch etwas ersetzt, das wie ein in einem Kirchenentwurf als Orgelmodell berücksichtigter grob skizzierter Platzhalter aussieht.

Der genauso ernüchterte Innenraum wird als "schlichte Eleganz" in einem "visionären Konzept" gepriesen.

Was in Berlin geschah steht in einer Reihe mit den Beseitigungen und Umbauten von Instrumenten, die Generationen von Verantwortlichen veranlassten und die heute sehr bedauert werden. Aber gelernt hat man nichts.

Über Jahrhunderte waren Prospekt- und Gehäusegestaltung im Orgelbau ganz wesentlich und voller Kunstfertigkeit und Einfallsreichtum. Heutzutage werden die Erkennungsmerkmale einer Orgel nivelliert und ihrer Einzigartigkeit möglichst beraubt.

Wenn man nett ist, nennt man das Bildersturm. Barbarisch ist treffender. Vieles ist eigentlich Gestalt gewordener Hohn.

Hedwigskathedrale Berlin

ErikvdNeers, Dienstag, 16. September 2025, 23:00 (vor 360 Tagen) @ Klick-O

ich was auch da, mir gefällt es gut

Hedwigskathedrale Berlin

Orgelfritze, Freitag, 19. September 2025, 22:23 (vor 357 Tagen) @ Klick-O


Was in Berlin geschah steht in einer Reihe mit den Beseitigungen und Umbauten von Instrumenten, die Generationen von Verantwortlichen veranlassten und die heute sehr bedauert werden. Aber gelernt hat man nichts.

Über Jahrhunderte waren Prospekt- und Gehäusegestaltung im Orgelbau ganz wesentlich und voller Kunstfertigkeit und Einfallsreichtum. Heutzutage werden die Erkennungsmerkmale einer Orgel nivelliert und ihrer Einzigartigkeit möglichst beraubt.

Wenn man nett ist, nennt man das Bildersturm. Barbarisch ist treffender. Vieles ist eigentlich Gestalt gewordener Hohn.

Und das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Die Orgel als nichtbewegliches Objekt im Raum ist nahezu immer dessen Gestaltung unterworfen. Außer man baut Stilkopien in "moderne" Räume - und besiegelt damit selbst die eigene Musealisierung. Wie man das ästhetisch bewertet, mag jeder selbst entscheiden. Aber auch die schönste Renaissance- und Barockorgel gibt optisch nur das wieder, was in der Möbelschreinerei/im "Design" damals so en vogue war.

Was will man also erwarten, wenn das moderne, hochpreisige Innenraumdesign weiße Edelwohnhöhlen hervorbringt, deren Ausstattung auf einen Flachbildschirm, eine vegane Sitzgruppe und ein Designerkissen für den das Kind substituierenden Hund beschränkt ist!?

Ich behause übrigens weder so eine Edelwohnhöhle noch gefällt mir die Neugestaltung in Berlin. Ich wehre mich nur dagegen, all das als etwas Besonderes oder gar als Bruch hinzustellen. Das ist alles nichts Neues unter der Sonne und folgt ganz alten und beständigen Handlungsmustern.

powered by my little forum