Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

MartinH, Sonntag, 17. November 2024, 07:55 (vor 665 Tagen)

https://chrismon.de/das-wort/56286/evangelisches-gesangbuch-muss-allen-liedern-gott-vor...
Biermann (statt zuviel "Gott"; Bier allein gibt's ja schon im Kirchenraum, s. Emmauskirche Kreuzberg) im Gesangbuch. Herrlich (nicht.), passt aber gut zu Erwartung, Kurs (eine Geisterbahn ist nichts dagegen) und Zukunft der Evangelischen Kirche in Deutschland. Säkularisiert und marginalisiert euch nur weiter. Zu Puschke, Typ "moderner, erfolgreicher Musikmanager", der andauernd in der Presse ist mit allem Möglich- und Unmöglichen seiner transformierten IO(!?)N) passt diese Aussage aber sehr gut. Apropos ION, die jetzt "mutig" sein soll und den Zuhörern "was zumuten": Ich glaube, beides war früher deutlich mehr vorhanden (z.B. neue, unbekannte, nicht eingängige Orgelmusik), nur war Jacob wahrscheinlich nicht so der Typ für den Wortradau drumherum. Und, tut mir leid, der Kreis der Orgelvirtuosen scheint mir auch sehr übersichtlich und bekannt und mit kleinem Radius zu sein Jahr für Jahr, nach den Werken habe ich jetzt nicht geschaut.
Es soll übrigens Leute geben, die gerade nicht ihre wie auch immer geartete "Lebenswirklichkeit" in einer Kirche suchen.

PS Warum es schon wieder ein neues Gesangbuch brauchen soll, ist mir auch nicht klar. Es gäbe viel zu tun, damit anzufangen(!), das vorliegende abseits der 10 immer wieder gesungenen Hits überhaupt erst kennenzulernen - und eine Ergänzung könnte elektronisch zum Ausdrucken erfolgen. Aber dann könnte man nicht so viel Geld ausgeben. Wenn man da mal an das EK(!)G zurückdenkt...

Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

3rd_astronaut, Sonntag, 17. November 2024, 12:10 (vor 664 Tagen) @ MartinH

PS Warum es schon wieder ein neues Gesangbuch brauchen soll, ist mir auch nicht klar. Es gäbe viel zu tun, damit anzufangen(!), das vorliegende abseits der 10 immer wieder gesungenen Hits überhaupt erst kennenzulernen - und eine Ergänzung könnte elektronisch zum Ausdrucken erfolgen. Aber dann könnte man nicht so viel Geld ausgeben. Wenn man da mal an das EK(!)G zurückdenkt...

warum "schon wieder"? es ist (zumindest cum grano salis) der normale zyklus, der auch evangelischer- wie katholischerseits ähnlich ist. die elektronische ergänzung ist ja eh geplant.

Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 17. November 2024, 12:22 (vor 664 Tagen) @ 3rd_astronaut

PS Warum es schon wieder ein neues Gesangbuch brauchen soll, ist mir auch nicht klar. Es gäbe viel zu tun, damit anzufangen(!), das vorliegende abseits der 10 immer wieder gesungenen Hits überhaupt erst kennenzulernen - und eine Ergänzung könnte elektronisch zum Ausdrucken erfolgen. Aber dann könnte man nicht so viel Geld ausgeben. Wenn man da mal an das EK(!)G zurückdenkt...


warum "schon wieder"? es ist (zumindest cum grano salis) der normale zyklus, der auch evangelischer- wie katholischerseits ähnlich ist. die elektronische ergänzung ist ja eh geplant.

Wenn man langjährig, das ganze Kirchenjahr (incl. der besonders schwierigen Passionszeit) häufig Gottesdienste gestaltet und sich wirklich Gedanken macht über die Texte und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen möchte, dann muss man sagen: Das EG reicht nicht. Der Passionsteil war schon zu Beginn sehr schwierig, aber das liegt auch natürlich daran, dass das ganze Thema theologisch in diewsen Jahrzehnten nicht so in Mode war.
In unserer Gemeinde verwenden wir noch zusätzlich weitere Inhalte, auch aufgrund der vielen beteiligten Liturgen. Unser Propst, der bei uns auch einen Predigtauftrag hat, hat katholischen Hintergrund und wieder andere Vorlieben als die schon vorhandenen drei Pfarrpersonen (der aktuelle gendergerechte Begriff bei uns). Wichtig: Er HAT Geschmack und singt selbst auch sehr gut.

Ich möchte auch überhaupt nicht an das EKG zurückdenken. Das war diesbezüglich noch weniger brauchbar. Sicher, es hielt besser Kontakt zu den cantus firmi der uns lieb gewordenen Choralbearbeitungen, klein und groß. Aber die Choräle sang man deswegen trotzdem nicht, weil man die zugehörige Bearbeitung von Scheidemann oder Reger liebt und spielt.

Die Corona-Zeit machte vorübergehend Choräle bzw. ihre Texte aus der Zeit der Pest-Epidemien auf einmal anschlussfähig, oder die Bitte der Bewahrung "vor Seuchen und Gefahr".

