Choral Evensong at Rostock St. Mary's Church

Karl-Bernhardin Kropf, Donnerstag, 10. Mai 2012, 16:11 (vor 5276 Tagen)
bearbeitet von Karl-Bernhardin Kropf, Donnerstag, 10. Mai 2012, 16:15

An alle Hobby-Anglikaner im Forum: We did it!
Am vergangenen Sonntag (6. Mai) hatten wir den 1. Choral Evensong in unsrer Kirche - über ein Jahr nach Planungsbeginn und über ein halbes Jahr nach Übebeginn mit Erwachsenen und Kindern. Das Foto zeigt die räumliche Situation in unserem gegenüberliegenden Bankgestühl zwischen Vierung und Orgelempore, eine gute Ausgangslage für die klassische Evensong-Aufstellung, die mir schon bei der Bewerbung aufgefallen war. (Auf dem Foto von einem Adventsingen 2011, welches heimlicher Testlauf der Choraufstellung war, ist die Kleidung der Kinder noch nicht komplett).
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Die Orgel ist für engl. Verhältnisse zwar schon recht weit weg, aber mittels Videokamera und einem zusätzlichen Audio-Monitor ging es recht gut. Die Gemeinde hört die Orgel keineswegs zu laut,* wie die aufgrund etwas zu starker Direktheit nicht ganz vorteilhafte Tonaufnahme (Gerät lag auf dem Kanzelsims) beweist. Denn die meisten Hörer sitzen östlich des Chores, also ist die Orgel weiter weg als der Chor, und die Balance dadurch ausgeglichen. Außerdem hat die Vierung die beste Schallprojektion, deshalb ist da ja auch die Kanzel (siehe kleineres Bild).
*) Ja, Wolfgang ich weiß, dass ein Fernwerk nie zu laut sein kann ;-D
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Als Tonbeispiel (www.marien-musik.de/audio/evensong060512.mp3) könnt Ihr bei Interesse Schnipsel aus den fünftstimmigen Responses von Smith, dem C-Magnificat von Stanford, dem 84. Psalm von Parry sowie einen schönen Descant zu EG 266 von Paul Halley (von CD abgehört, m. W. nicht verlegt) hören.
Wir haben den Kindersopran mit erwachsenen Sängerinnen ergänzt, die für die Präzision sorgen - die Durchschlagskraft kam aber dann doch, anders als erwartet, von den Kindern. Die Kinder reichen altersmäßig von 7 bis 11 Jahren und sind nicht vorsortiert (!). Daher gibt es ein paar "U-Boote", die noch mehr Einzelbehandlung bräuchten, als wir - meine den Chor leitende Frau und ich - gegenwärtig leisten können. Aber insofern ist der Sozialfaktor recht hoch. Die Erwachsenen sind ambitionierte Sänger aus dem Kantorei-Umkreis, ein Quasi-Kammerchor, wenn auch mit hörbaren Grenzen.
Wir machen Evensong als Gottesdienst, und auch hoffentlich bald als Tradition - in diesem Jahr sind zwei weitere Termine geplant, auch ein Adventsingen wird es wohl wieder geben. Und außerdem machen wir ihn nicht als kirchenmusikalische Vesper oder gar Maiandacht mit modischer Überschrift oder so, sondern agendarisch exakt nach Vorbild. Lediglich die Sprache ist deutsch.

Eine Beobachtung vom Spiel her: Das von den Symposiumsteilnehmern 2009 im Gegensatz zur Restorgel einmütig anerkannte Schwellwerk trug naturgemäß die Hauptlast bei der Begleitung. Immer einen Fuß am Tritt, aber auch schnell mal ein Finger an den Wippen - in Ermangelung englischer Thumb Pistons war ich dankbarer denn je über die Platzierung der SW-Wippen - wären die Register mit auf der rechten oder linken Staffel, es wäre viel schwieriger gewesen, dynamisch mitzugehen. (Siehe unterstes Foto).
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Diese Veranstaltung und ihre geplanten Nachfolger bringen mich wieder ein Stück weg von der historisierenden Rokoko-Lösung für den Orgelum/neubau, die ja auch von durchaus kompetenten Menschen befürwortet wird.

Ich möchte sagen, dass es schon bewegend ist, wenn die Chor-Kinder auf dem Spielplatz als Ohrwurm eine Zeile eines Magnificats oder einer kleinen Tallis-Motette (geplant für 10. Juni) ansingen. Aber wie das Forum weiß, bin ich nicht NGL-fern, und zur Probenauflockerung gibt es immer wieder "Komm, bau ein Haus" oder "Laudato si" oder andere Sachen, gern auch mit Tanz.....

Grüße und frohes Schaffen
KBK


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