Aktuell stellen wir fest, dass es (m. E.) zu wenig tiefgängige Friedenslieder gibt. Wir singen seit zwei Jahren fast immer eines am Ende des GD oder zumindest eine Strophe, und wenn man da etwas Abwechslung möchte, ist das Angebot nicht so sehr groß.

Also: Ich brauche dringend ein neues und größeres (haha!) Gesangbuch! (EDIT: ...und ich bemühe mich sehr, auch alte Choräle zu benutzen. Aber es muss textlich noch vermittelbar sein.)

Aber ich sage auch, dass ich eine große Enttäuschung über das neue Buch, an dem ich nicht mitarbeite und keinen Einblick in den aktuellen Stand habe, durchaus für möglich halte.

Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

MartinH, Sonntag, 17. November 2024, 14:04 (vor 664 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von MartinH, Sonntag, 17. November 2024, 14:16

Ich bin zwar schon länger draußen, aber dass das EG nicht ausreichte, habe ich nie so erlebt. Im Gegenteil, die Pfarrer kennen und können nur einen Bruchteil der Lieder und es kam auch immer mehr in Mode, teils unpassende, nur metrisch passende bekannte Meldodien auf andere Texte zu singen. Eine Unsitte. Aber ich war auch nur Befehlsempfänger (aber auch nur, wenn ich Glück hatte und mich rechtzeitig vorbereiten konnte, so ein ewiges Theater mit Nachfragen würde ich sowieso nie mehr mitmachen). Und dann gibt es schon genug Ergänzungshefte. Da darf man durchaus das Schlimmste befürchten, wenn man solche Vorschläge wie von Herrn Puschke hört. Und die Begleitsätze werden sicher auch immer flacher und einfacher. Ich fand fand das EKG (samt Württemb. Begleitbuch, *so* gehen gute Sätze) gut und vermisse schon lange Sachen wie "Christ unser Herr zum Jordan kam". Oder allgemein ordentliche Wochenlieder, zu denen man auch gute Literatur hat.
Die YT-Streams (und TV-Gottesdienste) nicht nur aus kleineren Gemeinden legen mittlerweile auch schonungslos offen, wie es um das gpttesdienstliche Orgelspiel bestellt ist, oft einfach katastrophal.

Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Sonntag, 17. November 2024, 14:19 (vor 664 Tagen) @ MartinH

Ich bin zwar schon länger draußen, aber dass das EG nicht ausreichte, habe ich nie so erlebt. Im Gegenteil, die Pfarrer kennen und können nur einen Bruchteil der Lieder und es kam auch immer mehr in Mode, teils unpassende, nur metrisch passende bekannte Meldodien auf andere Texte zu singen. Eine Unsitte. Aber ich war auch nur Befehlsempfänger (aber auch nur, wenn ich Glück hatte und mich rechtzeitig vorbereiten konnte, so ein ewiges Theater mit Nachfragen würde ich sowieso nie mehr mitmachen). Und dann gibt es schon genug Ergänzungshefte. Da darf man durchaus das Schlimmste befürchten, wenn man solche Vorschläge wie von Herrn Puschke hört. Und die Begleitsätze werden sicher auch immer flacher und einfacher. Ich fand fand das EKG (samt Württemb. Begleitbuch, *so* gehen gute Sätze) gut und vermisse schon lange Sachen wie "Christ unser Herr zum Jordan kam". Oder allgemein ordentliche Wochenlieder, zu denen man auch gute Literatur hat.
Die YT-Streams (und TV-Gottesdienste) nicht nur aus kleineren Gemeinden legen mittlerweile auch schonungslos offen, wie es um das gpttesdienstliche Orgelspiel bestellt ist, oft einfach katastrophal.

Schönen Sonntag!

Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

MartinH, Sonntag, 17. November 2024, 15:53 (vor 664 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von MartinH, Sonntag, 17. November 2024, 16:02

Ach je, Worship soll rein laut Jochen Arnold aus diesem "Kloster" (das Gebäude mag ein ehemaliges sein, der Betrieb dann doch eher nicht..). Musikalisch und textlich (ich, ich, ich - und zur Abwechslung meiner einer) kann ich mir kaum was Einfältigeres vorstellen. Die arme Oma Erna, die das uff de Orgel begleiten soll oder in die Band genötigt wird.

Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

MartinH, Sonntag, 17. November 2024, 14:11 (vor 664 Tagen) @ 3rd_astronaut
bearbeitet von MartinH, Sonntag, 17. November 2024, 14:19

Mag sein, dass sich irgendwer in den Kopf gesetzt hat, alle 30/40 Jahre meu herauszugeben. Solange aber ein durchaus vielfältiges Vorgängerbuch so schlecht ausgewertet ist und es - auch im digitalen Zeitalter - genug Ergänzungsmöglichkeiten gibt, sehe ich da keine Notwendigkeit.
Kommt vielleicht auch "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh'n" rein? War das nicht schon vor Jahren ein Vorschlag aus dem modernen Michaelis"kloster" Hildesheim?

Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

Residual, Dienstag, 19. November 2024, 13:38 (vor 662 Tagen) @ MartinH

Weitere Geldverschwendung durch überflüssige landeskirchliche Anhänge, in denen oftmals dieselben Lieder abgedruckt werden, nur mit veränderter Strophenauswahl und unter anderer Nummer?
Letztendlich reicht ein ökumenisches Gesangbuch, dann verschwände auch der Marienkitsch.

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Orlos @, Dienstag, 19. November 2024, 15:20 (vor 662 Tagen) @ Residual

Weitere Geldverschwendung durch überflüssige landeskirchliche Anhänge, in denen oftmals dieselben Lieder abgedruckt werden, nur mit veränderter Strophenauswahl und unter anderer Nummer?
Letztendlich reicht ein ökumenisches Gesangbuch, dann verschwände auch der Marienkitsch.

Ja, die Gesangbücher haben sich immer mehr angeglichen. Tatsächlich fände ich ein ökumenisches Gesangbuch auf den ersten Blick auch reizvoll. Andererseits wüsste ich nicht, was im katholischen Teil wegfallen könnte, das meiste wird wirklich gebraucht. Natürlich müssten auch Marienlieder drinbleiben, deren Fans bilden mancherorts die Mehrheit der engagierten Gemeinde. Ich fürchte, insgesamt würde ein solches Gesangbuch, das in beiden Konfessionen stets einsetzbar wäre, viel zu dick werden.

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3rd_astronaut, Dienstag, 19. November 2024, 17:37 (vor 662 Tagen) @ Orlos

Weitere Geldverschwendung durch überflüssige landeskirchliche Anhänge, in denen oftmals dieselben Lieder abgedruckt werden, nur mit veränderter Strophenauswahl und unter anderer Nummer?
Letztendlich reicht ein ökumenisches Gesangbuch, dann verschwände auch der Marienkitsch.


Ja, die Gesangbücher haben sich immer mehr angeglichen. Tatsächlich fände ich ein ökumenisches Gesangbuch auf den ersten Blick auch reizvoll. Andererseits wüsste ich nicht, was im katholischen Teil wegfallen könnte, das meiste wird wirklich gebraucht. Natürlich müssten auch Marienlieder drinbleiben, deren Fans bilden mancherorts die Mehrheit der engagierten Gemeinde. Ich fürchte, insgesamt würde ein solches Gesangbuch, das in beiden Konfessionen stets einsetzbar wäre, viel zu dick werden.

es waren ja 2 schritte genannt: wegfall der regionalteile und ökumenisches buch.
beim ersten schritt gehe ich mit, den zweiten sehe ich jedoch auch nicht. die eigentlichen lieder zu den kirchlichen jahreszeiten und den glaubensthemen wären kein problem, aber der restliche "kram" nimmt gerade im GL viel platz ein und kann auch nicht wirklich weg (ein paar marienlieder aber schon ;-) ).

Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

MichaelS ⌂, Dülmen, Dienstag, 19. November 2024, 20:02 (vor 662 Tagen) @ 3rd_astronaut


es waren ja 2 schritte genannt: wegfall der regionalteile und ökumenisches buch.
beim ersten schritt gehe ich mit, den zweiten sehe ich jedoch auch nicht. die eigentlichen lieder zu den kirchlichen jahreszeiten und den glaubensthemen wären kein problem, aber der restliche "kram" nimmt gerade im GL viel platz ein und kann auch nicht wirklich weg (ein paar marienlieder aber schon ;-) ).

Naja. Was im Gotteslob für die Gemeinde im Gottesdienst wirklich gebraucht wird ist etwa ein Drittel bis zwei Fünftel. Der Rest muss nicht in ein Gesangbuch, das kann in Andachtsbücher etc.
Von den Liedern sind einige aus dem späten Neunzehnten Jahrhundert und dann oft so naiv und flach, dass es nur schwer fällt, sie ernsthaft beim Gottesdienst einzusetzen.

Im Gegenzug stehen im Evangelischen Gesangbuch einige inzwischen gleichermaßen komplizierte und schon wieder aus der Zeit gekommene Lieder aus den Sechziger und Siebziger Jahren, dazu einige alte Choräle, die heute erst übersetzt werden müssten und so auch nur schwer Verwendung finden.

Summa Summarum wäre ein ökumenisches Gesangbuch eigentlich eine gute Lösung. Dann wären die vielen "Ö" wenigstens nicht mehr nur Alibi.

Halb-OT: Zuviel "Gott" im Gesangbuch? / ION

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 19. November 2024, 20:08 (vor 662 Tagen) @ MichaelS

Dieser Thread ist typisch - jeder von uns findet etwas zu viel im Buch, aber nur wenige dasselbe. Also alles wie immer, was den Bedarf nach einem neuen Buch begründet.
eine neue Perspektive, die aber dem Vernehmen nach urheberrechtlich aufwendig ist, ist die, dass seltener Benötigtes (ganze Lieder oder einzelne Strophen) in eine Datenbank kommt und nicht in Print erscheint.

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